Griechenland-Visite Merkel trifft auf die geballte Wut vieler Griechen

Die Kanzlerin besucht Athen, etliche Akteure laufen heiß: Die griechische Opposition heizt die Stimmung gegen Merkel an, in Berlin wetteifern Politiker mit Ratschlägen.

Polizei sperrt den Platz vor dem Parlament in Athen ab (Bild vom 30. Juni 2011).

Polizei sperrt den Platz vor dem Parlament in Athen ab (Bild vom 30. Juni 2011).

Mit massiven Sicherheitsvorkehrungen bereitet sich Athen auf den Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag vor. Die Polizei will mit 7.000 Mann im Einsatz sein. Auch deutsche Einrichtungen wie die Botschaft und das Goethe-Institut stehen unter besonderem Schutz. Die Behörden befürchten, dass die Wut der Bürger über die strengen Sparauflagen sich in Demonstrationen und Gewalt entlädt.

Seit dem Besuch des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton 1999 habe es keine derartigen Sicherheitsmaßnahmen mehr gegeben, zitieren griechische Medien die Polizei. Besonders streng bewacht würden der Flughafen und das Hotel, in dem Merkel wohnen wird. In der Innenstadt wird die Polizei vor allem das Parlament und den Syntagma-Platz absichern. Notfalls sollen Wasserwerfer zum Einsatz kommen. Auch von "vorbeugenden Festnahmen" ist die Rede.

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Sowohl die griechischen Linken als auch die Nationalisten planen Proteste gegen Merkel. Alexis Tsipras, Chef der oppositionellen Syriza-Partei, sagte: "Sie kommt, um das korrupte, schändliche und unterwürfige politische System zu schützen. Wir werden ihr den Empfang bereiten, den sie verdient." Die beiden größten Gewerkschaften des Landes haben einen dreistündigen Streik mit einer Großdemonstration im Zentrum Athens angekündigt. Vor der deutschen Botschaft will außerdem die nationalpopulistische Partei der "Unabhängigen Griechen" demonstrieren.

Es ist der erste Griechenland-Besuch der Kanzlerin seit Ausbruch der Finanzkrise. Sie wird sich etwa sechs Stunden in Athen aufhalten und mit Ministerpräsident Antonis Samaras sprechen. Eine frühere Visite der Kanzlerin, so wird in deutschen Regierungskreisen betont, hätte keinen Sinn ergeben, weil erst die Koalition des Konservativen Samaras ernsthafte Reformanstrengungen zeige: "Wir erkennen an, dass sich die Dinge in die richtige Richtung bewegen." Seine Bereitschaft zu dieser Politik habe der Grieche aber auch erst Ende August bei seinem Besuch in Berlin klar gemacht. Diskret seien Samaras etliche Reformvorschläge übermittelt worden.

Merkel wollte die Reise nach Griechenland aber auch nicht später unternehmen, um nicht in unmittelbare Nähe zu dem erwarteten Troika-Bericht von Internationalem Währungsfonds, Europäischer Zentralbank und EU-Kommission zu geraten. Der Besuch soll nicht als Vorfestlegung gedeutet werden. Das neue Zeitfenster für eine Visite ergab sich vor allem dadurch, dass die Troika ihren Bericht wohl erst im November vorlegen will.

"Nicht der reiche Onkel"

Derweil ist in Deutschland ein Streit darüber entbrannt, welchen Charakter Merkels Reise haben müsse. Während ihr die Opposition nahelegt, die Reise müsse als Solidaritätsadresse zu lesen sein, schreiben ihr Kollegen aus der eigenen Fraktion ins Stammbuch, sie dürfe den Griechen auf keinen Fall Zugeständnisse machen.

"Sie muss dort Tacheles reden und der griechischen Regierung die Optionen klar machen", sagte der stellvertretende Unionsfraktionschef Michael Fuchs. Sein Kollege Michael Meister will die Reise nicht als Zusage für weitere Finanzhilfen gewertet sehen. "Es sollten keine zu hohen Erwartungen mit der Reise verknüpft werden", sagte er. Beide Politiker wiesen Spekulationen über ein drittes Hilfspaket zurück. Der CDU-Abgeordnete Klaus-Peter Willsch erneuerte seine Kritik an den Hilfen für das hoch verschuldete Land. "Ich appelliere an die Kanzlerin, auf der Reise keine falschen Zusagen zu machen."

Außenminister Guido Westerwelle sprach sich dagegen dafür aus, den für Dienstag geplanten Besuch als Geste der Anerkennung zu gestalten. Laut Westerwelle will Merkel mit ihrem Besuch die griechische Regierung unterstützen, "die mit ihrer Reformpolitik unter großem Druck steht". Die Griechen hätten Fairness und Respekt verdient, sagte Westerwelle. "Ich lehne es ab, das Land einfach abzuschreiben."

Auch Politiker von SPD und Grünen forderten, Merkel müsse aus dem Besuch einen Akt der Solidarität machen. Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin forderte Merkel auf, den Griechen deutlich zu machen, "dass sie auf dem harten vor ihnen liegenden Weg auf die europäische Solidarität zählen können". Der SPD-Europapolitiker Martin Schulz sagte, Merkel müsse klarmachen, "dass wir in gegenseitigem Interesse helfen und nicht als reicher Onkel, der alles besser weiß".

Nach Ansicht der Vorsitzenden der deutsch-griechischen Parlamentariergruppe, Annette Groth (Die Linke), sollte sich Merkel bei den Griechen für die "wahnsinnig negative" Berichterstattung in deutschen Medien entschuldigen. Es sei zu massiven Einbrüchen bei den Touristenbesuchen aus Deutschland gekommen, sagte Groth. "Diese Berichterstattung zeichnet ein völlig falsches Bild von Griechenland und sät Hass und Unfrieden."

 
Leser-Kommentare
    • Chali
    • 07.10.2012 um 18:00 Uhr

    >>... sagte: "Sie kommt, um das korrupte, schändliche und unterwürfige politische System zu schützen. Wir werden ihr den Empfang bereiten, den sie verdient.<<

    Der Mann ist mir sympathisch

    ==> http://de.wikipedia.org/w...

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    • Askay
    • 07.10.2012 um 20:41 Uhr

    ...ist Tsipras, der sein politisches Süppchen mit dem Leid der Menschen kocht. Deshalb sabotiert er und seine Clique eine Gesundung wo immer er kann. Sie würde nicht in das Märchen vom bösen Kapitalismus passen.

    • Askay
    • 07.10.2012 um 20:41 Uhr

    ...ist Tsipras, der sein politisches Süppchen mit dem Leid der Menschen kocht. Deshalb sabotiert er und seine Clique eine Gesundung wo immer er kann. Sie würde nicht in das Märchen vom bösen Kapitalismus passen.

    • cb81
    • 07.10.2012 um 18:01 Uhr

    Finde es aller Ehren Wert, dass sie sich auf einen solchen spiessrutenlauf einlässt. Sie hätte auch den bequemen weg gehen können und die Einladung einfach ablehnen können. Jetzt hat sie eine große Chance die Solidarität mit Griechenland zu bekunden. Vielleicht nicht gleich eine rede a la "ich bin eine Athenerin", aber evtl. kann sie etwas gegen die vollkommen übertriebene verteufelund ihrer Person leisten?

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    • THAROS
    • 07.10.2012 um 18:14 Uhr

    Wie schön Träumereien sind, beweist das Geschriebene!! Nur bitte aufwachen... die Realität holt am Schluss jeden ein!! Auch eine Merkel mit den "schön" vorgeschriebene Propaganda und Vorschlägen ihres Teams... für 7000 Polizisten die wurden bezahlt, trainiert, organisiert, mit Knüppel und Helme... um den "Roten Teppich" vom Flughafen bis Syntagma auszurollen für "ihre Majestät"!

    Sie hat den Zeitpunkt absichtsvoll so gewählt, dass sie sich zu nichts bekennen muss, weil sie auf jede konkrete Nachfrage mit dem Hinweis auf den noch ausstehenden Bericht der Troika hinweisen kann und wird.

    • THAROS
    • 07.10.2012 um 18:14 Uhr

    Wie schön Träumereien sind, beweist das Geschriebene!! Nur bitte aufwachen... die Realität holt am Schluss jeden ein!! Auch eine Merkel mit den "schön" vorgeschriebene Propaganda und Vorschlägen ihres Teams... für 7000 Polizisten die wurden bezahlt, trainiert, organisiert, mit Knüppel und Helme... um den "Roten Teppich" vom Flughafen bis Syntagma auszurollen für "ihre Majestät"!

    Sie hat den Zeitpunkt absichtsvoll so gewählt, dass sie sich zu nichts bekennen muss, weil sie auf jede konkrete Nachfrage mit dem Hinweis auf den noch ausstehenden Bericht der Troika hinweisen kann und wird.

  1. nach könnte sich die Bundeskanzlerin in der Zeit um innere Themen in der BRD mit Besuchen kümmern - soll der Griechenlandbesuch eine Mutprobe oder Machtdemonstration sein von ihr werden, den Eindruck machts es und das ist mehr als überflüssig.

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  2. Es gibt in Griechenland Menschen, die nicht verstehen, warum Frau Merkel Sparmaßnahmen verlangt. Wenn man nicht mal ein Danke für die "Geldspritze(n)" erhält, wenn man dagegen als Schuldiger an der Krise dargestellt wird, frage ich mich, ob dieser Besuch nötig ist.
    Wollen die Griechen europäische Hilfe? Sind wir deutschen Steuerzahler nicht massiv daran beteiligt? Ist es dann nicht unser gutes Recht, für Nachhaltigkeit zu sorgen?
    Sehen sie sich mal die Einkommensunterschiede zwischen Rumänen und Griechen an.

    Anstatt die Griechen sehen, dass sie selbst Fehler gemacht haben, dass sie Steuern nicht komplett eingenommen haben uns so weiter, geben sie uns die Schuld an allem. Frechheit. Jeder ist für sich selbst verantwortlich.

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    • Chali
    • 07.10.2012 um 18:17 Uhr

    Der Grieche, von dem sie da reden, hat sich gewiss an unserer Zukunft vergriffen und damit eine schreckliche Sünde begangen. Aber: Wur sind das christliche Abebdland!

    Keine Sünde ist so graoss, als dass wit sie nicht vergeben könnten!

    Und vergib uns unsere Schuld,
    wie wir vergeben unseren Schuldigern.
    Und führe uns nicht in Versuchung,
    sondern erlöse uns von dem Übel.

    • THAROS
    • 07.10.2012 um 18:25 Uhr

    Sehr geehrter "armer Steuerzahler"... in Griechenland waren Rumänischen Firmen nicht existent, sonder DEUTSCHE, Amerikanische, Französiche etc!!! Seit über 10 Jahren!!! Haben diese die EU Löhne bezahlt, under der EU Vorschriften gehandelt?? Wurden die "falsche Statistiken" nicht von der EU finaziert?? Was war den KEK? Sicher kriegen sie diese Informationen über diese EU Idee zum Projekt zu "Minimierung der Zahl der Arbeitslosen"!! Was war mit den Millionen die für die Deutsche U-Boote fliessen, "Siemens" etc!! Wenn sie sich schon als "armer Steuerzahler" sehen, dann wenden sie sich an ihre Regierung!

    Bitte bemühen Sie sich um differenzierte Kritik. Danke, die Redaktion/fk.

    Nun ja, die Griechen sind sicher auch für ihre Misere verantwortlich. Aber eben "auch" und nicht "allein". Deutschland hat durch die Hartz-Reformen die Wettbewerbsfähigkeit immens gesteigert - zu Lasten der Geringverdiener und zum Wohle der Kapitalgeber. Die Länder Südeuropas, die sich dem Diktat des renditehungrigen Kapitals nicht 100%ig unterordnen wollten, konnten der erdrückenden Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands nichts entgegen setzen. Die Folge waren enorme Importüberschüsse. Gleichzeitig und als Folge davon kam es zu einem Kapitalexport aus Deutschland nach Südeuropa. Oder plastischer formuliert: wir gaben den Griechen Kapital und sie sollten für unsere Zinseinkünfte arbeiten. Nun sind wir am Punkt angelangt, an dem die griechische Bevölkerung die erwarteten Zinsen nicht mehr erarbeiten kann. Wer trägt nun also Verantwortung an diesem Dilemma? Der griechische Arbeiter? Die griechische Regierung? Die Kapitalgeber? Alle?

    ... da "die Griechen" im allgemeinen nichts von den "Rettungsgeldern" haben, sie dafür aber ihre Arbeit verlieren und ihre Renten gekürzt werden, hält sich die Dankbarkeit "der Griechen" verständlicherweise doch sehr in Grenzen.

    Und überhaupt - hat man nicht ein Europa versprochen, in denen es ALLEN besser geht?

    Sowei ich das überblicke, geht es dem Durchschnittsbürger - egal in welchem europäischen Land - heuer schlechter als vor fünf Jahren.

    Überall "blühende Landschaften" ...

    ... dass das griechische Souverän i. d. R. Steuerschlupflöcher kennt - im Gegensatz zu einer kleinen "elitären" Schicht, welche m. E. auch zu Frau Merkels Klientel zählt.

    Wie immer muss es das Volk "ausbaden".

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Polemik. Danke. Die Redaktion/kvk

    Entschuldigen Sie mal, aber das waren die Griechischen POLITIKER, die Eliten des Landes sozusagen, die sich weiterhin die Taschen vollstopfen, während das griechische Volk seine Stromrechnungen nicht mehr zahlen kann und einige sogar ihre Kinder ist Heim geben müssen, weil die politische Elite unfähig ist bzw. sich nur selbst bereichert.

    Mit solchen pauschalen Behauptungen stoßen Sie super die Vorurteile an! Sollte es Ihnen mal mies gehen, aus Nichtselbstverschulden, möchten Sie ja sicher auch nicht hören: "Tja, jeder ist eben für sich selbst verantwortlich".

    Dieses Verhalten ist so kindisch wie unverschämt.

    • sf2000
    • 08.10.2012 um 19:32 Uhr

    ... wenn ich jemandem Geld gebe, damit er seine Zinsen bei einer Bank bezahlt, die ich sonst stattdessen erneut retten darf, und ihm dafür den Lohn kürze, die Renten kürze und die Steuern erhöhe, und das mit dem Ergebnis, dass er danach noch weniger seine Zinsen selbst bezahlen kann.... ich weiß nicht, ob ich da wirklich Dankbarkeit erwarten würde. Ich würde mich vielleicht eher fragen, ob ich das nicht irgendwie besser hinkriege, gerade weil es ja mein Geld ist, von dem ich eh nie wieder was sehen werde.

    weiss, was die griechen so denken und machen und gemacht haben sollen, besonders jeder einzelne grieche, und die mehrheit der griechen ganz besonders

    • Chali
    • 07.10.2012 um 18:17 Uhr

    Der Grieche, von dem sie da reden, hat sich gewiss an unserer Zukunft vergriffen und damit eine schreckliche Sünde begangen. Aber: Wur sind das christliche Abebdland!

    Keine Sünde ist so graoss, als dass wit sie nicht vergeben könnten!

    Und vergib uns unsere Schuld,
    wie wir vergeben unseren Schuldigern.
    Und führe uns nicht in Versuchung,
    sondern erlöse uns von dem Übel.

    • THAROS
    • 07.10.2012 um 18:25 Uhr

    Sehr geehrter "armer Steuerzahler"... in Griechenland waren Rumänischen Firmen nicht existent, sonder DEUTSCHE, Amerikanische, Französiche etc!!! Seit über 10 Jahren!!! Haben diese die EU Löhne bezahlt, under der EU Vorschriften gehandelt?? Wurden die "falsche Statistiken" nicht von der EU finaziert?? Was war den KEK? Sicher kriegen sie diese Informationen über diese EU Idee zum Projekt zu "Minimierung der Zahl der Arbeitslosen"!! Was war mit den Millionen die für die Deutsche U-Boote fliessen, "Siemens" etc!! Wenn sie sich schon als "armer Steuerzahler" sehen, dann wenden sie sich an ihre Regierung!

    Bitte bemühen Sie sich um differenzierte Kritik. Danke, die Redaktion/fk.

    Nun ja, die Griechen sind sicher auch für ihre Misere verantwortlich. Aber eben "auch" und nicht "allein". Deutschland hat durch die Hartz-Reformen die Wettbewerbsfähigkeit immens gesteigert - zu Lasten der Geringverdiener und zum Wohle der Kapitalgeber. Die Länder Südeuropas, die sich dem Diktat des renditehungrigen Kapitals nicht 100%ig unterordnen wollten, konnten der erdrückenden Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands nichts entgegen setzen. Die Folge waren enorme Importüberschüsse. Gleichzeitig und als Folge davon kam es zu einem Kapitalexport aus Deutschland nach Südeuropa. Oder plastischer formuliert: wir gaben den Griechen Kapital und sie sollten für unsere Zinseinkünfte arbeiten. Nun sind wir am Punkt angelangt, an dem die griechische Bevölkerung die erwarteten Zinsen nicht mehr erarbeiten kann. Wer trägt nun also Verantwortung an diesem Dilemma? Der griechische Arbeiter? Die griechische Regierung? Die Kapitalgeber? Alle?

    ... da "die Griechen" im allgemeinen nichts von den "Rettungsgeldern" haben, sie dafür aber ihre Arbeit verlieren und ihre Renten gekürzt werden, hält sich die Dankbarkeit "der Griechen" verständlicherweise doch sehr in Grenzen.

    Und überhaupt - hat man nicht ein Europa versprochen, in denen es ALLEN besser geht?

    Sowei ich das überblicke, geht es dem Durchschnittsbürger - egal in welchem europäischen Land - heuer schlechter als vor fünf Jahren.

    Überall "blühende Landschaften" ...

    ... dass das griechische Souverän i. d. R. Steuerschlupflöcher kennt - im Gegensatz zu einer kleinen "elitären" Schicht, welche m. E. auch zu Frau Merkels Klientel zählt.

    Wie immer muss es das Volk "ausbaden".

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Polemik. Danke. Die Redaktion/kvk

    Entschuldigen Sie mal, aber das waren die Griechischen POLITIKER, die Eliten des Landes sozusagen, die sich weiterhin die Taschen vollstopfen, während das griechische Volk seine Stromrechnungen nicht mehr zahlen kann und einige sogar ihre Kinder ist Heim geben müssen, weil die politische Elite unfähig ist bzw. sich nur selbst bereichert.

    Mit solchen pauschalen Behauptungen stoßen Sie super die Vorurteile an! Sollte es Ihnen mal mies gehen, aus Nichtselbstverschulden, möchten Sie ja sicher auch nicht hören: "Tja, jeder ist eben für sich selbst verantwortlich".

    Dieses Verhalten ist so kindisch wie unverschämt.

    • sf2000
    • 08.10.2012 um 19:32 Uhr

    ... wenn ich jemandem Geld gebe, damit er seine Zinsen bei einer Bank bezahlt, die ich sonst stattdessen erneut retten darf, und ihm dafür den Lohn kürze, die Renten kürze und die Steuern erhöhe, und das mit dem Ergebnis, dass er danach noch weniger seine Zinsen selbst bezahlen kann.... ich weiß nicht, ob ich da wirklich Dankbarkeit erwarten würde. Ich würde mich vielleicht eher fragen, ob ich das nicht irgendwie besser hinkriege, gerade weil es ja mein Geld ist, von dem ich eh nie wieder was sehen werde.

    weiss, was die griechen so denken und machen und gemacht haben sollen, besonders jeder einzelne grieche, und die mehrheit der griechen ganz besonders

  3. 25 Leser-Empfehlungen
    • TDU
    • 07.10.2012 um 18:06 Uhr

    "Auch Politiker von SPD und Grünen forderten, Merkel müsse aus dem Besuch einen Akt der Solidarität machen. Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin forderte Merkel auf, den Griechen deutlich zu machen, "dass sie auf dem harten vor ihnen liegenden Weg auf die europäische Solidarität zählen können"."

    Genau: Ihr darbt und wir sind solidarsich. So einfach ist es nicht. Hier gehts nicht um steuerliche Belastungen für eine bessere Welt, die die Grünen so gut verkaufen können.

    Merkel soll ihre Worte ja gut abwägen. Der Aussenminister sollte was sagen und ihre Partei- und Regierungsfreunde sollten schweigen, statt durch unbedachte und unqualifizierte Äusserungen noch mehr Öl ins Feuer zu giessen.

    2 Leser-Empfehlungen
  4. Ich sehe die Phänome rd. um den geplanten Besuch der dt. Kanzlerin als Ausdruck einer Stimmung der Bevölkerung, die sich fragt: "Wo ist das ganze Geld eigentlich hingeflossen?" Ja, es gibt auch in Griechenland Mißbrauch von Sozialleistungen, und ja, es gibt sicher auch Selbstversorgungs-Posten (... fassen wir uns dabei bitte auch an unsere Nasen!) - richtig ist sicher auch, dass sich goße Teile der Bevökerung sagen werden: "Wo ist denn das ganze Geld geblieben - bei uns nämlich nicht! Und wir dürfen nun die Zeche zahlen: Mit reduzierten Löhnen/Renten, steigenden Preisen, etc.!" Solange Wirtschaftssyteme mehr oder weniger darauf beruhen, dass es einer vergleichweise überschaubaren Schar Weniger materiell gut geht, und einer Masse schlecht, wird sich Unmut darüber nicht wegverordnen lassen. Solange nicht die Einsicht greift, dass es auf lange Sicht nur ein Miteinander gibt - in Erkenntnis einer Welt begrenztem Raums und begrenzter Ressourcen - und dass der klassische Weg des Gegeneinander derer, die "oben" sind gegen die, die "unten" sind - immer mit dem Heilsversprechen "Wenn du dich ordentlich anstrengst, kannst du auch ein bisschen "hier oben" mitspielen, wird das nichts! Stellen wir uns nur vor, die "da unten" würden auf einmal alle die Ärmel aufkrempeln, und die Maximen der "Heilsversprecher" in die Tat umsetzen - woher soll der ganze Sprit kommen, den diese 6 Mill. KFZ dann verbrauchen (um nur ein Beispiel zu nennen, der die absurde Logik als Illusion entlarvt).

    18 Leser-Empfehlungen
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    Ich war gerade 2 Monate in GR unterwegs. Aus meiner Sicht hat sich in dem Land seit meinem letzten Besuch vor 7 Jahren kaum etwas verändert, nicht zum Guten und auch nicht zum Schlechten. Halbfertige Gebäude und Leerstände gab es dort immer schon. Interessant war zu erfahren wie bisher mit - überwiegend fragwürdigen - EU-Projekten umgegangen wurde: die eine Hälfte des jeweiligen Budgets wurde verbaut, die andere Hälfte teilten sich der Architekt/Planer, der Bürgermeister und ein Funktionär. Zu befürchten ist, dass sich an dieser Praxis auch in Zukunft wenig ändern wird. Also schade um jeden Evro der nach GR fließt.
    Interessant auch folgendes Detail: griechische Fischer bekamen bis dato 120.000,- Evros wenn sie ihre Fanglizenz zurückgegeben und ihr Boot verschrottet haben. Das Ergebnis sind zahlreiche "EU-Häfen" in denen nur ein Bruchteil der Liegeplätze belegt ist. Ist der Wahnsinn noch zu toppen?

    Ich war gerade 2 Monate in GR unterwegs. Aus meiner Sicht hat sich in dem Land seit meinem letzten Besuch vor 7 Jahren kaum etwas verändert, nicht zum Guten und auch nicht zum Schlechten. Halbfertige Gebäude und Leerstände gab es dort immer schon. Interessant war zu erfahren wie bisher mit - überwiegend fragwürdigen - EU-Projekten umgegangen wurde: die eine Hälfte des jeweiligen Budgets wurde verbaut, die andere Hälfte teilten sich der Architekt/Planer, der Bürgermeister und ein Funktionär. Zu befürchten ist, dass sich an dieser Praxis auch in Zukunft wenig ändern wird. Also schade um jeden Evro der nach GR fließt.
    Interessant auch folgendes Detail: griechische Fischer bekamen bis dato 120.000,- Evros wenn sie ihre Fanglizenz zurückgegeben und ihr Boot verschrottet haben. Das Ergebnis sind zahlreiche "EU-Häfen" in denen nur ein Bruchteil der Liegeplätze belegt ist. Ist der Wahnsinn noch zu toppen?

  5. Gilt auch in Deutschland. Was immer sie tut, es wird ihr gut ausgelegt werden, es wird ihr schlecht ausgelegt werden. Eine Sache des Standpunktes und den eigenen wechselt unsere Kanzlerin umfrage- und stimmungsabhängig. Schlechte Voraussetzungen für jeden, der keine Jubelbrigaden abkommandiert. Deshalb: Siehe Überschrift.

    Kai Hamann

    Eine Leser-Empfehlung
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    Es hat also nichts mit Donuts oder ähnlichem zu tun, die man mitbringt.
    Und welches soll dann der Inhalt des Trojanischen Pferdes sein, den Frau Merkel wider Willen einschleust und der die Trojaner besiegen wird? Wieso soll sie Griechenland überhaupt einnehmen wollen?
    im Übrigen: Auch den Danaern war Unrecht widerfahren, bevor sie Troja eingenommen haben. Da hatte doch glatt einer von ihnen eine verheiratete Frau entführt! Und die war auch noch Gattin eines Königs!

    ... werden Hinterzimmer-Hilfszusagen für weitergehende Sparbeschlüsse sein. Damit schadet man aber nur dem "greifbaren" Volk, die eigentlichen Problemverursacher wurden und werden nicht belangt. Schlimmer noch profitieren viele von ihnen als Anleger sogar von der Überschuldung Griechenlands.

    Kai Hamann

    Es hat also nichts mit Donuts oder ähnlichem zu tun, die man mitbringt.
    Und welches soll dann der Inhalt des Trojanischen Pferdes sein, den Frau Merkel wider Willen einschleust und der die Trojaner besiegen wird? Wieso soll sie Griechenland überhaupt einnehmen wollen?
    im Übrigen: Auch den Danaern war Unrecht widerfahren, bevor sie Troja eingenommen haben. Da hatte doch glatt einer von ihnen eine verheiratete Frau entführt! Und die war auch noch Gattin eines Königs!

    ... werden Hinterzimmer-Hilfszusagen für weitergehende Sparbeschlüsse sein. Damit schadet man aber nur dem "greifbaren" Volk, die eigentlichen Problemverursacher wurden und werden nicht belangt. Schlimmer noch profitieren viele von ihnen als Anleger sogar von der Überschuldung Griechenlands.

    Kai Hamann

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