Grenzkonflikt Nato verschärft den Ton gegen Syrien

Die Nato hat lange gezögert. Nun ergreift sie deutlich Partei für ihre Verbündete Türkei und warnt Assad vor einer Verschärfung des Grenzkonflikts.

Türkische Soldaten am Grenzübergang Akcakale

Türkische Soldaten am Grenzübergang Akcakale

Die Nato hat die syrische Führung nach Angriffen ihrer Truppen auf türkischem Grenzgebiet erstmals deutlich vor einer Eskalation gewarnt. "Natürlich kann die Türkei auf die Solidarität der Nato vertrauen. Wir haben alle Pläne, um die Türkei nötigenfalls zu beschützen und zu verteidigen", sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen vor einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister. Er sagte jedoch: "Wir hoffen, dass alle Seiten Zurückhaltung zeigen und eine Eskalation der Krise vermeiden."

Die Nato bereitet sich nach eigenen Angaben auf eine weitere Eskalation in dem Grenzkonflikt vor. In der Nacht hatte die türkische Armeeführung mindestens 25 Kampfjets vom Typ F-16 auf die Luftwaffenbasis Diyarbakir verlegt, berichtete die Nachrichtenagentur Dogan.

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Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière forderte beide Seiten zur Zurückhaltung auf. "Wir halten für richtig, dass die Türkei entschlossen und besonnen reagiert hat und reagieren wird. Und alle sollten daran arbeiten, dass es dabei bleibt." Die türkische Armee hatte in den vergangenen Tagen mehrfach das Feuer erwidert, nachdem syrische Granaten auf türkischem Gebiet eingeschlagen waren. Dabei setzte das Militär bislang ausschließlich Artillerie ein und verzichtete damit auf den Einsatz von Bodentruppen oder seiner Luftwaffe.

Ban fordert einseitig Waffenruhe von Assad-Regime

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte das Regime von Präsident Baschar al-Assad auf, einseitig eine Waffenruhe auszurufen. Die Situation sei inakzeptabel. Die Regierungstruppen sollten sofort alle Kampfhandlungen einstellen. Sobald dies geschehen sei, müsse die Waffenruhe auch von der Opposition akzeptiert werden. Ban forderte zudem, dass Drittstaaten keine weiteren Waffen mehr an die Konfliktparteien liefern sollten.

Zahlreiche Tote bei Granatenangriff in Syrien

In Syrien gehen die Kämpfe unvermindert weiter. Bei einem Granatenangriff der Regierungstruppen auf den Ort Al-Atarib in der Nähe der türkischen Grenze sind zahlreiche Menschen getötet und verletzt worden, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Eine Mörsergranate sei dort in einem Wohnviertel detoniert. 

In einem belebten Viertel der Hauptstadt Damaskus detonierte ein Sprengsatz. Nach Angaben von Augenzeugen galt der Anschlag in der Nähe des Abbassiden-Platzes einem Fahrzeug der Sicherheitskräfte. Nach Angaben der Opposition wurde die Zentrale des Luftwaffengeheimdienstes getroffen. Es seien mehrere Dutzend Menschen getötet worden. Staatliche syrische Stellen berichteten lediglich von einer heftigen Detonation und der weiträumigen Sperrung des Gebietes.

Informationen aus Syrien sind derzeit von unabhängiger Stelle nicht überprüfbar.
 

 
Leser-Kommentare
  1. Moin,

    nur kurz, es heisst im Artikel:
    "Die Nato hat die syrische Führung nach Angriffen ihrer Truppen auf türkischem Grenzgebiet"
    und:
    Informationen aus Syrien sind derzeit von unabhängiger Stelle nicht überprüfbar.
    Die Nato warnt also vor "weiteren" Angriffen und verlegt Militär, ohne sicher sein zu können, ob die Angriffe überhaupt jemals von syrischen Truppen kamen?
    Es ist ja nun nicht so, dass die Auständischen kein Interesse hätten, die NATO in den Konflikt zu ziehen.

    CU

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    Offensichtlich sucht die Türkei anscheinend krampfhaft nach einen Grund gegen Syrien loszuschlagen,sie haben die Beute schon voll im Visier.Die Nato sollte den Natopartner Türkei -an die Kette legen-,denn daß sie die Stunde der Gunst ausnutzen wollen ,ist nur allzu deutlich an ihren scheinheiligen Beteuerungen zu sehen. Zwischenfälle an ihrer Grenze kann jede Gruppe ,auch sie selber inzenieren.Warum hinterfragt keiner ,der für Frieden ist,warum die türkische Regierung Waffen und Menschennachschub über ihre Grenzen nicht stoppt ?Wer glaubt denn ernsthaft, daß der Diktator Assad eine Konfrontation mit der Türkei sucht,wohlwissend daß es für die Nato die Gelegenheit wäre ,-mit offenen Visier- das Regime Assad zu beseitigen.

    • scoty
    • 09.10.2012 um 22:21 Uhr

    Erdogan macht das schon richtig und wenn er will kann er innerhalb von einigen Stunden die syrische Armee in die Knie zwingen.

    Offensichtlich sucht die Türkei anscheinend krampfhaft nach einen Grund gegen Syrien loszuschlagen,sie haben die Beute schon voll im Visier.Die Nato sollte den Natopartner Türkei -an die Kette legen-,denn daß sie die Stunde der Gunst ausnutzen wollen ,ist nur allzu deutlich an ihren scheinheiligen Beteuerungen zu sehen. Zwischenfälle an ihrer Grenze kann jede Gruppe ,auch sie selber inzenieren.Warum hinterfragt keiner ,der für Frieden ist,warum die türkische Regierung Waffen und Menschennachschub über ihre Grenzen nicht stoppt ?Wer glaubt denn ernsthaft, daß der Diktator Assad eine Konfrontation mit der Türkei sucht,wohlwissend daß es für die Nato die Gelegenheit wäre ,-mit offenen Visier- das Regime Assad zu beseitigen.

    • scoty
    • 09.10.2012 um 22:21 Uhr

    Erdogan macht das schon richtig und wenn er will kann er innerhalb von einigen Stunden die syrische Armee in die Knie zwingen.

    • keibe
    • 09.10.2012 um 18:45 Uhr

    verschärfte Ton irgendwie mit

    "Der Herausforderer Romney nimmt zunehmend die als zu zögerlich kritisierte Außenpolitik Obamas ins Visier. In einer außenpolitischen Grundsatzrede forderte Romney mehr Druck auf den Iran und bekräftigte den globalen Führungsanspruch der USA. «Das 21. Jahrhundert kann und muss ein amerikanisches Jahrhundert sein», sagte Romney. Der in der Außenpolitik bislang wenig erfahrene Republikaner sprach sich energisch gegen Einsparungen im US-Militärhaushalt aus. Präsident Obama habe in der Außenpolitik versagt. Die als liberal geltende «Washington Post» bescheinigte dem Herausforderer, seine Kritik an Obamas Reaktion auf den Arabischen Frühling sei «stimmig und kraftvoll».

    Romney warb auch für eine stärkere Bewaffnung syrischer Rebellen. Die USA müssten gemeinsam mit ihren Partnern sicherstellen, dass die demokratische Opposition notwendige Waffen erhalte, um gegen die militärische Übermacht von Machthaber Baschar al-Assad vorzugehen, ..."

    http://newsticker.sueddeu...

    in Verbindung steht?

    Aber wahrscheinlich ist das nur von mir etwas zu simpel gedacht.

    8 Leser-Empfehlungen
  2. der von syrischem Gebiet Mörsergranaten in die Türkei feuert ist ein NATO-Modell und wurde von Ankara als Geschenk an die syrischen Rebellen übergeben. Die Rebellen bestätigen den Beschuss der Türkei mit diesem Grantwerfer. Erdogan fliegt sechs Tage lang Einsätze gegen Kurden in Syrien und die Nato verschäft den Ton gegen Assad. Ban fordert einseitige Waffenruhe von Assad.

    Wer die Logik aushebelt braucht keine Massenvernichtngswaffen, mobile Labors, Viagra-LKWs und eine halbe millionen verendete Säuglinge um einen Krieg vom zaun zu brechen. Mit der Türkei als NATO-Scherge stehen einem alle Möglichkeiten offen - die logischen und die völlig abstrusen.

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    Schießen die echt immer mit demselben Mörser? ...

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/kvk

    Schießen die echt immer mit demselben Mörser? ...

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/kvk

  3. ...dass eine deutliche Antwort auf die syrischen Provokationen gegeben wurde, und man sich gemeinsam ein robustes weiteres Vorgehen ausdrücklich vorbehält.

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    Vorgehen gegen Israel ist hier, robust oder wie auch immer, nicht das Thema, denken Sie nicht auch?

    Vorgehen gegen Israel ist hier, robust oder wie auch immer, nicht das Thema, denken Sie nicht auch?

    • Kobuk
    • 09.10.2012 um 19:00 Uhr

    Die Nato hat die syrische Führung nach Angriffen ihrer Truppen auf türkischem Grenzgebiet erstmals deutlich vor einer Eskalation gewarnt. "Natürlich kann die Türkei auf die Solidarität der Nato vertrauen. Wir haben alle Pläne, um die Türkei nötigenfalls zu beschützen und zu verteidigen"

    Als ob die syrische Führung noch irgendeinen Einfluss darauf hätte, ob die Lage eskaliert oder nicht. Und als ob die Türkei "beschützt" werden müsste. Vor was denn? Es ist bisher noch nichtmal geklärt worden, ob die Granaten wirklich von syrischen Soldaten abgefeuert wurden. Und die Türkei ballert schon seit Tagen mit schwerer Artillerie syrische Stützpunkte in Grund und Boden.

    Es ist wirklich nur sehr schwer ertragbar, wie hier Fakten und Schuldigleiten verdreht werden. Die Türkei bietet Terrormilizen Unterschlupf, Waffen und Training an. Brutale Attentate mit Bomben werden durchgeführt mit dutzenden zivilen Toten und wir reden weiterhin von Freiheitskampf.

    Syrien hat keinerlei Interesse an einer Eskalation mit der Türkei. Jedem, der nur über einen Funken Verstand verfügt, sollte das eigentlich klar sein. Die Aggression liegt hier ganz eindeutig bei der Türkei. Schon seit 1,5 Jahren.

    Ich muss sagen, ich bin schon professioneller manipuliert worden.

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    Entfernt. Verzichten Sie bitte auf persönliche Anfeindungen. Danke, die Redaktion/ds

    • Kobuk
    • 09.10.2012 um 19:34 Uhr

    Es macht Spass Ihnen zuzuschauen, wie Sie sich Tag für Tag für Herrn Assad ins Zeug legen. Allein, es ist vergeblich. Gegen die geballte Kraft der NATO haben Sie eh keine Chance, und keine Möglichkeit, auch nur das geringste Schräublein im Getriebe zu sein. Ergeben Sie sich in Ihr Schicksal, NICHTS tun zu können und Mittäter von "völkerrechtswidrigen Angriffskriegen" zu werden. Wäre besser für Ihre Gesundheit.

    Danke, dass Sie sich um meine Gesundheit sorgen. Aber keine Sorge, inzwischen sind diese NATO-Angriffskriege zur Normalität geworden. Wo früher Wut war, ist jetzt nurnoch tiefe Abscheu. Dass ich nichts daran ändern kann mag sein, aber "Mittäter" bin ich ganz sicher nicht.

    Denn Mittäter sind hier nur SIE.

    terroristen unterstützer (assad und sein clan) mit der sebstverteidigung eines staates .

    Entfernt. Verzichten Sie bitte auf persönliche Anfeindungen. Danke, die Redaktion/ds

    • Kobuk
    • 09.10.2012 um 19:34 Uhr

    Es macht Spass Ihnen zuzuschauen, wie Sie sich Tag für Tag für Herrn Assad ins Zeug legen. Allein, es ist vergeblich. Gegen die geballte Kraft der NATO haben Sie eh keine Chance, und keine Möglichkeit, auch nur das geringste Schräublein im Getriebe zu sein. Ergeben Sie sich in Ihr Schicksal, NICHTS tun zu können und Mittäter von "völkerrechtswidrigen Angriffskriegen" zu werden. Wäre besser für Ihre Gesundheit.

    Danke, dass Sie sich um meine Gesundheit sorgen. Aber keine Sorge, inzwischen sind diese NATO-Angriffskriege zur Normalität geworden. Wo früher Wut war, ist jetzt nurnoch tiefe Abscheu. Dass ich nichts daran ändern kann mag sein, aber "Mittäter" bin ich ganz sicher nicht.

    Denn Mittäter sind hier nur SIE.

    terroristen unterstützer (assad und sein clan) mit der sebstverteidigung eines staates .

  4. 6. [...]

    Bitte verzichten Sie auf Kommentare, die als hetzerisch verstanden werden können. Danke, die Redaktion/mo.

    Eine Leser-Empfehlung
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    • kitoi
    • 09.10.2012 um 20:29 Uhr

    "Ich kann es gar nicht mehr erwarten, dass die NATO endlich loslegt."

    Gibt es nicht andere Möglichkeiten für Kriegsspiele. Ich kenne da ein paar wunderbare Spielplätze. Die eignen sich bestimmt. Man muss da nicht unbedingt Menschen ermorden!

    • kitoi
    • 09.10.2012 um 20:29 Uhr

    "Ich kann es gar nicht mehr erwarten, dass die NATO endlich loslegt."

    Gibt es nicht andere Möglichkeiten für Kriegsspiele. Ich kenne da ein paar wunderbare Spielplätze. Die eignen sich bestimmt. Man muss da nicht unbedingt Menschen ermorden!

  5. Wie gestern schon im Leserartikel bemerkt, scheinen imperialistische Träume auch von der Türkei auszugehen!

    Ein Angriff kann eigentlich nur über die Türkei erfolgen, die darum ja schon regelrecht fleht. Es wurden Kampfflieger an die Grenze verschoben.

    Es wird wohl bald losgehen.

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  6. Vorgehen gegen Israel ist hier, robust oder wie auch immer, nicht das Thema, denken Sie nicht auch?

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    Antwort auf "Es wurde auch Zeit..."

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