US-Wahlkampf: Obama und Romney kalauern um die Wette
Wer US-Präsident bleiben oder werden möchte, braucht Humor: Obama und Romney haben sich im Wahlkampf im Witze erzählen versucht. Romneys Frau dagegen wurde sehr ernst.
© Charles Dharapak/dapd

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney und der US-Präsident Barack Obama während einer Wohltätigkeitsveranstaltung in New York
US-Präsident Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney können auch anders miteinander umgehen: Zwei Tage nach ihrem erbitterten TV-Duell haben sie es in New York bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung der katholischen Erzdiözese mit Humor versucht, dabei aber trotzdem die Schwächen des jeweils anderen angesprochen.
So spielte Obama auf den Reichtum des Multimillionärs Romney an: "Ich war heute in Midtown New York in ein paar Geschäften einkaufen.... während der Gouverneur ein paar Geschäfte einkaufen war", sagte der Präsident. Auch die außenpolitischen Patzer seines Herausforderers bei dessen Europatrip ließ er nicht aus. Er selbst sei ja vor vier Jahren in Europa wie ein Star empfangen worden, sagte Obama. "Ich bin beeindruckt, wie Gouverneur Romney das vermieden hat."
Obama teilte nicht nur aus, sondern thematisierte auch seine schwache Leistung beim ersten TV-Duell. "Ich habe gelernt, dass dir an deinem Hochzeitstag Schlimmeres passieren kann, als den Kauf eines Geschenkes zu vergessen", sagte Obama. Zu seinem aggressiveren Auftreten beim zweiten Duell sagte er: "Ich war bei der zweiten TV-Debatte so aktiv.…weil ich von dem Nickerchen bei der ersten Debatte gut ausgeruht war."
Auch Romney kann Humor
Doch auch der vermeintlich humorlose Romney ging aus sich heraus. Mit Blick auf die Bill-Clinton-Rede beim Wahlparteitag der Demokraten sagte der Republikaner zu Obama: Jeder Politiker brauche jemanden, auf den er sich voll verlassen und dem er 100 Prozent vertrauen kann. "Ich habe meine wunderschöne Ehefrau Ann, er hat Bill Clinton."
Zum Ende verabschiedete sich Romney mit einem Papst-Witz. Obama treffe Papst Benedikt und sage diesem: "Sehen Sie, Heiliger Vater, was immer Sie für ein Problem haben, sagen sie einfach, es ist die Schuld von Johannes Paul." Romney spielte damit auf Obamas Taktik an, die Probleme seiner Amtszeit allzu häufig als Erbe seines Vorgängers George W. Bush darzustellen.
Im Fall einer Wahlniederlage will Romney die Politik verlassen
Bei dem Abendessen waren unter anderem die ehemaligen Außenminister Henry Kissinger und Cyrus Vance dabei. Es heißt, die Kirche habe rund fünf Millionen Dollar an Spenden gesammelt.
Romneys Frau hatte zuvor eine durchaus ernsthafte Aussage über ihren Mann getroffen: Im Falle einer Niederlage bei der Wahl am 6. November würde Romney seine politische Karriere beenden, sagte sie dem Fernsehsender ABC. "Er wird nicht wieder antreten, noch würde ich es tun."








"Im Falle einer Niederlage bei der Wahl am 6. November würde Romney seine politische Karriere beenden."
Naja, er kann sich den Ruhestand ja leisten. Ernsthaftes Bemühen um das Wohl des Landes stelle ich mir allerdings anders vor. Schmeckt eher nach: Wenn ich's nicht bis ganz nach oben schaffe, dann bin hab' ich keine Lust mehr.
Ron Paul wirkt da auf mich deutlich integrer.
... waren die ehemaligen Außenminister Henry Kissinger und Cyrus Vance dabei"
Soweit ich weiß, ist Vance seit über zehn Jahren tot... Wie hat er das angestellt?
Richtig. Präziser hätte es natürlich heißen sollen: Cyrus Vance Jr. (Sohn des ehemalgen Außenministers und namhafter Jurist in NEw York).
hat da gewisse Möglichkeiten... War ja für einen guten Zweck!
Richtig. Präziser hätte es natürlich heißen sollen: Cyrus Vance Jr. (Sohn des ehemalgen Außenministers und namhafter Jurist in NEw York).
hat da gewisse Möglichkeiten... War ja für einen guten Zweck!
Man mag vieles an der politischen Kultur der USA bemängeln, aber auch das ist America: Die Möglichkeit, dass bei solch einer Veranstaltung trotz Wahlkampf beide Präsidentschaftskandidaten gemeinsam auftreten und öffentlich über sich selbst lachen können.
"Man mag vieles an der politischen Kultur der USA bemängeln, aber auch das ist America: Die Möglichkeit, dass bei solch einer Veranstaltung trotz Wahlkampf beide Präsidentschaftskandidaten gemeinsam auftreten und öffentlich über sich selbst lachen können."
wenn es denn mal ehrlich ist,
ich habe es nicht gesehen, kenne die Tradition nicht,
befürchte aber eher dass hier 'lieb mitgespielt' wird,
jeder Lacher aufgesetzt,
intern nur die Befürchtung, nicht im Wahlkampf schlecht dazustehen,
genauso (lustige) Besuche bei Late Shows usw.,
auf so eine Farce könnte man doch eher verzichten
wenn die Kandidaten zu Kindern eingeladen werden und dort etwas anders sprechen ist das legitim, für Erwachsene zu erkennen,
normale Interviews, Reden usw. sowieso, aber sowas?
Politischer Aschermittwoch in Deutschland genauso komisch für mich,
gibt sogar „Piratigen Aschermittwoch“ wie ich grad sehe, wenn es sein muss..
------
in Satiresendungen im Fernsehen a la heute Show/ Neues aus der Anstalt kann ich dagegen gut Sinn erkennen,
reine politische Aussagen 'Merkel verschwendet Mrd.' will leider kein Mensch hören, Meinung der Opposition ist klar,
Medien sind relativ neutral, selbst in Meinungsseiten zögerlich,
nur in Satire-Verpackung kann man manchen Menschen überhaupt etwas Politik/ Aufklärung vermitteln, deutlich kommentieren, die ehrlichsten Aussagen, interessantes Phänomen
Es gehört nicht viel dazu, ein bisschen harmlose Witze zu machen und über sich selbst zu lachen.
Was passiert, wenn die Witze sarkastischer werden, dokumentiert das Gesicht G.W. Bushs während des White House Correspondents' Dinner 2006, als der geniale Stephen Colbert auftrat und einen in Witz und schwarzen Humor verpackten Shitstorm der absolut ersten Güteklasse über den Präsidenten losließ: http://video.google.com/v...
"Man mag vieles an der politischen Kultur der USA bemängeln, aber auch das ist America: Die Möglichkeit, dass bei solch einer Veranstaltung trotz Wahlkampf beide Präsidentschaftskandidaten gemeinsam auftreten und öffentlich über sich selbst lachen können."
wenn es denn mal ehrlich ist,
ich habe es nicht gesehen, kenne die Tradition nicht,
befürchte aber eher dass hier 'lieb mitgespielt' wird,
jeder Lacher aufgesetzt,
intern nur die Befürchtung, nicht im Wahlkampf schlecht dazustehen,
genauso (lustige) Besuche bei Late Shows usw.,
auf so eine Farce könnte man doch eher verzichten
wenn die Kandidaten zu Kindern eingeladen werden und dort etwas anders sprechen ist das legitim, für Erwachsene zu erkennen,
normale Interviews, Reden usw. sowieso, aber sowas?
Politischer Aschermittwoch in Deutschland genauso komisch für mich,
gibt sogar „Piratigen Aschermittwoch“ wie ich grad sehe, wenn es sein muss..
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in Satiresendungen im Fernsehen a la heute Show/ Neues aus der Anstalt kann ich dagegen gut Sinn erkennen,
reine politische Aussagen 'Merkel verschwendet Mrd.' will leider kein Mensch hören, Meinung der Opposition ist klar,
Medien sind relativ neutral, selbst in Meinungsseiten zögerlich,
nur in Satire-Verpackung kann man manchen Menschen überhaupt etwas Politik/ Aufklärung vermitteln, deutlich kommentieren, die ehrlichsten Aussagen, interessantes Phänomen
Es gehört nicht viel dazu, ein bisschen harmlose Witze zu machen und über sich selbst zu lachen.
Was passiert, wenn die Witze sarkastischer werden, dokumentiert das Gesicht G.W. Bushs während des White House Correspondents' Dinner 2006, als der geniale Stephen Colbert auftrat und einen in Witz und schwarzen Humor verpackten Shitstorm der absolut ersten Güteklasse über den Präsidenten losließ: http://video.google.com/v...
Richtig. Präziser hätte es natürlich heißen sollen: Cyrus Vance Jr. (Sohn des ehemalgen Außenministers und namhafter Jurist in NEw York).
"Man mag vieles an der politischen Kultur der USA bemängeln, aber auch das ist America: Die Möglichkeit, dass bei solch einer Veranstaltung trotz Wahlkampf beide Präsidentschaftskandidaten gemeinsam auftreten und öffentlich über sich selbst lachen können."
wenn es denn mal ehrlich ist,
ich habe es nicht gesehen, kenne die Tradition nicht,
befürchte aber eher dass hier 'lieb mitgespielt' wird,
jeder Lacher aufgesetzt,
intern nur die Befürchtung, nicht im Wahlkampf schlecht dazustehen,
genauso (lustige) Besuche bei Late Shows usw.,
auf so eine Farce könnte man doch eher verzichten
wenn die Kandidaten zu Kindern eingeladen werden und dort etwas anders sprechen ist das legitim, für Erwachsene zu erkennen,
normale Interviews, Reden usw. sowieso, aber sowas?
Politischer Aschermittwoch in Deutschland genauso komisch für mich,
gibt sogar „Piratigen Aschermittwoch“ wie ich grad sehe, wenn es sein muss..
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in Satiresendungen im Fernsehen a la heute Show/ Neues aus der Anstalt kann ich dagegen gut Sinn erkennen,
reine politische Aussagen 'Merkel verschwendet Mrd.' will leider kein Mensch hören, Meinung der Opposition ist klar,
Medien sind relativ neutral, selbst in Meinungsseiten zögerlich,
nur in Satire-Verpackung kann man manchen Menschen überhaupt etwas Politik/ Aufklärung vermitteln, deutlich kommentieren, die ehrlichsten Aussagen, interessantes Phänomen
"in Satiresendungen im Fernsehen a la heute Show/ Neues aus der Anstalt kann ich dagegen gut Sinn erkennen,"
Nur, dass die "heute Show" eine Kopie der "The Daily Show" ist und das eher mittelmäßig. Ich glaube, in Sachen Humor haben uns die Amerikaner einiges voraus. Dort gehört es zum guten Ton, sich auch mal selbst durch den Kakao zu ziehen oder ziehen zu lassen und da eignen sich solche Termine und auch Auftritte in Late Night Shows. Solche Termine werden in den USA gerne wahrgenommen, statt lieb mitgespielt.
Ich würde mir wünschen, deutsche Politiker wären diesbezüglich offener, statt sich nur einmal im Jahr beim Nockherberg blicken zu lassen. Das hat für mich mehr mit Aufgesetztheit zu tun, als das in den USA der Fall ist.
"in Satiresendungen im Fernsehen a la heute Show/ Neues aus der Anstalt kann ich dagegen gut Sinn erkennen,"
Nur, dass die "heute Show" eine Kopie der "The Daily Show" ist und das eher mittelmäßig. Ich glaube, in Sachen Humor haben uns die Amerikaner einiges voraus. Dort gehört es zum guten Ton, sich auch mal selbst durch den Kakao zu ziehen oder ziehen zu lassen und da eignen sich solche Termine und auch Auftritte in Late Night Shows. Solche Termine werden in den USA gerne wahrgenommen, statt lieb mitgespielt.
Ich würde mir wünschen, deutsche Politiker wären diesbezüglich offener, statt sich nur einmal im Jahr beim Nockherberg blicken zu lassen. Das hat für mich mehr mit Aufgesetztheit zu tun, als das in den USA der Fall ist.
Es gehört nicht viel dazu, ein bisschen harmlose Witze zu machen und über sich selbst zu lachen.
Was passiert, wenn die Witze sarkastischer werden, dokumentiert das Gesicht G.W. Bushs während des White House Correspondents' Dinner 2006, als der geniale Stephen Colbert auftrat und einen in Witz und schwarzen Humor verpackten Shitstorm der absolut ersten Güteklasse über den Präsidenten losließ: http://video.google.com/v...
"in Satiresendungen im Fernsehen a la heute Show/ Neues aus der Anstalt kann ich dagegen gut Sinn erkennen,"
Nur, dass die "heute Show" eine Kopie der "The Daily Show" ist und das eher mittelmäßig. Ich glaube, in Sachen Humor haben uns die Amerikaner einiges voraus. Dort gehört es zum guten Ton, sich auch mal selbst durch den Kakao zu ziehen oder ziehen zu lassen und da eignen sich solche Termine und auch Auftritte in Late Night Shows. Solche Termine werden in den USA gerne wahrgenommen, statt lieb mitgespielt.
Ich würde mir wünschen, deutsche Politiker wären diesbezüglich offener, statt sich nur einmal im Jahr beim Nockherberg blicken zu lassen. Das hat für mich mehr mit Aufgesetztheit zu tun, als das in den USA der Fall ist.
Manchmal gewinnt man den Eindruck, die deutschen Medien glauben, sie könnten Einfluss auf die US-Präsidentenwahl nehmen.
Momentan führt Romney, trotz des angeblichen „Sieges“ von Obama in der zweiten Fernsehdebatte. http://www.realclearpolit...
... na dann koennen wir ja nur hoffen , sollte die Statistik stimmen, dass sie vor der Wahl noch aufwachen und nicht versehentlich wirklich noch Romney waehlen .
... na dann koennen wir ja nur hoffen , sollte die Statistik stimmen, dass sie vor der Wahl noch aufwachen und nicht versehentlich wirklich noch Romney waehlen .
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