US-WahlkampfObama entscheidet letzte TV-Debatte für sich

Erleichterung bei den Demokraten: Der US-Präsident wirkte im letzten TV-Duell deutlich überzeugender als Herausforderer Romney. Eine erste Umfrage bestätigt den Eindruck. von afp, dpa, reuters und dapd

Der Republikaner Romney (l.) und Amtsinhaber Obama

Der Republikaner Romney (l.) und Amtsinhaber Obama  |  © Jewel Samad/ AFP/ Getty

Zwei Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl haben Amtsinhaber Barack Obama und Herausforderer Mitt Romney bei der letzten TV-Debatte um noch unentschlossene Wähler geworben. Beim Thema Außenpolitik stritten die Kontrahenten am Montagabend unter anderem über die richtige Strategie im Verhältnis zum Iran , zu China und zur arabischen Welt.

Dabei machte offenbar der Präsident eine bessere Figur – das legt auch eine erste Umfrage nach der Debatte nahe: In einer nicht repräsentativen Umfrage von CNN /ORC sagten 48 Prozent der befragten Wähler, Obama habe die TV-Debatte gewonnen. 40 Prozent sahen Mitt Romney vorn . Damit hat Obama seinen miserablen Auftritt bei der ersten Fernsehdebatte Anfang Oktober wettgemacht.

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In der Debatte bekannten sich beide Kandidaten zum weltweiten Führungsanspruch der USA . " Amerika muss stark sein. Amerika muss führen", sagte Romney. Ganz ähnlich Obama, der aber zugleich seine eigenen Erfolge unterstrich. "Die Welt braucht ein starkes Amerika." Die USA seien jetzt stärker als vor vier Jahren. Zudem habe er nach der Ära seines Vorgängers George W. Bush die Beziehungen zu vielen Staaten und Verbündeten verbessert, sagte Obama. Dazu zähle auch Europa .

Obama warf seinem Herausforderer fehlenden außenpolitischen Instinkt vor. "Jedes Mal, wenn Sie eine Meinung geäußert haben, lagen Sie falsch", sagte er. Der Präsident kritisierte, dass Romney den Einmarsch in den Irak unter seinem Vorgänger George W. Bush unterstützt habe. Der Republikaner habe zudem Russland im Wahlkampf als größten geopolitischen Feind der USA bezeichnet. "Der Kalte Krieg ist seit 20 Jahren vorbei", hielt Obama seinem Herausforderer vor.

Der konterte, er werde in den Beziehungen mit Moskau "keine rosarote Brille" aufsetzen. Der russische Präsident Wladimir Putin müsse sich im Falle seiner Wahl auf "mehr Rückgrat" einstellen, sagte Romney. Damit spielte er auf einen durch eine Mikrofonpanne mitgehörten Wortwechsel zwischen Obama und Putins Vorgänger Dmitri Medwedew aus dem Frühjahr an. Damals hatte der US-Präsident gesagt, im Streit um das geplante US-Raketenabwehrsystem in Osteuropa nach der Wahl "mehr Flexibilität" zu haben.

Leserkommentare
  1. 1. Optik

    Der Text wird zerrissen durch einen riesigen Kasten.... unschön.

  2. Mich würde ja mal interessieren wie Romney den Chinesen seine "Regeln" in der Wirtschaft vorschreiben möchte. Wenn Die Chinesen von den Amerikanern die Schulden zurückverlangt sind die Amis doch von heute auf morgen pleite. Auch wenn er es nicht wahrhaben möchte, Amerika und China sind längst gegenseitig aufeinander angewiesen.

  3. Die US-Rüstungsindustrie braucht Kriege, um sich und die riesigen nationalen Ausgaben zu legitimieren. Romney würde diese Kriege führen, um die USA zur globalen Besatzungsmacht zu machen.
    Wie Obama um diese US-Kriegsnotwendigkeit herumkommen will, bleibt zur Zeit noch sein Geheimnis. Der militärisch-industrielle Komplex in den USA, vor dem schon Eisenhower 1959 gewarnt hat, ist heute, zusammen mit den Finanzbetrügern der Wallstreet, die beherrschende Macht in den USA.

  4. Ich glaube nicht, dass die Amerikaner viel anders ticken als die Europäer. Es ist eher so, dass man in Europa über Mitt Romney weniger weiss und Obama als eine Symbolfigur angesehen wird.

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    • FLH80
    • 23. Oktober 2012 9:47 Uhr

    Ich habe sehr wohl und sehr oft den Eindruck, dass die Amerikaner (aus welchen Gründen auch immer) deutlich anders "ticken" als die Deutschen und Europäer.
    Und zwar angefangen von der Rechtstradition bis hin zur tatsächlichen Lageeinschätzung und dem Rollenverständnis in der Welt...
    Nur ein lesenswerte Beispiele aus der Feder der SWP:
    http://www.swp-berlin.org...
    http://www.swp-berlin.org...
    http://www.swp-berlin.org...

    • FLH80
    • 23. Oktober 2012 9:47 Uhr
    5. Doch!

    Ich habe sehr wohl und sehr oft den Eindruck, dass die Amerikaner (aus welchen Gründen auch immer) deutlich anders "ticken" als die Deutschen und Europäer.
    Und zwar angefangen von der Rechtstradition bis hin zur tatsächlichen Lageeinschätzung und dem Rollenverständnis in der Welt...
    Nur ein lesenswerte Beispiele aus der Feder der SWP:
    http://www.swp-berlin.org...
    http://www.swp-berlin.org...
    http://www.swp-berlin.org...

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Informationen"
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    Klar, USA ist eine ganz andere Nummer als EU.
    Aber zurück zu Mitt Romney, bin ich immer noch der Meinung, dass man ihn in EU mehr schätzen würde, hätte man über Mitt Romney mehr Informationen gehabt und hätte man die Hintergründe auch richtig verstanden.

  5. Klar, USA ist eine ganz andere Nummer als EU.
    Aber zurück zu Mitt Romney, bin ich immer noch der Meinung, dass man ihn in EU mehr schätzen würde, hätte man über Mitt Romney mehr Informationen gehabt und hätte man die Hintergründe auch richtig verstanden.

    Antwort auf "Doch!"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, dapd, Reuters, kg
  • Schlagworte Barack Obama | Mitt Romney | Wladimir Putin | CNN | Dmitri Medwedew | Wirtschaftspolitik
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