Wahlkampf-Debatten Mitt Romneys letzte Chance
US-Präsident Obama und sein Herausforderer treffen erstmals in einer TV-Debatte aufeinander. Romney muss aggressiv agieren, um seinen Rückstand aufzuholen.
© Brian Snyder/Reuters

Mitt Romney auf einer Wahlkampfveranstaltung in Westerville, Ohio (Archivbild)
In den USA hat fünf Wochen vor der Präsidentenwahl die entscheidende Phase des Wahlkampfs begonnen. In einigen Staaten können die Bürger bereits vorzeitig ihre Stimme abgeben – und am Mittwoch (Nacht zum Donnerstag nach MESZ) treffen Präsident Barack Obama und sein Herausforderer, der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney, erstmals in einer Fernseh-Wahlkampfdebatte aufeinander. Es wird damit gerechnet, dass bis zu 60 Millionen Zuschauer das Rededuell verfolgen, das auch von mehreren Internetseiten und Apps live gezeigt wird. Zwei weitere TV-Debatten sollen folgen.
Für Romney sind die Diskussionen vielleicht die letzte Chance, seinen Rückstand in den Umfragen aufzuholen. Kommentatoren rechnen darum damit, dass er in dem am Mittwoch anstehenden eineinhalbstündigen Schlagabtausch ganz auf Angriff setzt.
Beide Kandidaten haben sich intensiv auf das TV-Duell in Denver vorbereitet. Obama zog sich für drei Tage in die Wüste von Nevada zurück, wo ihm in einem Hotel ein Nachbau der Fernsehbühne zur Verfügung stand. Romney soll mit seinen Beratern an seiner Körpersprache gearbeitet haben, um auf den Bildschirmen sympathisch und durchsetzungsstark zu wirken. Beide Kandidaten wissen, dass sie durch den Auftritt wichtige Wähler auf ihre Seite bringen können und Fehler vermeiden müssen, die wieder und wieder im Fernsehen gezeigt werden könnten.
Romney wirbt um Latinos
Die TV-Debatte wird voraussichtlich im Zeichen der Innen- und Wirtschaftspolitik stehen. Es gilt als sicher, dass Romney versuchen wird, Obama für die hohe Arbeitslosigkeit in den Vereinigen Staaten verantwortlich zu machen. Obama dürfte Romney vorwerfen, dass seine Steuerpläne Millionäre begünstigen und er die Sozialprogramme für ärmere Amerikaner beschneiden will.
Kurz vor dem Duell schwenkte Romney in der Einwanderungspolitik teilweise auf die Linie des US-Präsidenten ein. Der Republikaner sagte der Zeitung Denver Post, er würde im Falle eines Wahlsiegs den von Obama angeordneten Abschiebestopp für junge Einwanderer ohne gültige Dokumente aufrechterhalten. Bislang vertrat Romney eine harte Linie gegen illegale Einwanderer. Damit wirbt Romney um die Latino-Wählerschaft. Fast 22 Millionen US-Bürger mit südamerikanischen Wurzeln sind wahlberechtigt. Sie stellen einen Großteil der Bevölkerung in vielen Wechselwähler-Staaten. Um in den Swing States zu siegen, braucht Romney 40 Prozent der Latino-Stimmen. Bislang liegt er nach Umfragen weit darunter.
Obama knapp vor Romney
Eine neue Umfrage für den TV-Sender NBC und das Wall Street Journal sieht Obama knapp vorn. 49 Prozent der Befragten, die wahrscheinlich im November zur Wahl gehen, wollten ihre Stimme Obama geben, für Romney votierten lediglich 46 Prozent. Allerdings habe der Amtsinhaber vor zwei Wochen noch um fünf Prozentpunkte vorn gelegen, hieß es. Mehrere Umfragen zeigen, dass Obama in Swing States wie Ohio und Florida deutlich vorne liegt.
Romney hatte im Wahlkampf diverse Rückschläge erlitten, unter anderem durch ein heimlich gedrehtes Video, in dem er 47 Prozent der Amerikaner vorwarf, sich als Opfer zu sehen, für die staatliche Hilfen selbstverständlich seien.
Obama und Romney stehen sich am 16. Oktober im Bundesstaat New York und am 22. Oktober in Florida erneut gegenüber. Zudem ist für den 11. Oktober ein TV-Duell zwischen Vizepräsident Joe Biden und dem republikanischen Anwärter auf das Amt, Paul Ryan, angesetzt. Gewählt wird am 6. November.
- Datum 03.10.2012 - 20:14 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, dapd
- Kommentare 21
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Weiß man eigentlich, ob es bei der ZDF-Übertragung die Option gibt, nur den Originalton zu hören, d.h. ohne störenden Dolmetscher?
....auf CNN hoeren!
Sehen Sie sich die Debatte doch auf YT im Live-Stream an. Da stört kein Dolmetscher:
http://www.youtube.com/us...
Hallo,
um der Debatte bequem im Fernsehen im Originalton zu folgen, könnten Sie CNN einschalten :)
Ich danke sehr für die Tipps!
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Hallo,
um der Debatte bequem im Fernsehen im Originalton zu folgen, könnten Sie CNN einschalten :)
Ich danke sehr für die Tipps!
Die Aussage zu den Swing states ist nicht korrekt. In Ohio liegt Obama inzwischen tatsächlich deutlich vorn (+ 5,3%), aber Florida ist knapp (zurzeit 2,9% in Schnitt der polls).
Die Debatten-Show ist der Amis wichtig. Sie brauchen das, denn für die normale Tagespolitik interessiert sich in den USA kaum jemand.
....auf CNN hoeren!
Obama zog sich für drei Tage in die Wüste... Romney soll mit seinen Beratern an seiner Körpersprache gearbeitet haben.
Haben die beiden schon die Schusswaffen ausgewählt?
Leider nur noch eine Show. Es gibt keinen Grund gegen Obama zu stimmen. Das ist das Problem des Herausforderer.
Sehen Sie sich die Debatte doch auf YT im Live-Stream an. Da stört kein Dolmetscher:
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Als Ergänzung noch den direct link:
http://www.youtube.com/wa...
Noch ist da nix zu sehen ;)
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Noch ist da nix zu sehen ;)
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... gibt es Streams von ABC/CBS/CNN und Konsorten: http://goo.gl/t2oHx
Bitte nicht. Sonst patzt er wieder.
Romney müsste eigentlich der Albtraum eines jeden Rhetoriklehrers sein.
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