TV-DebatteRomney besteht den Commander-in-Chief-Test

Mitt Romney lässt sich nicht in die Bush-Ecke drängen. Stattdessen hat er den Wählern die Angst vor einem Krieger als Präsidenten genommen. C. v. Marschall, Washington

US-Präsident Obama (l.) nebst seinem republikanischen Herausforderer Romney

US-Präsident Obama (l.) nebst seinem republikanischen Herausforderer Romney

Auf den ersten Blick steht der Sieger der dritten und letzten TV-Debatte fest: Nach der CNN-Blitzumfrage hat Amtsinhaber Barack Obama mit 48 zu 40 Prozent gewonnen. Seiner Wiederwahl sicher sein kann sich der Präsident deswegen allerdings noch lange nicht. 

Dass Obama bei diesem Auftritt punkten konnte, liegt in der Natur der Sache: Das Thema Außenpolitik begünstigt den Präsidenten. Im Gegensatz zu seinem Kontrahenten konnte er praktische Erfahrungen vorweisen und muss während der Debatte nicht theoretisieren. Stattdessen nannte Obama Beispiele für seine erfolgreiche Bilanz: Irak-Krieg beendet, neue Afghanistanpolitik eingeleitet, gemeinsame Iran-Sanktionen organisiert.

Romney machte es ihm leicht. Seine taktische Zurückhaltung hatte sich in den vergangenen Wochen bereits angedeutet. Außenpolitisch bewegt er sich zusehends in die Mitte – weg von den Positionen, die viele auf dem rechten Flügel seiner Partei mit Verve vertreten.

Der Republikaner verzichtete darauf, seine Fundamentalangriffe auf die Außenpolitik des Präsidenten zu wiederholen. Natürlich behauptete Romney, Obama sei ein schwacher Präsident. Doch er trug diese Attacke zahmer vor als bisher. Die Zuschauer erlebten einen sehr moderaten Romney, der den Wählern vor allem die Angst nehmen wollte, er habe zu wenig außenpolitische Erfahrung oder wolle neue Kriege beginnen.

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Vor den Kameras im Saal der Lynn University lobte er die Vereinten Nationen, warb für den mühsamen Aufbau von Allianzen und zeigte Verständnis für Pakistan. Seine Botschaft lautet: Ich will in der Außenpolitik nicht alles anders, aber vieles besser machen. So gesehen hat Romney den Commander-in-Chief-Test bestanden. Amerika muss sich nicht vor ihm als Oberbefehlshaber fürchten.

Romney für Obama schwer zu fassen

Für Obama blieb da wenig Gelegenheit, seinen Lieblingsangriff vorzutragen: Dass der Republikaner zurück wolle zu Bushs Außenpolitik. Der Präsident konnte nur immer wieder betonen, dass sein Herausforderer in der Fernsehdebatte andere, weichere Positionen vertrete als noch zuvor bei so manchem Wahlkampfauftritt.

Nun ist es eher unwahrscheinlich, dass diese letzte Debatte für sich genommen großen Einfluss auf die unentschiedenen Wähler hat. Die interessiert viel mehr, wie Obama und Romney Arbeitsplätze schaffen wollen. Beide Kandidaten setzen gleich nach der Debatte ihren Marathon durch die entscheidenden Swing States fort, durch Florida, Ohio, Iowa, Wisconsin und New Hampshire. Denn entscheidend wird, ob Obama seine hauchdünne Führung in zwei, drei Schlüsselstaaten – vor allem Ohio – noch zwei Wochen lang verteidigen kann. Dann gewinnt er die Wahl. Wenn nicht, wird Romney der nächste Präsident der USA.

 
Leserkommentare
  1. Mal ganz abgesehen davon, dass ich die Berichterstattung in den deutschen Medien für übertrieben halte wurde uns doch vor der dritten Debatte von allen Medien erklärt, dass der Gewinner praktisch auch Präsident wird. Und was ist danach? Obama gewinnt scheinbar recht deutlich, aber kann sich nicht sicher sein... Also doch nicht. Haha!!!

    Und wenn man irgednwas von Umfragen oder sogar BLITZumfragen ableitet, dann kann einem eh nicht mehr geholfen werden oder derjenige hat aus so einigen letzten Wahlen rein gar nicht gelernt. Wahrscheinlich sind die 8 Prozentpunkte Unterschied auch wieder in der Fehlerquote und im Endeffekt hat es mal wieder einen Aussagewert NULL!

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    Berichterstattung über einen us-amerikanischen Wahlkampf wie Ihnen.
    Kann die Meldungen und Einschätzungen, Prognosen und Interpretationen darüber in der Anzahl nicht wirklich nachvollziehen.
    Fernsehduell ... wirkt doch recht albern. Aber, das muss man wohl zugestehen, es ist eine andere Kultur. Warum diese aber hier so zelebriert wird, ist für mich nicht nachvollziehbar. Leben hier eventuell so viele wahlberechtigte US-AmerikanerInnen, die informiert sein wollen - über deutsche Medien und nicht über heimatliche Medien, die hier bezogen werden können?
    Naja, macht mal, ihr werdet Eure Gründe haben.
    Mir persönlich ist es schnurz. Der Rüstungs- und Kriegswahn, der die letzten Jahre von dort ausging, wird durch den Wechsel des Kopes eh nicht nachlassen - und das wäre das einzige, was mich interessieren würde.
    Er ließe sich nicht in die Bush-Ecke drängen, liest sich wie die Meldung über Frau Merkel, sie sei Friedenspolitikerin, indem sie Waffenexporte deutscher Herstellung fördert.

    Berichterstattung über einen us-amerikanischen Wahlkampf wie Ihnen.
    Kann die Meldungen und Einschätzungen, Prognosen und Interpretationen darüber in der Anzahl nicht wirklich nachvollziehen.
    Fernsehduell ... wirkt doch recht albern. Aber, das muss man wohl zugestehen, es ist eine andere Kultur. Warum diese aber hier so zelebriert wird, ist für mich nicht nachvollziehbar. Leben hier eventuell so viele wahlberechtigte US-AmerikanerInnen, die informiert sein wollen - über deutsche Medien und nicht über heimatliche Medien, die hier bezogen werden können?
    Naja, macht mal, ihr werdet Eure Gründe haben.
    Mir persönlich ist es schnurz. Der Rüstungs- und Kriegswahn, der die letzten Jahre von dort ausging, wird durch den Wechsel des Kopes eh nicht nachlassen - und das wäre das einzige, was mich interessieren würde.
    Er ließe sich nicht in die Bush-Ecke drängen, liest sich wie die Meldung über Frau Merkel, sie sei Friedenspolitikerin, indem sie Waffenexporte deutscher Herstellung fördert.

  2. Berichterstattung über einen us-amerikanischen Wahlkampf wie Ihnen.
    Kann die Meldungen und Einschätzungen, Prognosen und Interpretationen darüber in der Anzahl nicht wirklich nachvollziehen.
    Fernsehduell ... wirkt doch recht albern. Aber, das muss man wohl zugestehen, es ist eine andere Kultur. Warum diese aber hier so zelebriert wird, ist für mich nicht nachvollziehbar. Leben hier eventuell so viele wahlberechtigte US-AmerikanerInnen, die informiert sein wollen - über deutsche Medien und nicht über heimatliche Medien, die hier bezogen werden können?
    Naja, macht mal, ihr werdet Eure Gründe haben.
    Mir persönlich ist es schnurz. Der Rüstungs- und Kriegswahn, der die letzten Jahre von dort ausging, wird durch den Wechsel des Kopes eh nicht nachlassen - und das wäre das einzige, was mich interessieren würde.
    Er ließe sich nicht in die Bush-Ecke drängen, liest sich wie die Meldung über Frau Merkel, sie sei Friedenspolitikerin, indem sie Waffenexporte deutscher Herstellung fördert.

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    Das diese TV-Duelle manchmal albern wirken,für deutsche Zuschauer, hat oft damit zu tun, dass fast immer mindestens einer der beiden Teilnehmer, ein zu geringes Wissen über die Welt hat.

    Wenn man es mit deutscher oder europäischer Schulbildung vergleicht.

    Zum Beispiel Romneys Ansichten in der Verteidigung und auch viele Sachen in der Außenpolitik.

    Dazu kommt noch, das "BWL-DEenken" von Romney.
    Das gibt es auch odt in Deutschland, aber als "President" muss er anders denken, als nur auf die Einzelfirma bezogen.

    Das diese TV-Duelle manchmal albern wirken,für deutsche Zuschauer, hat oft damit zu tun, dass fast immer mindestens einer der beiden Teilnehmer, ein zu geringes Wissen über die Welt hat.

    Wenn man es mit deutscher oder europäischer Schulbildung vergleicht.

    Zum Beispiel Romneys Ansichten in der Verteidigung und auch viele Sachen in der Außenpolitik.

    Dazu kommt noch, das "BWL-DEenken" von Romney.
    Das gibt es auch odt in Deutschland, aber als "President" muss er anders denken, als nur auf die Einzelfirma bezogen.

    • Psy03
    • 23.10.2012 um 11:10 Uhr

    sagen wir mal ein Geschmäckle, dass Romney von Anfang an keine Chance haben sollte.
    Ich schaue gerade auf Phoenix das letzte TV-"Duell", wenn man es denn so nennen mag.
    Denn Romney lässt sich da ja so bashen, als hätte er nie Interesse daran gehabt Präsident zu werden.
    Und der Moderator wirkt auch nicht Neutral, sonder eher wie ein Stichwortgeber für Obama.
    Und der Unsinn den dieser teilweise von sich gibt...

    Immer noch die alte Lüge, dass man in den Irak gegangen ist wegen den Opfern von 9/11 und um das Land zu Demokratisieren. Also wirklich...
    Und dann immer diese Rührseligen Geschichten von wegen er ist hier und da dieser Mutter begegnet und da diesem Kind und musste immer gleich an seine Familie denken...
    Realy?
    Darauf fallen die Amerikaner rein?
    Gut, wahrscheinlich nicht, aber was haben Sie für eine Wahl?
    Doch nur zwischen zwei Marionetten (sowas steht sogar in der TV-Digital!), aber das ist hier ja mit Merkel und Steinbrück nicht anders.

    8 Leserempfehlungen
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    "dass Romney von Anfang an keine Chance haben sollte"

    Dieses gleiche Gefühl hatte ich auch, als McCain gegen Obama antratt. So, also wollten die Republikaner nichtm mehr den Präsidenten stellen.
    Die Bemühungen wirkten einfach irgendwie dürftig. Bezeichnen sie sich nicht als Verschwörungstheoretiker... die USA sind sehr oft beim Lügen ertappt worden.[...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/ls

    "dass Romney von Anfang an keine Chance haben sollte"

    Dieses gleiche Gefühl hatte ich auch, als McCain gegen Obama antratt. So, also wollten die Republikaner nichtm mehr den Präsidenten stellen.
    Die Bemühungen wirkten einfach irgendwie dürftig. Bezeichnen sie sich nicht als Verschwörungstheoretiker... die USA sind sehr oft beim Lügen ertappt worden.[...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/ls

  3. Mögen Wahlkampfdebatten auch eine Bereicherung für die Demokratie sein - die nachfolgende Debatten-Exegese ist einfach nur ein Ärgernis.

    Warum nicht ein paar Wochen vor der Wahl völliger Verzicht auf politische Kommentare - stattdessen nur noch O-Ton von den Kandidaten und Parteien. Feste Sendekontingente, in denen sich diese an die Wähler richten und/oder miteinander debattieren können - aber keine Drittkommentare, die das "Rohmaterial" wie Knet zu ihren Zwecken formen.

    In manchen Ländern ist in bestimmten Vor-Wahl-Zeiträumen die Veröffentlichung von Meinungsumfragen untersagt, um deren Instrumentalisierung einzudämmen. Nach der gleichen Logik sollten auch die Zweit- und Drittverwerter des politischen Worts vor Wahlen einfach mal zwei Wochen schweigen.

    • Psy03
    • 23.10.2012 um 11:14 Uhr

    dass wäre ja wie ein Außenminister der Teppiche nicht versteuert, oder einen Wirtschaftsminister der in eine Schwarzgeldaffäre verstrickt war, oder eine Bildungsministerin die bei ihrer Doktorarbeit geschummelt hat... halt, moment mal... ^^

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    Antwort auf "Test bestanden?"
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    man muss nichtmal investigativ tätig werden um Romney beim Lügen und Flipfloppen zu erwischen. Man muss ihm nur zuhören. Klar, alle Politiker lügen, aber Romney kann ja nichtmal das besonders gut.

    man muss nichtmal investigativ tätig werden um Romney beim Lügen und Flipfloppen zu erwischen. Man muss ihm nur zuhören. Klar, alle Politiker lügen, aber Romney kann ja nichtmal das besonders gut.

  4. Das diese TV-Duelle manchmal albern wirken,für deutsche Zuschauer, hat oft damit zu tun, dass fast immer mindestens einer der beiden Teilnehmer, ein zu geringes Wissen über die Welt hat.

    Wenn man es mit deutscher oder europäischer Schulbildung vergleicht.

    Zum Beispiel Romneys Ansichten in der Verteidigung und auch viele Sachen in der Außenpolitik.

    Dazu kommt noch, das "BWL-DEenken" von Romney.
    Das gibt es auch odt in Deutschland, aber als "President" muss er anders denken, als nur auf die Einzelfirma bezogen.

  5. die Republiker mit Romney glauben an die Konzepte von gestern: was wäre bei einem erneuten Anschlagn in den USA? Sie würden wieder zu den Waffen greifen!

    Wie wollen die Republikaner die USA wirtschaftlich wieder auf die Beine stellen?
    Steuern senken! (Für Konzerne und ehedem Reiche versteht sich, was für die "Middleclass" abfällt, wären Brösel).

    Obama hat es gestern auf den Punkt gebracht: Romney will den militärischen Konfrontationskurs (Reagans) der 80er Jahre, die Sozialpolitik der 50er Jahre (also keine) sowie die Wirtschaftspolitik der 20er Jahre (= purer Kapitalismus ohne Staat).

    Also, auf einen solchen Commander in Chief können die USA und die Welt auch für die nächsten 4 Jahre gut verzichten!

    grrr

    5 Leserempfehlungen
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    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten und diskutieren Sie das konkrete Artikelthema. Danke, die Redaktion/jp

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten und diskutieren Sie das konkrete Artikelthema. Danke, die Redaktion/jp

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