ZEIT-ONLINE-UmfrageDeutsche beurteilen Obamas Amtszeit positiv

Aller Enttäuschung und Kritik zum Trotz: In Deutschland hält die Begeisterung für Obama an. Laut einer ZEIT-ONLINE-Umfrage würde eine klare Mehrheit ihn wiederwählen.

US-Präsident Obama während eines Pressestatements im Weißen Haus

US-Präsident Obama während eines Pressestatements im Weißen Haus  |  © Michael Reynolds/dpa

Im Wahlkampf liefert sich US-Präsident Barack Obama ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit seinem Herausforderer, dem republikanischen Kandidaten Mitt Romney. Für die Mehrheit der Deutschen allerdings ist der Zweikampf entschieden, wie aus einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag von ZEIT ONLINE hervorgeht. Sie sind mit Obamas erster Amtszeit zufrieden und würden ihn wiederwählen.

Demnach bewerten 60 Prozent der Befragten Obamas bisherige Politik als überwiegend positiv. Lediglich 4 Prozent ziehen eine überwiegend negative Bilanz, 33 Prozent haben keine Meinung.

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Noch größer ist der Unterschied bei der Frage, für wen sich die Befragten entscheiden würden, dürften sie anstelle der Amerikaner am 6. November wählen. Auch hier würden sich 4 Prozent für Romney entscheiden, 85 Prozent dagegen gäben dem Amtsinhaber ihre Stimme und ermöglichten Obama so eine zweite Amtszeit.

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Wunsch und Wirklichkeit liegen dabei für viele nicht weit auseinander: So sind 76 Prozent der Befragten der Meinung, dass Obama tatsächlich wieder ins Weiße Haus einziehen wird. Romney dagegen werden auch bei dieser Frage kaum Chancen zugestanden: Lediglich 8 Prozent gehen davon aus, dass der frühere Gouverneur von Massachusetts das Rennen machen wird.

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Die Zustimmungsraten für Obama und das Lob für seine erste Amtszeit sind dabei quer durch alle befragten Gruppen gleich hoch: Unabhängig von Alter, Geschlecht, West oder Ost und der Höhe des Nettoeinkommens – die Deutschen stehen in der YouGov/ZEIT-ONLINE-Umfrage immer auf der Seite des Demokraten.

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Diese Umfrage wurde in Kooperation mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführt. Sie basiert auf Online-Interviews mit Teilnehmern des YouGov-Panels, das weltweit bereits 2,5 Millionen Mitglieder zählt. Für die vorliegende repräsentative Umfrage befragte YouGov vom 29. bis 31. Oktober 1.051 Menschen.

Eine englischsprachige Version dieses Textes finden Sie hier.

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Leserkommentare
    • bmovie
    • 31. Oktober 2012 13:07 Uhr

    hätte, dann würde ich mich für den schnellen Uuntergang à la Romney entscheiden, nicht für den schleichenden zähschleimigen Untergang à la Obama.

    Wenn ich sonst eine andere Wahl hätte, würde ich mich natürlich für den Engel der Wahrheit "RON PAUL" entscheiden.

    • Gerry10
    • 31. Oktober 2012 13:17 Uhr

    ...denn der Obama ist alles nur nicht der Heilige für den man ihn in den Medien macht.
    Er führt einen nicht erklärten Krieg in Pakistan, hat sich mit Yes-Männern und Frauen umgeben - deshalb sah er so alt im ersten Gespräch mit Romney aus - und er ist kaum Kompromissfähig.
    Romney dagegen wird als böser Republikaner und Geschäftsmensch hingestellt obwohl er Pragmatiker ist und in Mass. mit Konsens und Kompromis gemeinsam mit einem von Demokraten geführten Parlament regiert hat.
    Er hat sich klar gegen einige heikle republikanische Anliegen ausgesprochen (Abtreibung, Einwanderung) und sich von der Teapartybewegung vorsichtig distanziert.
    Romney ist ein Mann der Mitte es kommt nur nicht rüber in Europa weil die radikaleren Kräfte innerhalb der Republikaner bessere "Soundbites" haben und damit medienfreundlicher sind.
    Letzen Endes sind sich Romney und Obama was Aussenpolitik angeht identisch, und das ist es was uns in Europa interessieren sollte.
    Egal wer gewinnt, aussenpolitisch bleibt alles wie es ist - das kann man gut oder schlecht sehen zumindest ist es berechnend.

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    Romney gilt als Mann ohne festen Standpunkt. Das kann sich außenpolitisch noch als fatal erweisen. Die Horroraußenpolitik der Bush-Ära wurde vor allem durch dessen Berater und Minister und die CIA gesteuert, auch deshalb, weil Bush selbst, ohne eigenen Standpunkt, gesteuert wurde. Mal sehen, welche Personen in dieser Hinsicht Romney steuern werden.

    • Hoplon
    • 31. Oktober 2012 16:20 Uhr

    "Romney dagegen wird als böser Republikaner und Geschäftsmensch hingestellt obwohl er Pragmatiker ist und in Mass."

    Ich hatte mir von Obama weit mehr erhofft als er geliefert hatte. Ich hoffte auf nichts gerineres als die Rückführung der USA zu ihren progressiven Wurzeln. Dennoch:
    Romney ist weit mehr als nur pragmatisch. Wer gleich mal die Hälfte der Amerikaner als Sozialschmarotzer abstempelt und glaubt die Menschen bräuchten keine Krankenversicherung, der hat keine Ahnung wie hart das Leben der unteren Schichten und wie leidensfähig die amerikanische Bevölkerung insgesamt ist. Ohne den narretiven Glauben an den "american dream" hätte Romney überhaupt keine Chance Präsident zu werden. Woher soll er das auch wissen? Jmd der sein Geld damit verdient Firmen zu zerlegen und deren Teile lukrativ zu verhökern hat den Erfahrungswert zu beurteilen was es bedeutet und wieviel Kraft es kostet so eine Firma überhaupt aufzubauen.
    Er behauptet allen Ernstes eine Krankenversicherung würde Jobs kosten. Dank solcher Äußerungen glaube ich nicht an den gemäßigten Romney, selbst wenn dem so wäre würde er vermutlich den Kotau vor der Tea Party Bewegung vollziehen.

    Er ist der klassische Homo ökonomicus, der zwar wissen mag wie man in der Wirtschaft überlebt, aber als Staatsmann untauglich ist.

    "Egal wer gewinnt, aussenpolitisch bleibt alles wie es ist"

    Nun ja. Romney bräuchte ersteinmal Nachhilfe in Geographie.
    Außenpolitik oder gar Umweltpolitik wäre doch noch etwas zu hoch für ihn.

    • Narziß
    • 31. Oktober 2012 16:27 Uhr

    Obama ist sicher nicht "nicht kompromissfähig". Wie viele gute Getzesinitiativen mussten durch harte Kompromisse mit den Republikanern verunstaltet werden. Was soll Obama machen, wenn die Republikaner öffentlich sagen "Wir werden nicht mit Obama verhandeln, er soll ein 'one-term president' werden."

    Romney ist einfach nur ein "machtgeiler" Politiker, der jede Meinung annimmt, solange sie ihm Erfolg bringt. Er hat keine Werte für die er einsteht, sondern richtet sich nur nach anderen. Deshalb hat er auch komplett entgegengesetzte Meinungen zu diversen Themen im Vergleich zu der Zeit, als er noch Gouverneur war.

    "Er hat sich klar gegen einige heikle republikanische Anliegen ausgesprochen (Abtreibung, Einwanderung) und sich von der Teapartybewegung vorsichtig distanziert."

    Das ist einfach nur gelogen. Entweder willst du sagen, dass er sich klar gegen Abtreibung ausgesprochen hat, obwohl es ein rep. Anliegen ist, was einfach nur genau das Gegenteil wäre ODER du willst sagen, dass "Abtreibungsverbot" ein wichtiges Anliegen der Rep. ist und er sich dagegen ausgesprochen hat, was genau so gelogen ist. Das einzige wogegen er sich ausgesprochen hat ist, dass man nach einer Vergewaltigung abtreiben kann, wobei er auch hier wiederum Republikaner aktiv unterstützt, die für ein Amt kandidieren und sogar gegen jede Art von Abtreibung sind, ohne Rücksicht auf die Umstände (siehe Richard Mourdock und seine Meinung zur Abtreibung bei einer Vergewaltigung)

    Einer der wenigen differenzierten Kommentare in den Onlineforen, die ansonsten nur von dem erzkonservativen Turbokapitalist warnen und Obama verehren.

    Ich habe keine Ahnung wer die bessere Wahl ist, aber so klischeehaft ist es nicht.

    Hier noch ein kleiner Tipp:

    http://www.youtube.com/wa...

    (Phoenix Presseclub zu dem Thema)

  1. ...dass ich bei einem Kandidatentest, glaube auf spiegel.de oder so, mal geschaut hatte mit welchen Positionen ich denn so überstimmen würde. Da kam dann tatsächlich 100% Obama raus und 0% Romney. Das stimmt einen dann schon nachdenklich: Nicht einmal mit einer Aussage kann man dort übereinstimmen?
    Ja, natürlich muss man bedenken, dass diese Auswahl dort selektiv ist, und, wie mein Vorkommentator sagt, hier viel Medienwirkung im Spiel ist ("Alles was wir wissen, wissen wir aus den Massenmedien" - so oder ähnlich von Luhmann). Doch Romney, der ja nun ein Pragmatiker oder eben nicht sein mag, verkörpert nun einmal immer auch seine Partei. Wir finden uns in der paradoxen Situation wieder von Politikern zu erwarten, dass sie über ihre eigene Person hinausgehen, sie aber doch auch menschlich und nicht abgehoben sein sollen. Und diesbezüglich könnte man auch sagen, dass Romney seinem ach-so pragmatischen Geist zum Trotz sich, um seine Parteigunst zu erhöhen, am Anfang des Wahlkampfs den harten rechten Positionen seiner Partei angeschlossen hat - anstatt Standhaftigkeit zu bewahren und dem als möglicher oberster Befehlshaber u.ä. eine Absage zu erteilen. Auch das spricht nicht gerade für ihn. Deswegen ist die Skepsis, die man Romney entgegenbringt, wohl auch gerechtfertigt, obwohl er privat vielleicht ein netter Typ sein mag. Gleiches hat man übrigens bei Bush jr. gemacht und lag damit sehr richtig...

  2. Die Deutsche Öffentlichkeit kann die Politik in Deutschland nicht beurteilen. Wie soll sie sich eine objektive Meinung über die US-Politik bilden - unmöglich. Die Umfrage dient der Feststellung der Gefühlslage, mehr aber kann man daraus nicht ableiten. Noam Chomsky meint, es bräuchte mindestens wieder zwei Parteien in den USA, da sowohl Republikaner als auch Demokraten nach rechts gerückt seien und das, was früher republikanische Politik war, heute von den Demokraten vertreten wird.

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    • asdfjk
    • 31. Oktober 2012 19:00 Uhr

    Von einem distanzierten und neutralen Standpunkt aus kann man sich keine objektive Meinung bilden.

    Man muss sich mitten reinwerfen in die Propaganda, sich dann schnell im Kreis drehen und richtig schön emotional aufpumpen. Nur so kommt man zu einer reflektierten Meinung.

  3. ...mehr nicht!

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    aber ob das größere oder kleinere, weiß ich wirklich nicht. Ich lasse mir meine Meinung ungern durch Halbinformationen aus (teilweise eindeutig festgelegten) Medien prägen. Wir wissen noch nicht einmal, ob hier und jetzt die Eurorettung das größere oder kleinere Übel ist. Ich persönlich meine: Es ist das größere, weil da kein Ende abzusehen ist.
    Wie sollen wir in Europa, wie soll jemand anderes in der nicht-us-amerikanischen Welt beurteilen, ob Obama das größere oder kleinere Übel ist! Weil er den Friedens-Nobelpreis bekommen hat, noch bevor er irgendetwas getan hatte und tun konnte? Nun ja, die EU, die dank des Euro immer mehr zum Spaltpilz in Europa und auch zu einem undemokratisch bürokratischen Zentralstaat wird, hat ihn jetzt auch bekommen.
    Für mich ist Obama ein Schauspieler, der gut auf der Klaviatur Melodien spielen kann, die zur Zeit gefragt sind. Erfolge und Taten sehe ich bislang keine. Und ob seine Gesundheitsreform das Richtige in einer auch dort alternden Gesellschaft ist, muss man abwarten. Aber, wie gesagt: Ich lebe nicht in den USA!
    Und überhaupt: Warum mischen wir uns in Europa so sehr in anderer Leute Entscheidungen ein, während wir zulassen, dass hier, genau dort, wo wir leben, ein teures, ineffektives, undemokratisches bürokratisches Monstrum erwächst, das unbeirrt einen einmal eingeschlagenen, aber leider falschen Weg weitergeht?

    • Ascag
    • 31. Oktober 2012 16:14 Uhr

    Die BBC hat erst vor einigen Tagen diverse Umfrageergebnisse aus verschiedensten Ländern der Welt zusammengestellt.

    Würde die ganze Welt den US-Präsidenten wählen, dann würde Obama mit unglaublichem Vorsprung gewinnen. Ob Länder wie Indien, Panama, Kanada, Japan, China, Indonesien usw., Obama kommt meistens auf Werte von > 80%, während Romney bei < 10% Zustimmung verbleibt.

    Das einzige Land, wo Romney vorne liegt, ist ausgerechnet Pakistan. Aber dort sieht es so aus, daß fast 80% der Befragten weder Obama noch Romney möchten.

    Nur in den USA trifft Romney auf Zustimmung, sonst nirgendwo.

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    können Sie dazu bitte eine Angabe machen ???

  4. dass der frühere Gouverneur von Massachusetts das Rennen machen wird."

    Da haben die Befragten die schwierige Frage, wer gewinnen wird, durch eine einfache Frage ("Wen wünschen Sie sich als Präsidenten?") ersetzt. Klassischer Denkfehler.

    Auch hätte ich mir gewünscht, dass jeder der 60%, die eine überwiegend positive Bilanz von Obamas Amtszeit ziehen, nur drei Dinge nennen würden, die ihm (einigermaßen) gelungen sind. Auch hier wurde die schwierige Frage durch eine einfache Frage ("Mögen Sie Obama?") ersetzt.

  5. Romney gilt als Mann ohne festen Standpunkt. Das kann sich außenpolitisch noch als fatal erweisen. Die Horroraußenpolitik der Bush-Ära wurde vor allem durch dessen Berater und Minister und die CIA gesteuert, auch deshalb, weil Bush selbst, ohne eigenen Standpunkt, gesteuert wurde. Mal sehen, welche Personen in dieser Hinsicht Romney steuern werden.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Barack Obama | Mitt Romney | US-Präsident | Umfrage | Wahlkampf | Alter
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