US-Präsident Barack Obama hat seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney mit einem Schimpfwort bedacht. Zumindest indirekt bezeichnete er Romney in einem Interview als "Dummschwätzer" (Bullshitter). In einer Gesprächspassage mit der Musikzeitschrift Rolling Stone ging es um Obamas große Popularität bei Kindern. Wörtlich sagte der Präsident: "Kinder haben einen guten Instinkt. Sie schauen auf den andern und sagen: Er ist ein Dummschwätzer."

Der TV-Sender CNN sprach das Schimpfwort selbst nicht aus, auch bei einer schriftlichen Einblendung des Interview-Textes war das Wort nicht ausgeschrieben. Das Romney-Lager reagierte empört: Obama habe nichts zu bieten als Attacken und Beleidigungen, zitierte der CNN einen Romney-Sprecher.

Obamas Wahlkampfberater David Axelrod bekräftigte den Vorwurf sogar noch: Obama ziele auf Romneys häufige Meinungsänderungen ab. Die Bemerkung hätte für Romney "keine echte Überraschung sein sollen".

Entscheidung in den Swing-States

In Umfragen liegen Obama und Romney weiter praktisch gleich auf . Aktuell liegt Romney in einer Erhebung von Ipsos mit 47 zu 46 Prozent leicht vor dem Demokraten Obama. Allerdings sind 13 Prozent der registrierten und 30 Prozent der wahrscheinlichen Wähler noch unentschieden.

Im Wahlkampf konzentrieren sich Obama und Romney derzeit auf die als wahlentscheidend geltenden Bundesstaaten Ohio , Florida und Virginia, in denen viele Wechselwähler leben. Gewählt wird am 6. November.

Obama hat seine Stimme bereits abgegeben. Der Präsident wählte am Donnerstag in seiner Heimatstadt Chicago . Anschließen scherzte Obama mit Wahlhelfern und Beobachtern: "Ich kann Ihnen nicht sagen, wen ich gewählt habe", sagte er. Außerdem riet Obama zu frühzeitigem Wählen, das mache unabhängig vom Wetter am Wahltag und von Problemen der Kinderbetreuung. Auch sei kein Urlaubsantrag für den 6. November nötig. Der Wahltag ist in den USA kein arbeitsfreier Tag.

Obama verliert bei weißen Wählern

Präsident Obama hat nach einer weiteren Umfrage der Washington Post und des TV-Senders ABC an Zustimmung bei der weißen Bevölkerungsmehrheit eingebüßt. Der Demokrat liegt demnach bei weißen Wählern um 21 Prozentpunkte hinter seinem Herausforderer Romney. 79 Prozent der Amerikaner sind Weiße. Vor vier Jahren habe Obama bei Weißen lediglich um acht Prozentpunkte hinter seinem damaligen Gegner John McCain gelegen, schreibt die Zeitung. Dafür könne Obama aber bei nicht-weißen Amerikanern erheblich punkten: 79 Prozent wollten ihre Stimme für den Amtsinhaber abgeben.