PakistanEine Schülerin im Visier der Taliban

Eine 14-jährige Pakistanerin hat die Taliban kritisiert und wurde dafür niedergeschossen. Falls sie überlebt, wollen sich die Extremisten weiter an ihr rächen. von Christine Möllhoff

Sie ist weiter bewusstlos. In einer Notoperation haben die Ärzte inzwischen eine Kugel aus ihrem Kopf entfernt, nachdem die linke Seite ihres Gehirns anzuschwellen begann. Auch einen Tag nach dem unfassbaren Mordanschlag war die 14-jährige Malala Yousafzai am Mittwoch nicht außer Gefahr. Neben dem Krankenhaus in der pakistanischen Stadt Peschawar wartete laut Berichten ein Flugzeug, um sie in eine Spezialklinik ins Ausland zu fliegen, sollte ihr Zustand dies erfordern.

Der Anschlag auf die 14-Jährige, die wegen ihres Widerstandes gegen die Taliban zum Symbol der Hoffnung in ihrer Heimat wurde, hat nicht nur Pakistan , sondern die Welt schockiert. Zehntausende sendeten über Facebook und Twitter Genesungswünsche. Pakistans Militärchef Ashfaq Parvez Kayani ehrte Malala als eine "Ikone des Mutes".

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Unter dem Pseudonym Gul Makai hatte die damals Elfjährige 2009 für den britischen Sender BBC ein geheimes Tagebuch geschrieben , als die Taliban ihre Heimat, das Swat-Tal, unter ihre Kontrolle gebracht hatten – und so die brutale Schreckensherrschaft der Fundamentalisten vor der Welt bloßgestellt. Im Sommer 2009 vertrieb das Militär die Taliban aus dem Tal. Malala fühlte sich wieder sicher, ging zur Schule und setzte sich weiter für Frieden und die Bildung von Mädchen ein.

Niemand hatte damit gerechnet, dass sich die Extremisten an einem Kind rächen würden. Nicht einmal ihre Eltern. Sie irrten. Am Dienstag attackierten die Militanten Malala in einem Schulbus und feuerten auf Nacken und Kopf des wehrlosen Mädchens. Die Swat-Taliban bekannten sich zu der Tat. Dies sei die Strafe dafür, dass Malala westliche Kultur verbreitet und gegen die Taliban aufbegehrt habe, erklärte ihr Sprecher.

In ihren Aufzeichnungen erzählte die Schülerin, wie sich unter den Taliban Furcht und Schrecken breitmachten. "Ich habe Angst, zur Schule zu gehen, weil die Taliban allen Mädchen verboten haben, dorthin zu gehen", schrieb sie am 3. Januar 2009. "Auf dem Nachhauseweg hörte ich einen Mann sagen: Ich werde dich töten."

Selbst wenn sie mit dem Leben davonkommt, weiß niemand, ob die 14-Jährige, die Ärztin oder Politikerin werden wollte, nach den Kopfschüssen wieder völlig gesund werden wird. Kaum wurde bekannt, dass sie den Mordversuch überlebte, drohten die Taliban mit weiteren Anschlägen: "Wenn sie überlebt, werden wir sie nicht schonen."

Erschienen im Tagesspiegel

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Leserkommentare
    • TomFynn
    • 11. Oktober 2012 12:57 Uhr

    haben genau das gemacht, was in den eisenzeilichen Märchenbüchern steht. Ohne nachzudenken, ohne Gnade, und ohne jede Menschlichkeit oder Mitgefühl.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/jp

    Antwort auf "[...]"
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    Der Teil des Kommentars, auf den Sie sich beziehen, wurde entfernt. Die Redaktion/jp

  1. 10. [...]

    Entfernt. Bitte belegen Sie Ihre Behauptungen mit entsprechenden Quellen. Danke, die Redaktion/ds

    Antwort auf "Vor 600 Jahren...."
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    Entfernt. Bitte richten Sie Hinweise an die Moderation an unser dafür vorgesehenes Postfach community@zeit.de oder gebrauchen Sie die "Bedenklich melden"-Funktion. Anmerkung: Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde entfernt. Danke, die Redaktion/ds

  2. 11. [...]

    Der Teil des Kommentars, auf den Sie sich beziehen, wurde entfernt. Die Redaktion/jp

    Antwort auf "Die Taliban"
  3. die Religion des Friedens sollte uns Allen ein Vorbild sein

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    • AntiW
    • 11. Oktober 2012 14:58 Uhr

    Nein... soll es nicht...
    aber die kleine Gul Makai soll es sein!!

    Aber ich vergaß, sie ist ebenfalls muslimin...

    (Ironie off)

    • TDU
    • 11. Oktober 2012 13:23 Uhr

    Wären die PIUS Brüder irgendwo an der Macht, wäre es da vielleicht nicht besser. Sind die aber nicht. Wegen des starken Papstes und der Kontrolle durch säkulare Herrschaft.

    • TDU
    • 11. Oktober 2012 13:34 Uhr

    "Verbessern wir unsere Welt und jagen wir gemeinsam alle Religionen und Götter zum Teufel. Man kann auch Ehre und Nächstenliebe zweigen ohne diese Religionen,"

    Um den Stalinismus haben sicher alle gebeten, deswegen zeigt der dass es ohne Reliigon viel besser geht. Und genauso müssten Sie vermutlich erst mal gegen die Nächstenliebe verstossen, um ihr Ziel zu erreichen.

    Ich kann Ihre Empörung gut verstehen, aber gerade die aktuelle politische Situation in Europa, die Folgen der gut gemeinten Energiewende und die Herrschaft der Finanzmärkte zeigen mir, dass es ohne Reliigon nicht zwangssgläufig besser zugehen müsste auf der Welt.

    • TDU
    • 11. Oktober 2012 13:47 Uhr

    Ich glaube gar nicht, dass mit Religionsfragen was bei denen zu holen ist. Denn die lassen keine Fragen zu und antworten daher nicht. Die bestimmen nur. Wie die militanten Teile der Kirche des Mittelalters auch.

    Ein politisches Konzept, welches sich schon durch Meinungsäusserungen der Jüngsten bedroht fühlt, hat doch nun wirklich nichts erstrebenswertes.

    Wir Foristen hier sind ja bestimmt alle älter. Es gäbe ja Leichen ohne Ende, kämen die Taliban an die Macht und würden unsere Adressen rauskriegen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    http://www.youtube.com/watch?v=a6T5DeZ9Z4c

    Gute Reportage zu Malala Yusufzai. Eine bewundernswerte junge Dame!

    (Man beachte des Weiteren den ersten Kommentar unter dem Video.)

  4. http://www.youtube.com/watch?v=a6T5DeZ9Z4c

    Gute Reportage zu Malala Yusufzai. Eine bewundernswerte junge Dame!

    (Man beachte des Weiteren den ersten Kommentar unter dem Video.)

    Antwort auf ""Religion""
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    • TDU
    • 13. Oktober 2012 9:29 Uhr

    Danke fürs Posten. Wenn ich alles richtig vertsanden habe, bestätigt der Kommentar meine absolut negative Einschätzung dieser Herrschaftskonzeption.

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  • Schlagworte Pakistan | Taliban | BBC | Malala Yousafzai | Militär | Anschlag
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