Die philippinische Regierung hat einen Friedensvertrag mit muslimischen Rebellen angekündigt, der den 40 Jahre andauernden Konflikt beenden soll. Es sei ein "Rahmenabkommen" mit der Rebellenorganisation Moro Islamische Befreiungsfront (MILF) vereinbart worden, teilte der philippinische Präsident Benigno Aquino mit. Dieses werde den Weg zu einem endgültigen und dauerhaften Frieden in der südlichen Region Mindanao ebnen.

Aquino zufolge strebt die Befreiungsfront keinen eigenen Staat mehr an. Das Abkommen sehe jedoch vor, dass in Mindanao halbautonome muslimische Regionen geschaffen werden sollen. Die Regierung in Manila werde aber die Kontrolle über Verteidigung und Sicherheit sowie über die Außen- und Geldpolitik behalten. Das Abkommen wurde nach Angaben des Präsidenten nach zahlreichen Verhandlungsrunden erzielt. Die Bevölkerung muss demnach noch in einer Volksabstimmung zustimmen.

Die muslimischen Rebellen begrüßten das Abkommen. "Wir sind sehr zufrieden", sagte der Vizechef für politische Angelegenheiten der MILF, Ghazali Jaafar. "Wir danken dem Präsidenten dafür."

Die MILF ist die zentrale Gruppe der muslimischen Rebellion auf den Philippinen und kämpft seit den siebziger Jahren für einen autonomen Süden des überwiegend katholischen Staates. Seit 1978 wurden in dem Konflikt etwa 150.000 Menschen getötet.