Nach mehr als 40 Jahren des Kampfes für Unabhängigkeit hat die größte muslimische Rebellengruppe der Philippinen eines ihrer Ziele erreicht: Bis 2016 soll auf der Insel Mindanao im Süden des Landes eine autonome muslimische Region mit dem Namen Bangsamoro entstehen.

Das Eiland ist fast so groß wie Bayern und Baden-Württemberg zusammen. 22 Millionen Menschen leben dort. Ein Drittel der Einwohner sind Muslime.

Die Moro Islamic Liberation Front unterzeichnete im Präsidentenpalast ein vorläufiges Friedensabkommen, das die Regierung bereits gebilligt hatte.

In dem Konflikt waren etwa 100.000 Menschen ums Leben gekommen. Sein Ausgangspunkt war die Ermordung muslimischer Soldaten in der philippinischen Armee. 1969 gründet dann ein Professor die Separatistenbewegung.

Erstmals einigten sich Rebellen und Regierung 1976 auf eine Waffenruhe. Teil des Pakts war die Einrichtung einer autonomen Region. Sie entstand 1989. Die Kämpfe aber nahmen kein Ende.

Radikale Muslime bildeten 1991 die Terrorgruppe Abu Sayyaf. Sie kämpft seither mit Erpressung, Entführung und Terroranschlägen für einen unabhängigen Staat. 2000 überrannten Regierungstruppen ein Lager der Moro-Rebellen. Neue Friedensinitiativen 2002 und 2008 blieben ohne Wirkung.

Die jetzt angestrebte autonome Region Bangsamoro soll ein Viertel bis ein Drittel der Insel umfassen. Ob dies den Konflikt dauerhaft entschärft, hängt auch vom Verhalten der Rebellen ab. Splitterfraktionen und andere Terrorgruppen wollen ihren Kampf für volle Unabhängigkeit fortsetzen.