US-Wahlkampf Romney holt in wichtigen Swing States auf
Der Sieg von US-Präsidentschaftskandidat Romney bei der TV-Debatte zeigt Wirkung: In den umkämpften Staaten Florida und Virginia liegt er nun in Umfragen vor Obama.
©REUTERS/Brian Snyder

Mitt Romney bei einem Wahlkampfauftritt in Florida
Nach der ersten TV-Debatte hat Mitt Romney in den Umfragen in Florida und Virginia aufgeholt. Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat liegt nun in den beiden als wahlentscheidend gewerteten Swing States knapp vor US-Präsident Barack Obama. Das zeigen übereinstimmend die Umfragen des Rasmussen-Instituts und von WeAskAmerica. In Ohio liegen Obama und Romney weiterhin fast gleichauf.
Allerdings: Alle Umfragewerte sind derart knapp, dass ihre Ergebnisse im Bereich des statistischen Irrtums liegen. Wie seit Monaten deutet alles weiter darauf hin, dass es am 6. November ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen geben dürfte. Auf nationaler Ebene führt der Präsident weiterhin – laut Gallup-Institut mit 50 zu 45 Prozent gegenüber Romney.
Die erste TV-Debatte war von fast allen Beobachtern als Niederlage Obamas gewertet worden, Romney sei dagegen sehr souverän aufgetreten. In seinen Aussagen zielt der Herausforderer immer mehr auf die alles entscheidenden ungebundenen Wechselwähler. Für eine Beleidigung der Obama-Anhänger entschuldigte er sich sogar.
Gute Nachrichten für Obama vom Arbeitsmarkt
Es gab aber auch gute Nachrichten für Obama: Am Freitag wurden neue Arbeitsmarktzahlen veröffentlicht. Die Quote sank auf 7,8 Prozent Arbeitslose, so niedrig wie seit seinem Amtsantritt nicht mehr. Seit Jahrzehnten wurde kein Präsident im Amt bestätigt, wenn die Arbeitslosenquote über acht Prozent lag.
In Virginia und Ohio war Obama am Freitag mit seinem Wahlkampftross unterwegs, um dort die Arbeitslosenzahlen als Erfolg seiner Politik zu verbuchen. Die Zahlen zeigten, dass die USA sich wieder nach vorne bewegten, erklärte Obama auf einer Wahlkampfkundgebung in Virginia.
"Die Nachrichten von heute sollten uns ermutigen", sagte er später vor Tausenden Anhängern in Ohio. "Sie sollen von der anderen Seite nicht als Ausrede genutzt werden, um die Wirtschaft schlecht zu reden und damit politisches Kleingeld zu machen."
Romney äußerte sich hingegen erwartungsgemäß zurückhaltender. Eine echte wirtschaftliche Erholung sehe anders aus, sagte er. "Wir haben im September weniger neue Jobs geschaffen als im August und im August weniger als im Juli. Und seit Präsident Obama im Amt ist, haben wir 600.000 Fabrikarbeitsplätze verloren."
Neun unentschiedene Staaten
Der Wahlkampf bleibt fast ausschließlich auf die neun noch unentschiedenen Staaten beschränkt. In den übrigen 41 Staaten sind die Mehrheiten für die Republikaner oder für die Demokraten bereits klar verteilt. Die Wahlkampf-Dollars und fast die gesamten Kampagnen konzentrieren sich auf diese neun Staaten.
Sowohl Romney als auch Obama konzentrierten sich am Freitag abermals auf diese Staaten. Beide Kandidaten begannen den Tag mit Auftritten in Virginia. Obama reiste anschließend nach Ohio weiter, Romney nach Florida.
- Datum 06.10.2012 - 11:28 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, dapd
- Kommentare 13
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Der 538 blog, der die amerikanischen Meinungsumfragen in einem mathematischen Model aufwendig analysiert und in den vergangenen Wahlen recht gut lag, sieht seit der Debatte die Chance für Obama wiedergewählt zu werden tatsächlich leicht niedriger: auf nur noch knapp 85%. http://fivethirtyeight.bl...
Es ist schon immer wieder erstaunlich wie viele Menschen sich durch einen guten Auftritt im TV beeinflussen lassen. Sind damit die vielen Fehler der Vergangenheit vergessen? Scheint so. Das gilt im übrigen nicht nur für die Amerikaner. Ich finde es immer wieder erschreckend, wie wenig Menschen hier in Deutschland mal ein Wahlprogramm einer Partei lesen und sich einen tieferen Eindruck bilden. Bei all dieser politischen Desinteresse ist es kein wunder, dass wir (an der Nase herum) geführt werden.
Das zaghafte herangehen Obamas kann im Grunde auch nur Strategie sein. Romney ist unter Zugzwang gewesen und nicht Obama. Bei den Amis weiß man ja, ein Seufzen und das kann einen die Präsidentschaft kosten. Beim nächsten TV-Duell wird Obama unter Zugzwang sein und er wird liefern. Romney hat sich bisher immer verritten, wenn er dachte er hätte Oberwasser. Er neigt dann unvorsichtig und "offen" zu werden. Persönlich kann man sich nur wünschen, dass Romney den Amerikaner erspart bleibt. Nichts gegen erfolgreiche Unternehmer in politischen Ämtern (Deutschland könnte hier z.B. mehr von gebrauchen und nicht diese ganzen weltfremden Politikkasper), aber Romney ist kein Unternehmer, sondern eine Heuschrecke.
Offen gesagt, könnte es uns egal sein, wen die US-Amerikaner sich aufhalsen. Das einzige Problem dabei ist, der US-Präsident hat mehr Befugnisse in Euopa als unsere eigene Regierung. Wir unterwerfen bereits unser ganzes Wirtschafts- und Gesellschaftssystem dem US-Kapitalismus. In den USA leben bis zu 150 Millionen Bürger an oder unter der Armutsgrenze. In Europa werden gerade die Sozialsysteme transformiert, obwohl die Wirtschartsleisung enorm ist. Wenn man hört, was Romneys Vizekandidat Ryan von sich gibt, stehen einem die Haare zu Berge. Wir können nicht wegsehen, auch wenn wir gerne möchten.
Hmmm...
Immer, wenn ich diese Forderung höre, wenden sich meine Gedanken einem hierzulande recht beliebten Urlaubsland südlich der Alpen zu.
Und dann finde ich das plötzlich keine so gute Idee mehr...
---
Zur US-Wahl:
Nicht die Pferde scheu machen!
Es gibt noch zwei Debatten, und auch dazwischen und danach noch reichlich prall gefüllte Fettnäpfe für Mr. Romney.
Den einen oder anderen wird er schon noch treffen...
Offen gesagt, könnte es uns egal sein, wen die US-Amerikaner sich aufhalsen. Das einzige Problem dabei ist, der US-Präsident hat mehr Befugnisse in Euopa als unsere eigene Regierung. Wir unterwerfen bereits unser ganzes Wirtschafts- und Gesellschaftssystem dem US-Kapitalismus. In den USA leben bis zu 150 Millionen Bürger an oder unter der Armutsgrenze. In Europa werden gerade die Sozialsysteme transformiert, obwohl die Wirtschartsleisung enorm ist. Wenn man hört, was Romneys Vizekandidat Ryan von sich gibt, stehen einem die Haare zu Berge. Wir können nicht wegsehen, auch wenn wir gerne möchten.
Hmmm...
Immer, wenn ich diese Forderung höre, wenden sich meine Gedanken einem hierzulande recht beliebten Urlaubsland südlich der Alpen zu.
Und dann finde ich das plötzlich keine so gute Idee mehr...
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Zur US-Wahl:
Nicht die Pferde scheu machen!
Es gibt noch zwei Debatten, und auch dazwischen und danach noch reichlich prall gefüllte Fettnäpfe für Mr. Romney.
Den einen oder anderen wird er schon noch treffen...
Offen gesagt, könnte es uns egal sein, wen die US-Amerikaner sich aufhalsen. Das einzige Problem dabei ist, der US-Präsident hat mehr Befugnisse in Euopa als unsere eigene Regierung. Wir unterwerfen bereits unser ganzes Wirtschafts- und Gesellschaftssystem dem US-Kapitalismus. In den USA leben bis zu 150 Millionen Bürger an oder unter der Armutsgrenze. In Europa werden gerade die Sozialsysteme transformiert, obwohl die Wirtschartsleisung enorm ist. Wenn man hört, was Romneys Vizekandidat Ryan von sich gibt, stehen einem die Haare zu Berge. Wir können nicht wegsehen, auch wenn wir gerne möchten.
...immer zeigt sich, dass der bessere Kandidat sich durch das spontane Frage-Antwort-Spiel in einem TV-Duell offenbart. Dieses Beispiel gelungener Mediendemokratie, sollte Schule machen! Warum gibt es nicht auch in Deutschland TV-Duelle? Bürgernähe ist hier leider ein Fremdwort.
Obama ist eindeutig der schlechtere Redner und ob wir wollen oder nicht, müssen wir uns mit der Tatsache auseinandersetzen, dass Mit Romny Präsident werden wird.
mit solidarischem Gruß,
besorgter_mitbuerger
In Deutschland gab es TV-Duelle, haben sie das verpasst? Wir konnten uns kaum vor den Redekünsten der Politiker retten.
http://www.youtube.com/wa...
http://www.youtube.com/wa...
http://www.youtube.com/wa...
Ich nehme einfach mal an, dass Ihr Kommentar ironisch gemeint war. Denn wie sich der "bessere Kandidat" durch ein TV-Duell ergeben soll, erschließt sich mir weder inhaltlich noch logisch. Genau im Gegenteil, die Mediendemokratie veranlasst die Menschen eher dazu, weniger auf Inhalte zu achten als auf die schauspielerischen Leistungen der Kandidaten - das ist nun wirklich kein Gewinn für die Demokratie. Was genau das mit "Bürgernähe" zu tun haben soll, verstehe ich ebensowenig.
"Obama ist eindeutig der schlechtere Redner und ob wir wollen oder nicht, müssen wir uns mit der Tatsache auseinandersetzen, dass Mit Romny Präsident werden wird."
Und was soll man nun daraus folgern? Dass der bessere Redner auch der "bessere Kandidat" oder gar der bessere Präsident ist??
In Deutschland gab es TV-Duelle, haben sie das verpasst? Wir konnten uns kaum vor den Redekünsten der Politiker retten.
http://www.youtube.com/wa...
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Ich nehme einfach mal an, dass Ihr Kommentar ironisch gemeint war. Denn wie sich der "bessere Kandidat" durch ein TV-Duell ergeben soll, erschließt sich mir weder inhaltlich noch logisch. Genau im Gegenteil, die Mediendemokratie veranlasst die Menschen eher dazu, weniger auf Inhalte zu achten als auf die schauspielerischen Leistungen der Kandidaten - das ist nun wirklich kein Gewinn für die Demokratie. Was genau das mit "Bürgernähe" zu tun haben soll, verstehe ich ebensowenig.
"Obama ist eindeutig der schlechtere Redner und ob wir wollen oder nicht, müssen wir uns mit der Tatsache auseinandersetzen, dass Mit Romny Präsident werden wird."
Und was soll man nun daraus folgern? Dass der bessere Redner auch der "bessere Kandidat" oder gar der bessere Präsident ist??
In Deutschland gab es TV-Duelle, haben sie das verpasst? Wir konnten uns kaum vor den Redekünsten der Politiker retten.
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"Die Spekulationen über den weiteren Verlauf des US-Wahlkampfes laufen auf Hochtouren. In Medienkreisen rechnet man nun mit einem "heißen Kopf-an-Kopf-Rennen" (45%), einem "spannenden Showdown" (20%), einem "Wahlkampf-Thriller" (15%), einem "Wahlkrimi" (13%) bzw. einer "romantischen Washington-Komödie" (immerhin 2%). Die Wettannahmestellen für das häufigst genannte Wort sind noch bis Ende Oktober geöffnet. Quotenmäßig vorn liegen momentan "angriffslustig", "überrumpeln", "kampfesmüde", "chancenlos", "Schlagabtausch" und "Bazinga!"."
Von: www.titanic-magazin.de
Dass die erste Debatte auf die Polls Einfluss haben wird, war von Anfang an klar. Klar war auch, dass Obama der Verlierer sein würde. Das konnte bei den innenpolitischen Themen gar nicht anders sein. Die Statistiken zeigen, dass der Herausforderer in der ersten Debatte meist gepunktet hat. Die Frage ist also nur, wie viel Romney gepunktet hat. Nur zwei Polls sagen von sich selbst, sie hätten bereits den Debattenausgang berücksichtigt: Rasmussen und WeAskAmerica. Das sind, guckt man in die Vergangenheit, nicht die Treffsichersten. Bei Rasmussen kommt noch hinzu, dass es offen zu den Reps tendiert.
Es mag seit letzten Mittwoch für Obama enger geworden sein, aber den großen Klops hat er sich nicht erlaubt. Romney müsste schon alle Swing states drehen, um zu gewinnen. Daran hat sich nichts geändert.
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