HisbollahDie treuen Assad-Kämpfer aus dem Libanon

Die schiitische Hisbollah mischt im syrischen Bürgerkrieg mit. Sie liefert Waffen, kämpft und kehrt oft mit Gefallenen zurück. Doch manche zweifeln bereits am Einsatz. von 

Hisbollah-Anhänger in Bint Jbeil

Hisbollah-Anhänger in Bint Jbeil im Südlibanon (September 2012); auf dem Foto Hassan Nasrallah (l.) sowie Syriens Ex-Staatschef Hafiz al-Assad und dessen Sohn Baschar al-Assad (r.).  |  © REUTERS/Ali Hashisho

Dem libanesischen Bergdorf Akroum liegt Syrien zu Füßen. Am Horizont schimmert der See von Homs. Bei klarem Wetter ist die Silhouette der weitgehend zerstörten Stadt zu erkennen. Immer wieder ist das dunkle Gewummer von Artillerie zu hören, mal ferner weg, wenn die syrische Armee feuert, mal näher, wenn die Hisbollah von libanesischem Boden aus den Assad-Streitkräften mit ihren Raketenwerfern beispringt.

"Die Angriffe begannen vor etwa sechs Wochen", bestätigte ein syrischer Kämpfer aus Qusair per Skype einem lokalen libanesischen Reporter. "Inzwischen feuert die Hisbollah regelmäßig. Und der Beschuss wird umso heftiger, je erbitterter die Kämpfe sind."

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Gleichzeitig herrscht durch die grenznahen Hisbollah-Dörfer ein reger Verkehr über die in diesen Abschnitten unverminte Grenze. Waffen, Munition und Sprengstoff gehen per Pick-up nach Syrien . Umgekehrt würden "jeden Tag tote oder verletzte Hisbollah-Kämpfer" zurückgebracht, die im syrischen Bürgerkrieg an der Seite des Regimes im Einsatz waren, behaupten Bewohner.

Auch ein Hisbollah-Kommandeur wurde getötet

Mitte September verkündeten die Vereinigten Staaten dann erstmals Sanktionen gegen Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah – auch wenn sie nur eine symbolische Geste sind. Hisbollah "spielt eine substanzielle Rolle" bei den Anstrengungen des Regimes, die Rebellen auf syrischem Boden zurückzudrängen, hieß es in der Begründung aus Washington . Nach Angaben der Londoner Zeitung Times operieren derzeit rund 1.500 ihrer Kämpfer auf syrischem Territorium.

Zwei Wochen später ließ sich die Verwicklung der Hisbollah im Nachbarland nicht mehr weiter verheimlichen, als der nahe Qusair getötete Kommandeur Ali Hussein Nassaf in dem Dorf Bodai nahe Baalbek von Tausenden Trauernden zu Grabe getragen wurde. Er sei ein Märtyrer, gestorben bei der Erfüllung seiner Pflicht zum Dschihad, erklärte Nasrallah in seiner Grabesbotschaft, ohne allerdings den Todesort zu nennen. Ausländischen Journalisten blieb der Zugang zur Trauerfeier verwehrt, libanesische Reporter wurden höflich, aber bestimmt aus dem Dorf herauskomplimentiert.

Nassaf war zusammen mit zwei Hisbollah-Begleitern von Kämpfern der Freien Syrischen Armee in einen Hinterhalt gelockt und von einer Bombe zerfetzt worden. Der entscheidende Tipp kam offenbar von einem Regimegegner aus den Reihen der regulären syrischen Armee.

Leserkommentare
    • gooder
    • 24. Oktober 2012 18:48 Uhr

    Vor kurzer Zeit wurde noch berichtet, daß die Hissbollah Waffen aus Syrien erhält, nun erhalten die syrischen Regierungstruppen Waffen von der Hissbollah aus dem Libanon.
    Schlimm wäre das nicht,schließlich erhalten die syrischen Rebellen Waffen, Munition und Sprengstoff aus der Türkei, natürlich ganz inoffiziell und die Kämpfer in den Reihen der FSA kommen aus aller Herren Länder,die über genug islamfundamentalistische Kampfreserven verfügen.

    2 Leserempfehlungen
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    sind keine Einbahnstraße. Warum krill Ihnen das nicht in den Sinn kommen?

    • AntiW
    • 24. Oktober 2012 18:50 Uhr

    Hmm anscheinend wird der Hisbollah langsam klar, dass sie sich vom sinkenden Schiff retten muss, bevor sie komplett mit ihr in die Tiefe gezogen wird...
    Das Bündnis bröckelt langsam...

    gruß

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    Wenn Assad fällt, ist der Weg geebnet für einen Feldzug gegen den Iran. Dass die Hisbollah dabei auch untergeht ist sonnenklar. Derzeit sollten eigentlich alle Schiiten zusammenhalten (eigentlich hasse ich es Zwitracht zu sähen zwischen Muslimen), denn sonst wird dieser Teilbereich des Islam vernichtet werden. Der fundamentalistische Islam, Salafismus bzw. Wahabismus, wird sich überall verbreiten.

    Die Scheichs mit ihren Petrodollars werden alles tun, um ihre Macht rund um Mekka mittels theokratischer Indoktrinierung auszubauen. Die letzten Länder mit säkularer Toleranz werden Geschichte sein.

    Mensch die Moslems sollten endlich begreifen, dass sie zusammenhalten müssen. Egal ob Schiit oder Sunit oder Alewit oder sonstwas. Diese Kriege helfen vorallem der USA und ihren Verbündeten sowie Israel. Die profitieren von einem instabilen Nahen Osten und Zwietracht zwischen den Ländern der Region.

    Vorbei die Tage, als es noch eine Front gab die sich hinter Palästina gesammelt hat. Vorbei die Tage, als es noch Überflugsverbote für Todesdronen gab. Vorbei die Tage, als man pber seine Ressourcen noch auf Augenhöhe verhandeln konnte.

    Jetzt heisst es zusammenhalten. Jetzt heisst es die radikalen Elemente zurückdrängen und die Propaganda über die Moscheen zu bekämpfen.

    • iurisMo
    • 24. Oktober 2012 19:15 Uhr

    Mal wieder die westliche Doppelmoral. Die USA und Europa(auch Deutschland) liefern Geld und Waffen an die syrischen Terroristen, welche das Land in den Abgrund gestürzt haben, doch kritisiert wird die Hisbollah und der Iran. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

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    Da sie mit ihrem Einsatz im Nachbarland den Konflikt ins eigene Land trägt.

  1. Aus einer Perspektive des Interesses heraus kann die Unterstützung Syriens seitens der Hezbollah nicht getadelt werden, denn schließlich werden auch die oppositionellen Gruppen seitens der arabischen Monarchien am Persischen Golf und einigen westlichen Staaten auf unterschiedliche Weise unterstützt. Es bleibt nur zu hoffen, dass das Töten ein Ende nimmt und dieser Konflikt nicht zu einem Feuerball wird, der die ganze Region noch weiter destabilisiert.

  2. wer wem Waffen liefert-

    wichtig wäre das diese Grauen gestoppt wird,

    aufrichtig und ehrlich-

    in Lybien wurden nach dem Ende die Gegener ja auch noch einfach so niedergemetztelt von denen die einen Rechtsstaat forderten, unbestraft trotz international dokumentiert etc.,anders wird es jetzt auch nach dem dann langen Ende in Syrien auch nicht werden.

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    Bani Walid wurde die letzten drei Wochen belagert und zerbombt. Weil sich dort Gaddhafi Anhänger aufgehalten haben, die sich weigern aufzugeben. Die ganze Stadt wurde in Kollektivhaltung genommen. Kein Essen und Wasser wurde in die Stadt gelassen. Augenzeigen berichten von großkalibrigem Beschuss ganzer Wohnsiedlungen udn Einsatz von Giftgas. Hunderte Zivilisten fanden den Tod.

    Die fragile libysche regierung kann nichts ausrichten gegen dutzende marodierende Milizengangs, die Sebstjustiz verüben.

    Russland hat den Fall vor die UN getragen. Eine Resolution wurde von der USA blockiert. Kein Wort in deutschen Medien zu dem Fall.

    http://rt.com/news/bani-walid-siege-genocide-114/

    für diese leider traurige Ergänzung

  3. Wenn Assad fällt, ist der Weg geebnet für einen Feldzug gegen den Iran. Dass die Hisbollah dabei auch untergeht ist sonnenklar. Derzeit sollten eigentlich alle Schiiten zusammenhalten (eigentlich hasse ich es Zwitracht zu sähen zwischen Muslimen), denn sonst wird dieser Teilbereich des Islam vernichtet werden. Der fundamentalistische Islam, Salafismus bzw. Wahabismus, wird sich überall verbreiten.

    Die Scheichs mit ihren Petrodollars werden alles tun, um ihre Macht rund um Mekka mittels theokratischer Indoktrinierung auszubauen. Die letzten Länder mit säkularer Toleranz werden Geschichte sein.

    Mensch die Moslems sollten endlich begreifen, dass sie zusammenhalten müssen. Egal ob Schiit oder Sunit oder Alewit oder sonstwas. Diese Kriege helfen vorallem der USA und ihren Verbündeten sowie Israel. Die profitieren von einem instabilen Nahen Osten und Zwietracht zwischen den Ländern der Region.

    Vorbei die Tage, als es noch eine Front gab die sich hinter Palästina gesammelt hat. Vorbei die Tage, als es noch Überflugsverbote für Todesdronen gab. Vorbei die Tage, als man pber seine Ressourcen noch auf Augenhöhe verhandeln konnte.

    Jetzt heisst es zusammenhalten. Jetzt heisst es die radikalen Elemente zurückdrängen und die Propaganda über die Moscheen zu bekämpfen.

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    Antwort auf "Rette sich wer kann..."
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    fällt gibt es einen Krieg der auch Europa betreffen würde mit einem Ergebnis das sich hier keiner wünschen sollte-

    und wer maßt sich eigentlich an das was der Iran macht als gut oder böse zu bezeichnen, die Nationen die im Moment abschlachten was geht????

    Mit der Überschrift ist alles gesagt.

    mit Assad teilen?

    "Wenn Assad fällt, ist der Weg geebnet für einen Feldzug gegen den Iran."
    Meinen sie wirklich jemand würde einfach so gegen den Iran in den Krieg ziehen? Ich denke wohl eher nicht wiso auch.

    "Derzeit sollten eigentlich alle Schiiten zusammenhalten"
    Um den Konflikt in Syrien zu verlängern?

    "denn sonst wird dieser Teilbereich des Islam vernichtet werden."
    Wohl eher kaum in Syrien scheine das Schiitentum wichtiger als ein friedliches Miteinander zu sein.

    "Die letzten Länder mit säkularer Toleranz werden Geschichte sein."
    Eine Demokratie wie es das Syrische Volk wünscht ist auch Tollerant und säkular.

    "Vorbei die Tage, als es noch eine Front gab die sich hinter Palästina gesammelt hat. Vorbei die Tage, als es noch Überflugsverbote für Todesdronen gab. Vorbei die Tage, als man pber seine Ressourcen noch auf Augenhöhe verhandeln konnte."
    Das ist doch etwas positives wenn Palästina endlich mit friedlichen Mitteln zu ihren Recht kommen kann anstatt im scheinbar endlosen Krieg zu versinken! Die Gewalt die es dort gibt ist auch Terrorsitisch und vielleicht finden die Streitigkeiten durch einen verlusst der Schiitischen Vorherrschaft über die Region ein baldiges ende. Das wünsche ich den Palästionenser und Israelis.

    "Jetzt heisst es zusammenhalten. Jetzt heisst es die radikalen Elemente zurückdrängen und die Propaganda über die Moscheen zu bekämpfen."
    Jetzt sollt es heißen den Schaden und das Leid das auch Assad über die Syrer gebracht hat zu begrenzen.

  4. fällt gibt es einen Krieg der auch Europa betreffen würde mit einem Ergebnis das sich hier keiner wünschen sollte-

    und wer maßt sich eigentlich an das was der Iran macht als gut oder böse zu bezeichnen, die Nationen die im Moment abschlachten was geht????

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  5. Bani Walid wurde die letzten drei Wochen belagert und zerbombt. Weil sich dort Gaddhafi Anhänger aufgehalten haben, die sich weigern aufzugeben. Die ganze Stadt wurde in Kollektivhaltung genommen. Kein Essen und Wasser wurde in die Stadt gelassen. Augenzeigen berichten von großkalibrigem Beschuss ganzer Wohnsiedlungen udn Einsatz von Giftgas. Hunderte Zivilisten fanden den Tod.

    Die fragile libysche regierung kann nichts ausrichten gegen dutzende marodierende Milizengangs, die Sebstjustiz verüben.

    Russland hat den Fall vor die UN getragen. Eine Resolution wurde von der USA blockiert. Kein Wort in deutschen Medien zu dem Fall.

    http://rt.com/news/bani-walid-siege-genocide-114/

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    Antwort auf "es ist doch unwichtig"
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    • hysni
    • 24. Oktober 2012 20:29 Uhr

    ..."Schweigen im Walde"!?

    Mich nicht!

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