Spanien Rajoy-Partei gewinnt überraschend Regionalwahlen

Nach massiven Protesten gegen seine Sparpolitik hat Spaniens Ministerpräsident durch die Regionalwahl Rückenwind erhalten. Sie galt als Test über seinen Reformkurs.

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy und sein Parteikollege Alberto Nunez Feijoo, der bei der Wahl in Galicien angetreten war.

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy und sein Parteikollege Alberto Nunez Feijoo, der bei der Wahl in Galicien angetreten war.

Bestätigung für Madrids Sparpolitik: Bei der Regionalwahl in Galicien hat die konservative Volkspartei (PP) von Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy einen überraschend klaren Sieg errungen. Nach vorläufigen Ergebnissen konnte die PP in der Heimatregion des Regierungschefs ihre absolute Mehrheit im Parlament sogar noch ausbauen.

Bei einer vorgezogenen Wahl im spanischen Baskenland setzten sich die Nationalisten (PNV) und das Separatisten-Bündnis (Bildu) klar durch. Dies dürfte für die Madrider Regierung Anlass zur Sorge sein, denn beide Gruppierungen treten langfristig für die Schaffung eines unabhängigen Staates im Baskenland ein.

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Die Sozialisten erlitten knapp ein Jahr nach ihrem Debakel bei der spanischen Parlamentswahl in beiden Regionen erneut drastische Einbußen. Sie konnten die Proteste gegen Rajoys Politik nicht zu Stimmgewinnen nutzen.

Der Ministerpräsident kann den Erfolg der PP als eine Unterstützung seiner drastischen Sparpolitik betrachten. Die Wahlen galten als Test für Rajoy, der wegen seines Sparkurses in der Schuldenkrise in der Kritik steht.

"Realistische Politik" der Regierung anerkannt

Nach der Auszählung von über 95 Prozent der abgegebenen Stimmen gewann die PP 41 der 75 Sitze, drei mehr als 2009. Die Sozialisten kamen nur auf etwa 18 Mandate, sieben weniger als bisher. Die erstmals angetretenen galicischen Linksnationalisten (AGE) gewannen auf Anhieb neun Sitze, der Nationalistische Block (BNG) errang neun Mandate, fünf weniger als 2009.

"Das ist ein ausgezeichnetes Ergebnis", sagte die PP-Generalsekretärin María Dolores de Cospedal. Die Wähler hätten die "realistische Politik" der Regierung anerkannt. Die Wahlbeteiligung war deutlich geringer als vor drei Jahren. Dies wurde als Anzeichen dafür gewertet, dass sich unter den Wählern im Land zunehmend Enttäuschung über die Politik der großen Parteien breitmacht.

Im Baskenland gewann die nationalistische PNV nach vorläufigem Endergebnis mit 27 die meisten Sitze, verfehlte aber klar die absolute Mehrheit. Das Separatisten-Bündnis Bildu, das nach dem Gewaltverzicht der ETA-Terroristen vor einem Jahr erstmals Kandidaten aufstellen durfte, kam auf Anhieb auf 21 der insgesamt 75 Mandate. Dies war das beste Ergebnis, das jemals eine Separatistenpartei in der jüngeren Geschichte des Baskenlands erreicht hat. Die Sozialisten, die die Region seit 2009 regiert hatten, errangen nur 16 Sitze, neun weniger als bisher. Die PP verlor drei ihrer 13 Mandate im baskischen Regionalparlament.

 
Leser-Kommentare
  1. ...wenn die "Alten" wählen gehen und die "Jungen" nicht.
    Wirklich interessant ist eher das die Sozialisten (weiter) verloren, die radikalen Linken (in Galicien) und Nationalisten (im Baskenland) gewonnen haben.
    Das Ergebnis als Test für Rajoys Sparpolitik zu sehen ist eigentlich ein Witz. Es zeigt eher wie gespalten die Gesellschaft ist - und das ist immer gefährlich, jedes Geschichtsbuch lehrt einem das.
    Ich wäre auch besorgt darüber das die Menschen offenbar den glauben an die Demokratie verlieren, anstatt einen Sieg zu feiern.
    Aber das wird Frau Merkel nächstes Jahr ja auch machen, feiern weil sie weniger verloren hat als der Rest der Einheitspartei.
    Der Sieger der nächsten Bundeswahl steht sowieso schon fest: die Nichtwählerpartei. Leider.

    2 Leser-Empfehlungen
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    "Das Ergebnis als Test für Rajoys Sparpolitik zu sehen ist eigentlich ein Witz." und dem kann ich nur zustimmen. Man fragt sich geradezu, wie der Autor auf diese absurde Interpretation der beiden Regionalwahlen gekommen ist. Alle Umfragen der letzten Monate deuteten auf einen erneuten Wahlsieg der PP im traditionell erzkonservativen Galicien, der Heimat Rajoys und Francos, hin. Im Baskenland dagegen kommt die PP mal gerade auf 11,7%, also eine eher magere "Unterstützung seiner drastischen Sparpolitik"?

    "Das Ergebnis als Test für Rajoys Sparpolitik zu sehen ist eigentlich ein Witz." und dem kann ich nur zustimmen. Man fragt sich geradezu, wie der Autor auf diese absurde Interpretation der beiden Regionalwahlen gekommen ist. Alle Umfragen der letzten Monate deuteten auf einen erneuten Wahlsieg der PP im traditionell erzkonservativen Galicien, der Heimat Rajoys und Francos, hin. Im Baskenland dagegen kommt die PP mal gerade auf 11,7%, also eine eher magere "Unterstützung seiner drastischen Sparpolitik"?

  2. "Das Ergebnis als Test für Rajoys Sparpolitik zu sehen ist eigentlich ein Witz." und dem kann ich nur zustimmen. Man fragt sich geradezu, wie der Autor auf diese absurde Interpretation der beiden Regionalwahlen gekommen ist. Alle Umfragen der letzten Monate deuteten auf einen erneuten Wahlsieg der PP im traditionell erzkonservativen Galicien, der Heimat Rajoys und Francos, hin. Im Baskenland dagegen kommt die PP mal gerade auf 11,7%, also eine eher magere "Unterstützung seiner drastischen Sparpolitik"?

    Eine Leser-Empfehlung
  3. die zeit wird immer schlimmer. die überschrift müßte lauten : erdrutschsieg für die unabhängigkeitsbesterbungen im baskenland.

    das paßt natürlich nicht zum weltbild der zeit. schade.

  4. Spanien gehört zu den Länder die den Airbus A400M bestellt haben. Wie lässt sich diese Entscheidung mit dem jetzigen Sozialdumping im Einklang bringen

    aus Wikipedia "Spanien hat 27 A400M bestellt, diese sollen zwischen 2016 und 2022 geliefert werden".
    Ob sie schon bezahlt sind?
    "Der Airbus A400M Atlas ist ein militärisches Transportflugzeug von Airbus Military."
    Der A400M Atlas geriet durch die CDU-Opposition in die Kritik, namentlich wegen des hohen Preises.
    Na dann Prost Mahlzeit.

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