BürgerkriegSyrische Führung erwägt kurze Waffenruhe

Werden in Syrien die Waffen bald für drei Tage schweigen? Laut einem Minister könnte das Regime Assad bereit sein, zum Opferfest die Kämpfe einzustellen. von afp, dpa und reuters

Die syrische Führung hat Interesse an dem Vorschlag des Syrien-Sondergesandten der Vereinten Nationen, Lakhdar Brahimi , für eine Waffenruhe gezeigt. Der Sprecher des Außenministeriums, Dschihad Makdisi, sagte, das Regime sei "bereit", diese Möglichkeit zu betrachten. Nun warte die Führung auf die Vorschläge Brahimis. Voraussetzung für die Umsetzung der Vorschläge sei, dass die Länder, die die Aufständischen unterstützen, die Waffenruhe ebenfalls respektierten.

Der algerische Krisendiplomat Brahimi , der im Auftrag der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga im Syrien-Konflikt vermittelt, hatte eine Waffenruhe zum islamischen Opferfest in der kommenden Woche vorgeschlagen. Eid al-Adha wird zum Höhepunkt der jährlichen Pilgerfahrt nach Mekka gefeiert. In diesem Jahr beginnt das dreitägige Opferfest am 26. Oktober.

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Auch die katholische Kirche bietet im Syrien-Konflikt Vermittlungshilfe an. Kardinal Tarcisio Bertone teilte im Rundfunksender Radio Vatikan mit, dass Papst Benedikt XVI. eine Delegation des Vatikan nach Syrien schicken will. Bertone sagte, die katholische Kirche könne angesichts der syrischen "Tragödie" kein "stiller Beobachter" bleiben. Die Initiative des Papstes werde von allen Bischöfen unterstützt. Die Delegation könne "wahrscheinlich" schon in der kommenden Woche nach Syrien reisen.

Rebellen sollen sich auf Führung geeinigt haben

Die zersplitterten Rebellengruppen in Syrien haben sich Kreisen der Aufständischen zufolge auf die Bildung einer gemeinsamen Führung verständigt. Zwei Vertrauten zufolge war die Einigung am Sonntag bei einem Treffen in dem arabischen Land erzielt worden. "Das Abkommen steht, sie müssen es nur noch unterzeichnen", sagte einer von ihnen. Die neue Führung schließe die Kommandeure der Freien Syrischen Armee Riad al-Asaad und Mustafa Scheich ein. Beide stehen in der Kritik vieler Rebellen, weil sie sich in die Türkei abgesetzt haben. Dabei seien auch der kürzlich übergelaufene General Mohammed Hadsch Ali sowie die Spitzen der regionalen Militärräte. Erwartet wird, dass sich die erweiterte Führung aus 60 Vertretern der meisten Gruppen zusammensetzt, darunter auch der islamistischen Befreiungsfront.

Meist kämpfen die Rebellen als autonome Zellen gegen die Armee: Misstrauen sowie Differenzen bei der militärischen Führung sowie der Finanzierung haben die Kluft zwischen den Brigaden zuletzt verschärft. Die Spaltung der Opposition ist einer der Gründe, warum viele ausländische Staaten die Aufständischen nicht uneingeschränkt unterstützen wollen. In den Kreisen hieß es, eine geeinte Führung sei von ausländischen Unterstützern als Bedingung für die Lieferung schwerer Waffen genannt worden.

Die Proteste gegen Assad halten seit März 2011 an und haben sich inzwischen zu einem Bürgerkrieg ausgeweitet. Seitdem sind schätzungsweise 30.000 Menschen getötet worden. Die Kämpfe drohen auf Nachbarstaaten wie die Türkei überzugreifen.

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Leserkommentare
  1. Zitat: Die syrische Führung hat Interesse an dem Vorschlag des Syrien-Sondergesandten der Vereinten Nationen, Lakhdar Brahimi, für eine Waffenruhe gezeigt"
    Dieser ist verlinkt mit einem Artikel, erschienen am 14.10./ Uhrzeit 21.21. Am 15.2./ 7 Uhr war nach dem letzten Kommentar um 6.46 Uhr

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-10/syrien-konflikt-iran-tuerkei-...

    plötzlich kaum noch auffindbar. Auf der Hauptseite war kein Hinweis mit Ausnahme unter "Meistgelesen). Auch auf der Seite "Ausland" wurde er nicht erwähnt. Ältere Beiträge waren noch gelistet.

    Merkwürdig ist, dass ab und zu über die Tätigkeiten von Brahimi berichtet wird, dieses aber in nicht umfassender Form und wie dieses Beispiel zeigt, "mit kurzer Lebensdauer".

    Wie in anderen Berichten wird hier aber überwiegend über positive Entwicklungen berichtet:
    "Die zersplitterten Rebellengruppen in Syrien haben .. Bildung einer gemeinsamen Führung verständigt..Dabei seien auch der kürzlich übergelaufene General Mohammed Hadsch Ali sowie die Spitzen der regionalen Militärräte".

    Ein Hinweis von gestern:
    Push to drive Assad out by year’s end”
    http://arabsaga.blogspot.de/

    "The United States, Turkey and opposition umbrella Syrian National Council..have given the armed opposition -- including the Free Syrian Army (FSA) – an “ultimatum” to either join the SNA or be treated like outcasts. "

    Kampfansage an Syrien :"the United States will not wait."

    Wo bleibt die neutrale/ abgesicherte Information?

  2. "Der Präsidentschaftskandidat der Libertarian Party, Gary Johnson, sagte, dass die Bewaffnung der syrischen Rebellen durch die Regierung der USA eine "Fortsetzung der US-Politik" in einer langen Liste von militärischen Interventionen ist, die zu "Millionen" von Feinden geführt hat.

    "Bedingung für die Lieferung schwerer Waffen"
    Es gibt keine Bedingungen, die die Lieferungen an Aufständige irgendeines Landes erlauben und die gleichzeitig vom Völkerrecht gedeckt werden.

    "Mein Verständnis ist im Moment, dass ein Viertel der syrischen Rebellen al-Qaida sind", sagte Gary Johnson, der ehemalige Gouverneur von New Mexico. Zu Romneys Kommentar sagte er: "Wow, das klingt als sollten wir die al-Qaida in Syrien bewaffnen, nichts könnte für mich witziger sein. Es ist die Fortsetzung der US-Politik der militärischen Intervention mit den unbeabsichtigten Konsequenzen, dass dieses Land Hunderte von Millionen von Feinden hat, die es aber ohne diese militärischen Interventionen nicht geben würde.

    ..Eine totale militärische Nicht-Intervention" ist die libertäre Lösung für die amerikanische Außenpolitik in Syrien, sagt Johnson."

    http://de.ibtimes.com/articles/26118/20121014/gary-johnson-ein-viertel-d...

    Andere Quellen berichten, dass mindestens die Hälfte der "Aufständigen" Islamisten seien, die mit dem Aufbau demokratischer Verhältnisse in Syrien, nicht viel im Sinn hätten.

    • hysni
    • 17. Oktober 2012 9:29 Uhr

    Jetzt gilt es die sogenannten "Rebellen" mit aller Härte, und ohne Pause, weiter zu bekämpfen.
    Jede Waffenruhe nutzt den Terrorgruppen um sich neu zu formieren.

    P.S. Auch der sogenannte "Kofi-Anan-Plan" war ein riesengroßer Fehler.

  3. Gleich werden sich hier die Propanda Agenten melden
    die skeptisch oder dagegen sind.
    Und unbedingt den Krieg wollen.

    Syrienkrieg war seit Jahren geplant ... aus wirtschaftlichen Gründen.

    "Wesley Clark ( US 4 Star General ) US will attack 7 countries in 5 years" = Video

    • Hamit
    • 17. Oktober 2012 9:48 Uhr

    Jeder muss gelegentlich mal ausspannen. Nicht das Assads Krieger noch dem Burnout erliegen. Mal im Ernst:

    Der Letzte Satz des Artikels lautet: "Die Kämpfe drohen auf Nachbarstaaten wie die Türkei überzugreifen". Ist das nicht schon längst geschehen? Setzen Reuters, dpa und Konsorten bereits Content Software ein, um automatisiert Artikel zu erstellen? Wenn ja, ist nicht weiter schlimm. Aber vielleicht braucht es ein Update?!

  4. 6. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

  5. Als ob vom Ausland her Irgendwer überhaupt wirklich bewerten, abschätzen, oder verstehen könnte was in Syrien passiert.

    Assad wurde nicht gewaehlt, dass trifft aber auch für die Queen zu.
    Natürlich ist die Gewalt in Syrien nicht hinnehmbar.
    Aber wer weiß wer die Rebellen sind. Es ist ein deutlicher Unterschied zu den geschlossenen Demonstrationen zuvor.

    Ich bin momentan in der Türkei und Syrien ist dort Nr.1 Thema. So haben in der vergangenen Woche Rebellen ein türkisches Dorf überfallen und wurden zurückgeschlagen und teilweise in Arest genommen. Sollte man nicht meinen, es sei Assads Armee, die die Türkei bedroht? Wie gefärbt alle Informationen sind, weiß niemand zu beurteilen, außer neutrale Syrier und versucht die mal zu finden.

    Es gibt ein Sprichwort: 'Wer mit dem Finger auf Andere zeigt' und Herr Erdoğan ist kein Unschuldsengel und kein sauberer Demokrat. Politisch Inhaftierte gibt es in der Türkei ohne Ende. Von Studenten, Generälen, Staatsanwälten, Journalisten und überhaupt all diejenigen die kritisch sind.
    Dort geht ein viel entscheidenderes Land vor die Hunde und verabschiedet sich von demokratischen Werten, als das in Syrien der Fall ist.

    Wie die Verfassung dort stätig geändert wird, der Laizismus verschwindet, der immer noch als Aushängeschild überall Erwähnung findet, ist spürbar. Die Türkei, von der der Westen träumt, gibt es nicht mehr.
    Was wird wohl aus Syrien, will das wirklich jemand riskieren, dort auch nur irgendeine Seite zu wählen?

  6. Die Welt ist kein Spielbal, so wie einst von Charlie Chaplin dargestellt. Und das die USA und Europäische Staaten Außenpolitisch zocken und um die jeweils besten Karten ringen ist nichts neues. Und der Vorwurf an diese elitäre Pokerrunde lässt sich auch Beweisen. Wie der Topterroristen-Papst Gaddafi nur aufgrund von Geld und Rohstoffen hoffähig wurde. Wie es sein konnte, dass man deutsche Maschinengewehre zu hauf in seinem Arsenal fand.
    Man will uns als dumm verkaufen, erwartet wir würden glauben die Waffen von Hammas, Al-quaida usw. würden vom Himmel fallen.
    Alles hängt miteinander zusammen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters
  • Schlagworte Bürgerkrieg | Katholische Kirche | Benedikt XVI | Vereinte Nationen | Bischof | Papst
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