Syrien-Konflikt USA wollen Lage an türkisch-syrischer Grenze beruhigen
Ein Übergreifen des Bürgerkriegs in Syrien auf Nachbarländer soll verhindert werden, sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta. Die Amerikaner setzen auf Diplomatie.
©Murad Sezer / Reuters

Türkisches Militärfahrzeug in Akcakale an der Grenze zu Syrien
Die USA bemühen sich über ihre diplomatischen Kanäle darum, das Übergreifen des syrischen Bürgerkriegs auf die Türkei zu verhindern. Die Artillerie-Zwischenfälle an der türkischen Grenze in den vergangenen Tagen hätten die Sorge erhöht, dass der Konflikt sich auf Nachbarländer ausweiten könnte, sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta.
Die USA unterstützen die Rebellen in Syrien bisher nur logistisch, da sie fürchten, dass schwere Waffen in die Hände von Terroristen gelangen könnten. Katar und Saudi-Arabien helfen den Rebellen regelmäßig mit Geld und leichten Waffen. Sie würden die syrischen Rebellen gerne mit schweren Waffen beliefern, tun dies aber wegen mangelnder Unterstützung der USA nicht: "Wir benötigen zunächst die Rückendeckung der USA und am besten auch der UNO", sagte Katars Außenstaatssekretär Chaled al-Attijah der New York Times.
Als Reaktion auf weitere Granateneinschläge auf türkischem Boden hatte die Armee am Samstag zurückgefeuert. Damit beschoss die Türkei zur Vergeltung bereits den vierten Tag in Folge Ziele im Nachbarland. Offiziell werten die türkischen Behörden den Vorfall aber nicht als Angriff auf ihr Land. Das syrische Regime schweigt bisher zu den jüngsten Zwischenfällen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle zeigte sich in der Bild am Sonntag beunruhigt: "Ich bin in großer Sorge. Die Lage an der syrisch-türkischen Grenze ist leider sehr ernst."
Syrische Regierungstruppen haben am Sonntag ihre Offensive gegen Rebellen in Aleppo vorangetrieben. Menschenrechtsaktivisten meldeten mehrere Tote. Im Visier der Soldaten waren den Berichten zufolge auch Ortschaften um Damaskus und Dörfer an der Grenze zu Syrien.
Das syrische Staatsfernsehen meldete Gefechte zwischen Soldaten und aus dem Libanon eingedrungenen Bewaffneten. Mehrere der Eindringlinge seien bei den Kämpfen am Samstagabend nahe Homs getötet worden. Die Streitkräfte hätten die beiden Gruppen in den Libanon zurückgedrängt.
Spekulationen über Übergangsregierung
Syriens Vizepräsident Faruk al-Schara könnte nach Einschätzung des türkischen Außenministers Ahmet Davutoglu die Führung einer Übergangsregierung in Syrien übernehmen. Al-Schara sei "ein Mann der Vernunft und des Gewissens" und habe sich nicht an den Massakern in Syrien beteiligt, sagte Davutoglu dem türkischen Fernsehsender TRT. Niemand kenne das System in Syrien besser als al-Schara. Die syrische Opposition sei geneigt, ihn als künftigen Staatschef zu akzeptieren.
Al-Schara ist seit 2006 Stellvertreter von Präsident Baschar al-Assad. Im August hatte es Berichte über eine Desertion al-Scharas gegeben. Nach Angaben der syrischen Opposition soll al-Schara derzeit unter Hausarrest stehen.
Die Beziehungen zwischen Ankara und Damaskus haben sich seit Beginn des Konflikts in Syrien im März 2011 kontinuierlich verschlechtert. Die Türkei unterstützt offen die syrischen Rebellen und fordert den Rücktritt von Präsident Baschar al-Assad.
Die Situation der syrischen Flüchtlinge in Jordanien sei "verheerend", sagte Moritz Wohlrab, Mitarbeiter der Aktion Deutschland Hilft. Den Menschen fehle es an allem, sie hätten keine warme Kleidung oder Decken dabei und seien auf den Winter nicht vorbereitet. Die Spendenbereitschaft der Deutschen sei leider nicht besonders hoch: "Während wir nach den Umweltkatastrophen in Japan und Haiti etwa 12 beziehungsweise 15 Millionen Euro sammeln konnten, stehen uns jetzt gerade einmal 500.000 Euro zur Verfügung. Das reicht längst nicht aus."
- Datum 07.10.2012 - 12:23 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dapd, dpa, Reuters, AFP
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Das Spenden rückläufig sind (seit mehreren Jahren) kann man bei vielen Organisationen feststellen. (woran das wohl liegt...)
Das bei den Umweltkatastrophen mehr gespendet wurde lag auch daran das aktiv seitens der Medien dazu aufgerufen worden ist zu spenden. Und nicht nur passiv in einem Artikel beiläufig erwähnt das es geringere Spenden gibt.
... zu unterstützen, sollte man sie auch dazu zwingen, die Verantwortung für die geflüchteten Bürger Syriens zu übernehmen und humanitäre Hilfe den Flüchtlingen zukommen zu lassen.
Die USA wollen beruhigen? Diese Verbrecher setzen auf Diplomatie? Aha, deswegen liefern sie Mengen an Waffen an die terroristischen Rebellen und bringen Al-Qaida Kämpfer aus Libyen nach Syrien - die Friedensliebe der USA ist mal wieder amüsant.
Und dann erzählt der Herr Verteidigungsminister aller Welt etwas von Artillerieduellen an der türkischen Grenze, wohl wissend, das der syrische Beitrag zu diesen Duellen aus offenbar schlecht oder gar nicht gezielten Granatwerfereinschlägen besteht.
Wobei noch nicht einmal klar ist, ob diese Mörsergranaten von Soldaten der syrischen Armee in das Ofenrohr gesteckt wurden - viel mehr Sinn würde es machen, wenn das "Aktivisten" waren, die so ein Eingreifen der türkischen Streikräfte provozieren wollen.
Und dann erzählt der Herr Verteidigungsminister aller Welt etwas von Artillerieduellen an der türkischen Grenze, wohl wissend, das der syrische Beitrag zu diesen Duellen aus offenbar schlecht oder gar nicht gezielten Granatwerfereinschlägen besteht.
Wobei noch nicht einmal klar ist, ob diese Mörsergranaten von Soldaten der syrischen Armee in das Ofenrohr gesteckt wurden - viel mehr Sinn würde es machen, wenn das "Aktivisten" waren, die so ein Eingreifen der türkischen Streikräfte provozieren wollen.
Die USA hat ja nicht gerade den Ruf ein guter Diplomat zu sein. Egal um was es geht. Die USA ist immer die Partei, die am einseitigsten Stellung bezieht. Eine frau Clinton, die bei jeder Gelegenheit völlig einseitig und harsch Stellung bezieht und Diplomatie? Wie past das zusammen?
Es ist völlig unrealistisch, dass Saudi-Arabien und Katar die Milizen ohne Zustimmung der USA bewaffnen. Diese beiden Länder sind militärische Proxies der USA und die Zusammenarbeit in Militär und Geheimdient ist eng verzahnt. "Wir liefern nur zivile Hilfe" ist eien Farce. Wenn die USA diese Waffenhilfe (und Anwerbung von Söldnern mit hunderten Millionen Petrodollarn) nicht wollen würden, würde es sie nicht geben.
Dieser Konflikt spitzt sich immer weiter zu, weil die USA es so wollen bzw. genau so bereitwillig zulassen. Einseitige Unterstützung der völlig diplomatieunwilligen SNC und FSA udn Ignorierung der anderen Oppositionsgruppen (die nicht im Ausland sitzen und auch Bilderbergtreffen gehen) sprechen hier eine deutliche Sprache.
Und da Wahlkampf ist, darf man sich dann medienwirksam als diplomatischer Mediator in Szene setzen. Sic!
wie kommen diese dann an Munition aus NATO Beständen?
Die türkische Zeitung Yurt schreibt in Ihrer aktuellen Ausgabe, dass die Granaten die auf Akçakale abgefeuert wurden aus NATO Beständen stammt.
Ein nicht belegbare Behauptung? Bitte, hier Bilder von syrischen Terroristen mit 120mm Mörser Granaten.
http://3.bp.blogspot.com/...
http://3.bp.blogspot.com/...
Anhand der LOT Nummer lässt sich belegen, dass diese Granate aus Beständen europäischer Rüstungsfirmen stammen.
Die USA wollen die Situation beruhigen? Mit Diplomatie? Erst rüsten sie die "Rebellen" heimlich mit Waffen aus und nun wollen sie auf Diplomatie setzen?
http://www.welt.de/politi...
"Allerdings hat US-Außenministerin Hillary Clinton diese Woche signalisiert, die USA wollten die Hilfen für die Aufständischen ausweiten. Nach Informationen von Reuters bereiten die Mitarbeiter von Präsident Barack Obama einen Entwurf vor, nach dem die verdeckte Unterstützung der Rebellen verstärkt werden soll."
Obama hat aus den USA einen Polizeistaat gemacht (http://www.tagesschau.sf.... oder auch hier http://www.wsws.org/de/20...) und rüstet auf was das Zeug hält (http://www.spiegel.de/pol...) aber die "Zeit" titelt "USA wollen Lage an türkisch-syrischer Grenze beruhigen".
Gut, dass die USA unsere philanthropischen Freunde sind und Obama den Friedensnobelpreis inne hat. Dann brauchen wir uns ja keine Sorgen mehr machen.
heimlich? Offener ging es doch gar nicht
heimlich? Offener ging es doch gar nicht
heimlich? Offener ging es doch gar nicht
"Sie würden die syrischen Rebellen gerne mit schweren Waffen beliefern, tun dies aber wegen mangelnder Unterstützung der USA nicht: "Wir benötigen zunächst die Rückendeckung der USA und am besten auch der UNO", sagte Katars Außenstaatssekretär Chaled al-Attijah der New York Times."
Auch Deutschland sollte in dieses Geschäft einsteigen und den Rebellen schwere Waffen zur Verfügung stellen. Westerwelles Besorgnis über die "leider sehr ernste Lage an der syrischen Grenze" ist ein Lippenbekenntnis, solange er die nötigen Schritte nicht unternimmt, um diese Lage zu verbessern. Durch offensive Beteiligung könnte sich Deutschland auch in eine gute Startposition im dann kommenden Wiederaufbau- und Demokratisierungsprozess bringen.
Mir scheint der Vorschlag, den bereits semidemokratisch gewählten Ex-Vizepräsidenten Syriens zum Chef der Übergangsregierung zu machen, sehr weise. Dieser Mann hat Beziehungen, und seit 2006 wohl auch die nötige Methodik erlernt, um Al Quaida Terroristen zu bekämpfen.
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