BürgerkriegIslamisten lehnen Waffenruhe in Syrien ab

Die syrische Führung hat laut UN-Gesandtem Brahimi einem vorübergehenden Waffenstillstand zugestimmt. Die Regierung und Rebellen aber relativieren inzwischen.

Ein syrischer Aufständischer schießt in Aleppo auf eine Stellung von Regierungstruppen.

Ein syrischer Aufständischer schießt in Aleppo auf eine Stellung von Regierungstruppen.

Die syrische Regierung hat Meldungen zurückgewiesen, sie habe einer Feuerpause während des islamischen Opferfestes zugestimmt, und eine Entscheidung darüber für Donnerstag angekündigt.

Der internationale Sonderbeauftragte Lakhdar Brahimi hatte zuvor erklärt, die Regierung in Damaskus hätte den Waffenstillstand zugesichert. Brahimi sagte auf einer Pressekonferenz in Kairo, er habe dies bei seinen Gesprächen in Damaskus erreicht. Eine offizielle Erklärung des Regimes sei in Kürze zu erwarten.

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Brahimi hatte auch gesagt, die meisten Rebellenführer, die er in den vergangenen Tagen kontaktiert habe, hätten sich zu der Waffenruhe bereit erklärt. Allerdings hat die islamistische Rebellengruppe Al-Nusra-Front ein Aussetzen der Kampfhandlungen inzwischen abgelehnt. "Es gibt keine Waffenruhe zwischen uns und diesem sündigenden Regime, welches das Blut von Muslimen vergießt", zitierte das US-Unternehmen SITE aus einer Erklärung der Gruppe. SITE hat sich auf die Überwachung islamistischer Web-Seiten spezialisiert.

Das Opferfest beginnt am Freitag und dauert vier Tage. Brahimi hatte gesagt, er rechne damit, dass die Feuerpause spätestens am Donnerstag verkündet werde.

Der von den Vereinten Nationen und der Arabischen Liga beauftragte Brahimi hatte die Konfliktparteien aufgefordert, aus Anlass des Opferfestes Eid al-Adha das Feuer einzustellen. Die Opposition war zuletzt jedoch skeptisch, ob sich die Regierung an eine solche Vereinbarung halten würde.

Der bislang letzte Waffenstillstand war im April nach wenigen Tagen gescheitert. Brahimis Vorgänger Kofi Annan, der die damalige Feuerpause vermittelt hatte, trat kurz darauf zurück.

In dem seit 19 Monaten andauernden Aufstand gegen Präsident Baschar al-Assad sind inzwischen etwa 30.000 Menschen getötet worden.

 
Leserkommentare
  1. Es ist doch eindeutig, dass die Regierung es mit diversen bewaffneten Gruppen zutun hat, die unterschiedliche Interessen haben. Nachdem "nur EINIGE Rebellentruppen" dem Waffenstillstand zugestimmt haben ist klar, dass es bald wieder los geht und man das der Regierung in die Schuhe schieben wird.

    Wie soll also eine Regierung mit "der Opposition" in ernstahfte Verhandlungen eintreten, wenn "nur einige Rebellengruppen" überhaupt zur Kommunikation bereits ind, andere nicht? Mit wem soll man denn verhandeln und vor allem, was bringt es nur mit einem Teil zu verhandeln, während die anderen munter drauf los ballern.

    Erst kürzlich sind ja jemenitische Soldaten an der Grenze von "Rebellengruppen" getötet worden. Wieso nur?

    12 Leserempfehlungen
    • Slater
    • 24.10.2012 um 12:29 Uhr
    2. 30.000

    "In dem seit 19 Monaten andauernden Aufstand gegen Präsident Baschar al-Assad sind inzwischen etwa 30.000 Menschen getötet worden."

    sind diese erschreckenden Opfer bzw. der Oppositionsanteil davon zigtausend Terroristen?
    hat es je auf der Welt eine solche Ansammlung gegeben, kämpfend?
    da kommt selbst Taliban ins Schwitzen

    wieviel wahrscheinlicher und belegter sind dagegen einzelne Machthaber zweifelhaften Antriebs, die hunderttausende Soldaten herumscheuchen?

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    aber da rennen Sie hier im Forum gegen eine Wand =)
    Islamistische/Radikale Elemente, die ja auch keiner bestreiten will, verleiten einige der äußerst reflektierten Forumsteilnehmer die Schwarz-Weißmalerei, die sie sonst anprangern, im neuen Kontext selbst zu übernehmen und einfach mal den gesamten Aufstand als terroristisch abzustempeln...

    aber da rennen Sie hier im Forum gegen eine Wand =)
    Islamistische/Radikale Elemente, die ja auch keiner bestreiten will, verleiten einige der äußerst reflektierten Forumsteilnehmer die Schwarz-Weißmalerei, die sie sonst anprangern, im neuen Kontext selbst zu übernehmen und einfach mal den gesamten Aufstand als terroristisch abzustempeln...

  2. Nimmt man die Zahlen der Pommesbude aus England,

    dann gilt folgende Rechnung:

    Gesamtopfer ca. 30.000
    ./. getötete Soldaten und Polizisten ca. - 8.000
    -----------
    22.000

    In den 22.000 sind nahc Eingeständnis der Pommesbude aus England dann auch die bewaffneten Gruppen (teils aus dem Ausland) enthalten. Es dürften also an unbewaffneten Zivilisten (unter Annahme ausgewogener Zahlen zwischen Soldaten/Terroristen)ca. 15.000 sein.

    Die USA haben es mit ihren Night Raids in Afghanistan alleine geschafft soviele Zivilisten zu töten. DIe anderen EInsätze, wie auch die Verwendung von Streubomben gar nicht mit eingerechnet.

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  3. aber da rennen Sie hier im Forum gegen eine Wand =)
    Islamistische/Radikale Elemente, die ja auch keiner bestreiten will, verleiten einige der äußerst reflektierten Forumsteilnehmer die Schwarz-Weißmalerei, die sie sonst anprangern, im neuen Kontext selbst zu übernehmen und einfach mal den gesamten Aufstand als terroristisch abzustempeln...

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    Antwort auf "30.000"
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    die Frage war stets, ob eine friedliche Variante nicht deutlich sinnvoller für Syrien gewesen wäre, als sich zu radikalisieren, sich von Terroristen und Söldnern helfen zu lassen und sein Land in einen Bürgerkrieg zu stürzen. Ich empfinde einen Bürgerkrieg einfach als extrem unpatriotisch und egoistisch und das anmaßenste daran ist die Begründung, man tue dies ja für das syrische Volk, obwohl sich dieses sicher einige mehr Freiheiten und Rechtsstaatlichkeit gewünscht hätte. Sicher auch mehr politische Partizipation, aber unter Garantie keinen Bürgerkrieg, auf dem Rücken der Bevölkerung und dabei spielen die unterschiedlichen Religionen keine Rolle.
    Hier wird also nicht schwarz weiß gemalt, sondern in der Regel einfach die Meldungen sinnvoll eränzt, für eine gewisse Ausgeglichenheit und daran ist die extrem einseitige Berichterstattung schuld. Wenn man schon wieder liest"Die Opposition war zuletzt jedoch skeptisch, ob sich die Regierung an eine solche Vereinbarung halten würde." Umkekehrt nicht? Hier wird medial ein Bild suggeriert, dass nur die Regierung die Waffenruhe brechen würde. Das war aber bereits damals nicht der Fall. Die Waffenruhe endete damals mit dem Hulamassaker, welches in der faz glaubwürdig rekonstruiert wurde. Bleibt zu hoffen, dass das den Syrern und Minderheiten diesmal erspart bleibt

    die Frage war stets, ob eine friedliche Variante nicht deutlich sinnvoller für Syrien gewesen wäre, als sich zu radikalisieren, sich von Terroristen und Söldnern helfen zu lassen und sein Land in einen Bürgerkrieg zu stürzen. Ich empfinde einen Bürgerkrieg einfach als extrem unpatriotisch und egoistisch und das anmaßenste daran ist die Begründung, man tue dies ja für das syrische Volk, obwohl sich dieses sicher einige mehr Freiheiten und Rechtsstaatlichkeit gewünscht hätte. Sicher auch mehr politische Partizipation, aber unter Garantie keinen Bürgerkrieg, auf dem Rücken der Bevölkerung und dabei spielen die unterschiedlichen Religionen keine Rolle.
    Hier wird also nicht schwarz weiß gemalt, sondern in der Regel einfach die Meldungen sinnvoll eränzt, für eine gewisse Ausgeglichenheit und daran ist die extrem einseitige Berichterstattung schuld. Wenn man schon wieder liest"Die Opposition war zuletzt jedoch skeptisch, ob sich die Regierung an eine solche Vereinbarung halten würde." Umkekehrt nicht? Hier wird medial ein Bild suggeriert, dass nur die Regierung die Waffenruhe brechen würde. Das war aber bereits damals nicht der Fall. Die Waffenruhe endete damals mit dem Hulamassaker, welches in der faz glaubwürdig rekonstruiert wurde. Bleibt zu hoffen, dass das den Syrern und Minderheiten diesmal erspart bleibt

    • TddK
    • 24.10.2012 um 12:51 Uhr

    Entfernt. Bitte belegen Sie Ihre Aussagen mit seriösen Quellen. Danke, die Redaktion/ls

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    • TddK
    • 24.10.2012 um 14:45 Uhr

    Entfernt. Bitte richten Sie Rückfragen zu unserer Moderation direkt an communiy@zeit.de. Danke, die Redaktion/jp

    • TddK
    • 24.10.2012 um 14:45 Uhr

    Entfernt. Bitte richten Sie Rückfragen zu unserer Moderation direkt an communiy@zeit.de. Danke, die Redaktion/jp

    • HaJuQu
    • 24.10.2012 um 12:58 Uhr
    6. [...]

    Entfernt. Bitte verfassen Sie differenzierte Kommentare und verzichten auf Unterstellungen. danke, die Redaktion/ls

    7 Leserempfehlungen
  4. die Frage war stets, ob eine friedliche Variante nicht deutlich sinnvoller für Syrien gewesen wäre, als sich zu radikalisieren, sich von Terroristen und Söldnern helfen zu lassen und sein Land in einen Bürgerkrieg zu stürzen. Ich empfinde einen Bürgerkrieg einfach als extrem unpatriotisch und egoistisch und das anmaßenste daran ist die Begründung, man tue dies ja für das syrische Volk, obwohl sich dieses sicher einige mehr Freiheiten und Rechtsstaatlichkeit gewünscht hätte. Sicher auch mehr politische Partizipation, aber unter Garantie keinen Bürgerkrieg, auf dem Rücken der Bevölkerung und dabei spielen die unterschiedlichen Religionen keine Rolle.
    Hier wird also nicht schwarz weiß gemalt, sondern in der Regel einfach die Meldungen sinnvoll eränzt, für eine gewisse Ausgeglichenheit und daran ist die extrem einseitige Berichterstattung schuld. Wenn man schon wieder liest"Die Opposition war zuletzt jedoch skeptisch, ob sich die Regierung an eine solche Vereinbarung halten würde." Umkekehrt nicht? Hier wird medial ein Bild suggeriert, dass nur die Regierung die Waffenruhe brechen würde. Das war aber bereits damals nicht der Fall. Die Waffenruhe endete damals mit dem Hulamassaker, welches in der faz glaubwürdig rekonstruiert wurde. Bleibt zu hoffen, dass das den Syrern und Minderheiten diesmal erspart bleibt

    4 Leserempfehlungen
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    • Plor
    • 24.10.2012 um 13:30 Uhr

    "Die Waffenruhe endete damals mit dem Hulamassaker, welches in der faz glaubwürdig rekonstruiert wurde. Bleibt zu hoffen, dass das den Syrern und Minderheiten diesmal erspart bleibt"

    Die FAZ übernahm in diesem Fall unkritisch die Berichterstattung von Sana, um Anti-Assad-Milizen für das Massaker verantwortlich zu machen. Sowohl die UNO als auch HRW als auch das Gros der Presse (inkl. Blättern, die nicht im Verdacht stehen, einseitig aus Syrien zu berichten), rekonstruierten weitaus überzeugender, dass für das Massaker mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit Shabiha-Milizen und regimetreue Kämpfer verantwortlich sind.

    http://arprin.wordpress.c...

    ob eine friedliche Variante nicht deutlich sinnvoller für Syrien gewesen wäre

    Das nennt man Pragmatismus. Leider ist Pragmatismus aber in dieser speziellen Region schon lange von Ideologie abgelöst worden. Selbst eine zahlenmäßig zu 2/3 überlegene friedliche Opposition kann nichts ausrichten, wenn die Radikalen die Waffen in der Hand und die Medienhoheit haben.

    Ich befürchte ja, wir werden in den nächsten Tagen wieder ein Massaker vorgesetzt bekommen. Vermutlich irgentwo im Norden in der Gegend von Maarat al-Numan, wo gerade versucht wird der syrischen Armee die nachschubsrouten abzuschneiden.

    inwiefern der Inhalt meines Kommentars gegen ihre Ausführungen spricht. Ich habe lediglich angekreidet, dass hier im Forum zu oft zugunsten der Assad-Regierung argumentiert wird und die Opposition unter dem Sammelbegriff Terroristen zusammengefasst wird.
    Das friedliche Verhandlungen besser sind als Bürgerkrieg etc versteht sich ja wohl von selbst.

    • Plor
    • 24.10.2012 um 13:30 Uhr

    "Die Waffenruhe endete damals mit dem Hulamassaker, welches in der faz glaubwürdig rekonstruiert wurde. Bleibt zu hoffen, dass das den Syrern und Minderheiten diesmal erspart bleibt"

    Die FAZ übernahm in diesem Fall unkritisch die Berichterstattung von Sana, um Anti-Assad-Milizen für das Massaker verantwortlich zu machen. Sowohl die UNO als auch HRW als auch das Gros der Presse (inkl. Blättern, die nicht im Verdacht stehen, einseitig aus Syrien zu berichten), rekonstruierten weitaus überzeugender, dass für das Massaker mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit Shabiha-Milizen und regimetreue Kämpfer verantwortlich sind.

    http://arprin.wordpress.c...

    ob eine friedliche Variante nicht deutlich sinnvoller für Syrien gewesen wäre

    Das nennt man Pragmatismus. Leider ist Pragmatismus aber in dieser speziellen Region schon lange von Ideologie abgelöst worden. Selbst eine zahlenmäßig zu 2/3 überlegene friedliche Opposition kann nichts ausrichten, wenn die Radikalen die Waffen in der Hand und die Medienhoheit haben.

    Ich befürchte ja, wir werden in den nächsten Tagen wieder ein Massaker vorgesetzt bekommen. Vermutlich irgentwo im Norden in der Gegend von Maarat al-Numan, wo gerade versucht wird der syrischen Armee die nachschubsrouten abzuschneiden.

    inwiefern der Inhalt meines Kommentars gegen ihre Ausführungen spricht. Ich habe lediglich angekreidet, dass hier im Forum zu oft zugunsten der Assad-Regierung argumentiert wird und die Opposition unter dem Sammelbegriff Terroristen zusammengefasst wird.
    Das friedliche Verhandlungen besser sind als Bürgerkrieg etc versteht sich ja wohl von selbst.

    • Plor
    • 24.10.2012 um 13:30 Uhr

    "Die Waffenruhe endete damals mit dem Hulamassaker, welches in der faz glaubwürdig rekonstruiert wurde. Bleibt zu hoffen, dass das den Syrern und Minderheiten diesmal erspart bleibt"

    Die FAZ übernahm in diesem Fall unkritisch die Berichterstattung von Sana, um Anti-Assad-Milizen für das Massaker verantwortlich zu machen. Sowohl die UNO als auch HRW als auch das Gros der Presse (inkl. Blättern, die nicht im Verdacht stehen, einseitig aus Syrien zu berichten), rekonstruierten weitaus überzeugender, dass für das Massaker mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit Shabiha-Milizen und regimetreue Kämpfer verantwortlich sind.

    http://arprin.wordpress.c...

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    warum alawitische Familien die Opfer waren ;) in der faz gab es mehrere Artikel dazu und richtig stutzig sollte man werden, wenn man bedenkt, wie sich das mediale Interesse zu dem Fall von purer Entrüstung hin zu wir-schreiben-nicht-mehr-darüber gewandelt hat. Egal wie man es dreht, bleiben berechtigte Zweifel.

    • towely
    • 24.10.2012 um 14:22 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Spekulationen. Danke, die Redaktion/jp

    • towely
    • 24.10.2012 um 16:47 Uhr

    darüber lässt sich nur spekulieren. Sie sollten nicht alles glauben, was man ihnen auftischt.

    warum alawitische Familien die Opfer waren ;) in der faz gab es mehrere Artikel dazu und richtig stutzig sollte man werden, wenn man bedenkt, wie sich das mediale Interesse zu dem Fall von purer Entrüstung hin zu wir-schreiben-nicht-mehr-darüber gewandelt hat. Egal wie man es dreht, bleiben berechtigte Zweifel.

    • towely
    • 24.10.2012 um 14:22 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Spekulationen. Danke, die Redaktion/jp

    • towely
    • 24.10.2012 um 16:47 Uhr

    darüber lässt sich nur spekulieren. Sie sollten nicht alles glauben, was man ihnen auftischt.

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