Syrische Passagiermaschine, die von der Türkei zur Landung gezwungen wurde ©Cem Oksuz/Anadolu Agency/dpa

Die Türkei hat ihren Luftraum für syrische Passagiermaschinen gesperrt. Der Luftraum sei bereits am Samstag für zivile Flugzeuge geschlossen worden, sagte der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu. Zuvor war dies bereits für Militärmaschinen entschieden worden. Grund sei, dass das syrische Verteidigungsministerium Passagiermaschinen zum Transport militärischer Fracht nutze.

Die Türkei reagierte auf einen ähnlichen Beschluss Syriens . Am Vortag hatte die Führung in Damaskus ihrerseits türkischen Fluggesellschaften das Überfliegen des syrischen Staatsgebiets verboten.

Die gegenseitigen Luftraum-Sperrungen sind Folge eines Vorfalls vom Mittwoch. Die türkische Luftwaffe hatte ein syrisches Passagierflugzeug zur Landung gezwungen und nach Waffen durchsucht. Der Regierung in Ankara zufolge hatte das Flugzeug Rüstungsteile und Munition für das Assad-Regime geladen, was von Syrien und Russland dementiert wurde.

Zwischen der Türkei und Syrien hat sich der Umgangston in den vergangenen Tagen deutlich verschärft. Im türkischen Grenzgebiet schlagen immer wieder Granaten aus Syrien ein. Die Türkei reagierte mit Gegenbeschuss .

Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle war am Samstag zu Gesprächen nach Istanbul gereist, um die Konfliktparteien zu Besonnenheit aufzurufen. Er stellte aber klar, dass Deutschland eindeutig an der Seite der Türkei stehe und auch die erzwungene Landung des syrischen Zivilflugzeuges verstehe.