USAWarum ich mir die Republikaner lobe

Die Republikaner sollen dumm und rückwärtsgewandt sein? Nur, wenn man der demokratischen Propaganda-Maschine verfällt.

Es gibt einen Grund dafür, dass ich mir die Republikaner lobe und die Demokraten kritisiere. Obwohl ich die Demokraten wähle. Dieses Paradox hat etwas damit zu tun, dass die Republikaner in der Öffentlichkeit missverstanden werden – und die Demokraten auch.

Die beiden Partien waren nicht immer so, wie sie heute sind. Im 19. Jahrhundert waren die Demokraten die Partei des Ku Klux Klan und die Republikaner diejenigen, die sich erfolgreich gegen die Sklaverei gestellt hatten (die Partei wurde von Abraham Lincoln mitbegründet).

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Ich weiß auch nicht, wie sie es gedreht haben, aber heute sind die Demokraten die "Guten" und die Republikaner die "Bösen". Zumindest behaupten sie das. In Wahrheit hat diese moralische Unterscheidung mehr mit Wahlkampf zu tun als mit Politik selbst.

Eric T. Hansen

Eric T. Hansen ist Amerikaner, Buchautor (Planet Germany) und Satiriker, der sein halbes Leben in Deutschland lebte, heute in Berlin. Sein aktuelles Buch ist Die ängstliche Supermacht: Warum Deutschland endlich erwachsen werden muss. Auf ZEIT ONLINE erklärt er einmal in der Woche die Eigenheiten seiner Heimat – und der Deutschen.

Der politische Dialog zwischen Demokraten und Republikanern ist heute fast so hysterisch und irrational wie in den 1970ern vor dem Hintergrund des Vietnamkrieges. Was auch immer die eine Seite vorschlägt, die andere muss es verteufeln. Zum Beispiel Obamas Gesundheitsreform: Während der Bush-Jahre wollten die Republikaner eigentlich fast die gleiche Gesundheitsreform durchsetzen, aber kaum machte Obama sie zum Thema, waren sie dagegen.

Diese Polarisierung fing in den siebziger Jahren an – und zwar mit den Demokraten. Vor dem Hintergrund des Vietnamkriegs und dann Watergate konnten sie sich leicht als die "Guten" positionieren: Sie waren gegen den Krieg (obwohl sie ihn unter Kennedy angefangen hatten), sie waren für den Fortschritt, sie waren die Retter der Armen und der Minderheiten, Beschützer der Witwen und Waisen…

Nur im praktischen politischen Leben setzen sie erstaunlich wenig von ihren Zielen durch. Obama hat zwar seine Gesundheitsreform durchgeboxt, aber das allein löst keine Probleme wie Armut, Bildung und Diskriminierung. Dazu müsste man viel weiter gehen.

Reagan rettete Republikaner aus der Versenkung

Andererseits tun die "bösen" Republikaner mehr für die Armen, als es ihrem Image entspricht. Das betrifft selbst die oft verschrienen "Steuerkürzungen für Reiche" unter George W. Bush: Sie beinhalteten nämlich auch, dass rund 46 Prozent der Amerikaner keine Steuern auf Bundesebene mehr zahlen mussten – für viele einkommensschwache Familien eine große Erleichterung. (Das waren die berühmten "47 Prozent Schmarotzer", die Mitt Romney im Sinn hatte.)

Nach Watergate war es Ronald Reagan, der die Republikaner aus der Versenkung rettete, und zwar mit einer Flucht nach vorn: Die Demokraten wollen die "Guten" sein? Kein Problem: Fortan waren die Republikaner eben "die wahren Amerikaner", die Anti-Demokraten, die Schützer der echten amerikanischen Werte.

Die Republikaner sollten die "Bösen" sein? Na gut: Ab jetzt waren die Demokraten dafür die überkandidelten, realitätsfernen Träumer und Schmarotzer, die mit ihrem naiven Gutmenschentum nur Unheil anrichteten.

Leserkommentare
  1. "In Deutschland ist das Prinzip "links gut, rechts schlecht" übrigens ebenso beliebt wie in Amerika."

    Das sieht man ja vor allem am Wahlverhalten der deutschen Bevölkerung.

    "Hier ist jeder Republikaner grundsätzlich dumm, rückwärtsgewandt, dem Kapital hörig, kriegslüstern und gewissenlos;"

    Bei dem, was Bush so alles verzapft hat und dafür auch volle Rückendeckung bekam, drängt sich dieser Eindruck geradezu auf.

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    Also wenn man sich Merkel ansieht.....da ist rechts noch viel Platz wo die CDU stehen könnte, Strauss, Adenauer usw. sind da schon deutlich anders gestanden und das hat auch damit zu tun das jeder der sich heute offen als rechts deklariert schief angeschaut wird.

    Der Schreiber hat es im Artikel schon beschrieben: Die Anfänge des Vietnamkrieges gehen auf Kennedy (Democrat), die dramatische Eskalation auf Johnson (ebenfalls Democrat) zurück.

    Seit dem zweiten Weltkrieg gibt es nur zwei Präsidenten, die nicht ihre eigenen Kriege gestartet haben: Eisenhower (Republican) und Obama (Democrat).

    Schwarz-Weiss-Sicht ist in dieser Hinsicht also unangebracht.

    Warum muss eigentlich bei jedem artikel von herrn hansen dem autor uneingeschraenkt recht geben.
    Danke, dass sie seinen artikel so eindrucksvoll bestaetigt haben.

    Also wenn man sich Merkel ansieht.....da ist rechts noch viel Platz wo die CDU stehen könnte, Strauss, Adenauer usw. sind da schon deutlich anders gestanden und das hat auch damit zu tun das jeder der sich heute offen als rechts deklariert schief angeschaut wird.

    Der Schreiber hat es im Artikel schon beschrieben: Die Anfänge des Vietnamkrieges gehen auf Kennedy (Democrat), die dramatische Eskalation auf Johnson (ebenfalls Democrat) zurück.

    Seit dem zweiten Weltkrieg gibt es nur zwei Präsidenten, die nicht ihre eigenen Kriege gestartet haben: Eisenhower (Republican) und Obama (Democrat).

    Schwarz-Weiss-Sicht ist in dieser Hinsicht also unangebracht.

    Warum muss eigentlich bei jedem artikel von herrn hansen dem autor uneingeschraenkt recht geben.
    Danke, dass sie seinen artikel so eindrucksvoll bestaetigt haben.

    • Oskaar
    • 23.10.2012 um 16:32 Uhr
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    Bei mir ist das Verhalten, seit Bush und Rumsfeld praktisch nicht mehr in den Medien auftauchen, schon fast wieder verschwunden.

    Bei mir ist das Verhalten, seit Bush und Rumsfeld praktisch nicht mehr in den Medien auftauchen, schon fast wieder verschwunden.

  2. Ich habe hier vor Jahren erklärt, wie die Demokraten und Reps die "Seiten" gewechselt haben:

    http://www.heise.de/tp/ar...

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  3. 4. Danke

    Herr Hanse, ihre Kommentare sind ein echtes Schmuckstück für diese Seite und die dahinter stehende Zeitung. Vielen Dank dafür!

    A propos Merkel:
    Das Problem bei Merkel ist, dass sie für nichts steht und alles tut und doch nichts.

    Menschen wollen sich gerne hinter eine Idee stellen, wünschen sich Ziele für die Zukunft und sie wollen dafür arbeiten das alles besser wird. Frau Merkel bietet nichts davon an. Was sie anbietet ist alles und nichts. Er Hü und dann Hott oder dich wieder Hü oder war's Hott?

    Erst erklärt sie Atomkraft für das Nonplusultra, dann ist es auf einmal die Energiewende. Sie nominiert einen Präsidenten den niemand will und der nichts kann ausser Geschenke annehmen, weshalb sie dann später den Präsidenten beruft, den alle wollen und sie auf einmal auch. Dann stellt sie sich hinter einen Minister der sich moralisch nicht einwandfrei verhält, mit der Begründung das sei keine Anforderung für sie, nur um ihn dann doch zu entlassen. Und ganz zu schweigen von den etlichen Gesetzen die das Verfassungsgericht wieder kassieren muss.

    Man kann Fraue Merkel nichts vorwerfen, weil sie jeden Tag ihre Meinung ändert.

    Merkel und Romney würden sich jedenfalls blendend verstehen - da bin ich mir sicher.

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    mit einer sogenannten Persönlichkeitspaltung regiert ?

    mit einer sogenannten Persönlichkeitspaltung regiert ?

  4. Ich bin der meinung, dass sich Republikaner und Demokraten beide nicht viel nehmen. Sie sind beide ideologisch und beide werden an der Misere in den USA nichts ändern können, solange die Politik von Großkapital und Wirtschaft dominiert wird.

    Trotzdem glaube ich aber, dass Obama für den amerikanischen Arbeitnehmer die bessere Wahl ist. Denn Romney will Steuersenkungen für Reiche. Dies bedeutet, die Mittelschicht muss mehr zahlen oder es werden noch mehr Leistungen gestrichen.

    Obama ist ganz sicher kein Sozialist. Nichtmal links ist er. Wenn die Amerikaner aber Romney - einen Ex-Hedgefonds-Manager - wählen, dann ist ihnen einfach nicht mehr zu helfen.

    Die Reformen, die die USA braucht - nämlich drastische Einsparungen im Militärhaushalt zugunsten von Infrastrukturprojekten - wird keiner der beiden durchsetzen können.

    Amerika braucht keine Wahl, sondern eine Revolution.

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    • GDH
    • 23.10.2012 um 17:13 Uhr

    Wenn man nur zwei Parteien (oder Kandidaten) zur Auswahl hat, werden eben geringfügige Unterschiede großgeredet.
    In den Punkten, die mir persönlich wichtig sind, erkenne ich keine großen Unterschiede zwischen den US-Präsidentschaftskandidaten. Das Gleiche gilt für die beiden großen Parteien (und ihre Kandidaten) in Deutschland.

    Als Deutscher kennt man die kleinen Parteien, die dem großen Partner zumindest beim größten Unfug in die Parade fallen (sei es, dass die FDP eine wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung verhindert oder dass die die Grünen schon vor über 10 Jahren das EEG durchgesetzt haben - jeder hat da natürlich seine eigenen Vorlieben).
    Bei den US-Wahlen kennt man als Deutscher oft nur die beiden Parteien (und ihre Kandidaten). Da muss man sich quasi nur aussuchen, wer besser als Feindbild taugt (und da bieten die Republikaner zumindest sei Bush die größere Zielscheibe...).

    "Amerika braucht keine Wahl, sondern eine Revolution."

    Deutschland etwa nicht? Das angesichts des Augiasstall an Parteienfilz, politischer Korrektheit, demographischer Misere, fehlende wirksame familienpolitische Maßnahmen, Auspressung des Mittelstandes als der immer noch tragenden Säule der Gesellschaft von allen Seiten durch den Doppelschlag von Steuern und Abgaben, wirtschaftspolitische Geisterfahrt und Blindflug hinsichtlich des Euro-Kurse und der "Rettungsschirme", ideologische Fixiertheit der Parteien in ihren politischen Schützengräben und und und.

    braucht eine Revolution, aber in den USA, sozusagen als dem Kern dieses teuflischen Systems, wird sie als letztes ankommen; da gehe ich - fast - jede Wette ein. Jahrzehnte, nein: Jahrhunderte an Indoktrination mit dem totalitären Gedankengut des Kapitalismus gehen eben doch nicht spurlos an einem vorüber.

    • GDH
    • 23.10.2012 um 17:13 Uhr

    Wenn man nur zwei Parteien (oder Kandidaten) zur Auswahl hat, werden eben geringfügige Unterschiede großgeredet.
    In den Punkten, die mir persönlich wichtig sind, erkenne ich keine großen Unterschiede zwischen den US-Präsidentschaftskandidaten. Das Gleiche gilt für die beiden großen Parteien (und ihre Kandidaten) in Deutschland.

    Als Deutscher kennt man die kleinen Parteien, die dem großen Partner zumindest beim größten Unfug in die Parade fallen (sei es, dass die FDP eine wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung verhindert oder dass die die Grünen schon vor über 10 Jahren das EEG durchgesetzt haben - jeder hat da natürlich seine eigenen Vorlieben).
    Bei den US-Wahlen kennt man als Deutscher oft nur die beiden Parteien (und ihre Kandidaten). Da muss man sich quasi nur aussuchen, wer besser als Feindbild taugt (und da bieten die Republikaner zumindest sei Bush die größere Zielscheibe...).

    "Amerika braucht keine Wahl, sondern eine Revolution."

    Deutschland etwa nicht? Das angesichts des Augiasstall an Parteienfilz, politischer Korrektheit, demographischer Misere, fehlende wirksame familienpolitische Maßnahmen, Auspressung des Mittelstandes als der immer noch tragenden Säule der Gesellschaft von allen Seiten durch den Doppelschlag von Steuern und Abgaben, wirtschaftspolitische Geisterfahrt und Blindflug hinsichtlich des Euro-Kurse und der "Rettungsschirme", ideologische Fixiertheit der Parteien in ihren politischen Schützengräben und und und.

    braucht eine Revolution, aber in den USA, sozusagen als dem Kern dieses teuflischen Systems, wird sie als letztes ankommen; da gehe ich - fast - jede Wette ein. Jahrzehnte, nein: Jahrhunderte an Indoktrination mit dem totalitären Gedankengut des Kapitalismus gehen eben doch nicht spurlos an einem vorüber.

    • mwwbf
    • 23.10.2012 um 16:44 Uhr

    ...der Autor nimmt es auch nicht sehr genau!

    "Der Mord an Amerikanern ist nicht optimal"

    Das ist genau die Art von Story die man sich auf Bullshit Mountain erspinnt.

    Aber Kontext spielt im Wahlkampf schon lange keine Rolle mehr.

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  5. Hallo Herr Hansen,

    Sie schrieben:

    "Wie effektiv die demokratische Propaganda-Maschine ist, sieht man selbst in Deutschland: Hier ist jeder Republikaner grundsätzlich dumm, rückwärtsgewandt, dem Kapital hörig, kriegslüstern und gewissenlos;
    ..."

    Nun, ein gewisses Maß an Voreingenommenheit sollten Sie uns nicht so arg nachtragen. Denn die meisten von uns haben einen amerikanischen Präsidenten zum ersten Mal so richtig wahrgenommen, als er uns quasi die Freundschaft gekündigt hat.
    Dieser Mann war ein Republikaner und verkörperte nach dem Empfinden vieler Menschen in unserem Land eine Reihe (wenn nicht gar alle...) der von Ihnen genannten Eigenschaften.
    Um das -natürlich nur ganz subjektiv- zu erkennen, brauchten wir jedoch keine 'Propaganda-Maschine' der Demokraten. Denn dieses Image hat sich der o.g. Herr nahezu ohne fremde Hilfe 'erarbeitet'.

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    Die auch in Deutschland geschätzt werden.

    John McCain, "Rudi" Guilianiund auch Eisenhower.

    um nur einige zu nennen.
    Das Problem mit manchen Republikanern und auch man Demokraten, kommt immer auf die Gegend an, ist, dass sie oft realtiv bescheidenes Wissen von der Welt haben.

    Die auch in Deutschland geschätzt werden.

    John McCain, "Rudi" Guilianiund auch Eisenhower.

    um nur einige zu nennen.
    Das Problem mit manchen Republikanern und auch man Demokraten, kommt immer auf die Gegend an, ist, dass sie oft realtiv bescheidenes Wissen von der Welt haben.

  6. Die Kommentare von Herrn Hansen heben sich wohltuend von der sonstigen Berichterstattung zu den (Wahlen in den) USA ab. Es ist hilfreich, wenn ein Kenner die Sichtweise der Amerikaner erklärt und dabei so manches deutsches Vorurteil entlarvt.

    [Obama ist ganz sicher kein Sozialist. Nichtmal links ist er. Wenn die Amerikaner aber Romney - einen Ex-Hedgefonds-Manager - wählen, dann ist ihnen einfach nicht mehr zu helfen.]

    Romney war ein Manager eines Private Equity Fonds. Das ist etwas anderes als ein Hedgefonds, auch wenn das in den Medien gern verwechselt wird. Es ist auch nichts Schlimmes daran, einen Hedgefonds zu managen. Und natürlich ist Obama im amerikanischen Politikspektrum "links".

    6 Leserempfehlungen
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    Romney war ein Manager eines Private Equity Fonds. Das ist etwas anderes als ein Hedgefonds, auch wenn das in den Medien gern verwechselt wird.

    Das ist noch viel schlimmer! Das sind nämlich die, die Unternehmen aufkaufen und zerschlagen. Ein schönes Beispiel für so ein Ausweiden eines Unternehmens war Märklin.

    So hätte man ihn wegen seines Patriotismus längst in die rechtsradikale Ecke gestellt.
    Das Problem was wir haben, wenn wir andere Länder und ihre politischen Strukturen analisieren ist eben das, dass Deutschland ein gesunder Gleichgewicht der politischen Kräfte fehlt, mit einer moderaten patriotischen Einstellung als minimaler gemeinsamer Nenner. Den jenseits aller Auseinandersetzungen in den USA, die Menschen finden auf dieser Ebene einen mässigenden Ausgleich gegen die Bürgerkriegsrhetorik. Dieser Ausgleich fehlt uns und das wird sich in Zukunft rächen.

    • em-y
    • 24.10.2012 um 5:16 Uhr

    Bernie Sanders und Dennis Kucinich sind links im politischen Spektrum der USA, aber ganz sicher nicht Obama. Es ist nur so, dass die Amerikaner vor ihrem eigenen Schatten Angst haben, wenn es zum Sozialismus kommt (obwohl die meisten von ihnen wohl keine Ahnung haben, was Sozialismus ist, schaut man sich an, was und wen sie sozialistisch schimpfen) und jeder, der mal ein bisschen aus der Rolle fällt und von der Vorlage abweicht, auch wenn es nur Worte sind, denen keine Taten folgen, wird wie der Leibhaftige mit Kreuzzeichen, Weihwasser und Knoblauch bekämpft.

    Romney war ein Manager eines Private Equity Fonds. Das ist etwas anderes als ein Hedgefonds, auch wenn das in den Medien gern verwechselt wird.

    Das ist noch viel schlimmer! Das sind nämlich die, die Unternehmen aufkaufen und zerschlagen. Ein schönes Beispiel für so ein Ausweiden eines Unternehmens war Märklin.

    So hätte man ihn wegen seines Patriotismus längst in die rechtsradikale Ecke gestellt.
    Das Problem was wir haben, wenn wir andere Länder und ihre politischen Strukturen analisieren ist eben das, dass Deutschland ein gesunder Gleichgewicht der politischen Kräfte fehlt, mit einer moderaten patriotischen Einstellung als minimaler gemeinsamer Nenner. Den jenseits aller Auseinandersetzungen in den USA, die Menschen finden auf dieser Ebene einen mässigenden Ausgleich gegen die Bürgerkriegsrhetorik. Dieser Ausgleich fehlt uns und das wird sich in Zukunft rächen.

    • em-y
    • 24.10.2012 um 5:16 Uhr

    Bernie Sanders und Dennis Kucinich sind links im politischen Spektrum der USA, aber ganz sicher nicht Obama. Es ist nur so, dass die Amerikaner vor ihrem eigenen Schatten Angst haben, wenn es zum Sozialismus kommt (obwohl die meisten von ihnen wohl keine Ahnung haben, was Sozialismus ist, schaut man sich an, was und wen sie sozialistisch schimpfen) und jeder, der mal ein bisschen aus der Rolle fällt und von der Vorlage abweicht, auch wenn es nur Worte sind, denen keine Taten folgen, wird wie der Leibhaftige mit Kreuzzeichen, Weihwasser und Knoblauch bekämpft.

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