US-WahlkampfRomney kündigt aggressivere Außenpolitik an

In einer Grundsatzrede hat der republikanische Präsidentschaftskandidat den globalen Führungsanspruch der USA bekräftigt. Romney will deshalb nicht beim Militär sparen. von dpa und reuters

Grundsätzliches zur Außenpolitik: Mitt Romney spricht in Virginia.

Grundsätzliches zur Außenpolitik: Mitt Romney spricht in Virginia.  |  © Justin Sullivan/Getty Images

Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat die Außenpolitik von Amtsinhaber Barack Obama scharf kritisiert und eine aggressivere Gangart angekündigt. "Der Präsident sagt gern, 'die Welle des Krieges ebbt ab'. Und wie jeder möchte ich ihm gern glauben", sagte Romney vor Kadetten des Militärinstituts von Virginia in Lexington. "Aber wenn ich heute in den Nahen Osten sehe, ... dann ist das Risiko eines Konflikts in der Region jetzt höher als zum Amtsantritt des Präsidenten vor vier Jahren."

Romney meldete den globalen Führungsanspruch der USA an. "Das 21. Jahrhundert kann und muss ein amerikanisches Jahrhundert sein." Obama gebe der Welt keine Führung. "Unsere Freunde und unsere Verbündeten wollen nicht weniger, sondern mehr amerikanische Führung." Zugleich sprach er sich energisch gegen Einsparungen bei den US-Militärs aus.

Anzeige

Vor allem im Nahen Osten warf Romney dem Präsident Versagen vor. Er werde dort eine aktivere Politik betreiben – Obama habe eine Strategie der Passivität verfolgt anstatt Partnerschaft mit den Regierungen dieser Region zu suchen. "Ich weiß, dass der Präsident auf einen Nahen Osten gehofft hat, der sicherer, freier und aufblühender ist sowie eng verbündet mit den USA", sagte Romney. "Ich teile diese Hoffnung. Aber Hoffnung ist keine Strategie."

Der Republikaner kündigte an, er werde die militärische Unterstützung und Zusammenarbeit mit Israel ausbauen, das einen Präventivschlag gegen den Iran in Erwägung zieht. Die Wahl eines neuen Präsidenten würde nach Romneys Worten auch die Chance für einen neuen Versuch eröffnen, einen Friedensvertrag zwischen Israel und den Palästinensern zu erreichen. Dabei sprach sich Romney für eine Zwei-Staaten-Lösung aus, die auch Obama anstrebt. Romney plädierte für einen demokratischen palästinensischen Staat, der friedlich an der Seite Israels bestehen soll.

Kriegsschiffe sollen Iran beeindrucken

Romney will außerdem die Sanktionen gegen den Iran verschärfen, um das Land zur Abkehr von seinem Atomprogramm zu zwingen. Außerdem werde er mit der Entsendung von Kriegsschiffen in die Region den Druck auf die iranische Regierung erhöhen. Im syrischen Bürgerkrieg würde eine Regierung unter seiner Führung jene Elemente in der Opposition suchen, die amerikanische Werte teilten, und dafür sorgen, dass sie die benötigten Waffen erhielten, um Präsident Baschar al-Assad zu stürzen.

Die Grundsatzrede ist ein Versuch, einen Monat vor der Präsidentenwahl außenpolitisch an Profil zu gewinnen. Auf diesem Feld gilt der Präsidentschaftskandidat als unerfahren und hat bisher eher durch Patzer Schlagzeilen gemacht.

In Umfragen liegt Romney derzeit dicht hinter Obama . Der US-Präsident hatte seinen deutlich größeren Vorsprung nach einer schwachen Vorstellung bei dem ersten TV-Duell der beiden Männer eingebüßt. Damit steigt der Druck auf Vize-Präsident Joe Biden , bei seiner Debatte mit dem republikanischen Konkurrenten Paul Ryan am Donnerstag die Initiative zurückzugewinnen. "Biden hat die Chance, etwas von dem Schaden aus der ersten Debatte wiedergutzumachen", sagte David Steinberg von der Universität Miami.
 

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Das wirklich Erschreckende ist aber, dass er mit dieser Gesinnung fast mit Obama gleich auf ist.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • rommmel
    • 08. Oktober 2012 22:02 Uhr

    aber einer hat vor gar nicht langer zeit viel unheil angerichtet !!!!!!!!!!!!!

    führungsanspruch der USA ?
    klingt wie aus dem alten rom oder berlin 30er jahre.

    lesen denn die amis die richtige bibel ? oder hat jemand aus dem pentagon eine 2. auflage geschrieben?

    sie haben höchstens ein untergangsanspruch!
    und wir sollten da nicht mitmachen!

    • ST_T
    • 09. Oktober 2012 0:03 Uhr

    Gegen Obamas Politik (die ja berechtigt sind!), aber:

    Wäre Obama nicht da und Romney an der Macht gäbe es jetzt schon einen unsäglichen Krieg gegen den Iran aufgrund israelischer Kolonialinteressen.

    Mehr muss dazu nicht gesagt werden.

  2. und Drohungen läßt sich keine Aussenpolitik von einem Land das bei Geldsorgen einfach nur nachdruckt Kriege startet weil in LKW Giftgas transportiert wurde das es dann doch nicht gab nicht so umsetzen - das der Rest der Welt das Gefühl hat mit dem Partner USA Kontakt zu haben der zum Beispiel uns 1945 den Hintern gerettet hat.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • H.v.T.
    • 08. Oktober 2012 20:34 Uhr

    "...der zum Beispiel uns 1945 den Hintern gerettet hat."
    ---

    Wie meinen Sie das denn ?

    meinen sie sicherlich nicht ernst und wenn vertrauen sie einfach auf die Literatur die das ausführlich beschreibt.

    so wie Sie von "Westpropaganda" und Zionismus in ihren anderen Beiträgen geschrieben haben, gehe ich auch nicht davon aus, dass Herr Romney Sie mit "Freunde Amerikas" gemeint hat.

    Gemeint sein werden Staaten, die gern unter dem Schutz der USA stehen (Wie früher Deutschland, die nicht "zwangskommunistiziert" werden wollten, jetzt sicherlich noch Südkorea), auch ein Eingreifen in der Ferne beführworten aber dies nicht mit dem Blut der eigenen Soldaten machen wollen.

    Nein - damit heisse ich dies nicht gut, wollte ihnen nur seine Ausführungen näher bringen.

    sondern möglichst überhaupt keine Mormonen-Führung wollen, wird uns hoffentlich diesmal den Hintern retten

  3. Romney : "Unsere Freunde und unsere Verbündeten wollen nicht weniger, sondern mehr amerikanische Führung."
    Der ist einfach auf beiden Augen blind! ... und schürt damit noch mehr Krieg!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • H.v.T.
    • 08. Oktober 2012 20:30 Uhr

    Umkehrschluss: "Wer nicht mehr amerikanische Führung will, ist kein Freund und Verbündeter".

    • H.v.T.
    • 08. Oktober 2012 20:30 Uhr

    Umkehrschluss: "Wer nicht mehr amerikanische Führung will, ist kein Freund und Verbündeter".

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Genau so wird's wohl laufen. Vielleicht nützt es ja was, daß er noch vor der Wahl die Maske fallen läßt und die Amis machen ihr Kreuzchen bei Obama.

    • H.v.T.
    • 08. Oktober 2012 20:34 Uhr

    "...der zum Beispiel uns 1945 den Hintern gerettet hat."
    ---

    Wie meinen Sie das denn ?

    Antwort auf "mit Haß"
  4. Genau so wird's wohl laufen. Vielleicht nützt es ja was, daß er noch vor der Wahl die Maske fallen läßt und die Amis machen ihr Kreuzchen bei Obama.

    Antwort auf "@ Carl2012"
  5. .... erinnert mich immer mehr an Sarah Palin, irgendwie :)

  6. meinen sie sicherlich nicht ernst und wenn vertrauen sie einfach auf die Literatur die das ausführlich beschreibt.

    Antwort auf "mit Haß"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
  • Schlagworte Barack Obama | Joe Biden | Mitt Romney | Atomprogramm | Debatte | Iran
Service