Eine zerstörte Nachbarschaft im Norden Syriens © Asma Waguih/Reuters

Die syrischen Streitkräfte stimmen der viertägigen Waffenruhe zum islamischen Opferfest zu. Das teilte die Armeeführung in einer vom Staatsfernsehen übertragenen Erklärung mit. Die Waffenruhe soll von Freitagmorgen an gelten. Allerdings wolle man auf Verstöße gegen die Feuerpause reagieren können, hieß es weiter.

Die oppositionelle Freie Syrische Armee hatte zuvor ebenfalls versprochen, sich an eine Waffenruhe zu halten. Das gelte aber nur so lange, wie das Regime von Baschar al-Assad sich mit Militärmaßnahmen zurückhalte, sagte der Rebellen-Oberst Kasim Saad Eddine.

Die Waffenruhe kommt auf Initiative des UN-Vermittlers Lakhdar Brahimi zustande. Er hofft, dass sie den Beginn einer politischen Lösung markieren wird. Allerdings hat die radikal-islamische Terrorgruppe Al-Nusra-Front bereits angekündigt, dass für sie eine Vereinbarung mit dem Assad-Regime nicht gelte.

Weitere Kämpfe in Aleppo

Die Aussichten auf eine dauerhafte Unterbrechung der Gewalt sind gering. Eine Mitte April ausgerufene Waffenruhe war rasch wieder gebrochen worden. Eine zur Überwachung des Waffenstillstands entsandte UN-Beobachtermission hatte das Land nach drei Monaten wieder verlassen müssen, weil sie selbst wiederholt Ziel von Angriffen geworden war. Brahimis Vorgänger Kofi Annan gab im August sein Amt auf, weil alle Bemühungen zur Beendigung der Gewalt gescheitert waren.

In der größten Stadt des Landes gab es einen Tag vor Inkrafttreten der Waffenruhe auch keine Anzeichen auf ein Nachlassen der Kämpfe. Nach Angaben von Aktivisten und Rebellen konnten regierungsfeindliche Kräfte mehrere Stadtviertel von Aleppo unter ihre Kontrolle bringen. Rebellen-Kommandeur Bassam al-Dada sagte, Kämpfer hätten die Kontrolle über zwei zentrale Viertel erlangt, unter anderem über den seit Monaten umkämpften Stadtteil Salaheddin.