Die Angriffe am vergangenen Sonntag richteten sich auch auf ein Gebäude, in dem mehrere nationale und internationale Nachrichtendienste stationiert waren. Die erste Rakete traf das Büro des Fernsehsenders der Hamas. Wenig später bekamen die ausländischen Journalisten vor Ort eine Email, in der sie aufgefordert wurden, das Gebäude zu verlassen. Die meisten konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Trotzdem wurden sechs Journalisten, die sich noch in dem Gebäude befanden, verletzt.

So berichtet es Bilal Jadalia, ein Journalist des palästinensischen Nachrichtendienstes PMP. Er sagt, dass die Beschädigungen an dem Nachrichtengebäude die Berichterstattung über die jüngsten Anschläge entschieden behindert hätten.

Doch es scheint nicht nur die israelische Armee zu sein, die in Gaza Gewalt ausübt. Am Mittwoch berichteten mehrere Medien von sechs Palästinensern, die von der Hamas auf offener Straße hingerichtet worden seien. Angeblich, weil sie israelische Spione waren.

Bei aller Gewalt, von einer Sache fühlen sich die Einwohner des Gazastreifens ermutigt: Den ägyptischen Bemühungen, eine Waffenruhe auszuhandeln. "Das ist nicht mehr das gleiche Ägypten wie unter Mubarak", sagt Haider Eid, ein Literaturprofessor aus Gaza Stadt. "Von den neuen Machtinhabern in der arabischen Welt erwarten wir energischere Unterstützung."

Aus dem Englischen von Stefanie Schütten