Die afghanische Regierung hat Pakistan um die Freilassung aller afghanischen Taliban gebeten, die in dem Nachbarland im Gefängnis sitzen. Das solle Verhandlungen mit den Aufständischen fördern, sagte der afghanische Außenminister Salmai Rassul bei einem Besuch im pakistanischen Islamabad .

"Wir wollen, dass alle afghanischen Taliban in ihr Land zurückkehren, am verfassungsgemäßen politischen Prozess teilhaben und ihre Rolle beim weiteren Aufbau und der Entwicklung unserer Nation spielen", sagte er.  Bislang lehnen die Taliban Verhandlungen mit der Regierung von Präsident Hamid Karsai kategorisch ab.

Die pakistanische Außenministerin Hina Rabbani Khar sagte nach einem Treffen mit Rassul, ihre Regierung unterstütze einen afghanisch geführten "Prozess des Friedens und der Aussöhnung". Bei den Gesprächen um die Freilassung der Aufständischen gebe es Fortschritte. Schon zu Beginn des Monats hatte Pakistan neun ranghohe Taliban freigelassen.

Taliban nennen Verhandlungen "Zeitverschwendung"

Zu den dort noch inhaftierten Islamisten gehört auch der frühere stellvertretende Taliban-Führer Mullah Abdul Ghani Baradar . Die damalige Nummer zwei der afghanischen Terrorgruppe wurde 2010 in der pakistanischen Hafenstadt Karachi festgenommen. Der Taliban-Chef Mullah Mohammad Omar wird ebenfalls in Pakistan vermutet, allerdings in Freiheit. Afghanistan hat Pakistan in den vergangenen Jahren immer wieder vorgeworfen, die Taliban heimlich zu unterstützen. Islamabad hat das jedoch stets dementiert.

Die Bemühungen, die radikalen Islamisten in Verhandlungen mit der afghanischen Regierung einzubinden und den Konflikt in dem Land zu einem friedlichen Ende zu bringen, sind bisher stets gescheitert. Die Taliban weigern sich, mit Präsident Karsai und seiner Regierung zu verhandeln, weil sie sie für Handlanger der USA halten. Erste Gespräche mit den USA im Golf-Emirat Katar setzten die Taliban im März aus und nannten sie eine "Zeitverschwendung".