Die Südostasiatische Staatengemeinschaft ( Asean ) hat ein umstrittenes Papier zum Schutz der Menschenrechte verabschiedet. Das Bündnis verteidigt die Erklärung als "Vermächtnis für unsere Kinder", wie der philippinische Außenminister Albert del Rosario nach der Unterzeichnungszeremonie in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh sagte. Die Staats- und Regierungschefs der zehn Asean-Mitglieder lobten den Beschluss als Grundsatzentscheidung, die dem Schutz der 600 Millionen Menschen in der Region diene.

Kritiker sehen hingegen zu viele Schlupflöcher für die Staaten, die eine Reihe unterschiedlicher politischer Systeme aufweisen. "Unsere schlimmsten Befürchtungen in diesem Prozess sind nun eingetreten", sagte der Vizechef der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch im asiatischen Raum, Phil Robertson.

Auf der Tagesordnung des mehrtägigen Treffens stehen auch Gebietsstreitigkeiten mit China im Südchinesischen Meer sowie ethnische Unruhen in Birma , bei denen seit Juni 180 Menschen starben. An den Gesprächen der zehn Staats- und Regierungschefs wollen am Montag auch US-Präsident Barack Obama und Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao teilnehmen.

Obama traf zum Auftakt seiner Asien-Reise bereits am Sonntag in Thailand ein. Vor seiner Teilnahme am Gipfel will er auch Birma besuchen, um die jüngsten Reformanstrengungen in dem Land zu würdigen.