Israel : Ehud Barak zieht sich aus der Politik zurück

Er war Elitesoldat, Generalstabschef, Ministerpräsident. Nun will der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak bei der Neuwahl zur Knesset nicht wieder antreten.

Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak hat seinen Rückzug aus der Politik angekündigt. Er werde mit der Neuwahl des Parlaments im Januar aus der Politik ausscheiden, sagte Barak in Tel Aviv . "Ich habe entschieden, mich aus dem politischen Leben zurückzuziehen und nicht an der kommenden Wahl zur Knesset teilzunehmen." Er wolle sich dann seiner "Familie widmen".

Der 70-Jährige war über Jahrzehnte einer der bestimmenden Politiker des Landes. Er war unter anderem Ministerpräsident, Innen- und Außenminister und auch Vorsitzender der Arbeitspartei. Vor seiner politischen Karriere war er einer der höchstdekorierten Elite-Soldaten des Landes und Generalstabschef.

Barak hatte die sozialdemokratische Arbeitspartei im Januar vergangenen Jahres nach einem Richtungsstreit verlassen. Gemeinsam mit vier anderen Abgeordneten gründete er danach die Partei Azmaut (Unabhängigkeit).

Seine neue Partei findet bisher allerdings wenig Zustimmung in der Bevölkerung. Manchen Erhebungen zufolge könnte sie sogar den Einzug in die neue Knesset verpassen. Baraks Popularität ist seit dem jüngsten Gaza-Konflikt laut Umfragen hingegen gestiegen.

In Israel soll am 22. Januar ein neues Parlament gewählt werden. Die Knesset hatte sich Mitte Oktober selbst aufgelöst und damit Neuwahlen vorbereitet.

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Kommentare

5 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Viele Leichen im Keller

"1972 wurde Barak erster Kommandeur der Mossad-Sondereinheit „Caesarea“(...) In dieser Funktion koordinierte er von Israel aus zahlreiche Attentate, bei denen zwei der drei überlebenden Attentäter von München sowie zahlreiche - teilweise vermeintliche - Hintermänner getötet wurden. Im Zuge der öffentlich unter dem nicht vom Mossad stammenden Titel „Zorn Gottes“ bzw. „Operation Bajonett“ diskutierten Vergeltungsmaßnahmen war Barak auch verantwortlich für die Lillehammer-Affäre. Aufgrund einer falschen Identifizierung tötete in Lillehammer ein Kommando des Mossad bei dem Versuch, den Führer des Schwarzen September Ali Hassan Salameh zu ermorden, den unschuldigen und unbeteiligten marokkanischen Kellner Ahmed Bouchiki.
Barak war an der Ermordung von Chalil al-Wasir alias Abu Dschihad, dem Vize-Chef der PLO und damit Vertreter von Arafat, am 16. April 1988 beteiligt. [2]"
http://de.wikipedia.org/w...

Der hoch dekorierte Herr Barak hat im Laufe seiner Karriere die ein oder andere (gezielte Tötung) Mord selbst durchgefüht und/oder in Auftrag gegeben.

Bei seinen Heldentaten sind auch nicht gerade wenige Zivilisten ums Leben gekommen. Das vergisst man gerne, wenn ein "Altgedienert Freund" glorifiziert werden soll.
Nachzulesen hier:
http://www.welt.de/politi...
http://www.zeit.de/online...