US-Wahl : New Yorks Bürgermeister Bloomberg spricht Wahlempfehlung für Obama aus

Der US-Präsident erhält im Wahlkampf Unterstützung von New Yorks Bürgermeister. Bloomberg begründete seine Empfehlung vor allem mit Obamas Einsatz gegen den Klimawandel.
Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg © Andrew Burton/Getty Images

Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg hat sich für eine Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama starkgemacht. Er lobte Obamas Reaktion auf den schweren Sturm Sandy und hob hervor, dass der Amtsinhaber am besten geeignet sei, den Herausforderungen des Klimawandels gerecht zu werden.

Die Zerstörungen des Wirbelsturms in New York und im Nordosten der USA hätten die Bedeutung der anstehenden Wahl verdeutlicht, schrieb der parteilose Bloomberg in einem Kommentar für seine gleichnamige Nachrichtenagentur. "Wir brauchen Führungsstärke im Weißen Haus – und in den vergangenen vier Jahren hat Präsident Barack Obama wichtige Schritte unternommen, um unseren CO2-Verbrauch zu senken", ergänzte er.

Bloomberg wies darauf hin, dass die beiden Stürme Sandy und Irene, die New York in diesem und im vergangenen Jahr getroffen hätten, ein Zeichen für den Klimawandel seien. Gewählte Spitzenpolitiker müssten "unverzüglich" handeln.

Der Bürgermeister hob weiter hervor, dass Obama auch Schritte zur Reduzierung des Schadstoffausstoßes unternommen habe. Der republikanische Herausforderer Mitt Romney habe während seiner Zeit als Gouverneur von Massachusetts ebenfalls Maßnahmen in dieser Richtung ergriffen. Seitdem sei er aber von früheren Positionen abgerückt.

Bloomberg hatte zunächst den Demokraten angehört, bevor er im Jahr 2001 als Kandidat der Republikaner zum Bürgermeister von New York gewählt wurde. Im Jahr 2007 verließ er die Partei wieder und trat fortan als unabhängiger Kandidat auf.

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Kommentare

16 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Fragwürdige Korrelationen

Es ist überhaupt nicht stichhaltig nachweisbar, ob die Stürme Irene und Sandy direkte Ergebnisse eines Klimawandels sind. Das Gegenteil ist allerdings auch nicht belegbar.

Weiterhin ist nach wie vor strittig, ob der durch Menschen verursachte CO2-Ausstoß maßgebliche Ursache für einen Klimawandel ist. Das ist allerdings kein Freispruch für das menschliche Verhalten.

Es sei einmal dahingestellt, worin denn nun die effektiven positiven Wirkungen von Obamas Reaktion auf Sandy bestehen sollen - möglicherweise so eine Art psychosozialer Betreuung der Bevölkerung? Oder eher überhaupt nichts?

Es bleibt Herrn Bloomberg freigestellt, für Obama die Werbetrommel zu rühren. Aber er sollte besser Sandy dabei aus dem Spiel lassen.

Bloomber ist political independant

und seinen Lob für Obama würde ich nicht gleich als Wahlempfehlung interpretieren. Seine Aussage war, Obama wäre besser in Hinsicht auf Global Climate Change.
http://www.nytimes.com/20...
Das ist einer der wichtigen Punkten in der Kampagne. Heute sollen die Arbeitslosezahlen wieder veröffentlicht werden. Das wird auch Einfluss auf die Wähler haben.

Stichwort Fema

Lieber Thomas Ernst,

Herr Bloomberg muss Sandy nicht aus dem Spiel lassen. George W. Bush hat vorgemacht, wie Republikaner mit Katastrophen umgehen - sie lassen die Menschen auf sich gestellt und ziehen sich auf weitläufige Privatfarmen zurück, abgeschirrmt vom Unglück anziehenden Pöbel. Mitt Romney will die Fema abschaffen - wo ist da das Verständnis staatlicher Solidargemeinschaft?
Der amtierende Präsident hat gerade diese Behörde gestärkt, in weiser Voraussicht und lange vor Sandy. Als Lehre aus früheren, fatalen Fehlern. Er hat eindrucksvoll bewiesen, wie man mit Hilfe des funktionierenden Staatsapparates Naturkatastrophen begegnen kann, von der Vorbereitung zur Reaktion. Man hätte U-Bahnen, Autotunnel etc. auch offen lassen können - und jetzt mehr Tote zu beklagen, als nach Katherina. Man hätte die Menschen privat(bezahlt)en Schützern überlassen können - und Plünderungen wären auch in New York das Ergebnis gewesen. Obama mag in vielem die in ihn vor seiner ersten Wahl gesetzten Erwartungen enttäuscht haben - vor, während und nach Sandy hat er gezeigt, das "Staat" und "staatlich" unter der richtigen Führung positive, wertvolle, lebensrettende Eigenschaften haben können. Das ist mehr als psychosoziale Betreuung, obwohl er selbst für diese noch Zeit und Empathie gefunden zu haben scheint! Insofern ist es richtig und legitim, Sandy mit ins Spiel zu bringen, wenn man Wahlempfehlungen ausspricht in diesen Tagen in den UsA.

Na ja, Romney hat doch vor einem Jahr angekündigt,

nicht der Bundesstaat solle sich um Katastrophen kümmern, sondern die Einzelstaaten oder gar die Privaten sollen sich selbst helfen. Solange auf republikanischen Rechten diese Paranoia gegen alle "Fed-Institutionen" und man Washington allenfalls als großes "pork barrel" für Wahlkreisinteressen ansieht, wird man immer die Versuche moderner staatlicher Daseinsvorsorge konterkarieren.
Die massiven Folgen des Sturms sind ja weniger dem "Klimawandel" geschuldet, sondern einer hinterwäldlerischen Ideologie, die eine leistungsfähige öffentliche Infrastruktur und Daseinsvorsorge als bolschewistisches Hexenwerk ansieht.