Bo-Xilai-SkandalErmordeter Geschäftsmann soll in China spioniert haben

Der chinesische Politskandal um den Mord an dem britischen Geschäftsmann Heywood bekommt eine neue Wendung: Er soll seine spätere Mörderin für den MI6 ausspioniert haben. von afp

Der ermordete Geschäftsmann Neil Heywood im Jahr 2010

Der ermordete Geschäftsmann Neil Heywood im Jahr 2010  |  © Stringer/Reuters

Der in China ermordete Geschäftsmann Neil Heywood war einem Bericht zufolge Informant des britischen Geheimdienstes MI6 . Er habe Informationen über den früheren chinesischen Spitzenpolitiker Bo Xilai und seine Frau Gu Kailai an die Behörde gegeben, berichtete das Wall Street Journal .

Heywood war vor einem Jahr vergiftet worden. Ein chinesisches Gericht verurteilte die Politikergattin Gu wegen der Tat zum Tode . Ihr Mann Bo war Bürgermeister der Millionenmetropole Chongqing und galt als Anwärter auf einen Posten im einflussreichen Politbüro der Kommunisten. Er musste alle Ämter aber wegen Korruptionsvorwürfen abgeben.

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Mehr als ein Jahr soll Haywood das Ehepaar ausspioniert haben. Er habe im Jahr 2009 erstmals einen Mitarbeiter des MI6 getroffen und ließ ihm fortan "Informationen über Herrn Bos Privatangelegenheiten" zukommen, berichtet das Wall Street Journal .

Der Zeitung zufolge nutzte Heywood seine Nähe zu dem Paar, das er in den 1990er Jahren kennengelernt hatte. Zwei Jahre vor Heywoods Tod lief der Kontakt mit den beiden demnach aus. Laut dem Bericht versuchte er, an Geld von den beiden zu kommen, das diese ihm seiner Ansicht nach schuldeten. Zuletzt habe er sich gesorgt, seine Telefonate und sein E-Mail-Verkehr würden überwacht.

Jaguar mit 007-Kennzeichen

Weder chinesische noch britische Behörden hatten Spionage bislang als Grund für Heywoods Ermordung genannt. Im vergangenen April teilte der britische Außenminister William Hague mit, Heywood sei "kein Angestellter der Regierung" gewesen. Das chinesische Außenministerium kommentierte den Bericht nicht, die britische Botschaft in Peking war für einen Kommentar nicht zu erreichen.

Das Wall Street Journal beschreibt Heywood als einen Mann, der James-Bond-Anspielungen mochte. So soll er in Peking einen Jaguar mit "007" auf dem Nummernschild gefahren haben. Zudem habe er zeitweise für einen chinesischen Aston-Martin-Autohändler gearbeitet.

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Leserkommentare
    • TDU
    • 06. November 2012 14:30 Uhr

    Mysteriös aber das Mitgeteilte ist kein Grund, jemanden umzubringen. Und wenn wirklich Brisantes oder Hintermänner im Spiel wären und Frau Gu vielleicht ein Bauernopfer, wären wohl mehr Indizien zu erfahren.

    So haben wir vielleicht einen Wichtigtuer, der einmal zuviel in finanziellen Dingen auf die Nerven gegangen ist.

    • pepe423
    • 06. November 2012 14:49 Uhr

    "So soll er in Peking einen Jaguar mit "007" auf dem Nummernschild gefahren haben. Zudem habe er zeitweise für einen chinesischen Aston-Martin-Autohändler gearbeitet."

    Und der MI6 hat ihn in der Form fuer sich arbeiten lassen. Ein Bauernopfer im grossen Spiel, und mit dem letztendlichen Austritt haben sie wohl alles erreicht, was sie wollten.

  1. Wozu Tote noch so alles fähig sind.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, rav
  • Schlagworte Bo Xilai | Behörde | Geheimdienst | Jaguar | MI6 | Spionage
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