Kommunistische Partei Die Macht der chinesischen Prinzlinge
Im Gerangel um die wichtigen Posten in Peking hatte Ex-Parteichef Jiang Zemin die Oberhand. Doch wichtiger erscheint heute die familiäre Abstammung.
© Lintao Zhang/Getty Image

Jiang Zemin (r.) und sein Nachfolger Hu Jintao
Von Xi Jinping heißt es, schon als Kind hätte er sich vorgenommen, China einmal anzuführen. Jetzt hat er es geschafft, er ist Chef der alleinregierenden Kommunistischen Partei Chinas und leitet deren innersten Machtzirkel, den Ständigen Ausschuss des Politbüros. Die Besetzung seines Führungsgremiums musste er allerdings mit zwei alten Herren abmachen: Seine Vorgänger, Hu Jintao (69) und der inzwischen 86-jährige Jiang Zemin mischen weiter kräftig mit im chinesischen Machtgerangel.
Jiang Zemin wurde nach Tian'anmen noch vom legendären Deng Xiaoping eingesetzt, dem Vater des chinesischen Wirtschaftswunders. Er hatte seine Karriere in Shanghai gemacht, weshalb sein Polit-Zirkel nach der Stadt benannt wird; Hu hat seine Machtbasis in der Jugendliga der Kommunistischen Partei. Beide Ex-Parteichefs haben versucht, ihre Leute zu positionieren, und hinsichtlich des siebenköpfigen Leitungsgremiums hat der Patriarch aus Shanghai mit seinen Protegés Xi Jinping, Zhang Dejiang, Yu Zhengsheng, Wang Qishan, und Zhang Gaoli die Nase vorn. Einzig der neue Premier Li Keqiang und Liu Yunshan, der Propaganda-Chef der Partei, gehören zur Liga-Fraktion von Hu Jintao.
In den Bereich der Spekulation gehört, ob Jiang Zemin als ehemaliger Parteichef der Handelsstadt Shanghai nun der reformfreundlichere Strippenzieher wär. Hus Jugendliga – Tuanpai (Liga-Fraktion) werden diese Funktionäre in China genannt – gehören nämlich auch die beiden Spitzenkader an, die den Sprung in den inneren Zirkel nicht geschafft haben und gleichzeitig als jenen Kräfte gelten, deren Reformwillen am stärksten ist und auch ins Politische neigt.
Sorge vor Unruhe im Ständigen Ausschuss
Der 1950 geborene Li Yuanchao gehört zu den neuen Politstars Chinas, was aber seit dem Sturz des beliebten Populisten Bo Xilai nicht mehr viel zu sagen hat. Er ist Mitglied im Politbüro und Direktor der mächtigen Organisationsabteilung des Zentralkomitees. Das ZK ist die Parteieinheit unterhalb des Politbüros und hat 204 Mitglieder. In seinem Amt beaufsichtigt er die Ernennung und Beförderung von Kadern.
Li hatte sich öffentlich für mehr innerparteiliche Demokratie und schärfere Korruptionsbekämpfung ausgesprochen. Zudem hat er als Parteisekretär der Wachstumsprovinz Jiangsu Umweltschutzprojekte initiiert und sich für die Schulbildung von Wanderarbeiterkindern eingesetzt. Der zweite ist der 1955 geborene Wang Yang, der aus armen Verhältnissen stammt und bereits früh für die Familie mitsorgen musste. Wang war unter anderem Parteichef von Guangdong, der bevölkerungsreichsten und wirtschaftlich stärksten Provinz Chinas. Guangdong lebt besonders vom Export und seinen vielen Privatbetrieben.
- Datum 16.11.2012 - 11:48 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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@ponadereier: Sie haben den Artikel gar nicht gelesen, bevor sie ihren Kommentar geschrieben haben, oder?
Der Artikel beschreibt nämlich genau das Gegenteil. Nicht "jeder Chinese" kann in der Politik mitmachen, sondern eine kleine, von niemandem gewählte Clique von Prinzlingen und Günstlingen entscheidet selbstherrlich über das Wohl eines Milliardenvolkes. Tomaten auf den Augen dürften wohl eher diejenigen haben, die dieses System auch nur ansatzweise einer westlichen Demokratie gleichsetzen wollen.
Sollten die Chinesen dem westlichen System einer "gelenkten Demokratie" hinterhereifern?
Bei uns haben de facto auch nur eine Clique von ungewählten Personen, was zu sagen.
Die mediale Macht liegt bei Axel Springer, Bertelsmann, Spiegel, Burda und die ÖR sind bekanntermaßen politisch mit Günstlingen besetzt.
Sollten die Chinesen dem westlichen System einer "gelenkten Demokratie" hinterhereifern?
Bei uns haben de facto auch nur eine Clique von ungewählten Personen, was zu sagen.
Die mediale Macht liegt bei Axel Springer, Bertelsmann, Spiegel, Burda und die ÖR sind bekanntermaßen politisch mit Günstlingen besetzt.
Sollten die Chinesen dem westlichen System einer "gelenkten Demokratie" hinterhereifern?
Bei uns haben de facto auch nur eine Clique von ungewählten Personen, was zu sagen.
Die mediale Macht liegt bei Axel Springer, Bertelsmann, Spiegel, Burda und die ÖR sind bekanntermaßen politisch mit Günstlingen besetzt.
Wetten dass sie sich noch nie auch nur ansatzweise politisch oder gesellschaftlich engagiert haben? Es gibt in diesem Land eine unglaublliche Vielfalt an Möglichkeiten sich zu beteiligen! Aber nein, man drischt lieber hohle Phrasen, und wälzt sich in Selbstmitleid.
IWie erbärmlich!
Wetten dass sie sich noch nie auch nur ansatzweise politisch oder gesellschaftlich engagiert haben? Es gibt in diesem Land eine unglaublliche Vielfalt an Möglichkeiten sich zu beteiligen! Aber nein, man drischt lieber hohle Phrasen, und wälzt sich in Selbstmitleid.
IWie erbärmlich!
... muss ich sagen, dass mir hier einige Kommentare so vorkommen, als seien sie gleich aus der Feder des ZK geschrieben. Es ist ja kein Geheimnis, dass die Regierung in Peking Zeitungsartikel gezielt kommentieren lässt.
"Als jemand der China ein BISSCHEN kennt..."
Betonen wir doch das bisschen ... lassen dafür China weg und schreiben Welt, wenn sie jetzt noch in Talkshows auftreten, dann steht da: "onegstreet: Experte"
"... muss ich sagen, dass mir hier einige Kommentare so vorkommen, als seien sie gleich aus der Feder des ZK geschrieben."
Ich kenne solche Posts nicht, allerdings CNN, BBC und Honkong sowie China Nachrichten ... können sie zum Vergleich ein paar schicken? Ansonsten klingt das ein wenig nach ... seine Argumente sind gut, aber mit dem muss ich mich nicht Auseinandersetzten, denn das ist ja ein Kommunist, Kapitalist, Jude, Schmarotzer (ok, gegenüber Nazis verstehe ich ihre Haltung).
"Es ist ja kein Geheimnis, dass die Regierung in Peking Zeitungsartikel gezielt kommentieren lässt."
Dann eher mit Reichweite (also englisches Wikipedia etc.)
Eigentlich verunglimpfen und ignorieren Sie nur andere Meinungen und Argumente. Ich halte das nicht nur für selbstgefällig sonder für gefährlich. Überdenken Sie bitte diese Haltung für die Demokratie und Meinungsfreiheit.
"Als jemand der China ein BISSCHEN kennt..."
Betonen wir doch das bisschen ... lassen dafür China weg und schreiben Welt, wenn sie jetzt noch in Talkshows auftreten, dann steht da: "onegstreet: Experte"
"... muss ich sagen, dass mir hier einige Kommentare so vorkommen, als seien sie gleich aus der Feder des ZK geschrieben."
Ich kenne solche Posts nicht, allerdings CNN, BBC und Honkong sowie China Nachrichten ... können sie zum Vergleich ein paar schicken? Ansonsten klingt das ein wenig nach ... seine Argumente sind gut, aber mit dem muss ich mich nicht Auseinandersetzten, denn das ist ja ein Kommunist, Kapitalist, Jude, Schmarotzer (ok, gegenüber Nazis verstehe ich ihre Haltung).
"Es ist ja kein Geheimnis, dass die Regierung in Peking Zeitungsartikel gezielt kommentieren lässt."
Dann eher mit Reichweite (also englisches Wikipedia etc.)
Eigentlich verunglimpfen und ignorieren Sie nur andere Meinungen und Argumente. Ich halte das nicht nur für selbstgefällig sonder für gefährlich. Überdenken Sie bitte diese Haltung für die Demokratie und Meinungsfreiheit.
Wetten dass sie sich noch nie auch nur ansatzweise politisch oder gesellschaftlich engagiert haben? Es gibt in diesem Land eine unglaublliche Vielfalt an Möglichkeiten sich zu beteiligen! Aber nein, man drischt lieber hohle Phrasen, und wälzt sich in Selbstmitleid.
IWie erbärmlich!
Ich habe mich schon bei einigen Menschenrechtsorganisationen engagiert. Greenpeace und bei der Caritas war ich auch schon. Und sie? (Tut es weh, so sehr daneben zu liegen?)
Andererseits ist es schon ulkig, dass Sie gar nicht darauf eingehen, dass wir in einer gelenkten Demokratie leben. Auch der übliche Chinese kann sich gesellschaftlich beteiligen, solange er keinen Umsturz der Partei plant. (So wie die KPD immer noch verboten ist und die Linke unter Beobachtung steht.) Nur würde ich in China nie behaupten, dass die Macht beim Volke liegt.
Erbärmlich ist ein schönes Wort. Zustimmung.
Ich habe mich schon bei einigen Menschenrechtsorganisationen engagiert. Greenpeace und bei der Caritas war ich auch schon. Und sie? (Tut es weh, so sehr daneben zu liegen?)
Andererseits ist es schon ulkig, dass Sie gar nicht darauf eingehen, dass wir in einer gelenkten Demokratie leben. Auch der übliche Chinese kann sich gesellschaftlich beteiligen, solange er keinen Umsturz der Partei plant. (So wie die KPD immer noch verboten ist und die Linke unter Beobachtung steht.) Nur würde ich in China nie behaupten, dass die Macht beim Volke liegt.
Erbärmlich ist ein schönes Wort. Zustimmung.
und lassen Sie den Chinesen ihre Ein-Parteien-Herrschaft, die sind im Momemnt mehrheitlich sehr zufrieden damit.
Haben Sie für den Zufriedenheitsgrad eine Quelle, Humptata?
Und ich hätte "imho" nicht vergessen sollen, das ist immer sehr wichtig, wenn man mit Ihnen in einem Thread kommentiert.
Gut, ich ergänze mein Posting #6 von 14:03 mit dem Zusatz "meines Erachtens" und dann machen wir die Gegenprobe, indem Sie mir einen Nachweis dafür liefern, dass die Chinesen mehrheitlich nicht zufrieden sind mit ihrer Einparteienherrschaft, ok?
Und ich hätte "imho" nicht vergessen sollen, das ist immer sehr wichtig, wenn man mit Ihnen in einem Thread kommentiert.
Gut, ich ergänze mein Posting #6 von 14:03 mit dem Zusatz "meines Erachtens" und dann machen wir die Gegenprobe, indem Sie mir einen Nachweis dafür liefern, dass die Chinesen mehrheitlich nicht zufrieden sind mit ihrer Einparteienherrschaft, ok?
Ich habe mich schon bei einigen Menschenrechtsorganisationen engagiert. Greenpeace und bei der Caritas war ich auch schon. Und sie? (Tut es weh, so sehr daneben zu liegen?)
Andererseits ist es schon ulkig, dass Sie gar nicht darauf eingehen, dass wir in einer gelenkten Demokratie leben. Auch der übliche Chinese kann sich gesellschaftlich beteiligen, solange er keinen Umsturz der Partei plant. (So wie die KPD immer noch verboten ist und die Linke unter Beobachtung steht.) Nur würde ich in China nie behaupten, dass die Macht beim Volke liegt.
Erbärmlich ist ein schönes Wort. Zustimmung.
Und ich hätte "imho" nicht vergessen sollen, das ist immer sehr wichtig, wenn man mit Ihnen in einem Thread kommentiert.
Gut, ich ergänze mein Posting #6 von 14:03 mit dem Zusatz "meines Erachtens" und dann machen wir die Gegenprobe, indem Sie mir einen Nachweis dafür liefern, dass die Chinesen mehrheitlich nicht zufrieden sind mit ihrer Einparteienherrschaft, ok?
Das ergibt keinen Sinn, Humptata. Ich habe ja nicht geschrieben, dass die Mehrheit der Chinesen nachweislich unzufrieden wäre, sondern - zum Beispiel - auf einige Fälle hingewiesen, in denen es nachweislich sehr teuer für Chinesen wurde, unzufrieden zu sein.
Aber senden Sie mir doch einfach eine Umfragegenehmigung der chinesischen Behörden, deren Fragestellungen ich oder ein Dritter selbst formulieren dürfen. Ich nehme mich der Sache dann gerne an.
Das ergibt keinen Sinn, Humptata. Ich habe ja nicht geschrieben, dass die Mehrheit der Chinesen nachweislich unzufrieden wäre, sondern - zum Beispiel - auf einige Fälle hingewiesen, in denen es nachweislich sehr teuer für Chinesen wurde, unzufrieden zu sein.
Aber senden Sie mir doch einfach eine Umfragegenehmigung der chinesischen Behörden, deren Fragestellungen ich oder ein Dritter selbst formulieren dürfen. Ich nehme mich der Sache dann gerne an.
Das ergibt keinen Sinn, Humptata. Ich habe ja nicht geschrieben, dass die Mehrheit der Chinesen nachweislich unzufrieden wäre, sondern - zum Beispiel - auf einige Fälle hingewiesen, in denen es nachweislich sehr teuer für Chinesen wurde, unzufrieden zu sein.
Aber senden Sie mir doch einfach eine Umfragegenehmigung der chinesischen Behörden, deren Fragestellungen ich oder ein Dritter selbst formulieren dürfen. Ich nehme mich der Sache dann gerne an.
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