Aufrüstung : China bereitet ersten Flugzeugträger für Einsätze vor

Die Militärmacht China rüstet die Marine auf. Zum ersten Mal landete ein Jagdflugzeug auf dem Flugzeugträger der Flotte. Die Nachbarstaaten sind besorgt.
Chinas erster Flugzeugträger im Hafen von Dalian in der Provinz Liaoning © Stringer/Military Politics Maritime/Reuters

China treibt die Vorbereitungen für den Einsatz seines ersten Flugzeugträgers voran: Zum ersten Mal ist ein Jagdflugzeug vom Typ Shenyang J-15 auf dem ersten Flugzeugträger Liaoning gelandet. Das teilte das chinesische Verteidigungsministerium mit. Das Manöver sei ein "Symbol für die operationelle Kampfeinsatzfähigkeit eines Flugzeugträgers", sagte Zhang Junshe, Vizeleiter des Militärinstituts für Meeresforschung, im Staatsfernsehen. "Das ist ein wichtiger Schritt für Chinas Flugzeugträger."

Videobilder, die vom chinesischen Fernsehsender CCTV ausgestrahlt wurden, zeigen, wie ein Haken am hinteren Ende des Flugzeugs bei der Landung in ein Fangseil greift und die J-15 so auf dem Deck des 300 Meter langen Schiffs zum Stehen bringt. Laut Verteidigungsministerium hat die Besatzung des Schiffs seit der Übernahme Ende September bereits rund hundert Trainingseinheiten und Tests auf dem Schiff absolviert. Wann das Schiff einsatzfähig sein wird, ist aber unklar.

Chinas Nachbarstaaten verfolgen die Modernisierung und Aufrüstung der Marine mit großer Sorge. Peking liegt im Streit mit mehreren anderen Ländern um Inselgruppen im ost- und südchinesischen Meer. Zuletzt gab es heftige Proteste in China, nachdem die Regierung in Japan angekündigt hatte, drei Inseln eines umstrittenen Archipels nordöstlich von Taiwan zu kaufen. Auch mit Vietnam und den Philippinen gibt es Gebietsstreitigkeiten.

Der Flugzeugträger stammt ursprünglich aus der Sowjetunion , doch war der Bau dort nicht fertiggestellt worden. China erwarb den Rumpf des damals "Warjag" genannten Schiffs ohne Motor und elektrische Ausstattung 1998 von der Ukraine und stellte ihn anschließend in jahrelanger Arbeit fertig.

Verlagsangebot

Entdecken Sie mehr.

Lernen Sie DIE ZEIT 4 Wochen lang im Digital-Paket zum Probepreis kennen.

Hier testen

Kommentare

74 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Super. . .

Endlich hat die chinesische Regierung ihren eigenen Flugzeugträger zur Durchsetzung ihrer Politik. Natürlich braucht der auch dieses ausgeklügelte Schutzkonzept, wie die Amerikaner diese Dinger schützen. Viele kleinere Kriegsschiffe drumherum und so. Damit können die dann vor anderen Küsten aufkreuzen und eine Drohkulisse aufbauen, so ganz wie die Amerikaner das machen. Viel wichtiger für den tatsächlichen durch Waffenwirkung erreichte Durchsetzung von Politik sind wohl andere Projekte: Das Amerikanische mit der Entwicklung einer Fernwaffe, die von den USA aus jedes Ziel auf diesen Planeten erreichen und zerstören kann, so ganz ohne Einsatz von Atomwaffen, sehr wichtig! Und das Chinesische einer Überschallwaffe, die jeden Flugzeugträger auf den Grund des Meeres befördert. Wir können weltweit noch soviel Projekte und Initiativen zur Verbesserung unseres Lebens starten, im Grunde sind wir aggressiv und entwickeln immer neue Waffen und die damit verbundenen Horrorszenarien. Das hört nie auf.

Sind wir im Grunde aggressiv?

Ganz sicher kann ich diese Frage nicht beantworten.

Aber die militärische Aufrüstung vieler Staaten einschließlich Chinas erfolgt ganz sicher nicht nur deshalb, weil die Menschen im Grunde aggressiv sind, sondern weil sie sich bedroht und unsicher fühlen.

Der bevölkerungsreichste Staat der Erde fühlt sich sicher auch unwohl in Anbetracht der zahlreichen Flugzeugträger und U-Boote rund um seine Küsten, zumal die USA ihre Absicht bekundet haben, künftig noch mehr Kriegsschiffe im Pazifikraum zu stationieren.

Bei der Neigung der USA ihre militärische Macht als Drohkulisse zu verwenden und sie sogar gar nicht so selten tatsächlich einzusetzen, kann ich das Bedürfnis Chinas verstehen, da etwas entgegen zu halten.

Natürlich baut das bei Chinas Nachbarn ebenfalls Befürchtungen auf, auf Grund deren sie demnächst versuchen werden, etwas Entsprechendes zu ihrer Sicherheit aufzubauen.

Warum soll ausgerechnet China keinen Flugzeugträger haben

wenn (demnächst) die Nachbarstaaten folgende Anzahl haben:

Thailand 1
Südkorea 1
Russland 1
Japan 2
Australien 2
Indien 4

Auch in diesen Staaten dienen die Pötte nach Ihrer Argumentation wohl nicht dem Heimatschutz, sondern der Demonstration von Macht und Feuerpower, womöglich vor Chinas Küsten.

Was wir diesen anderen Staaten zubilligen, müssen wir auch bei China akzeptieren.

Da könnse mal sehen, Konny -

Über die japanische Hyūga-Klasse, für die ja wohl all das, was hier gegen einen chinesischen Flugzeugträger gesagt wurde, mindestens ebenso zutrifft, regt sich in der westlichen Welt kein Mensch auf.

Ach so, ich verstehe, die Schiffe gehören ja zu den Meeresselbstverteidigungsstreitkräfte Japans, dann ist ja alles gut, einen Verteidigungsminister haben wir in Deutschland ja auch.

Übrigens: mal bei Wiki die Meeresselbstverteidigungsstreitkräfte eingeben - da ist das Banner abgebildet, unter dem diese Schiffe durch die Gegend fahren.

Warum ich das erwähne? Frage Sie mal einen Chinesen oder einen Koreaner, was er zu der Flagge zu berichten weiß!

Solange das chinesische Militär afrüstet

kann man sich wenigstens sicher ein, dass es um die Interessensicherung von knapp einem Viertel der Menschheit geht, und nur im Extremfall um eine Minderheit. Wenn man sich im Gegensatz dazu das US-Militär ansieht, dass gerade einmal 300Mio Menschen vertritt, und damit der halben Welt deren Willen aufzwingt, fragt man sich warum das sinnvoller sein sollte.
In jedem Fall ein stolzes Schiff, vielleicht hilft es sogar den Diaoyu Konflikt zu lösen.

Interessensicherung...

Achso, verstehe, das furchtbar Komische an ihrer These mit den Interessen vom "Viertel der Menschheit" ist, dass Sie doch gar nicht wissen können ob die Regierung diese auch Vertritt da ja in China gar keine Demokratie herscht.

Aber richtig, China soll stark sein, nich so einen Blödsinn wie Demokratie von den Amerikanern "aufzwingen" lassen.

Zur Krisenlösung bei dem Inselstreit, wird dieser Träger sicher auch beitragen. Ich schlage vor die Chinesen bemalen ihn in den Nationalfarben Japans und lassen ihn einmal um die ganze(n) Insel(n) fahren. Die Japaner fühlen sich dann derart geschmeichelt, dass sie China die Inseln und noch 100 Tonnen Sake zukommen lassen. So in der Art meinten Sie das doch sicher ?

Partnerschaft mit den USA

Die strategische Partnerschaft zwischen Japan und den USA lassen keinen ernsthaften militärischen Konflikt zu. Desweiteren könnte jegliches Bedrohungspotential dieses Trägers auch von den japanischen Luftstreitkräften gekontert werden.

China`s Weg zur "Blue water Navy" ist unverkennbar. Dennoch ist es noch ein weiter Weg dorthin und dieser Träger ist ein Anfang, nicht weniger aber bei weitem auch nicht mehr.

Aufrüsten, Frieden

Zum Zweiten Weltkrieg führte damals, dass sich ein Land gedemütigt fühlte, Gebiete verloren hatte und in dieser Situation aufrüstete. Dass sich das Machtgleichgewicht zu Gunsten dieses Landes veränderte, hat damals nicht den Frieden, sondern den zweiten Weltkrieg gebracht. Man muss kein Genie sein, um eine Parallele zu China zu erkennen. Dass Flugzeugträger per Definition nur zur Kriegsführung fern der eigenen Heimat notwendig sind, lässt das Aufrüsten auch nicht friedlicher erscheinen. Aus europäischer Perspektive kann man zumindest fest halten, dass ein dritter Weltkrieg wohl zum ersten Mal nicht Europa als Schlachtfeld haben wird...

Das Machtgleichgewicht

wird so oder so nach China kippen, da reicht ein Blick auf die Wirtschaftszahlen - also sollte das auch militärisch möglich sein...
Der Diaoyu-Konflikt köchelt ja schon Jahrzehnte, da wird so oder so nichts von heute auf morgen passieren. Die Frage zum Verhalten der USA stellt sich für mehrere Seiten, denn wenn sich die VR mit der Republik China über die Inseln einig wird stehen die USA auf einmal zwischen den Stühlen...

Was sind denn Interessen Chinas?

Ihre Aussage:"Mit Diaoyu meinte ich, dass ein verrutschen des Machtgleichgewichts in Richtung China ab einem gewissen Punkt aggressive Handlungen irrelevant, und damit überflüssig macht." verstehe ich ueberhaupt nicht. Was meinen Sie?
Und klar die chinesische Regierung handelt im Interesse Chinas, stellt sich nur die Frage wer festlegt was Chinas Interessen sind. Geopfert werden jedenfalls immer die Buerger und ob das so in deren Interesse ist, frueh zu sterben, bezweifele ich noch. Insbesondere wenn man sich vor Augen fuehrt, dass Flugzeugtraeger in erster Linie als Angriffswaffe zu verstehen sind. Aber da China ja auch entgegen allen UN Abkommen gleich das ganze suedchinesische Meer fuer sich beansprucht, braucht man eben auch Flugzeugtraeger.

Sehen sie in die USA

da werden die Interessen des Volks von den Medien bestimmt - oder haben die nach ihrer Logik ein "Interesse früh zu sterben"?
China "braucht" keinen Flugzeugträger, genauso wenig wie es ein Raumfahrtprogramm "braucht"...dies ist eine Machtdemonstration, und der Wunsch Weltweit voll akzeptiert zu werden -und auch weil man sich auf der Nase herumgetrampelt fühlt, wenn die US-Marine alljährlich in Chinesischen Hoheitsgewässern vor Taiwan rumschippert...

Sie haben von Militäraufrüstungen geredet

Der Flugzeugträger hat genauso unromantische kompensatorische Gelüste als Grundlage, wie es in den USA der Fall ist. Wer hat den Längeren? Aber China pumpt massiv Geld in das eigene Militär, auch um sich gegen eventuelle Unruhen absichern zu können. Einschüchterung des Volkes, warum sonst gockeln die Militärs in politisch brisanten Zeiten immer über den Tiananmen-Platz?

Na ja

Es ist zwar richtig, wenn die absoluten Zahlen nimmt scheint China oekonomisch gut dazustehen, aber betrachtet man das ganze sinnvoller Weise aus pro Kopf sieht es doch noch eher mager aus. In der Welt steht China dann da wie die Cook islands oder Jamaica, aber weit hinter Rumaenien und Bulgarien. Die Wachstumsraten sind natuerlich hoch, aber es ist eben bedeutend einfacher das das Einkommen von einen auf zwei $ zu steigern, als von 10 auf 20 $. In beiden Faellen 100% Wachstum, nur im zweiten Fall muss die Produktion 10mal mehr zunehmen als im ersten Fall. Und die schoene oekonomische Entwicklung hat schnell eine Ende, wenn man ordentlich in ineffzienete Militaers investiert, denn die produzieren nichts (im besten Fall). Gewaltsame Loesungen sind auf jeden Fall immer suboptimal und das Glueck der Welt wurde noch nie durch Kriege gesteigert.

Aber das ist doch trauriger weltweiter Standart

und kein China-spezifisches Problem...die USA lassen z.B. Predator-Drohnen über ihrer eigenen Bevölkerung kreisen.
Die Dinge wo in China richtig Geld reingesteckt werden lassen sich doch unmöglich gegen Aufstände drehen - Amphibische Landungstechnik, Luftabwehr, ICBMs, Flugzeugträger, Stealth Düsenjäger, Kriegsschiffe... Gegen Volksaufstände täte es auch eine billige AK47, und auch Überwachung, die im Militärbudget garnicht auftaucht. Ich halte die These Aufrüstung um gegen die Bev. vorzugehen unlogisch.

Was jetzt kommt, ist die Kür

Der Machtapparat gegenüber dem Volk wurde doch schon lange umgesetzt. Die VBA mag schlecht ausgerüstet sein, für die Kontrolle des Landes reichts allemal. Was jetzt entwickelt wird, dient der Machtstärkung nach außen. Nach dem Motto, pfuscht uns hier nicht rein. Und wenn man dann irgendwann gar stark genug ist, dann kann man ja auch wieder zeigen, wie wenig expansiv China doch ist (so heißt es doch so schön und jede militärisch stärkere Dynastie hat es prima vorgeführt). Oder würden sie es überhaupt als expansiv bezeichnen, wenn man sich zurückholt, was einem sowieso schon gehört? Holen wir Taiwan einfach irgendwann heim, gell? Hab noch diesen tollen Button in meinem Zimmer hängen: "台灣,你媽喊你回家吃飯 Taiwan, deine Mutter ruft dich. Du sollst nach Hause kommen, Essen ist fertig."

Nebenbei: Amerika hat in der Finanzkrise, obwohl es Unzufriedenheit gibt, nicht das Militär marschieren lassen.

Worauf spielen sie an?

Etwa auf die Machtergreifung Hitlers? Was sich dieser Mensch herausgenommen hat war ganz sicher nicht demokratisch legitimiert.

Vor allem scheint mir Ihre Argumentation sehr merkwürdig. Wenn ein Krieg für ein Land vermeintlich von Vorteil ist sagt das nichts über die Interessen des Landes aus. Diese werden vom Volk festgelegt nicht von der Regierung.

"warum das chinesische Militär nicht im Interesse Chinas handeln sollte - Demokratie lässt auch nur feststellen, ob das Volk einem Krieg zustimmt, nicht ob er für es von Vorteil ist."

Es hängt nicht alles an Amerika oder China

Die USA bleiben ein demografisch vergleichsweise "junges" Land. M. E. lässt sich weder Amerikas noch Chinas Entwicklung einfach aus den vorhandenen Trends extrapolieren.

Vor allem aber: das Gleichgewicht im Fernen Osten und in Südostasien hängt vor allem davon ab, wie sich die Nachbarstaaten zu China verhalten - und in dem Punkt hat China in den letzten zwei Jahren deutlich Boden verloren. Wenn selbst Lee Kuan Yew fordert, die USA sollten in Asien "ein Gegengewicht zu China" bilden, sieht man auch, dass das keine Frage der Staatsform, sondern nationaler Interessen ist. Für Vietnam gilt Ähnliches.

Lippenbekenntnisse aus Beijing, alle Staaten sollten untereinander gleichberechtigt handeln, beziehen sich aufs Protokoll. Ansonsten gilt auch hier, was Yang Jiechi Singapurs Außenminister George Yeo zu verstehen gab: "China is a big country and other countries are small countries, and that's just a fact."

Ob die Amerikaner Hegemonen bleiben - wie China einer wird - ist eine andere Frage. Schon im Sinne der Nachhaltigkeit sollten sie eine partnerschaftliche Linie einschlagen. Nur so sind eine nachhaltige Außen- und Militärpolitik einerseits, und "nation building at home" andererseits machbar.

Grundsätzlich glaube ich, dass ein verbreitetes Gefühl, "eingekreist" zu sein, dem chinesischen Regime innenpolitisch sogar hilft. Und eine Gefahr für China geht m. E. von Amerika nicht aus.

Es kommt darauf an, wie man seine Karten spielt

mit bessere Karten meine ich Ressourcen, Manpower, Wirtschaftswachstum, Politischer Handlungsspielraum/"Rechtliche" Möglichkeiten zur Wirtschaftsregulierung, und vom wirtschaftlichen Standpunkt sind auch die Kooperationen in Afrika nicht zu unterschätzen.

Wenn ich auf das Aussenhandelsdefizit der USA blicke, möchte ich fast sagen es gibt nur noch einen Grund warum die USA am Ende der Nahrungskette stehen - sie kontrollieren die "Weltwährung", und das könnte sich schnell ändern wenn z.B. die VR den Renminbi-Kurs freigibt...

"Kontrolle der Weltwährung"

Vor Mittwoch habe ich keine Zeit mehr für Kommentare - aber die Argumente hinsichtlich des amerikanischen Außenhandelsdefizits scheinen mir auf der gleichen Sichtweise zu basieren wie die (Selbst)überschätzung der deutschen Öffentlichkeit gegenüber Südeuropa. Ich weiß nicht, ob "Hofnarr" (#51) auf diesen Punkt verweist, der Wert der U.S. bonds, die von China gehalten werden, erodiert. Vielleicht helfen hier einige Anmerkungen des Finanzprofs Michael Pettis weiter.

Sein Focus auf China und Deutschland als Problemverursacher ist ähnlich einseitig wie deutsch geprägte Gardinenpredigten, aber sie ergänzen diese m. E. sinnvoll.

Zur "Kontrolle der Weltwährung": auch hierzu empfehle ich einen Post bzw. Artikel von Pettis.

Und schließlich: selbst wenn sich die USA in den nächsten zwei Jahren erstaunlich gut erholen sollten: am nachhaltigsten wäre eine konstruktive Zusammenarbeit mit allen ost- und südostasiatischen Staaten - inklusive China. Aber auch ohne Chinas Kooperation könnte sich eine U.S.-Rolle herausbilden. Das hängt zum einen von den chinesisch-nachbarschaftlichen Beziehungen ab, und zum anderen davon, welchen (militärischen) Anteil an der Sicherheitsstruktur diese Nachbarstaaten selbst übernehmen wollen.

Darin drückt sich auch am ehesten aus, ob wirklich eine chinesische Bedrohung empfunden wird, oder auch nicht.

Wir werden sehen

Es kommt darauf an, wie man seine Karten spielt
mit bessere Karten meine ich Ressourcen, Manpower, Wirtschaftswachstum, Politischer Handlungsspielraum/"Rechtliche" Möglichkeiten zur Wirtschaftsregulierung, und vom wirtschaftlichen Standpunkt sind auch die Kooperationen in Afrika nicht zu unterschätzen.

Das stimmt. Wobei ja in der sehr langen Geschichte Chinas das Land stets bei dem Versuch, eine globale Rolle als Hegemon zu spielen, auf die Nase gefallen ist.

Ressourcen = nicht so unbegrenzt wie es angesichts der Größe des Landes zunächst scheint. Manpower = ebenfalls limitierter als es scheint; Gesellschaftliche Schieflage, innere Zerissenheit eines Vielvölkerstaates, sehr viel (auch militärische) Energie auf "den eigenen Laden zusammenhalten" verwendend (Tibet, anyone?)... Wirtschaftsregulierung durch massive Korruption konterkariert...We will see...

Wenn ich auf das Aussenhandelsdefizit der USA blicke, möchte ich fast sagen es gibt nur noch einen Grund warum die USA am Ende der Nahrungskette stehen - sie kontrollieren die "Weltwährung", und das könnte sich schnell ändern wenn z.B. die VR den Renminbi-Kurs freigibt...

Ob der Renminbi genug Charme hat, um eine attraktive Alternative als Weltwährung abzugeben? Ich habe da so meine Zweifel. Aber Sie haben Recht, viele Flugzeugträger helfen da auf jeden Fall.

Bauen die Chinesen eigentlich schon weitere? 7-8 müssten es schon sein ;-)

Da habe ich so meine Zweifel

"Wobei ja in der sehr langen Geschichte Chinas das Land stets bei dem Versuch, eine globale Rolle als Hegemon zu spielen, auf die Nase gefallen ist."
Vor 1840 ist es damit kaum auf die Nase gefallen...wenn ich so darüber nachdenke würde ich sagen spätestens ab den Römern wurde durch China so ziemlich durchgehend die größte Landfläche kontrolliert.
Manpower ist die größte der Welt, Tibet ist höchstens von aussen betrachtet ein beachtenswertes Problem...ich denke die innenpolitischen Probleme der USA sind genauso wenig zu verachten, und der Renminbi wird diesen Charme sehr schnell haben, wenn das BIP an den USA vorbeizieht und die Wachstumszahlen weit über diesen rangieren...

Vom Charme einer Leitwährung

wem würde der Charme des Renminbi denn Ihrer Meinung nach nützen, und in welcher Weise?

Ausgehend von dem IST-Zustand:

Im Zweifel natürlich der Machtelite des Leitwährungslandes. Erlaubt es doch, die eigene Wohlstandsbasis komplett von der realen volkswirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Wirtslandes abzukoppeln.

Oder platt formuliert: Dem der die Notenpresse kontrolliert

;-)

Reservewährungen

Der Status des US-Dollars als "die" Reservewährung hat wirtschaftlich nachvollziehbar vor allem etwas mit den Motiven derjenigen zu tun, die ihn per Nachfrage dazu machen (übrigens gehört auch Deutschland zu den Ländern, die davon profitieren - dass der Euro nie vergleichbar gefragt war, verdanken wir nicht zuletzt der wirtschaftlichen Leistungsschwäche unserer südeuropäischen Eurolandpartner. Mit anderen Worten: China - und zuvor Japan - fuhren im Handel mit den USA Überschüsse ein - und finanzierten im Gegenzug amerikanische Schulden.

Es gibt viele gute Gründe für Amerika, ihren Reservewährungsstatus lieber früher als später loszuwerden - damit würde der Dollar nämlich viel weniger nachgefragt, damit an Wert verlieren, und amerikanische Exporteure begünstigen. Der Prozess mag durchaus schon im Gange sein, denn die Strukturen, welche bisher den transpazifischen Handel bestimmten, gehören mit einiger Wahrscheinlichkeit der Vergangenheit an.

Dass es ein Land gibt, das Wert darauf legt, diesen Status mit seiner Währung zu beerben, bezweifle ich. Vielleicht einigen sich die Handelspartner statt dessen auf einen SDR-Mechanismus, der eine nationae Reservewährung ersetzen kann.

Vielleicht macht das Prestige-Geraune die Diskussionen über einen amerikanischen "Niedergang" und einen chinesischen "Aufstieg" ja so reizvoll. Ist aber viel Hirnw.... mit drin. So vorhersehbar ist die Zukunft nicht.

Ich denke mal

mit einer starken anderen Währung könnten Chinesische Staatsanleihen, etc. attraktiver werden als amerikanische, und generell würde daran die Gelddruckerei der USA mehr auffallen - wenn ihnen weniger Staaten Geld geben, sich Inflation abzeichnet, und vllt. auch der Rohölpreis eher in RMB festgelegt wird, könnte die US Wirtschaft schnell ins trudeln kommen - würde natürlich unweigerlich den Rest mit herunterziehen...

Staatsanleihen

OK - aber was soll die chinesische Regierung mit den Staatsanleihen? Sie hat ja keinen Mangel an inländischen Sparern und ausländischen Investoren, sondern im Gegenteil zuviel Geld, das sie schon jetzt sehr unrentabel investiert. Staatsanleihen für wen in China? Für ineffiziente Staatsunternehmen?

Steigende Rohölpreise können der US-Wirtschaft natürlich schaden - sie können aber auch zu höherer Energieeffizienz führen. Und eine "energy independence" streben die USA ja schon länger an. Fragt sich nur, ob sie effizienter werden, oder ob sie jedes Öl- und Gasfeld erschließen, das ihr Territorium hergibt, ohne Rücksicht auf den Naturschutz.

Aber wenn der Wert des US-Dollars fällt, passiert genau das, worauf US-Politiker im Verhältnis zu China lange gedrängt haben. Sie hatten eben nicht die Option, den Wert des Dollars zu senken - sie hatten nur die Option, auf eine Aufwertung des RMB zu drängen.

Ebenso wie der aus den bekannten Gründen relativ schwache Euro Deutschland geholfeh hat, Jobs zu schaffen (und die Exportindustrie schafft gut bezahlte Jobs), würde ein schwacher US-Dollar den USA zum gleichen Ziel verhelfen. Das wäre das Gegenteil einer Schwächung. Es wäre der Beginn einer nachhaltigen Industriepolitik.

Ich bin sicher, dass sich etwas ändert.

Da die USA eine sehr industriebewusste Bundesregierung gewählt haben (ich glaube Mitt Romney aufs Wort, dass ER Detroit "dem Markt überlassen" hätte), wird sie die Chance nutzen, die sich aus einem Fall des Dollarkurses ergeben wird. Die von Ihnen als so kritisch gesehene Bonität der US-Bonds wird ja von den Märkten nach wie vor viel freundlicher gesehen, als Washington selbst das gerne hätte. Ich glaube Ihnen voraussagen zu können, dass die Fed in den nächsten Monaten viel häufiger Gebrauch von der Notenpresse machen wird, um die Nachfrage nach dem Dollar, die durch jede neue Eurolandpanik entfacht wird, nicht nur zu befriedigen, sondern zu übertreffen.

Andererseits sind weder China (das ja nicht zu viele chinesische Arbeitsplätze - und den Wert seiner Dollarreserven - aufs Spiel setzen will) noch die USA an einem schlagartigen Absturz des Dollars interessiert. Tatsächlich hätte China sich gewünscht, dass das amerikanische Außenhandelsdefizit nachhaltiger gewesen wäre, als es sich jetzt erwiesen hat.

Übrigens: ein Ökonom bin ich auch nicht - meine Erfahrungswelt ist die Betriebswirtschaft. Aber mich interessiert die Volkswirtschaft ebenso. Auf der beruht schließlich unser Wohlstand - ganz besonders in Euroland. Hätte die BILD-Zeitung darüber berichtet, hätte sie den "State Street Finanzjournalistenpreis" m. E. zu Recht erhalten.

Interessant wird es auf jeden Fall,

die USA und eigentlich auch die EU erscheinen mir politisch nahezu gelähmt während China und Indien auf dem Kurs sind das US-BIP zu überholen eine Machtverschiebung in den Asiatischen Raum erwarte ich schon - vllt. ist es aber auch etwas übertrieben auf irgendein eindeutiges Event zu warten, dass den Überholvorgang verdeutlicht. Was die USA angeht, bleibt zu hoffen, dass sie sich mal innenpolitischen Problemen zuwenden. Dennoch hatte ich (auch schon vor der Wahl) das Gefühl die USA haben sich von einer echten Demokratie, wo das Volk frei nach seinen Interessen und Anliegen die Regierung bestimmt, und auch einer politischen Debatte zu weit entfernt um einer sozialen oder wirtschaftlichen Krise zu entgehen, wenn der Rausch die besten zu sein verfliegt.

Gelähmt?

Ich finde nicht, dass die USA z. B. in der McCarthy-Ära demokratischer waren als heute. Die EU erscheint mir in der Tat gelähmt. Von den USA kann ich das nicht sagen. Der republikanische Sprecher des Repräsentantanhauses hat sich für die Phase zwischen jetzt und dem "fiscal cliff" gesprächsbereit gegeben, und die tea partisans müssen sich fragen, wie sie glauben konnten, sie seien eine "moral majority", "silent majority", oder was auch immer für eine majority. (Das wurde ja auch in der "Zeit" thematisiert.)

Vor allem aber: in dem Sinne, dass die Musik um den Pazifik spielen wird, ändert sich selbstverständlich etwas. Möglicherweise überholt das chinesische BIP auch - zumindest vorübergehend - das amerikanische. Aber das lässt sich nicht automatisch in globalen politischen Einfluss übersetzen. China wird offenbar nur von sehr wenigen Nachbarn als Bündnispartner der Wahl gesehen (und die Auswahl ist nicht groß - sie beschränkt sich im Grunde auf China und USA). In dem Kontext können die USA ruhig an Einfluss verlieren - auch im Kalten Krieg waren sie ja keine absolute Weltmacht.

Viele Chinesen mögen das als ungerecht empfinden - ich kenne einige, die das so sehen. Anderen ist es wurscht - von der nationalen Beliebtheit hängt die Zukunft ja nicht ab. Ich glaube, mehr Gelassenheit würde dem Streben Chinas nach "soft power" sehr gut tun. Auch Amerika hat sein Image anfangs nicht geplant.

Atomantrieb oder Ölantrieb ?

Laut Wikipedia ist die Liaoning von Dampfturbinen angetrieben, das klingt erstmal beruhigend.

Denkbar ist aber, dass der Dampf irgendwann durch Atomreaktoren erhitzt wird, so wie in den meisten amerikanischen Flugzeugträgern. Erst das nämlich macht das Ganze richtig gefährlich.

Natürlich sind Bomben und Atomarsprengköpfe der Trägerflugzeuge schon gefährlich genug, aber der Trick liegt in der Unangreifbarkeit des Trägerschiffes mit Reaktorantrieb. Man stelle sich vor, ein solches Schiff kreuzt vor Hamburg in der Deutschen Bucht, seine Flugzeuge greifen Deutschland an. Selbst wenn man Raketen gegen die Flugzeuge hat, sowie welche gegen das Schiff, - wer damit das Schiff beschießt, beschert sich einen Reaktorunfall direkt vor der Haustür.

Schade

Jede Kanone, die gebaut wird, jedes Kriegsschiff, das vom Stapel gelassen wird, jede abgefeuerte Rakete bedeutet letztlich einen Diebstahl an denen, die hungern und nichts zu Essen bekommen, denen, die frieren und keine Kleidung haben. Eine Welt unter Waffen verpulvert nicht nur Geld allein. Sie verpulvert auch den Schweiß ihrer Arbeiter, den Geist ihrer Wissenschaftler und die Hoffnung ihrer Kinder. Dwight D. Eisenhower (1890-1969)

Schade - aber ...

Militärs und Ex-Militärs kennen die Grenzen militärischer Möglichkeiten meistens besser als Politiker, die überhaupt keine militärischen Erfahrungen haben, Herr Walz. Das galt für Colin Powell (der allerdings in seiner Opposition gegen Präsident Bushs Irak-Pläne 2002/2003 nicht konsequent war), das galt für Yitzhak Rabin, und eben auch für Dwight D. Eisenhower.

Aber keiner von denen war Pazifist. Wogegen sie sich wehrten, war m. E. die Vereinnahmung der Politik durch den (sicher hinsichtlich Ort und Zeit unterschiedlich ausgeprägten) militärisch-industriellen Komplex, der es immer wieder schafft, Bedarfe zu schaffen, ohne dass kritisch hinterfragt wird, ob das wirklich dem Interesse eines Landes dient, oder eher dem partikularen Interesse einer Industrie.

Das gleiche kann man aber auch vielen anderen Nicht-Rüstungsindustrien vorwerfen. Subventionen könnten als "Diebstahl" bezeichnet werden. Eine "Berater-Industrie", die durch staatliche Dienstleistungsempfänger - m. E. - ins Absurde aufgeblasen wird, sowohl was ihren Umsatz, als auch ihren Einfluss betrifft.

Das alles könnte man als "Diebstahl" bezeichnen, wobei das letztlich eine rhethorische (vielleicht nicht unangemessene, aber doch rhetorische und nicht sachgerechte) Redewendung ist.
Und Vorsicht ist geboten. Je nach politischer Präferenz könnten auch Sozialtransfers als "Diebstahl" bezeichnet werden. Es bleibt letztlich die Frage: was ist notwendig? Was ist praktisch? Und was ist verantwortbar?