Die von ihm initiierten Friedensgespräche in Camp David waren ein weiteres taktisches Manöver Baraks, man könnte es auch diplomatische Technologie nennen. Das Ziel war nicht in erster Linie, den jahrzehntelangen Konflikt zu beenden, sondern vielmehr zu demaskieren, dass Palästinenserführer Jassir Arafat ein Friedensverhinderer sei. Damit begann eine neue historische Ära der israelischen Politik, in der sich das Land in beispielloser Weise selbst dazu ermächtigte, seine Militärschläge auszuführen.

Das Ergebnis sind über zwölf Jahre andauernde Kämpfe, in denen Tausende Menschen starben und in denen Barak aus der ersten politischen Reihe gedrängt wurde. Er widmete sich nun verstärkt seinen privaten Unternehmen im High-Tech- und Finanzsektor. Der frühere Premier wurde zu einem der wohlhabendsten Politiker in Israel mit einem geschätzten Vermögen von etwa zehn Millionen Euro.

Nach diversen zuerst gescheiterten Rückkehrversuchen in die Politik hat Baraks Ernennung zum Verteidigungsminister ihn schließlich wieder zum ersten Wortführer und Manager von rein technischen Konfliktstrategien gemacht. Der jüngste Beleg dafür ist der Angriff Israels auf den Gazastreifen. Genauso wenig wie ein iPhone alle Probleme des Lebens löst, können Luftschläge und Operationen von Spezialeinheiten die politischen Probleme Israels lösen.