Vorsitz der UMPFrankreichs Konservative haben einen Wahlsieger zu viel

Für Frankreichs Konservative gerät die Wahl eines Nachfolgers für Sarkozy als Parteichef zum Fiasko: Beide Bewerber rufen sich als Sieger aus, es gibt Betrugsvorwürfe. von afp und dpa

Jean-François Copé (Mitte) bei seiner Siegeserklärung in der UMP-Parteizentrale in Paris

Jean-François Copé (Mitte) bei seiner Siegeserklärung in der UMP-Parteizentrale in Paris  |  © Benoit Tessier/Reuters

In der französischen konservativen Partei UMP streiten die beiden Kandidaten für den Parteivorsitz nach einer innerparteilichen Abstimmung über den Wahlsieg. Sowohl Generalsekretär Jean-François Copé als auch der frühere Regierungschef François Fillon erklärten sich am Sonntagabend zum Sieger. Die Wahlkommission unterbrach in der Nacht die Auszählung der Stimmen und will sie heute fortsetzen.

Anhänger Copés sagten, der 48-Jährige habe 1.221 Stimmen mehr als sein Mitbewerber erhalten. Fillon sagte dagegen, er liege mit 224 Stimmen vor seinem Konkurrenten.

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Copé ist der Kandidat der Parteirechten, Fillon gehört der gemäßigten Mitte der Partei an und hatte als Favorit der Wahl gegolten. Beide Kandidaten haben sich in den vergangenen Wochen erbitterte Lagerkämpfe geliefert. Bei der Wahl geht es nicht zuletzt um die Nachfolge von Nicolas Sarkozy als Spitzenkandidat für die Präsidentenwahl 2017. Der Sieger hat große Chancen, den sozialistischen Staatspräsidenten François Hollande in fünf Jahren herauszufordern.

Berichte über Unregelmäßigkeiten

Beide Lager warfen sich gegenseitig Betrug vor. Es habe bei der Abstimmung Anomalien gegeben, sagte etwa der Abgeordnete Bernard Debré, der Fillon unterstützt. Daher werde das Ergebnis in mehreren Départements angefochten. Auch Anhänger Copés sprachen von Unregelmäßigkeiten, etwa in Nizza und Paris .

Die rund 300.000 Mitglieder der Partei von Ex-Staatschef Sarkozy waren am Sonntag zur Wahl eines neuen Vorsitzenden aufgerufen. Dafür waren in ganz Frankreich fast 650 Wahllokale eingerichtet worden. Mehr als die Hälfte der Mitglieder hatten offenbar an der Abstimmung teilgenommen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, tok
  • Schlagworte Nicolas Sarkozy | Betrug | Nachfolge | Präsidentenwahl | Regierungschef | Wahl
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