Mali : Leben, wo die Demokratie einmal war

Mali ist seit einem Aufstand der Tuareg zweigeteilt. In der Hauptstadt Bamako sind die politischen Probleme des Landes aber kaum sichtbar, wie diese Bilder zeigen.

Mali galt im Westen lange als Musterdemokratie, doch seit März steckt das nordafrikanische Land in einer schweren politischen Krise. In der Hauptstadt Bamako hat eine Gruppe rangniedriger Offiziere die Macht übernommen, den Norden des Landes haben Tuareg erobert und einen islamischen Staat errichtet. Die Menschen in Bamako versuchen dennoch ihren Alltag zu bewahren.

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Tuareg? MUSLIME haben einen islamischen Staat errichtet!

Die Tuareg waren nur die nützlichen Idioten für die Muslime, die nach gemeinsamer Eroberung Nord-Malis von den Muslimen abserviert wurden. Die Muslime haben ein strenges Scharia-System eingeführt und, wie jeder weiß, flugs die nicht genehmen antiken religiösen Bauten vernichtet!

"Tuareg verlieren letzte Stadt an Islamisten" schreibt dieses Medium!
http://www.zeit.de/politi...

zu 2: positive Entwicklungen unterstützen!

So schlecht war es in Mali nicht. Zwar gibt es Defizite und Probleme mit den Regierungen in Afrika, Stichwort good governance. Aber man sollte gelegentlich auch die positiven Entwicklungen sehen und unterstützen.

Arte reportage hatte 2005 die zweite Bürgermeisterin in Mali besucht. Oumou Sall Seck regierte in einem Dorf nördlich von Timbuktu. Ihre Maßnahmen in Sachen Bildung, Gesundheit und wirtschaftlicher Entwicklung wurden auch von Männern und regionalen Regierungsstellen anerkannt.

Mit der Eroberung im Frühjahr durch Islamisten war damit Schluss!
http://www.arte.tv/de/mal... (man kann auch die Reportage von 2005 ansehen)

Heute lebt sie in der Hauptstadt Bamako und tourt gerade durch Frankreich, um die Franzosen über die Entwicklung zu informieren.

Die Mächtigen im Norden sind Ausländer und ausländische Organisationen. Mittlerweile bleiben Frauen zu Hause oder verhüllen sich. Und einige konservative Männer erkennen ihre Chance und haben sich den Islamisten angeschlossen.

Politische Verhandlungen gibt es nicht. Sie wären auch nur mit den Tuareg zu rechtfertigen. Aber mit entsprechender Unterstützung könnten die demokratisch gesinnten Malier den Bürgerkrieg gewinnen.

So nebenbei: auch ich habe Verwandtschaft in Mali. Weiße und Schwarze.

Das Prinzip der Demokratie

Auch Europa und die so genannte westliche Welt hat lange Zeit und zwei unglaublich grausame Kriege gebraucht, um "demokratisch" zu werden. Scheinbar braucht der Mensch persönliche, schreckliche Erfahrungen, um zu der Einsicht zu gelangen, dass ein Zusammenleben nur möglich ist, wenn man andere Ansichten zumindest respektiert, auch wenn sie der eigenen widersprechen. Daraus resultiert das Prinzip der Demokratie, das nur friedlich funktionieren kann, wenn sich alle Beteiligten daran halten. Ob der Islam dazu fähig ist, wird die Zeit zeigen...

Überschrift.

Mali war schon immer zweigeteilt. Der Norden und der Süden sind als Überbleibsel der Kolonialzeit willkürlich in einen Staat geschnürt worden. Und innerhalb dieses Konstrukts war der Norden so eine Art Kolonie des Südens. Mit der zugehörigen Besatzungsarmee. Das will man jetzt mit Gewalt wieder herstellen.

Dass das zwischendurch mal eine lupenreine Demokratie war, ist mir gar nicht aufgefallen. Zumindest im Norden verschlechterten sich die Verhältnisse von Jahr zu Jahr. Bis Besuche dort aus Sicherheitsgründen gar nicht mehr möglich waren.

Die "Bürgermeisterin" würde ich weniger der keimenden Moderne/Demokratie zuschreiben, als der Kultur der Tuareg. Frauen spielen hier eine große Rolle. Es wird zum Beispiel auch matrilinear vererbt. Aber das wird vielleicht etwas zu komplex für so ein Posting hier.

Nord-Mali hat im Prinzip jetzt schon das erreicht, was in Syrien erst noch mit unserer Unterstützung erkämpft werden soll. Die Eroberung durch islamistische Besatzer aus dem Ausland.

Kunstgebilde Mali

Jeder der einmal Mali bereist hat (vor ca. 10 Jahren noch gefahrlos möglich), konnte erkennen, dass dieses Kunstgebilde nie funktionieren konnte und auch nie funktionieren wird. Der ethnische Unterschied zwischen Tuareg und der schwarzen Bevölkerung ist zu groß. Die beiden Bevölkerungsschichten sind so unterschiedlich wie es extremer nicht sein könnte.