Kriegsgründe: Wem die Gefechte in Gaza nutzen
Moderne Raketen, neue Machtverhältnisse in Nahost und die Ablenkung von innenpolitischen Problemen: Wie ein schwelender Konflikt plötzlich eskaliert ist.
© REUTERS/Mohammed Salem

In Gaza-Stadt, 21. November 2012
Seit einer Woche beschießen sich Israel und Gaza. In den Verhandlungen über eine Waffenruhe, vermittelt von Ägypten und den USA, zeichnet sich zwar allmählich ab, dass eine Feuerpause erreicht wird. Sollte diese aber wieder scheitern, wie es bei der am Dienstag vereinbarten ersten Waffenruhe der Fall war, könnten sich die Gefechte noch lange hinziehen. Umso mehr dürfte sich der Konflikt dann zu einem erneuten Krieg entwickeln zwischen der israelischen Armee und den Milizen im von der islamistischen Hamas regierten Gazastreifen.
Wie konnte es so weit kommen?

Steffen Richter ist Redakteur im Ressort Politik bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.
Im Verlauf des Jahres 2012 – vor dem Einsetzen der aktuellen Gefechte – waren aus dem Gazastreifen bereits mehr als 700 Raketen Richtung Israel abgefeuert worden, die höchste Zahl seit dem Ende des letzten Gaza-Krieges 2008/2009. Anfang November ging es dann Schlag auf Schlag: Am 10. wurde aus dem Gazastreifen eine lasergesteuerte russische Kornet-Antipanzerrakete abgeschossen, die den Jeep einer israelischen Patrouille traf und vier Soldaten verletzte. Eine Waffe dieser Qualität kannte man in Israel als Bedrohung aus Gaza bis dahin nicht. Zwei radikale Brigaden sowie der bewaffnete Arm der Hamas selbst nahmen für sich in Anspruch, die Rakete abgeschossen zu haben.
Am 14. November tötete die israelische Armee den Militärchef der Hamas – nur wenige Stunden zuvor war eine Waffenruhe zwar nicht unterschrieben, immerhin aber ausgehandelt worden. Am 15. feuerte die Hamas eine weiterreichende Rakete auf Tel Aviv, ein Ereignis, das es zuletzt während des Golfkriegs 1991 gegeben hatte. Laut dem radikalen Palästinensischen Islamischen Dschihad handelte es sich bei den Raketen für größere Distanzen um Fajr-5 aus iranischer Produktion. In der Folge wurden innerhalb einer Woche aus dem Gazastreifen heraus mehr als 1.500 Raketen auf Israel abgefeuert, die israelische Armee bombardiert seither zahlreiche Ziele in dem Palästinensergebiet. Mehr als 130 Menschen starben im Gazastreifen, fünf in Israel. 1.000 Menschen wurden verletzt, die meisten von ihnen Palästinenser.
Was will die Hamas?
Im Gazastreifen steckt die Hamas als regierende Organisation in einem Dilemma. Zum einen tut ihr militärischer Arm nicht immer das, was der politische sagt, vor allem aber gibt es in Gaza rivalisierende Brigaden wie der Palästinensische Islamische Dschihad oder kleinere Salafisten-Gruppen, die noch dogmatischer und anti-israelischer sind als die Hamas. Diese Brigaden gelten auch als primär verantwortlich für den Raketenbeschuss auf Israel. Hamas hatte diesen nach Ende des Krieges 2009 meist zu unterbinden versucht.
Im Gazastreifen will Hamas gleichzeitig die Ruhe aufrechterhalten, gegenüber noch radikaleren Gruppen die Autorität als regierende Organisation behaupten und als harter Israel-Gegner auftreten. Aus diesem Zwiespalt heraus hat man im Laufe dieses Jahres begonnen, den Raketenbeschuss offen zu tolerieren und auch mitgemacht, um sich nach innen wie außen als stark und israelfeindlich zu präsentieren.
Offenbar bestärkt in dieser Haltung hat die Organisation die Tatsache, dass sich seit dem letzten großen israelischen Gaza-Einsatz 2008/2009, in dem 1.400 Palästinenser und 13 Israelis starben, zwei elementare Dinge geändert haben. Erstens hat der Arabische Frühling Nahost politisch umgekrempelt – in Ländern wie Ägypten herrschen jetzt fromme Muslimbrüder, die der Hamas ideologisch nahestehen. Zweitens haben die Hamas und andere Gaza-Milizen inzwischen bessere und gefährlichere Waffen.





Vermutlich muss erst eine iranische Atombombe in ihrem Vorgarten hochgehen, damit sie ihre Existenz eingestehen - es sei denn, Sie schieben es dann den Amerikanern oder den Israelis oder wem auch immer in die Schuhe.
Ein altes Patentrezeptrezept - man streite eifach immer alles ab, komme da was wolle. Hier ist weiteres schönes Beispiel:
http://www.heute.at/news/...
"Eine pro-palästinensische Kundgebung in Wien für wenigen Tagen. Skandiert wurde: "Wir sind gegen 2-Staatenlösung… Wir sind für ein Palästina das frei von der Westbank bis zum Mittelmeer reicht, und Israel ausgelöscht wird." Die Menge, die Großteils aus Menschen türkischer und arabischer Abstammung bestand, quittierte die Ansprachen mit "Allah-u-akbar"-Rufen.
Vorwürfe gegen vorherige antiisraelische Demonstrationen, es würden antisemitische Tendenzen mitschwingen, wurden von den Veranstaltern zurückgewiesen. Die Vorwürfe seien "lachhaft", sagte Organisator Abu Rus. Es gehe um eine friedliche Unterstützung der Bevölkerung Gazas."
Lesen oder schauen Sie bitte mal nach, von wo bis wo sich das Palaestinensische Land erstreckt - wenn man den ungesetzmaessigen Landklau Israels mal ausser Acht laesst...
Und was, bitte, ist schlimm oder schlecht an dem Ausruf "Allah-u-akhbar"? Gott ist gross - aehnlich wird doch auch in jeder christlichen Kirche gebetet, oder?
...liebenswerterweise verfasst von dubai-eva.
Lesen oder schauen Sie bitte mal nach, von wo bis wo sich das Palaestinensische Land erstreckt - wenn man den ungesetzmaessigen Landklau Israels mal ausser Acht laesst...
Und was, bitte, ist schlimm oder schlecht an dem Ausruf "Allah-u-akhbar"? Gott ist gross - aehnlich wird doch auch in jeder christlichen Kirche gebetet, oder?
...liebenswerterweise verfasst von dubai-eva.
Im Artikel wird nicht erwähnt, daß die israelische Luftwaffe bereits am 23.10. eine Waffenfabrik in der Nähe der sudanesischen Hauptstadt Khartum angriff und zerstörte, in der,so wurde vermutet, Raketen vom Typ Fajir-5 lagerten, bzw.hergestellt wurden. Könnte es nicht auch möglich sein, daß ein großer Teil der 1.500 Raketen die in Israel einschlugen vom ägyptischen Staatsgebiet abgefeuert wurden? Im Artikel werden kleinere Salafisten-Gruppen erwähnt, deren Einfluß bekanntlich auch in Ägypten steigt. Sollte sich das Blatt in Syrien wenden und die sogenannte Opposition die Oberhand gewinnen,ist es durchaus möglich daß Israel dann in der Tat von Feinden umgeben ist.
Für mich ist unverständlich warum sich auch die deutsche Regierung auf die Seite der sogenannten syrischen Opposition schlägt, ist doch das Existenzrecht Israels Teil der deutschen Staatsräson.
Haben sie die Ermordung des 13-jaehrigen Palaestinenser-Jungen durch Israelisches Militaer vergessen, das dem Raketenbeschuss vorausgegangen ist?
Wie sie dem Artickel entnehmen können wurden bereits vor Aufnahme der Kampfhandlungen über 700 Raketen abgefeuert und zwar verteilt über das ganze Jahr 2012. Der tod des Jungen ist tragisch, aber in der Politik nichts weiter als eine Randnotiz und keineswegs der Auslöser des Ganzen.
Wie sie dem Artickel entnehmen können wurden bereits vor Aufnahme der Kampfhandlungen über 700 Raketen abgefeuert und zwar verteilt über das ganze Jahr 2012. Der tod des Jungen ist tragisch, aber in der Politik nichts weiter als eine Randnotiz und keineswegs der Auslöser des Ganzen.
Lesen oder schauen Sie bitte mal nach, von wo bis wo sich das Palaestinensische Land erstreckt - wenn man den ungesetzmaessigen Landklau Israels mal ausser Acht laesst...
Und was, bitte, ist schlimm oder schlecht an dem Ausruf "Allah-u-akhbar"? Gott ist gross - aehnlich wird doch auch in jeder christlichen Kirche gebetet, oder?
Bei den Gestalten z.B., die sich zur sogenannte syrischen Opposition zählen ,die bei jedem abgegebenen Schuß und bei jedem gerade stattgefundenen Massaker an vermeintlich Regierungstreuen vom Allah-u-akhbar-Rufen gar nicht mehr lassen können, wirkt Allah-u-akhbar in dieser Form auf mich irgendwie befremdlich.
Bei den Gestalten z.B., die sich zur sogenannte syrischen Opposition zählen ,die bei jedem abgegebenen Schuß und bei jedem gerade stattgefundenen Massaker an vermeintlich Regierungstreuen vom Allah-u-akhbar-Rufen gar nicht mehr lassen können, wirkt Allah-u-akhbar in dieser Form auf mich irgendwie befremdlich.
"11.08.2011:Vor gut drei Monaten hat das erste und bisher auch einzige 5-Sterne-Hotel im Gaza-Streifen eröffnet. Ausgestattet mit Marmorböden, mehreren Luxusrestaurants und einem großzügigen Poolbereich direkt am Meer besitzt das " Arcmed Al Mashtal Hotel " in Gaza-Stadt eigentlich alles, was zu einem Luxushotel gehört.
Das "Al Mashtal" verfügt über 222 Zimmer - in Betrieb genommen wurden aber erst knapp 80"
http://www.welt.de/reise/...
So ganz ohne Baumaterial ging das wohl nicht..
"Nur eines fehlt dem Hotel: Es sind die Gäste. Denn das Haus steht in einer Region, in der mehr als die Hälfte der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt und in der es praktisch keine Touristen gibt. Hier kommen höchstens vereinzelt Mitarbeiter westlicher Hilfsorganisationen vorbei, ansonsten bleiben Fremde fern."
Wieso muessen mehr als 50% der Bewohner Gazas unterhalb der Armutsgrenze leben? Vielen Dank an Israel fuer die anhaltende Blockade mit Im- und Exportverboten.
"Begonnen wurde das ambitionierte Hotel-Projekt bereits vor 13 Jahren, als die Friedensverträge von Oslo Hoffnung auf eine Besserung der Situation in Nahost machten, und als sich Touristen noch hierher wagten. Die Fertigstellung scheiterte aber immer wieder an militärischen Konflikten zwischen Israelis und Palästinensern und an der Blockade des Gaza-Streifens durch Israel."
Ohne Worte...
Es mag dort ein 5-Sterne-Hotel geben, ansonsten sieht man doch dort sehr viel Elend und der israelische Raketen und Attileriebeschuß trägt sicher nicht dazu bei, die Verelendung eines großen Teils der Bevölkerung Gazas zu stoppen.
"Nur eines fehlt dem Hotel: Es sind die Gäste. Denn das Haus steht in einer Region, in der mehr als die Hälfte der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt und in der es praktisch keine Touristen gibt. Hier kommen höchstens vereinzelt Mitarbeiter westlicher Hilfsorganisationen vorbei, ansonsten bleiben Fremde fern."
Wieso muessen mehr als 50% der Bewohner Gazas unterhalb der Armutsgrenze leben? Vielen Dank an Israel fuer die anhaltende Blockade mit Im- und Exportverboten.
"Begonnen wurde das ambitionierte Hotel-Projekt bereits vor 13 Jahren, als die Friedensverträge von Oslo Hoffnung auf eine Besserung der Situation in Nahost machten, und als sich Touristen noch hierher wagten. Die Fertigstellung scheiterte aber immer wieder an militärischen Konflikten zwischen Israelis und Palästinensern und an der Blockade des Gaza-Streifens durch Israel."
Ohne Worte...
Es mag dort ein 5-Sterne-Hotel geben, ansonsten sieht man doch dort sehr viel Elend und der israelische Raketen und Attileriebeschuß trägt sicher nicht dazu bei, die Verelendung eines großen Teils der Bevölkerung Gazas zu stoppen.
"...stellen sie sich einmal vor, die hamas wäre in der lage politische führer israels per drohneneinsatz zu liquidieren..." und "...israel durch kampfflugzeuge oder von kampfschiffen beschießen zu lassen mit einer invasion zu drohen..."
Wenn das der Fall wäre, gäbe es Israel schon lange nicht mehr. Die Israelis wären weg oder ausgerottet. Aber wie Sie ja feststellen: "nichts davon vermag die hamas".
...liebenswerterweise verfasst von dubai-eva.
"Nur eines fehlt dem Hotel: Es sind die Gäste. Denn das Haus steht in einer Region, in der mehr als die Hälfte der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt und in der es praktisch keine Touristen gibt. Hier kommen höchstens vereinzelt Mitarbeiter westlicher Hilfsorganisationen vorbei, ansonsten bleiben Fremde fern."
Wieso muessen mehr als 50% der Bewohner Gazas unterhalb der Armutsgrenze leben? Vielen Dank an Israel fuer die anhaltende Blockade mit Im- und Exportverboten.
"Begonnen wurde das ambitionierte Hotel-Projekt bereits vor 13 Jahren, als die Friedensverträge von Oslo Hoffnung auf eine Besserung der Situation in Nahost machten, und als sich Touristen noch hierher wagten. Die Fertigstellung scheiterte aber immer wieder an militärischen Konflikten zwischen Israelis und Palästinensern und an der Blockade des Gaza-Streifens durch Israel."
Ohne Worte...
Wie könnte das anders sein? Man ist immer wieder am gleichen (toten) Punkt. Wenn es der Hamas darum gehen würde, die Wirtschaft aufzubauen, damit die eigene Bevölkerung überhaupt eine Perspektive hat, statt sich die Vernichtung des Staates Israel auf die Fahne zu schreiben, wäre viel gewonnen. Politischer und wirtschaftlicher Pragmatismus sind aber Disziplinen, die nicht zu den Stärken von Extremisten jedwelcher Couleur zu zählen sind.
Wie könnte das anders sein? Man ist immer wieder am gleichen (toten) Punkt. Wenn es der Hamas darum gehen würde, die Wirtschaft aufzubauen, damit die eigene Bevölkerung überhaupt eine Perspektive hat, statt sich die Vernichtung des Staates Israel auf die Fahne zu schreiben, wäre viel gewonnen. Politischer und wirtschaftlicher Pragmatismus sind aber Disziplinen, die nicht zu den Stärken von Extremisten jedwelcher Couleur zu zählen sind.
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