Schlange stehen vor einem Wahllokal in Maine © Chip Somodevilla/GettyImages

In den US-Bundesstaaten Maryland und Maine können schwule und lesbische Paare künftig heiraten. Colorado und Washington werden Marihuana legalisieren: Bei Referenden am Tag der Präsidentschaftswahl haben die Bürger für entsprechende Gesetzesänderungen gestimmt.

"Die Wähler haben gesprochen und wir respektieren ihren Wunsch", sagte der Gouverneur von Colorado, John Hickenlooper, über das Marihuana-Referendum. Dem Sender CNN zufolge verwies er aber darauf, dass die Droge aus Sicht der Bundesbehörden in Washington D.C. weiterhin illegal ist.

Mit den geplanten Gesetzesänderungen dürfen Erwachsene ab 21 Jahren in Colorado und Washington künftig knapp 30 Gramm der Droge besitzen. Viele US-Staaten haben Marihuana bereits zu medizinischen Zwecken legalisiert.

Homo-Ehe in acht Staaten erlaubt

Mit der Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen in Maryland und Maine sind sie nun in acht US-Staaten erlaubt. US-Präsident Barack Obama hatte im vorigen Mai Homosexuellen, die heiraten wollen, erstmals seine Unterstützung ausgesprochen. Aktivisten bejubelten die Entscheidung als Wendepunkt im Kampf um die Rechte von Homosexuellen, zumal es das erste Mal war, dass die Entscheidung per Referendum getroffen wurde. Die Ergebnisse in Washington State und Minnesota standen noch aus.

Die Wähler in Kalifornien lehnten die Abschaffung der Todesstrafe ab. Knapp 54 Prozent stimmten gegen den Vorschlag, die Todesstrafe durch lebenslange Haft ohne Möglichkeit der Begnadigung zu ersetzen. 38 Staaten nutzten die Präsidenten- Kongresswahl für Abstimmungen über insgesamt 170 Volksentscheide.

Seit 1917 Staatsbürgerschaft

Die Bürger von Puerto Rico stimmten dafür, dass ihre Inselgruppe als 51. Bundesstaat vollständig den USA angehören soll. In einem nicht bindenden Referendum votierte die Mehrheit der mehr als zwei Millionen Wahlberechtigten für den vollständigen Anschluss. Die Inselgruppe in der Karibik , die bis 1898 spanische Kolonie war, ist bislang mit den USA assoziiert.

In drei vorherigen Referenden – 1967, 1993 und 1998 – hatten sich die Puerto Ricaner für die Beibehaltung des bisherigen Status ausgesprochen. Die Bewohner haben seit 1917 die US-Staatsbürgerschaft und dienen in den US-Streitkräften, sind in den USA aber nicht wahlberechtigt oder steuerpflichtig.

Kennzeichnungspflicht für Genfood

In den Bundesstaaten Colorado und Washington sprachen sich die Wähler mehrheitlich für die Entkriminalisierung des Gelegenheitsgenusses von Marihuana aus. In Oregon stimmte eine Mehrheit dagegen (56 Prozent). Drei weitere Staaten – Arkansas , Montana und Massachusetts – hielten Referenden darüber ab, ob Marihuana für medizinische Zwecke erlaubt werden soll. Massachusetts stimmte dafür, Arkansas dagegen und Montana straffte den Umfang seiner Gesetzgebung zu dem Thema.

In Florida sprachen sich 55 Prozent der Wähler gegen staatliche Hilfen für Krankenversicherungen aus, die Schwangerschaftsabbrüche abdecken.

Eine Mehrheit der Kalifornier sprach sich gegen eine Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel aus. Lebensmittelhersteller und Chemiekonzerne, darunter Monsanto, Bayer und BASF sowie Coca Cola und Kellogg, hatten mit einer fast 40 Millionen Dollar teuren Werbekampagne Stimmung gegen den Vorschlag gemacht, nachdem Umfragen zunächst eine breite Zustimmung für eine Kennzeichnungspflicht gezeigt hatten.