Persischer GolfIranische Flugzeuge schießen auf US-Drohne

Im Konflikt zwischen dem Iran und den USA gab es einen Zwischenfall: Auf ein unbemanntes US-Flugzeug wurde gefeuert – es befand sich außerhalb des iranischen Flugraums. von AFP

US-Drohne vom Typ Predator (Archivbild)

US-Drohne vom Typ Predator (Archivbild)  |  ©REUTERS/Handout Old

Zwei iranische Kampfflugzeuge haben eine US-Drohne über internationalen Gewässern beschossen. Ohne Vorwarnung hätten es die beiden iranischen Kampfflugzeuge beschossen, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Das unbemannte Flugzeug vom Typ Predator sei aber nicht getroffen worden. Der Vorfall habe sich bereits am 1. November ereignet.

Die unbewaffnete Drohne habe einen routinemäßigen Überwachungsflug in etwa 30 Kilometer Entfernung von der iranischen Küste absolviert, als die beiden Kampfjets vom Typ Su-25 sie bedrängt hätten – "eine Premiere".

Anzeige

Zu keinem Zeitpunkt habe sich der Predator in iranischem Luftraum befunden, sagte Little. Die Regierung in Teheran sei mittlerweile unterrichtet worden, dass die Aufklärungsflüge fortgesetzt würden. Der Vorfall fünf Tage vor der US-Präsidentschaftswahl war zunächst nicht publik gemacht worden.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • Case793
    • 09. November 2012 7:28 Uhr

    Die Drohne befand sich laut US-amerikanischer Aussage ausserhalb des iranischen Hoheitsgebietes!

    Ich möchte in diesem Zusammenhang nur mal an die USS Vincennes und den Abschuss des Iran Air-Flugs 655 erinnern. Da wurde ja auch erstmal behauptet, dass sich das Schiff in internationalen Gewässern befunden habe und der Airbus im Sinkflug.

    Und nur zur Klarstellung: Das iranische Regime ist mir alles andere als sympathisch. Aber ich würde in diesem Zusammenhang trotzdem nicht jede Meldung der US-Amerikaner einfach so für die unumstößliche Wahrheit halten!

    39 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Gomulka
    • 09. November 2012 8:20 Uhr

    ...den selben Stellenwert wie "laut Angaben von Oppositionsaktivisten".

    Der Beschuß von US-Terrordrohnen sollte Schule machen.

    • nixprof
    • 09. November 2012 12:41 Uhr

    Entfernt. Kein konstruktiver Kommentar. Die Redaktion/kvk

  1. Ich gehe mal davon aus, dass es sich dabei um Warnschüsse des iranischen Militärs gehandelt hat, um den Amerikanern klar zu machen, dass sie bei jeder Verletzung des iranischen Hoheitsgebietes durch „Aufklärungsflugzeuge – bzw. Drohnen“ diese abschießen werden.
    Wer kann es den Iranern verdenken, vor allem im Hinblick auf die von den Amerikanern schon veranstalteten Verletzungen des Völkerrechts durch Angriffe mit unbenannten Drohnen (z. B. in Pakistan) und im Hinblick auf die ständigen Kriegsdrohungen?
    Es beweist aus meiner Sicht auch, dass die Iraner eine moderatere Vorgehensweise als die Israelis anwenden, die mit Kriegsschiffen bereits Frachtschiffe außerhalb ihrer Hoheitsgewässer aufbrachten.

    38 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • DavidAM
    • 09. November 2012 10:41 Uhr

    Wer es dem Iran verdenken kann?! Jeder Mensch der sich darüber auch nur für einen kurzen Moment Gedanken macht!
    Zum einen verstößt diese Aktion im Gegensatz zu den amerikanischen Kontrollflügen klar gegen geltendes Recht.
    Desweiteren stellt dieser Angriff eine enorme Provokation dar. Zu behaupten der Iran sei an einer friedlichen Lösung des Konflikts interessiert wird damit nicht leichter.

    Und jetzt noch etwas zu ihrer versuchten rechtfertigung:
    Wenn ich Sie richtig verstanden habe dürfte einen gesuchten Mörder einfach auf offener Straße erschießen weil er das ja irgendwann auch mal gemacht hat ... das nennt man dann Selbstjustiz und wenn es soweit kommt dass diese zum mit unserem Recht zu vereinbaren ist dann hätten Sie vielleicht mit ihrer Aussage recht ;)

    • zozo
    • 09. November 2012 15:00 Uhr

    ein Drone wenn es angeschossen ist ? Wie kann man Warnschüsse an einen unbemanntes Flugzeug geben ?

    • Gomulka
    • 09. November 2012 8:20 Uhr

    ...den selben Stellenwert wie "laut Angaben von Oppositionsaktivisten".

    Der Beschuß von US-Terrordrohnen sollte Schule machen.

    28 Leserempfehlungen
  2. Je nach Zeitung wird unterschiedlich berichtet. Flog sie über iranisches Hoheitsgebiet, mal nicht. Die Aussage der US-Militärs wird man wohl mit Misstrauen betrachten müssen. Im übrigen: wer spionieren will muß damit rechnen, dass das Spionageziel sich wehrt.

    Zudem ist Furcht vor US-Drohnen berechtigt, da ja dort nicht nur Kameras dranhängen, sondern ggf. auch Waffen

    15 Leserempfehlungen
  3. "Ohne Vorwarnung hätten es die beiden iranischen Kampfflugzeuge beschossen..."
    Die haben sich doch an das amerikanische Gesetz gehalten! In einigen Staaten von Amerika darf man jeden erschießen der sich unerlaubt auf seinem Grundstück befindet, ohne zu fragen und OHNE Vorwarnung,
    http://www.spiegel.de/spi...
    Wir dürfen aber nicht vergessen, dass es ich hier um ein millitärisches unbemanntes Fluggerät handelt, dass mit Sicherheit nicht zum Kuchenbacken vorbeifliegen wollte.

    14 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Die haben sich doch an das amerikanische Gesetz gehalten! In einigen Staaten von Amerika darf man jeden erschießen der sich unerlaubt auf seinem Grundstück befindet, ohne zu fragen und OHNE Vorwarnung..."

    Die Drohne befand sich -nicht- im iranischen Luftraum, also verstehe ich diesen Vergleich beim besten Willen nicht. Auch im (verteufelten) Amerika darf man nicht auf der öffentlichen Straße auf Menschen schießen, selbst wenn man daneben schießt. Es bleibt natürlich fraghaft, ob die Amerikaner die Drohne abgedreht hätten, wenn die Iraner sie vor dem Beschuss über internationalen Gewässern gewarnt hätten. Aber so oder so, ist dieser Vergleich nicht nur unangebracht, sondern auch falsch.

    Da die iranische Regierung diesen Vorfall nicht selbst an die Glocke der Weltöffentlichkeit gehangen hat, spricht einiges dafür, dass die Amerikaner keinen iranischen Luftraum verletzt haben, denn sonst hätten die Iraner mit Sicherheit laut geschrien und warum sollten die Amerikaner dann den Vorfall veröffentlichen, wenn sie tatsächlich nachweisbar den Luftraum verletzt haben? Das haben sie im kalten Krieg schon nicht gemacht, und das machen sie auch sicher heute nicht. Sie hätten bestenfalls dazu geschwiegen. Also, bitte etwas weniger blindes USA-Bashing wenn die Fakten es nicht hergeben.

  4. Ja auch ich habe volle Sympathie mit der friedensbringenden Drohne. Ich werde sie in meine Gebete einschliessen, sie ist zwar nicht getroffen worden, es muss jedoch ein traumatisches Ereignis fuer die Drohne, unsere aufrechte Friedenskaempferin, gewesen sein. Ich hoffe diese Heldin wird sich schnell erholen, um den Kampf fuer unsere Freiheit wieder aufzunehmen. (sinngemaess aus dem Guardian/UK). Was waere eigentlich wenn der Iran Drohnen an Israel vorbeirauschen liesse? Aber ich glaube es ist wieder mal so eine US-Luege zur inneren Vorbereitung eines Angriffkrieges.

    13 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...Sie schreiben:

    "Was waere eigentlich wenn der Iran Drohnen an Israel vorbeirauschen liesse?"

    Gar nichts, nur tut der Iran das nicht, sondern schickt sie direkt über Israel, wo sie dann abgeschossen werden, wie vor kurzem berichtet wurde, Quelle auf Wunsch, da die Hizbollah kaum über die entsprechenden Fachleute verfügen dürfte.

    • SonDing
    • 09. November 2012 9:13 Uhr

    Nachdem was sich das US-Regime mit seinen weltweiten Drohneneinsätzen schon alles herausgenommen hat, ist das eine durchaus akzeptable Reaktion. Wenn man dabei auch noch an die ständigen Destabilisierungsversuche - ich erinnere an mehrere getötete Atomwissenschaftler - Geheimdienstaktionen und Drohgebährden denkt, mit denen seit Jahren versucht wird, den Iran aus der Reserve zu locken, ist dem Iran kein Verwurf zu machen.

    Den Amis ist die Demütigung durch die Kaperung der Sentinel-Drohne über iranischem Gebiet sicher immer noch gut in Erinnerung. Der Iran hat unmissverständlich gezeigt, dass man im Ernstfall in der Lage ist, schnell und effizient auf Provokationsversuche und auch direkte Konfrontationen zu antworten.

    9 Leserempfehlungen
    • FahadA
    • 09. November 2012 8:06 Uhr
    8 Leserempfehlungen

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, rav
  • Schlagworte Drohne | Flugzeug | US-Verteidigungsministerium | Iran | Regierung | USA
Service