Während die amerikanischen Aktivitäten im Irak und in Afghanistan allmählich zurückgehen, entwickelt sich Israel zu einem der wenigen hochkarätigen Waffenproduzenten, die ihre Ware tatsächlich im Kampf testen können. Israelische Militärexporte haben sich in den letzten zehn Jahren verdreifacht und Israel zum viertgrößten Waffenexporteur weltweit gemacht. Der dauernde Kriegszustand erwies sich als derart profitabel, dass die israelische Wirtschaft von ihm abhängig ist.

Dieses Modell eines Staates im permanenten Kriegszustand geht einher mit einer politischen, militärischen und ökonomischen Doktrin, die quer durch fast alle Parteien geteilt wird. Sämtliche führenden Wahlkampfkandidaten erklärten wie schon bei den vorherigen Angriffen ihre Unterstützung für die aktuelle Gaza-Intervention. Keiner von ihnen hat je seine Bereitschaft gezeigt, die rechtmäßig gewählte Hamas-Regierung anzuerkennen oder mit ihr zu verhandeln.

Der Zustand des ewigen Krieges im "Rasenmäherstil" ist eine düstere Aussicht für jene Israelis, die sich wünschen, in Frieden und Stabilität zu leben. Für die Bewohner des Gazastreifens ist er eine Katastrophe: Alle paar Jahre haben sie einen hohen Blutzoll und eine umfassende Zerstörung ihrer Umwelt zu erwarten. Darüber hinaus birgt dieser Zustand auch eine beunruhigende Botschaft an andere Länder, die das israelische Vorgehen in Gaza verfolgen. Er zeigt, dass der Zustand des ewigen Krieges in das Gefüge einer demokratischen und liberalen Gesellschaft integriert werden kann.