Gaza-Konflikt Netanjahu, der getriebene Akteur
Verstärkter Raketenhagel der Hamas, die nahende Wahl, das Recht auf Selbstverteidigung – die Militäraktionen Israels am Gazastreifen haben viele Gründe.
© Reuters/Stringer

Israels Premier Benjamin Netanjahu bei einer Pressekonferenz zu dem Waffenkonflikt am Gazastreifen
Die Berichterstattung über Israels Operation Säulen der Verteidigung mutet wie die langweilige Wiederholung einer schlechten Nachrichtensendung an. Die Einsätze wirken wie eine Reprise der Operation Gegossenes Blei von 2008, als Israel schon einmal gegen die Hamas Krieg führte und Teile des Gazastreifens eroberte. Oder des zweiten Libanonkriegs 2006, als Israel gegen die Hisbollah-Miliz kämpfte; oder unzählige anderen Militäraktionen, die stets mit demselben Resultat endeten: mehr Hass auf beiden Seiten, und dem Gefühl, dass ein weiterer Schlagabtausch unvermeidlich ist.
Etwa 65 Tage vor Israels Parlamentswahlen gab Premier Benjamin Netanjahu den Befehl zum Angriff in Gaza. Angesichts dieser langen Liste der Fehlschläge seiner Vorgänger schenken nur wenige seinen Begründungen Glauben. Palästinensische Kommentatoren wähnen in Netanjahus Offensive nicht das Bestreben, die Abschreckung gegenüber der Hamas wiederherzustellen und im Süden Israels für Ruhe zu sorgen: Sie wittern einen heimtückischen Versuch, die Absicht ihres Präsidenten Mahmud Abbas, Ende November für die Palästinenser bei den Vereinten Nationen Beobachterstatus zu beantragen, mit einem blutigen Krieg zu untergraben.
Linke israelische Oppositionelle glauben, Netanjahu wolle mitten im Wahlkampf die Diskussion auf Sicherheitsfragen konzentrieren, um von innenpolitischen Problemen abzulenken. Arabische Beobachter vermuten zynisch, Netanjahu wolle mit dem Blut toter Palästinenser in Gaza patriotische Gefühle wecken, um so Ende Januar den Wahlsieg zu erringen.
Eine Kriegserklärung
Dabei ignorieren sie den simplen Umstand, dass Israels Bewohner seit mehr als zehn Jahren unter dem Raketenhagel palästinensischer Terrororganisationen leben. Die feuern ihre Geschosse nach eigenem Gutdünken völkerrechtswidrig auf israelische Ballungszentren ab. Mal schießen sie als Reaktion auf israelische Aggression, mal präventiv, mal ohne Erklärung. Vorzugsweise um viertel vor acht morgens: Dann befinden sich nämlich die meisten Kinder mit ihren Eltern auf dem Schulweg und weit weg von den Schutzräumen.
Nicht nur, dass dieser stete Beschuss in den vergangenen Wochen massiv zunahm. Palästinensische Terrororganisationen griffen in der vergangenen Woche wiederholt Soldaten jenseits des Grenzzauns zum Gazastreifen auf souveränem israelischem Staatsgebiet an. Laut internationalem Recht eine Kriegserklärung. Die Bewohner in Israels Süden fühlten sich wie Schießbudenfiguren, verlassen von ihrer Regierung. Sie fühlen sich vergessen von einer Welt, die von den regelmäßig niederregnenden zehn Raketen pro Woche nichts hören will. Doch auch diese wenigen Geschosse treiben stets Tausende Zivilisten in ihre Bunker.
Selten nur eine Ursache
Dem wollte Netanjahu ein Ende setzen. Auch die Operation Säulen der Verteidigung wird keine neuen Realitäten schaffen, bestenfalls kurzfristig für Ruhe sorgen. Die Hamas wird Israel weiter hassen, die arabische Welt Israel als Aggressor verunglimpfen. Warum beantwortete Netanjahu also die inoffizielle Kriegserklärung der Hamas dennoch jetzt mit Israels gewaltiger Kriegsmaschine?
Komplexe Entscheidungen haben selten nur eine Ursache. Weil die Angriffe gewagter wurden. Weil er der Hamas klarmachen will, dass sie nicht unantastbar ist, selbst wenn sie sich auf ein von Muslimbrüdern regiertes Ägypten berufen. Weil er der Gefahren im Süden Herr werden will, bevor sich an der Grenze zu Syrien neue auftun. Weil die Zahl der Hamas-Raketen, die auch Tel Aviv treffen konnten, einen kritischen Punkt erreichte. Und weil bald eine Wahl ist, und weil Abbas sich an die UN wendet, und weil ein Premier, der einen erfolgreichen Krieg vorweisen kann, mit einem Stimmenzuwachs rechnen kann. Und weil Israelis genau wie jedes andere Volk überzeugt sind das Recht zu haben, sich gegen den Beschuss ihrer Städte zur Wehr setzen zu dürfen.
- Datum 18.11.2012 - 08:55 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Die Masse der arabischen Staaten möchte Israel noch immer nicht anerkennen und ist ganz allgemein zu keinerlei Kompromiss bereit. Sie beharren auf einer Lösung, die einem Zustand vor der Gründung des israelischen Staates entspricht.
Neben den inzwischen instutionalisierten Terrorstrukturen innerhalb Palästinas, liegt für mich darin die Hauptursache für diesen endlosen Konflikt.
Fragen des Friedens sollten bitteschön auch an den palästinensischen Terror gerichtet werden, der seine Raketen und Bomben vorwiegend auf zivile Ziele richtet, während von Israel vorallem "militärische" Ziele angegriffen werden.
und man will nicht teilen.
Den zwischenzeitlich geschaffenene Mehrwert müsste man gezwungenermaßen mit schlucken.
Eigene Werte bisher? Wurde etwas geschaffen?
Im Westjordanland sind Hilfsorganisationen gerade dabei, etwas aufzubauen - dort wird es langsam ruhiger.
Irgendwann setzt dann hoffentlich auch das selbst Schaffen ein, sonst grassiert auch dort bald wieder die gefährliche Saat die aus zuviel Untätigkeit genährt wird.
Hilfsorganisationen leben davon, dass sie gebraucht werden; besser für die eigentlich betroffenen wäre es, selber tätig zu werden und selber zu schaffen - was bedeuten würde: Hilfsorganisationen adieu; die schaffen sich aber lieber abhängige Hilfsbedürftige.
Bis hierher nach Europa ....
warum Israel, und auch die USA, verlangen, dass ein Friedensvertrag zwischen den beiden Beteiligten ausgehandelt werden muss.
Und dazu bedarf es allemal zu allererst, dass man darauf verzichtet, dem Anderen ein Lebensrecht/Existenzrecht von vorneherein abzusprechen (zumindest Hamas als Gaza- Führung und Steller des Ministerpräsidenten tun genau dies nicht).
Und dieses Absprechen des Lbensrechtes auch noch durch permanente Dauerbombardements gegen israelische Zivilbevölkerung auch schon seit Jahren in steter Beständigkeit unterstreicht.
Der Frieden muss von innen kommen - nicht vorgeschrieben von hinten.
Und es müssen verlässliche Verhandlungen mit legitimierten Verhandlungsführern sein: Nicht, dass in dem Moment, wo der eine Führer als Präsident sagt "peace", und der zweite zu Hause Israelis ermordet und der Welt verkündet "peace with Israel -never!".
Solange dies nicht gewährleistet ist, kann es auch keine verlässlichen Verhandlungen geben.
Eine Verhandlung bezweckt eine Vereinbarung - und die muss sichergestellt sein.
Daran genau hapert es bei den Palästinensern -
und genau das gibt der israelischen Seite des Recht des Handelns in die Hand.
Denn wenn ein Seite nicht will, und sich damit die Zukunft immer wieder aufs Neue verbaut, ist die andere Seite nicht gezwungenermaßen auch zum Nichtstun verurteilt.
Wie sagte Gorbi "Wer zu spät kommt, den bestraft die Geschichte" - die Palästinenser wollen es einfach nicht wahrhaben und müssen mit den Konsequenzen schmerzlich leben.
Doch, möchte sie.
57 arabische/muslimische Länder auf Initiative der Saudis !!
Und hat dazu sogar einen ganz konkreten Vorschlag
an Israel unterbreitet.
Der ignoriert wird.
""Die arabische Friedensinitiative ist ein Brückenschlag. Und sie hat eine enorme Bedeutung. Dahinter stehen 57 Staaten - es sind nicht nur arabische sondern moslemische Staaten. Die Lösung ist es, nicht nur Frieden mit einer Seite, sondern mit allen 57 Ländern zu schließen. Das ist das bedeutende." (Y. Erikkson)
Vor zehn Jahren hat der damalige saudische Kronprinz Abdallah vorgeschlagen, das alle Staaten der arabischen Liga ihre Beziehungen zu Israel normalisieren. Dafür soll Israel die gewaltsame Besatzung der palästinensischen Gebiete beenden. Außerdem geht es um einen Rückzug aus Ost-Jerusalem und ein Rückkehrrecht für palästinensische Flüchtlinge."
http://www.dradio.de/dkul...
und man will nicht teilen.
Den zwischenzeitlich geschaffenene Mehrwert müsste man gezwungenermaßen mit schlucken.
Eigene Werte bisher? Wurde etwas geschaffen?
Im Westjordanland sind Hilfsorganisationen gerade dabei, etwas aufzubauen - dort wird es langsam ruhiger.
Irgendwann setzt dann hoffentlich auch das selbst Schaffen ein, sonst grassiert auch dort bald wieder die gefährliche Saat die aus zuviel Untätigkeit genährt wird.
Hilfsorganisationen leben davon, dass sie gebraucht werden; besser für die eigentlich betroffenen wäre es, selber tätig zu werden und selber zu schaffen - was bedeuten würde: Hilfsorganisationen adieu; die schaffen sich aber lieber abhängige Hilfsbedürftige.
Bis hierher nach Europa ....
warum Israel, und auch die USA, verlangen, dass ein Friedensvertrag zwischen den beiden Beteiligten ausgehandelt werden muss.
Und dazu bedarf es allemal zu allererst, dass man darauf verzichtet, dem Anderen ein Lebensrecht/Existenzrecht von vorneherein abzusprechen (zumindest Hamas als Gaza- Führung und Steller des Ministerpräsidenten tun genau dies nicht).
Und dieses Absprechen des Lbensrechtes auch noch durch permanente Dauerbombardements gegen israelische Zivilbevölkerung auch schon seit Jahren in steter Beständigkeit unterstreicht.
Der Frieden muss von innen kommen - nicht vorgeschrieben von hinten.
Und es müssen verlässliche Verhandlungen mit legitimierten Verhandlungsführern sein: Nicht, dass in dem Moment, wo der eine Führer als Präsident sagt "peace", und der zweite zu Hause Israelis ermordet und der Welt verkündet "peace with Israel -never!".
Solange dies nicht gewährleistet ist, kann es auch keine verlässlichen Verhandlungen geben.
Eine Verhandlung bezweckt eine Vereinbarung - und die muss sichergestellt sein.
Daran genau hapert es bei den Palästinensern -
und genau das gibt der israelischen Seite des Recht des Handelns in die Hand.
Denn wenn ein Seite nicht will, und sich damit die Zukunft immer wieder aufs Neue verbaut, ist die andere Seite nicht gezwungenermaßen auch zum Nichtstun verurteilt.
Wie sagte Gorbi "Wer zu spät kommt, den bestraft die Geschichte" - die Palästinenser wollen es einfach nicht wahrhaben und müssen mit den Konsequenzen schmerzlich leben.
Doch, möchte sie.
57 arabische/muslimische Länder auf Initiative der Saudis !!
Und hat dazu sogar einen ganz konkreten Vorschlag
an Israel unterbreitet.
Der ignoriert wird.
""Die arabische Friedensinitiative ist ein Brückenschlag. Und sie hat eine enorme Bedeutung. Dahinter stehen 57 Staaten - es sind nicht nur arabische sondern moslemische Staaten. Die Lösung ist es, nicht nur Frieden mit einer Seite, sondern mit allen 57 Ländern zu schließen. Das ist das bedeutende." (Y. Erikkson)
Vor zehn Jahren hat der damalige saudische Kronprinz Abdallah vorgeschlagen, das alle Staaten der arabischen Liga ihre Beziehungen zu Israel normalisieren. Dafür soll Israel die gewaltsame Besatzung der palästinensischen Gebiete beenden. Außerdem geht es um einen Rückzug aus Ost-Jerusalem und ein Rückkehrrecht für palästinensische Flüchtlinge."
http://www.dradio.de/dkul...
Ich formuliere hierzu mal eine gewagte These:
1. Es ist auffällig, dass demokratische Staaten seltener Kriege führen, bzw. beginnen. Historisch liegt das aber auch daran dass die Nicht-Demokratischen Staaten 2000 Jahre mehr Zeit hatten Kriege zu führen.
2. Um als demokratischer Staat Krieg zu führen, müssen sie ihre Bürger überzeugen dass sie Krieg führen müssen. Dazu braucht es Hass auf den Feind.
3. Als Autokrat können sie mit der Kriegsführung aufhören sobald es Ihnen gefällt. Ihre Bevölkerung hat den Krieg eh nur ungerne geführt, schließlich war es ja angeordnet.
4. Als Demokratie müssen sie auch den Ausstieg aus dem Krieg ihrem Volk wieder vermitteln. Wenn sie den Einstieg aber zu gut vermittelt haben, dann ist das gar nicht mehr so einfach, dann haben sie plötzlich eine kriegslüsterne Beväkerung, die denjenigen zum Anführer wählt, der Kriege führt und gewinnt - da gucken wir uns mal die USA und halt auch Israel an.
Mein Fazit: Der demokratische Staat, mit seiner Notwendigkeit Entscheidungen seinen Bürgern zu vermitteln, reagiert träger als ein Autokratischer Staat. Sobald eine gewisse Stimmung im Volk aufgebaut ist, wird man die nur schwer wieder los. Auch wenns keine Demokratie war - das trifft natürlich auch auf Deutschland im Dritten Reich zu.
Obwohl Demokratie meines Erachtens die wünschenswertere Staatsform ist, denke ich dass es Demokratischen Staaten schwerer fällt einen Krieg zu beenden und sich tatsächlich auch auszusöhnen mit dem einstigen Feind.
Sicher sind Ihre Thesen nicht von der Hand zu weisen, aber Ihrer Schlussfolgerung muss ich entschieden widersprechen!
Da Sie ohnehin schon das 3. Reich erwähnt haben - ist nicht gerade Deutschland (und speziell Frankreich, aber natürlich auch Gesamteuropa) ein sehr gutes Beispiel, daß auch jahrzehntelanger Hass recht schnell zu einem stabilen Frieden führen kann? Und wenn dieser Friede andauert, wird aus Hass auch Freundschaft.
Natürlich findet Völkerverständigung nicht durch eine Unterschrift auf einem Friedensvertrag statt - aber der ist die Bedingung für den Anfang!
Natürlich gab es 1946 zwischen Deutschland und Frankreich noch Hass und Vorurteile, aber der Frieden hatte Bestand, und Hass wurde zu Misstrauen wurde zu vorsichtiger Annäherung wurde zu Freundschaft.
Freundschaft, die mittlerweile so tief geht, daß sie auch eine Merkel und einen Sarkozy übersteht...
Sicher sind Ihre Thesen nicht von der Hand zu weisen, aber Ihrer Schlussfolgerung muss ich entschieden widersprechen!
Da Sie ohnehin schon das 3. Reich erwähnt haben - ist nicht gerade Deutschland (und speziell Frankreich, aber natürlich auch Gesamteuropa) ein sehr gutes Beispiel, daß auch jahrzehntelanger Hass recht schnell zu einem stabilen Frieden führen kann? Und wenn dieser Friede andauert, wird aus Hass auch Freundschaft.
Natürlich findet Völkerverständigung nicht durch eine Unterschrift auf einem Friedensvertrag statt - aber der ist die Bedingung für den Anfang!
Natürlich gab es 1946 zwischen Deutschland und Frankreich noch Hass und Vorurteile, aber der Frieden hatte Bestand, und Hass wurde zu Misstrauen wurde zu vorsichtiger Annäherung wurde zu Freundschaft.
Freundschaft, die mittlerweile so tief geht, daß sie auch eine Merkel und einen Sarkozy übersteht...
"Mal schießen sie als Reaktion auf israelische Aggression, mal präventiv, mal ohne Erklärung. Vorzugsweise um Viertel vor Acht morgens: Dann befinden sich nämlich die meisten Kinder mit ihren Eltern auf dem Schulweg und weit weg von den Schutzräumen."
Der Kommentar, auf den Sie Bezug nehmen, wurde mittlerweile entfernt. Danke, die Redaktion/jp
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Behauptungen, die nicht belegbar sind. Danke, die Redaktion/jp
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"Waehrend Israel 10 Raketen pro Woche zu beklagen hat, leiden Millionen Palaestinenser taeglich unter den Konsequenzen der Besatzung."
In den letzten Jahren waren es oftmals eher so um die 10 Raketen am Tag. Wenn die Palästinenser einen ernsthaften Konsens erreichen, der einen Frieden und eine Anerkennung Israels als wichtigste Punkte beinhaltet, dann können sie anfangen, sich über die Folgen der Besatzung zu beklagen. Solange die Rhetorik aber genau in die entgegengesetzte Richtung geht und Rückzuge der Israelis mit einem mehr an Gewalt beantwortet werden (siehe Gaza), solange ist die Misere selbstverschuldet.
Meiner Meinung nach kommen wir hier an eine aehnliche Einschaetzung.
Ich sehe sofort ein, dass sich die Palaestinenser ueber den Rueckzug aus Gaza mit eher mehr Gewalt bedankt haben. Das war und ist ein schlechtes Zeichen. Ich will ein solches Verhalten auch gar nicht gutheissen.
Dennoch scheint es mir einfach, das Verhalten der P aus einem historisch/emotionalen Blickpunkt zu verstehen. Sie leben unter Besatzung und waehren sich dagegen. Auch die P im Gazastreifen sehen das so ("Abriegelung"), was insofern korrekt ist, als das Israel die Aussengrenzen des Gazastreifens direkt oder indirekt kontrolliert. Eine gewaltsame Antwort der P ist also durchaus zu verstehen. Aus Ermangelung technischer und finanzieller Mittel kommen dann diese Raketenangriffe zustande. Mir faellt es also nicht schwer, die Beweggruende dieser Gewalt zu verstehen. Schwierig wird es dadurch, dass die Palaestinenser kein von Israel akzeptierbares Minimalziel haben (denn viele betrachten ganz Israel als die Besatzung des palaestinensischen Kernlandes - was wiederum ebenfalls historisch/emotional verstaendlich ist, wenn auch absolut sinnlos im momentanen Kontext).
Produktiv und angesichts der historischen Lage sinnvoll waere es also, von palaestinensischer Seite aus ein Minimalziel der Zweistaatenloesung sowie den Rueckzug Israels auf die Grenzen von 67 zu verlangen. Im Gegenzug waere ein Entgegenkommen Israel gegenuber in der Rueckkehrerfrage anzubieten.
Nun kommen aber die Probleme mit dieser Handlungsweise. Erstens reicht das vielen Palaestinensern nicht (die Israel insgesamt ablehnen). Zweitens sind sowohl Wohlstand als auch Bildung auf palaestinensischer Seite so gering, dass solche Minimalziele eher abgelehnt werden.
Von Israels Seite aus ist dieses Minimalziel bereits zu hoch. Wie ich aus Diskussionen mit Israelis heraushoere, scheint den meisten ein Aufgeben ihrer grossen Siedlungsbloecke als unnanehmbar, auch eine tatsaechliche Unabhaengigkeit der palaestinensischen Gebiete wird abgelehnt.
Mein eigentliches Problem ist aber, dass ich das israelische Verhalten nicht in der gleichen historisch/emotionalen Art und Weise erklaeren kann wie das palaestinensische. Israel redet zwar immer von Verhandlungen, da aber die palaestinensische Seite keinerlei Druckmittel hat, sind das immer sehr einseitige. Und Israel laesst das einzige Druckmittel, dass die Palaestinenser haben, aus verstaendlichen Gruenden nicht als solches gelten - die Gewalt.
Wo ich aber wirklich an die Grenzen meines Verstaendnisses gelange (sofern ich Israel zugestehe, wirklich eine lebensfaehige Zweistaatenloesung anzustreben), das ist in der Siedlungsbaufrage. Mir faellt ueberhaupt kein rechtfertigbarer Grund ein, warum Israel auch nur eine einzige Siedlung auf palaestinensischen Gebiet baut, ausbaut, oder weiter unterhaelt. Israelis selbst scheinen das auf verschiedene Weisen zu rechtfertigen.
Zunaechst mal gibt es das religioes/historische Argument: vor 2000 Jahren war das unser Gebiet, und nun wollen wir es zurueck. Ich verstehe zwar das Argument, aber es scheint mir aus verstaendlichen Gruenden nicht als Rechtfertigung fuer die Handlungen heranziehbar. Wenn jeder Staat so argumentieren wuerde, dann wuerden alle Staaten auf den Gebieten anderer Staaten Siedlungen bauen.
Dann gibt es das (meiner Meinung nach) paradoxe Argument des Druckmittels. Israelis scheinen zu glauben, dass der fortschreitende Siedlungsbau die Palästinenser zum Einlenken bringen soll. Nach dem Motto: lieber jetzt eine Friedensloesung mit dem noch verbleibenden Gebiet, als in 10 Jahren eine mit weniger Gebiet.
Wieder scheint mir dieses Argument extrem schlecht. Erstens ist Landnahme aus verstaendlcihen Gruenden voelkerrechtlich verboten - wie die zahllosen UNO-Resolutionen immer wieder feststellen. Zweitens kann ich absolut nachvollziehen, dass die P auf ein solches Verhalten eher mit noch mehr Gewalt reagieren; immerhin nimmt sich hier ein uebermaechtiger Gegner was auch immer er will, ohne das geringste Einlenken zu zeigen (bis auf das Verlassen des Gaza-Streifens). Und dieser Gegner betrachtet diesen Diebstahl als Druckmittel, indem er sagt, dass er eben noch mehr stehlen wuerde, wenn die P nicht das tun, was die Israelis wollen.
Kommen wir nun also zu dem eigentlichen Punkt: dem Machtungleichgewicht und dem Reichtungs/Bildungsungleichgewicht.
Wie oben dargelegt, faellt mir keine moralisch saubere oder verstaendliche Argumentation ein, warum Israel ueberhaupt irgendwelche Siedlungen baut. Mir fallen allerdings emotional/historisch gut verstaendliche Gruende ein, warum die P Gewalt gegen Israelis einsetzen. Ich wuerde es zwar weit mehr respektieren, wenn sich diese Gewalt nur gegen Militaerpersonal richten würde (wie sich ja auch die respektierte Wiederstandstaetigkeit zum Beispiel gegen die Nazis vornehmlich gegen Militaer richtete). Doch ist genau dieses meist sehr gut beschuetzt, so dass Angriffe dadurch sehr teuer werden, was dann zum Angreifen von Zivilisten führt (was auch immer in allen Widerstandsbewegungen stattgefunden hat).
Israels Motivation, die Siedlungen zu behalten und auszubauen, ist allerdings ueberhaupt nicht rechtfertigbar. Augrund der grossen Ungleichgewichte erwarte ich also von dem uebermaechtigen Israelis, auf die unterlegenen P zuzugehen. Das wuerde hiebei bedeuten, alle ohnehin nicht rechtfertigbaren Siedlungen aufzugeben. Da dies nicht geschieht, fehlt mir der Glaube an lautere israelische Absichten.
Ich wuerde komplett anders argumentieren, wenn Israel sich auf die Grenzen von '67 zurueckziehen wuerde und ein Friedensangebot machen wuerde. Wenn die P dann noch weiter Terroranschlaege durchfuehren wuerden, waere ich komplett auf der Seite der Israelis.
Meiner Meinung nach kommen wir hier an eine aehnliche Einschaetzung.
Ich sehe sofort ein, dass sich die Palaestinenser ueber den Rueckzug aus Gaza mit eher mehr Gewalt bedankt haben. Das war und ist ein schlechtes Zeichen. Ich will ein solches Verhalten auch gar nicht gutheissen.
Dennoch scheint es mir einfach, das Verhalten der P aus einem historisch/emotionalen Blickpunkt zu verstehen. Sie leben unter Besatzung und waehren sich dagegen. Auch die P im Gazastreifen sehen das so ("Abriegelung"), was insofern korrekt ist, als das Israel die Aussengrenzen des Gazastreifens direkt oder indirekt kontrolliert. Eine gewaltsame Antwort der P ist also durchaus zu verstehen. Aus Ermangelung technischer und finanzieller Mittel kommen dann diese Raketenangriffe zustande. Mir faellt es also nicht schwer, die Beweggruende dieser Gewalt zu verstehen. Schwierig wird es dadurch, dass die Palaestinenser kein von Israel akzeptierbares Minimalziel haben (denn viele betrachten ganz Israel als die Besatzung des palaestinensischen Kernlandes - was wiederum ebenfalls historisch/emotional verstaendlich ist, wenn auch absolut sinnlos im momentanen Kontext).
Produktiv und angesichts der historischen Lage sinnvoll waere es also, von palaestinensischer Seite aus ein Minimalziel der Zweistaatenloesung sowie den Rueckzug Israels auf die Grenzen von 67 zu verlangen. Im Gegenzug waere ein Entgegenkommen Israel gegenuber in der Rueckkehrerfrage anzubieten.
Nun kommen aber die Probleme mit dieser Handlungsweise. Erstens reicht das vielen Palaestinensern nicht (die Israel insgesamt ablehnen). Zweitens sind sowohl Wohlstand als auch Bildung auf palaestinensischer Seite so gering, dass solche Minimalziele eher abgelehnt werden.
Von Israels Seite aus ist dieses Minimalziel bereits zu hoch. Wie ich aus Diskussionen mit Israelis heraushoere, scheint den meisten ein Aufgeben ihrer grossen Siedlungsbloecke als unnanehmbar, auch eine tatsaechliche Unabhaengigkeit der palaestinensischen Gebiete wird abgelehnt.
Mein eigentliches Problem ist aber, dass ich das israelische Verhalten nicht in der gleichen historisch/emotionalen Art und Weise erklaeren kann wie das palaestinensische. Israel redet zwar immer von Verhandlungen, da aber die palaestinensische Seite keinerlei Druckmittel hat, sind das immer sehr einseitige. Und Israel laesst das einzige Druckmittel, dass die Palaestinenser haben, aus verstaendlichen Gruenden nicht als solches gelten - die Gewalt.
Wo ich aber wirklich an die Grenzen meines Verstaendnisses gelange (sofern ich Israel zugestehe, wirklich eine lebensfaehige Zweistaatenloesung anzustreben), das ist in der Siedlungsbaufrage. Mir faellt ueberhaupt kein rechtfertigbarer Grund ein, warum Israel auch nur eine einzige Siedlung auf palaestinensischen Gebiet baut, ausbaut, oder weiter unterhaelt. Israelis selbst scheinen das auf verschiedene Weisen zu rechtfertigen.
Zunaechst mal gibt es das religioes/historische Argument: vor 2000 Jahren war das unser Gebiet, und nun wollen wir es zurueck. Ich verstehe zwar das Argument, aber es scheint mir aus verstaendlichen Gruenden nicht als Rechtfertigung fuer die Handlungen heranziehbar. Wenn jeder Staat so argumentieren wuerde, dann wuerden alle Staaten auf den Gebieten anderer Staaten Siedlungen bauen.
Dann gibt es das (meiner Meinung nach) paradoxe Argument des Druckmittels. Israelis scheinen zu glauben, dass der fortschreitende Siedlungsbau die Palästinenser zum Einlenken bringen soll. Nach dem Motto: lieber jetzt eine Friedensloesung mit dem noch verbleibenden Gebiet, als in 10 Jahren eine mit weniger Gebiet.
Wieder scheint mir dieses Argument extrem schlecht. Erstens ist Landnahme aus verstaendlcihen Gruenden voelkerrechtlich verboten - wie die zahllosen UNO-Resolutionen immer wieder feststellen. Zweitens kann ich absolut nachvollziehen, dass die P auf ein solches Verhalten eher mit noch mehr Gewalt reagieren; immerhin nimmt sich hier ein uebermaechtiger Gegner was auch immer er will, ohne das geringste Einlenken zu zeigen (bis auf das Verlassen des Gaza-Streifens). Und dieser Gegner betrachtet diesen Diebstahl als Druckmittel, indem er sagt, dass er eben noch mehr stehlen wuerde, wenn die P nicht das tun, was die Israelis wollen.
Kommen wir nun also zu dem eigentlichen Punkt: dem Machtungleichgewicht und dem Reichtungs/Bildungsungleichgewicht.
Wie oben dargelegt, faellt mir keine moralisch saubere oder verstaendliche Argumentation ein, warum Israel ueberhaupt irgendwelche Siedlungen baut. Mir fallen allerdings emotional/historisch gut verstaendliche Gruende ein, warum die P Gewalt gegen Israelis einsetzen. Ich wuerde es zwar weit mehr respektieren, wenn sich diese Gewalt nur gegen Militaerpersonal richten würde (wie sich ja auch die respektierte Wiederstandstaetigkeit zum Beispiel gegen die Nazis vornehmlich gegen Militaer richtete). Doch ist genau dieses meist sehr gut beschuetzt, so dass Angriffe dadurch sehr teuer werden, was dann zum Angreifen von Zivilisten führt (was auch immer in allen Widerstandsbewegungen stattgefunden hat).
Israels Motivation, die Siedlungen zu behalten und auszubauen, ist allerdings ueberhaupt nicht rechtfertigbar. Augrund der grossen Ungleichgewichte erwarte ich also von dem uebermaechtigen Israelis, auf die unterlegenen P zuzugehen. Das wuerde hiebei bedeuten, alle ohnehin nicht rechtfertigbaren Siedlungen aufzugeben. Da dies nicht geschieht, fehlt mir der Glaube an lautere israelische Absichten.
Ich wuerde komplett anders argumentieren, wenn Israel sich auf die Grenzen von '67 zurueckziehen wuerde und ein Friedensangebot machen wuerde. Wenn die P dann noch weiter Terroranschlaege durchfuehren wuerden, waere ich komplett auf der Seite der Israelis.
Alles sehr schön und anscheinend einleuchtend.
Aber: möchten Sie 10€ gegen 100€ setzen, dass, sollte das alles umgesetzt werden, keine Angriffe auf Israel stattfinden würden und normale nachbarschaftliche Beziehungen entstünden?
und man will nicht teilen.
Den zwischenzeitlich geschaffenene Mehrwert müsste man gezwungenermaßen mit schlucken.
Eigene Werte bisher? Wurde etwas geschaffen?
Im Westjordanland sind Hilfsorganisationen gerade dabei, etwas aufzubauen - dort wird es langsam ruhiger.
Irgendwann setzt dann hoffentlich auch das selbst Schaffen ein, sonst grassiert auch dort bald wieder die gefährliche Saat die aus zuviel Untätigkeit genährt wird.
Hilfsorganisationen leben davon, dass sie gebraucht werden; besser für die eigentlich betroffenen wäre es, selber tätig zu werden und selber zu schaffen - was bedeuten würde: Hilfsorganisationen adieu; die schaffen sich aber lieber abhängige Hilfsbedürftige.
Bis hierher nach Europa ....
"was bleibt ihnen da anderes, so schlimm es auch ist, sich mit veralteten Kassam-Raketen auf sich aufmerksam zu machen"
Nur eben wenn man so etwas wünscht macht man mit Raketen sich nur Negativ aufmerksam und erreicht genau das Gegenteil.
Wie will man den mit Raketenschießenden Terroristen die nichteinmal einem Staat gehorchen den Verhandeln?
Meiner Meinung müssen ersteinmal diese Beschüsse ein Ende haben und erst dann kann auch international mehr Druck auf Israel im Sinne der Palästinenser aufgebaut werden.
Aufmerksamkeit durch Gewalt und solchen Raketen führt zu keinen Frieden und wird das zum Teil friedliche palästinense Volk nur weiter in eine Gottverlassene Situation bringen.
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