Gaza-Konflikt Netanjahu, der getriebene Akteur

Verstärkter Raketenhagel der Hamas, die nahende Wahl, das Recht auf Selbstverteidigung – die Militäraktionen Israels am Gazastreifen haben viele Gründe.

Israels Premier Benjamin Netanjahu bei einer Pressekonferenz zu dem Waffenkonflikt am Gazastreifen

Israels Premier Benjamin Netanjahu bei einer Pressekonferenz zu dem Waffenkonflikt am Gazastreifen

Die Berichterstattung über Israels Operation Säulen der Verteidigung mutet wie die langweilige Wiederholung einer schlechten Nachrichtensendung an. Die Einsätze wirken wie eine Reprise der Operation Gegossenes Blei von 2008, als Israel schon einmal gegen die Hamas Krieg führte und Teile des Gazastreifens eroberte. Oder des zweiten Libanonkriegs 2006, als Israel gegen die Hisbollah-Miliz kämpfte; oder unzählige anderen Militäraktionen, die stets mit demselben Resultat endeten: mehr Hass auf beiden Seiten, und dem Gefühl, dass ein weiterer Schlagabtausch unvermeidlich ist.

Etwa 65 Tage vor Israels Parlamentswahlen gab Premier Benjamin Netanjahu den Befehl zum Angriff in Gaza. Angesichts dieser langen Liste der Fehlschläge seiner Vorgänger schenken nur wenige seinen Begründungen Glauben. Palästinensische Kommentatoren wähnen in Netanjahus Offensive nicht das Bestreben, die Abschreckung gegenüber der Hamas wiederherzustellen und im Süden Israels für Ruhe zu sorgen: Sie wittern einen heimtückischen Versuch, die Absicht ihres Präsidenten Mahmud Abbas, Ende November für die Palästinenser bei den Vereinten Nationen Beobachterstatus zu beantragen, mit einem blutigen Krieg zu untergraben.

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Linke israelische Oppositionelle glauben, Netanjahu wolle mitten im Wahlkampf die Diskussion auf Sicherheitsfragen konzentrieren, um von innenpolitischen Problemen abzulenken. Arabische Beobachter vermuten zynisch, Netanjahu wolle mit dem Blut toter Palästinenser in Gaza patriotische Gefühle wecken, um so Ende Januar den Wahlsieg zu erringen.

Eine Kriegserklärung

Dabei ignorieren sie den simplen Umstand, dass Israels Bewohner seit mehr als zehn Jahren unter dem Raketenhagel palästinensischer Terrororganisationen leben. Die feuern ihre Geschosse nach eigenem Gutdünken völkerrechtswidrig auf israelische Ballungszentren ab. Mal schießen sie als Reaktion auf israelische Aggression, mal präventiv, mal ohne Erklärung. Vorzugsweise um viertel vor acht morgens: Dann befinden sich nämlich die meisten Kinder mit ihren Eltern auf dem Schulweg und weit weg von den Schutzräumen.

Nicht nur, dass dieser stete Beschuss in den vergangenen Wochen massiv zunahm. Palästinensische Terrororganisationen griffen in der vergangenen Woche wiederholt Soldaten jenseits des Grenzzauns zum Gazastreifen auf souveränem israelischem Staatsgebiet an. Laut internationalem Recht eine Kriegserklärung. Die Bewohner in Israels Süden fühlten sich wie Schießbudenfiguren, verlassen von ihrer Regierung. Sie fühlen sich vergessen von einer Welt, die von den regelmäßig niederregnenden zehn Raketen pro Woche nichts hören will. Doch auch diese wenigen Geschosse treiben stets Tausende Zivilisten in ihre Bunker.

Selten nur eine Ursache

Dem wollte Netanjahu ein Ende setzen. Auch die Operation Säulen der Verteidigung wird keine neuen Realitäten schaffen, bestenfalls kurzfristig für Ruhe sorgen. Die Hamas wird Israel weiter hassen, die arabische Welt Israel als Aggressor verunglimpfen. Warum beantwortete Netanjahu also die inoffizielle Kriegserklärung der Hamas dennoch jetzt mit Israels gewaltiger Kriegsmaschine?

Komplexe Entscheidungen haben selten nur eine Ursache. Weil die Angriffe gewagter wurden. Weil er der Hamas klarmachen will, dass sie nicht unantastbar ist, selbst wenn sie sich auf ein von Muslimbrüdern regiertes Ägypten berufen. Weil er der Gefahren im Süden Herr werden will, bevor sich an der Grenze zu Syrien neue auftun. Weil die Zahl der Hamas-Raketen, die auch Tel Aviv treffen konnten, einen kritischen Punkt erreichte. Und weil bald eine Wahl ist, und weil Abbas sich an die UN wendet, und weil ein Premier, der einen erfolgreichen Krieg vorweisen kann, mit einem Stimmenzuwachs rechnen kann. Und weil Israelis genau wie jedes andere Volk überzeugt sind das Recht zu haben, sich gegen den Beschuss ihrer Städte zur Wehr setzen zu dürfen.

 
Leser-Kommentare
  1. Die Berichterstattung ist einfach nur noch lächerlich. Dass ein Staat (Israel) sich militärisch gegen Raketenbeschuss wehrt, ist legitim - das bezweifelt wohl keiner.
    Wenn aber die grundsätzliche Frage, warum die Angriffe aus Gaza erfolgen, in unserem politisch hyperkorrekten (= völlig einseitig argumentierenden) Deutschland einfach ausgeblendet wird, ist das vorsätzliche Desinformation der Öffentlichkeit.
    Seit 50 Jahren sind die Palästinenser ohne jede Perspektive in einem Nicht-Land eingepfercht. Dazu weiten sich die israelischen Siedlungen und deren großteilig extrem radikalen Bewohner immer tiefer in das Palästinenser-Gebiet aus.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Spekulationen. Danke, die Redaktion/jp

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    • eras
    • 18.11.2012 um 10:14 Uhr

    "Seit 50 Jahren sind die Palästinenser ohne jede Perspektive in einem Nicht-Land eingepfercht. Dazu weiten sich die israelischen Siedlungen und deren großteilig extrem radikalen Bewohner immer tiefer in das Palästinenser-Gebiet aus."

    In Gaza hat Israel die Siedlungen 2005 komplett geräumt und das Militär abgezogen. Daraufhin stieg die Zahl der Raketenangriffe von 281 (2004) auf 1255 (2005), 1777 (2006), dann übernahm Hamas den Laden und es kam noch einmal zu einem drastischen Anstieg auf 2807 (2007). 2008 erreichte der Beschuss dann seinen vorläufigen Höhepunkt: 3000 Raketen - und das trotz einer 4,5monatigen Feuerpause in der Mitte des Jahres. Daraufhin hatten die Israelis die Nase voll und starteten Cast Lead.

    Wer die Israelis kritisiert, soll mir mal bitte erklären, was er denn Geniales tun würde, wenn sein Land Tag für Tag mit 10-15 Raketen beschossen wird. In Sderot hatten 90 Prozent der Einwohner mindestens einen Raketeneinschlag in der unmittelbaren Nachbarschaft (oder auf das eigene Haus) erlebt. Kein Staat der Welt würde sich das tatenlos ansehen. Und kein Staat der Welt würde den Tätern auch noch Geschenke machen.

    Als geringfügig Betroffener (Wohnort: Jerusalem), der aber die Situation im Süden kennt, ist es für mich absolut verständlich, dass die Armee in Gaza aktiv geworden ist. Europäer scheinen dagegen irgendwie zu glauben, dass Vernichtungsaufrufe und Raketenbeschuss versteckte Friedensgesten sind. Solchen Luxus leisten sich nur jene, die weit weg sind...

    hätte gerne noch den nicht veröffentlichen Teil gelesen.Aber so ist es in unserer westl.Welt,harte Fakten warum ein -eingepferchtes und unterdrücktes Volk-mit wenig Aussicht auf Besserung, sozusagen ausflippt wird nicht wirklich erleutert,das Gegenteil scheint der Fall,es wird zu eindeutig Partei bezogen.Man kann den Eindruck bekommen,das unsere eingebetteten Medien,wenn es besonders um Israel geht,einem -Maulkorberlass- folgen.Auch in diesem Bericht wird zurecht von völkerrechtswidrigen Raketenangriffe auf Israel berichtet,wo aber bitte werden die völkerrechtswidrigen Handlungen der Israelies beschrieben?Aufmacher wie jüngst in einer bekannten Tageszeitung, -Raketen -Angriff auf Jerusalem- sind scheinheilig,wenn man dabei nicht die Wirksamkeit solcher zufälligen -Irrläufer- und die tatsächliche Hilflosigkeit der einen Seite mit der effektiven gezielten präzisen Militärmaschinerie der anderen Seite beschreibt.Warum ist es hier in Deutschland nicht möglich,daß man einfach nur darüber informiert wird was Sache ist,anstatt auch mal Israels völkerrechtswidriges Verhalten als solches zu bezeichnen,ohne zu täuschen?
    Erschreckend auch immer wieder die scheinheilige Unterstützung unserer Regierung,obwohl ca. 80 Proz.der deutschen Bevölkerung inzwischen anderer Meinung ist ,trotz der einseitigen Berichtserstattung auch unserer -Öffentlich Rechtlichen Medien-.

    Allerdings wie heiß das Thema hier bei uns ist

    • eras
    • 18.11.2012 um 10:14 Uhr

    "Seit 50 Jahren sind die Palästinenser ohne jede Perspektive in einem Nicht-Land eingepfercht. Dazu weiten sich die israelischen Siedlungen und deren großteilig extrem radikalen Bewohner immer tiefer in das Palästinenser-Gebiet aus."

    In Gaza hat Israel die Siedlungen 2005 komplett geräumt und das Militär abgezogen. Daraufhin stieg die Zahl der Raketenangriffe von 281 (2004) auf 1255 (2005), 1777 (2006), dann übernahm Hamas den Laden und es kam noch einmal zu einem drastischen Anstieg auf 2807 (2007). 2008 erreichte der Beschuss dann seinen vorläufigen Höhepunkt: 3000 Raketen - und das trotz einer 4,5monatigen Feuerpause in der Mitte des Jahres. Daraufhin hatten die Israelis die Nase voll und starteten Cast Lead.

    Wer die Israelis kritisiert, soll mir mal bitte erklären, was er denn Geniales tun würde, wenn sein Land Tag für Tag mit 10-15 Raketen beschossen wird. In Sderot hatten 90 Prozent der Einwohner mindestens einen Raketeneinschlag in der unmittelbaren Nachbarschaft (oder auf das eigene Haus) erlebt. Kein Staat der Welt würde sich das tatenlos ansehen. Und kein Staat der Welt würde den Tätern auch noch Geschenke machen.

    Als geringfügig Betroffener (Wohnort: Jerusalem), der aber die Situation im Süden kennt, ist es für mich absolut verständlich, dass die Armee in Gaza aktiv geworden ist. Europäer scheinen dagegen irgendwie zu glauben, dass Vernichtungsaufrufe und Raketenbeschuss versteckte Friedensgesten sind. Solchen Luxus leisten sich nur jene, die weit weg sind...

    hätte gerne noch den nicht veröffentlichen Teil gelesen.Aber so ist es in unserer westl.Welt,harte Fakten warum ein -eingepferchtes und unterdrücktes Volk-mit wenig Aussicht auf Besserung, sozusagen ausflippt wird nicht wirklich erleutert,das Gegenteil scheint der Fall,es wird zu eindeutig Partei bezogen.Man kann den Eindruck bekommen,das unsere eingebetteten Medien,wenn es besonders um Israel geht,einem -Maulkorberlass- folgen.Auch in diesem Bericht wird zurecht von völkerrechtswidrigen Raketenangriffe auf Israel berichtet,wo aber bitte werden die völkerrechtswidrigen Handlungen der Israelies beschrieben?Aufmacher wie jüngst in einer bekannten Tageszeitung, -Raketen -Angriff auf Jerusalem- sind scheinheilig,wenn man dabei nicht die Wirksamkeit solcher zufälligen -Irrläufer- und die tatsächliche Hilflosigkeit der einen Seite mit der effektiven gezielten präzisen Militärmaschinerie der anderen Seite beschreibt.Warum ist es hier in Deutschland nicht möglich,daß man einfach nur darüber informiert wird was Sache ist,anstatt auch mal Israels völkerrechtswidriges Verhalten als solches zu bezeichnen,ohne zu täuschen?
    Erschreckend auch immer wieder die scheinheilige Unterstützung unserer Regierung,obwohl ca. 80 Proz.der deutschen Bevölkerung inzwischen anderer Meinung ist ,trotz der einseitigen Berichtserstattung auch unserer -Öffentlich Rechtlichen Medien-.

    Allerdings wie heiß das Thema hier bei uns ist

  2. Herr Netanjahu will den Krieg. Das hat nichts mit dem Recht auf Selbstverteidigung zu tun. Seine Siedlungspolitik ist einer der Hauptauslöser seiner Politik. Kriegslust und Blindheit haben noch nie zu einem friedlichen Zusammenleben geführt. Machtdenken in dieser Region ist der falsche Weg in diesem Viel - Völker Land.Er sollte die Bibel als Vorbild nehmen. aber diese Kraft besitzt Herr Netanjahu nicht!!

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    • Welken
    • 18.11.2012 um 11:39 Uhr

    Die Masse der arabischen Staaten möchte Israel noch immer nicht anerkennen und ist ganz allgemein zu keinerlei Kompromiss bereit. Sie beharren auf einer Lösung, die einem Zustand vor der Gründung des israelischen Staates entspricht.

    Neben den inzwischen instutionalisierten Terrorstrukturen innerhalb Palästinas, liegt für mich darin die Hauptursache für diesen endlosen Konflikt.

    Fragen des Friedens sollten bitteschön auch an den palästinensischen Terror gerichtet werden, der seine Raketen und Bomben vorwiegend auf zivile Ziele richtet, während von Israel vorallem "militärische" Ziele angegriffen werden.

    "Das Arsenal gefährlicher Raketen radikaler Palästinensergruppen im Gaza-Streifen sei so gut wie zerstört", zitierte gestern SPON den stellvertr. israel. Ministerpräsidenten Mosche Jaalon, der das bereits am Freitag verkündete, noch BEVOR israelische Luftangriffe Regierungsgebäude im Gaza-Streifen zerstörten.
    Die dennoch heute glaubhaft angedrohte Bodenoffensive ist demnach nicht nur Netanjahus angestrebten Wahlsieg am 22.Januar geschuldet - sondern er will auch die jüdischen Siedlungen der Westbank anektieren,
    sollte Abbas seinen neuen Antrag auf staatliche Anerkennung bei der UN vorbringen.

    Netanjahu will jetzt mit aller Macht und ALLEN (!) Mitteln die Etablierung eines unabhängigen Palästina-Staates verhindern, welcher den Palästinensern völkerrechtlich zustünde, weil dieser Plan dem nationalistischen Ziel seiner LIKUD- Partei total zuwiderläuft, die einen "Staat" Palästina westlich des Jordans AUSSCHLIESST. Das Gebiet der Westbank ist nach den Statuten des LIKUD-Blocks für "Groß-Israel" vorgesehen.

    Geradezu anrührend wirkt der damals noch hoffnungsvolle Kommentar von Amos Oz, 1996
    http://www.zeit.de/1996/2...

    Ernüchternd und warnend dagegen die aktuelle Analyse von MOSHÉ MACHOVER vom 15. Nov. 2012
    http://www.hintergrund.de...

    Wem und was also wollen Obama und Merkel eigentlich wirklich "den Rücken stärken"?
    Die Großmacht-Phantasien eines Eroberers?

    Der gesamte Nahe Osten besteht nicht nur aus Israel. Sie denken nur auf Israel bezogen.

    • Welken
    • 18.11.2012 um 11:39 Uhr

    Die Masse der arabischen Staaten möchte Israel noch immer nicht anerkennen und ist ganz allgemein zu keinerlei Kompromiss bereit. Sie beharren auf einer Lösung, die einem Zustand vor der Gründung des israelischen Staates entspricht.

    Neben den inzwischen instutionalisierten Terrorstrukturen innerhalb Palästinas, liegt für mich darin die Hauptursache für diesen endlosen Konflikt.

    Fragen des Friedens sollten bitteschön auch an den palästinensischen Terror gerichtet werden, der seine Raketen und Bomben vorwiegend auf zivile Ziele richtet, während von Israel vorallem "militärische" Ziele angegriffen werden.

    "Das Arsenal gefährlicher Raketen radikaler Palästinensergruppen im Gaza-Streifen sei so gut wie zerstört", zitierte gestern SPON den stellvertr. israel. Ministerpräsidenten Mosche Jaalon, der das bereits am Freitag verkündete, noch BEVOR israelische Luftangriffe Regierungsgebäude im Gaza-Streifen zerstörten.
    Die dennoch heute glaubhaft angedrohte Bodenoffensive ist demnach nicht nur Netanjahus angestrebten Wahlsieg am 22.Januar geschuldet - sondern er will auch die jüdischen Siedlungen der Westbank anektieren,
    sollte Abbas seinen neuen Antrag auf staatliche Anerkennung bei der UN vorbringen.

    Netanjahu will jetzt mit aller Macht und ALLEN (!) Mitteln die Etablierung eines unabhängigen Palästina-Staates verhindern, welcher den Palästinensern völkerrechtlich zustünde, weil dieser Plan dem nationalistischen Ziel seiner LIKUD- Partei total zuwiderläuft, die einen "Staat" Palästina westlich des Jordans AUSSCHLIESST. Das Gebiet der Westbank ist nach den Statuten des LIKUD-Blocks für "Groß-Israel" vorgesehen.

    Geradezu anrührend wirkt der damals noch hoffnungsvolle Kommentar von Amos Oz, 1996
    http://www.zeit.de/1996/2...

    Ernüchternd und warnend dagegen die aktuelle Analyse von MOSHÉ MACHOVER vom 15. Nov. 2012
    http://www.hintergrund.de...

    Wem und was also wollen Obama und Merkel eigentlich wirklich "den Rücken stärken"?
    Die Großmacht-Phantasien eines Eroberers?

    Der gesamte Nahe Osten besteht nicht nur aus Israel. Sie denken nur auf Israel bezogen.

  3. Er braucht diesen Konflikt, um von seinem Versagen auf fast allen politischen Feldern abzulenken, und er will diesen Krieg - er hat oft genug deutlich gemacht, daß er nicht an Kompromissen und einem friedlichen Zusammenleben interessiert ist.

    Netanjahu ist ein Hardliner.

    Vergessen wir nicht, was mit dem einzigen israelischen Politiker passierte, der ernsthaft am Frieden interessiert war.

    Er wurde - nicht von einem Palästinenser - ermordet!

    Aber vergessen wir auch nicht, daß er demokratisch gewählt ist. Anscheinend gibt es in der Bevölkerung doch nur eine Minderheit, die ernsthaft am Frieden interessiert ist...

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    So einfach ist es nicht, mit der Mehrheit. Wir können das hier nicht nachempfinden, aber Rakten und Tote, das sind für Israelis keine Zeitungsmeldungen aus fernen Ländern, sondern Dinge die in ihren Verwandten und Freunden widerfahren.

    Ganz unabhängig der Ursachen, ganz unabhängig von Schuld oder Unschuld - wenn man in einer Welt lebt, in der die Gefahr durch eine Rakete zu sterben real ist - dann denkt man anders, dann fühlt man anders - und dann WÄHLT man auch anders.

    Vergessen sie auch nicht: JEDER Israeli der kein Orthodoxer ist, war/ist Soldat. Es gibt keinen Zivildienst, keine Verweigerung. Das Militär ist keine anonyme Veranstaltung von anderen Leuten - sie waren selbst da. Ihre Eltern auch, ihre Kinder sind vielleicht gerade da.

    All das führ zu einem anderen Denken als es bei uns der Fall ist, daher hat auch ein vergleichsweise linker und moderater Israeli andere Einschätzungen und Einstellungen als sein deutsches Pendant.

    daß es "ganz einfach" ist.

    Aber jeder Israeli, der alt genug zum wählen ist hat mindestens 18 Jahre Erfahrung mit der Tatsache, daß die Hardlinerpolitik ihn dem Frieden kein bischen näher gebracht hat.
    Niemand erwartet, daß Israel alle Forderungen der Palästinenser vorbehaltlos akzeptiert, aber jeder Trottel sollte doch inzwischen bemerkt haben, daß es ohne ein wenig Kompromissbereitschaft niemals Frieden geben wird!

    Und mit der derzeitigen Regierung sind Kompromisse so wahrscheinlich wie Schnee in der Sahara...

    Laut einer Meinungserhebung hat der frei und demokratisch gewählte israelische Ministerpräsident 84% Unterstützung in der Bevölkerung. Da kann man kaum über "mit dem Rücken zur Wand" reden. Er tut, was seine Pflicht ist. Die Bevölkerung Israels vor Terroristen zu schützen.

    So einfach ist es nicht, mit der Mehrheit. Wir können das hier nicht nachempfinden, aber Rakten und Tote, das sind für Israelis keine Zeitungsmeldungen aus fernen Ländern, sondern Dinge die in ihren Verwandten und Freunden widerfahren.

    Ganz unabhängig der Ursachen, ganz unabhängig von Schuld oder Unschuld - wenn man in einer Welt lebt, in der die Gefahr durch eine Rakete zu sterben real ist - dann denkt man anders, dann fühlt man anders - und dann WÄHLT man auch anders.

    Vergessen sie auch nicht: JEDER Israeli der kein Orthodoxer ist, war/ist Soldat. Es gibt keinen Zivildienst, keine Verweigerung. Das Militär ist keine anonyme Veranstaltung von anderen Leuten - sie waren selbst da. Ihre Eltern auch, ihre Kinder sind vielleicht gerade da.

    All das führ zu einem anderen Denken als es bei uns der Fall ist, daher hat auch ein vergleichsweise linker und moderater Israeli andere Einschätzungen und Einstellungen als sein deutsches Pendant.

    daß es "ganz einfach" ist.

    Aber jeder Israeli, der alt genug zum wählen ist hat mindestens 18 Jahre Erfahrung mit der Tatsache, daß die Hardlinerpolitik ihn dem Frieden kein bischen näher gebracht hat.
    Niemand erwartet, daß Israel alle Forderungen der Palästinenser vorbehaltlos akzeptiert, aber jeder Trottel sollte doch inzwischen bemerkt haben, daß es ohne ein wenig Kompromissbereitschaft niemals Frieden geben wird!

    Und mit der derzeitigen Regierung sind Kompromisse so wahrscheinlich wie Schnee in der Sahara...

    Laut einer Meinungserhebung hat der frei und demokratisch gewählte israelische Ministerpräsident 84% Unterstützung in der Bevölkerung. Da kann man kaum über "mit dem Rücken zur Wand" reden. Er tut, was seine Pflicht ist. Die Bevölkerung Israels vor Terroristen zu schützen.

  4. ...mit ihrer Siedlungspolitik etc.

    es ist schwer sich ein Kriegsende nach Jahrzehnten noch vorzustellen, weil beide Seiten keinen großen Einigungswillen zeigen. Und wenn eine Seite mal etwas mehr Nachsicht hatte, haben die Hardliner der anderen Seite die Chance wieder zu nichte gemacht.

    Ich finds immer schade, wenn je nach politischer Coloeur eine der beiden Seiten gerechtfertigt wird wie anseitzweise in diesem Artikel, wo Isreals Kriegshandlungen als Verteidigung vor palästinensichen Kriegshandlungen interpretiert werden. Solange Hamas Raketen abfeuert, solange Isreal sich nicht zurückzieht, solange ist keine der beiden Seiten Opfer, sondern beide eben Aggressoren.

    Da Isreal ja bald wählt, kann man nur hoffen, dass die radikale Partei um Lieberman nicht wieder in die Regierung kommt. Wobei Netanjahu gerne auch verlieren darf. Aber das ist eher unrealistisch soweit ich das überblicke

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    ...Israel nicht unter Druck gesetzt wird, die Wille der Mehrheit der Weltgemeinschaft - in Form von 66 ignorierte UN Resolution* - endlich zu achten...

    ...solange Israel mit Milliarden an Miltärische Subventionierung aus den USA und etwas kleinere Beträge aus der BRD bekommt..

    wird es keinen Frieden geben.

    *Quelle: http://www.ifamericanskne...

    ...Israel nicht unter Druck gesetzt wird, die Wille der Mehrheit der Weltgemeinschaft - in Form von 66 ignorierte UN Resolution* - endlich zu achten...

    ...solange Israel mit Milliarden an Miltärische Subventionierung aus den USA und etwas kleinere Beträge aus der BRD bekommt..

    wird es keinen Frieden geben.

    *Quelle: http://www.ifamericanskne...

  5. Fakt ist, dass Israel den Gaza-Streifen seit 2006 voelkerrechtswidrig blockiert. Fakt ist, dass die Lockerung der Blockade seit 2010 nichts am Einfuhrverbot bezueglich industrieller Gueter geandert hat. Fakt ist, dass diese "wirtschaftliche Kriegsfuehrung" weiterhin den Bewohnern von Gaza jede Chance auf eine wirtschaftliche Zukunft raubt und sie von Almosen aus dem Ausland abhaengig macht. Fakt ist, dass wegen der Blockade jede Woche in Gaza Menschen sterben, die nicht sterben muessten, bspw. durch den Mangel an medizinischer Technologie oder den Mangel an medizinischem Fachpersonal, beides Effekte die durch die Blockade wenn nicht verursacht, so doch verstaerkt werden. Fakt ist, dass seit Beginn der Raketenangriffe 58 israelische Zivilisten durch diese gestorben sind. Fakt ist, dass durch israelische Raketen- und Luftangriffe weit ueber 1000 palaestinensische Zivilisten getoetet wurden. Fakt ist, dass Krieg keine Loesung fuer die Probleme des Nahen Ostens darstellt, weder fuer Israel noch fuer Gaza, noch fuer die Westbank.

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  6. palästinensische Gebiete.

    Die demokratisch gewählten Vertretungen der Palästinenser
    in Gaza und in der Westbank haben zwei unterschiedliche
    Wege des Widerstandes gegen die Besatzungsmacht Israel gewählt.

    Abbas(Fatah)in der Westbank "Kooperation".
    Haniyeh(Hamas)in Gaza "Konfrontation".

    Würde die israelische Regierung wirklich für die von
    ihnen propagierte Friedenslösung "2 Staaten" eintreten,
    dann würde sie Abbas stützen und dessen friedlichen
    Weg auch für die Palästinenser in Gaza attraktiv
    machen.

    Exakt das Gegenteil passiert.

    Es wird unvermindert in der Westbank und in Ostjerusalem
    weitergebaut, entgegen internationalem Recht.
    Die Palästinenser dort sind tagtäglich Erniedrigungen
    ihrer Besatzer ausgesetzt.
    Es wird ihnen das Wasser entzogen, Olivenbäume
    abgeholzt,Vieh getötet, sie können sich nicht frei
    bewegen,werden mit größter Willkür schikaniert.

    Dennoch hat Abbas den friedlichen Weg weiterverfolgt.

    Und : die Anerkennung durch die UNESCO hatte
    Strafmaßnahmen durch Israel zur Folge,jetzt droht man
    sogar mit Annektierung der Westbank, sollte Abbas
    seinen neuen Antrag bei der UN vorbringen.

    Erkennbar (!) setzt Israel nicht auf die Etablierung
    eines unabhängigen Palästina, welches den Palästinensers
    völkerrechtlich zustände.

    Warum nicht ? Weil die Charta der LIKUD Partei ein
    Palästina westlich des Jordan gar NICHT zuläßt,
    sondern ein Großisrael.

    Nethanyahu hält die Weltöffentlichkeit zum Narren.

    Und die Menschen in Gaza wählen den" anderen" Weg.

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  7. wenn es Israel um die eigene Sicherheit und Frieden gehen würde, hätte die israelische Regierung schon längst die Osloer-Verträge umgesetzen müssen: einen echten Friedensvertrag mit Palästina unterschrieben und mit weiteren Nachbarn.

    Eben keine Siedlungen auf pal. Boden, keine Schikanen bezüglich Infrastruktur (Wasser, Strom, Abwasser, Straßen); Grenzübergänge; Flughäfen; Export/Import; Wirtschaftshilfen für Palästina.

    Dann könnte Israel auf das hohe Militärbudget verzichten und statt dessen für Arbeitsplätze, Wohnraum und Bildung sorgen.

    Wie im Artikel schon deutlich, Netanjahu und seine Rechts-Außen haben offenbar eine völlig andere Agenda.

    Und wenn Obama (?) und die EU immer nur lapidar antworten, Israel hätte das Recht auf Selbstverteidigung während Gaza erneut in Grund und Boden zerbombt wird, macht die Hoffnungen auf einen echten Frieden eben nicht größer.

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