Angriff in GazaUSA verweisen auf Israels Recht auf Selbstverteidigung

Erste Reaktionen auf die israelische Attacke im Gazastreifen: Die USA zeigen sich solidarisch, Ägypten zieht den Botschafter ab und die UN fordern Zurückhaltung. von afp, dpa und reuters

Zerstörtes Haus in Gaza-Stadt nach einem israelischen Luftangriff

Zerstörtes Haus in Gaza-Stadt nach einem israelischen Luftangriff  |  ©Mohammed Saber/EPA/dpa

Die USA haben Israel nach den Luftangriffen auf den Gazastreifen ihre Solidarität bekundet. Das Außenministerium in Washington teilte mit, Israel habe ein Recht auf Selbstverteidigung. Allerdings sei die israelische Regierung aufgerufen, zivile Opfer so weit wie möglich zu vermeiden. Zugleich verurteilte die US-Regierung die Raketenangriffe radikaler Palästinenser aus dem Gazastreifen auf den Süden Israels.

Bei den Angriffen am Mittwoch hatte die israelische Luftwaffe den Militärchef der Hamas im Gazastreifen, Ahmed al-Dschabari, getötet . Auch einer von Dschabaris Leibwächtern kam dabei ums Leben. Bei weiteren Angriffen gegen die im Gazastreifen herrschende Hamas sowie andere bewaffnete Gruppierungen starben nach palästinensischen Angaben sieben Palästinenser. Dutzende Menschen seien verletzt worden.

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Nach Armeeangaben reagierte Israel mit dem Militäreinsatz auf den jüngsten Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen. In den vergangenen Tagen hatten radikale Palästinenser mehr als 120 Raketen auf israelisches Territorium abgefeuert und dabei acht Israelis verletzt.

Israel beruft Reservisten ein

Eine israelische Militärsprecherin kündigte an, der Angriff sei der "Beginn einer größeren Operation". Vize-Ministerpräsident Silvan Schalom sagte, notfalls müsse man die Armee zu einer neuen Bodenoffensive in den Gazastreifen schicken. Inzwischen beschloss das Sicherheitskabinett die Einberufung von Reservisten der Armee. Sie sollten "nach Bedarf" mobilisiert werden können, teilte das Kabinett mit. Ein Armeesprecher sagte, dass bereits einige Benachrichtigungen verschickt worden seien. Es handele sich jedoch nicht um eine generelle Mobilisierung.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Mittwochabend in einer Fernsehansprache: "Wir haben heute eine klare Botschaft an die Hamas und andere Terror-Organisationen übermittelt und sind bereit, den Einsatz auszuweiten, sollte dies notwendig werden", sagte er. Verteidigungsminister Ehud Barak sagte, Israel wolle keinen Krieg, aber "die Provokationen der Hamas in den vergangenen Wochen haben uns gezwungen, hart und entschlossen zu handeln".

Ägypten zieht Botschafter ab

Als Reaktion auf die Angriffe in Gaza zog Ägypten seinen Botschafter aus Israel ab. Ein Sprecher von Präsident Mohammed Mursi sprach von einem brutalen Angriff, bei dem mehrere Märtyrer ums Leben gekommen seien. Ägypten werde eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates einfordern.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief Israelis und Palästinenser dringend zu Zurückhaltung auf. Er forderte eine sofortige Deeskalation, sagte sein Sprecher in New York und verwies auf eine Erklärung vom Montag. Darin hatte Ban ein sofortiges Ende der palästinensischen Raketenangriffe verlangt und Israel zu höchstmöglicher Zurückhaltung bei Gegenmaßnahmen aufgerufen.

Die Außenministerien Frankreichs und Großbritanniens riefen ebenso wie Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) beide Seiten zur Zurückhaltung auf. Die Arabische Liga wird zu dem Thema am Samstag auf Antrag Ägyptens und Palästinas eine Dringlichkeitssitzung abhalten.

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Leserkommentare
  1. Da ja die USA nicht mehr die 1. Geige spielen wird, könnte man doch mal die Frage stellen, wie die Chinesen den Nahost-Konflikt bewerten?

    Abgesehen davon, glaube ich nicht mehr an den Frieden - es bleibt also nur "survival of the fittest".

  2. Aufgrund eines Doppelpostings entfernt. Die Redaktion/ls

    • Rend
    • 15. November 2012 7:07 Uhr

    Das wird wieder genauso eine ergebnislose Geschichte wie Operation Gegossenes Blei vor 3-4 Jahren. Viele Tote, die Hamas wird aber weiter am Drücker bleiben und Israel diskreditiert sich mal wieder selbst. Irgendwie läuft da ganz essenziell etwas mit der Strategie in diesem Land falsch.

    • Juge
    • 15. November 2012 7:12 Uhr
    4. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/ls

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    • negve
    • 15. November 2012 7:27 Uhr

    Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde mittlerweile entfernt. Die Redaktion/ls

    Entfernt. Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde mittlerweile entfernt. Die Redaktion/ls

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

    • negve
    • 15. November 2012 7:27 Uhr
    5. [...]

    Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde mittlerweile entfernt. Die Redaktion/ls

    Antwort auf "[...]"
  3. 6. [...]

    Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde mittlerweile entfernt. Die Redaktion/ls

    • tom1972
    • 15. November 2012 7:47 Uhr

    und sich nicht nur virtuell am Krieg und Hass beteiligen will, indem er/sie Öl ins Feuer giesst, sollte zunächst einmal an den Anfang des Konfliktes gehen. Und, ja, am Anfang war die Dunkelheit, die Nazi-Deutschland über Europa legte. Holocaust, Flucht, Vertreibung. Die damalige Entscheidung der UN, Palästina zu teilen, kann nur gewissenhaft Bewertet werden, wenn man sich in diese Zeit zurückversetzt. Hier entsteht der erste wichtige Hinweis: Wenn man von Israel erwartet, dass es die doch so wichtige UN Resolutionen einhalten soll, so stellt sich die Frage, in wieweit die arabsiche Welt die erste, wichtige UN Resolution, nämlich den Teilungsplan Palästinas, anerkannt und unterstützt hat: garnicht. Es wurden 5 Kriege GEGEN diese UN Resolution geführt, bis man einsehen musste, dass Israel militärisch nicht zu besiegen ist. Erst DANN erfolgte zwangsweise die Duldung der Resolution. Vorher wollte man statt der Resolution brutale militärische Tatsachen schaffen. In diesem Umfeld entstand der heutige Staat Israel. Was folgt ist eine Kette von Disastern und Katastrophen, die das Leben für die Menschen in der Region nicht leichter machten. Beide Seiten haben Opfer und Fehler, sogar Verbrechen. Wer hier EINEN Schuldigen ausmacht, wird dem Sachverhalt nicht gerecht. Es ist privates Vergnügen, im Sachverhalt herumzustochern, die Raketen der Hamas zu ignorieren, sogar als gerechtfertigten Widerstand darzustellen und Israel der Kriegstreiberei zu bezichtigen.

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    • Jabessa
    • 15. November 2012 8:05 Uhr

    kommt mir Ihr Kommentar doch etwas Israel-freundlich vor, auch wenn Sie es nicht so darstellen.
    Und was Israel betrifft, habe ich irgendwie das Gefühl, dass sie die Raketen der Hamas nur als Vorwand benutzen, um militärisch vorzugehen. So können sie sich sicher sein, dass die internationalen Proteste sie zumindest nicht als Kriegstreiber bezeichnen können - schließlich ist ja das Gebiet Schuld, dessen Regierung sie nicht akzeptieren, und deren Einwohner sie seit Jahren von der Außenwelt und einem würdigen Leben isolieren.
    Natürlich muss man in die Vergangenheit schauen, um den Konflikt zu verstehen, und doch rechtfertigt es nicht das, was heute geschieht: Man muss doch nur mal ins Westjordanland schauen. Palästinenser werden ihrer Besitztümer beraubt und unterdrückt (z.B. an den vielen checkpoints), Siedler machen sich breit und nun meint Israel auch noch zu meinen, einen Vorwand gefunden zu haben, deren bewohnte Gebiete zu annektieren. Ich denke, sie wollen ganz Palästina annektieren, Stück für Stück. Ihre Religion und ihre Motivation, warum sie damals nach Israel kamen, lässt auch gar nichts anderes zu: die Bibel verspricht, dass die Juden in der Endzeit nach Israel zurückkehren werden, und dazu gehören auch die palästinensischen Gebiete. Sie glauben wahrscheinlich, ihr Handeln sei gottgewollt.

    dass Israel sich nicht mit dem von der UN zugewiesenen Gebiet begnügen will sondern sein Territorium durch eroberungen, jahrelangen Landraub und völkerrechtswidrigem Siedlungsbau um ein Vielfaches vergrößert hat. Was würde denn passieren, wenn Tchechien plötzlich auf österreichischem Gebiet Siedlungen für seine Landsleute bauen würde? Oder Finnland auf russischem Gebiet? Es würde mich auch interessieren, was die USA tun würden, wenn Mexiko auf die Idee käme, Siedlungen in Kalifornien zu bauen und die dort lebenden Menschen zu bombardieren oder ihnen das Wasser abzustellen...Wenn Israel ein Mitglied der Weltgem8einschaft sein will soll es sich geälligst auch so benehmen, und nicht seine Nachbarn jahrzehntelang ausrauben und umbringen.

    • tom1972
    • 15. November 2012 8:31 Uhr

    der Hamas sind kein Vorwand sondern der Grund. Kein Land der Welt lässt sich soetwas bieten. Die Grenzen Israels haben sich durch die Angriffkriege der arabischen Nachbarn ab 1949 verschoben. Die Besatzung ansich ist so ziemlich das dümmste, was man nach einem Krieg tun kann, aber die Entscheidungen wurden damals halt so getroffen.

    Ich persönlich Empfinde tiefe Sympathien für das Volk Palästinas und Israel. Die jeweiligen Regierungen und Verantwortlichen halte ich derzeit für gefährlich bis dämlich. Ich bleibe aber dabei, dass man an den Anfgang gehen muss und das es hier nicht nur einen Schuldigen gibt.

    Grundsätzlich: Müsste ich mich für eine Seite entscheiden, wäre das mit sicherheit Israel. So wie es bei Ihnen mit sicherheit Palästina wäre.

    • Kobodoc
    • 15. November 2012 8:40 Uhr

    Das ist eine sehr einseitige Darstellung.
    Sie verschweigen die militärischen Operationen und Massaker der Haganah, die im Rahmen von "Plan Dalet" durchgeführt wurden
    http://en.wikipedia.org/wiki/Plan_Dalet
    Quote:
    "About 100 Arab villages were conquered and emptied of their inhabitants, and almost all Jewish settlements enjoyed territorial continuity..."
    Hier zB http://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Nachshon#Palestinian_communities_...
    http://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Barak#Arab_communities_captured_d...
    http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Arab_towns_and_villages_depopulated...

    • h00bert
    • 15. November 2012 19:44 Uhr

    am Anfang steht nicht der Holocaust, wie oft gelehrt

    sondern eine Erklärung

    http://de.wikipedia.org/wiki/Balfour-Deklaration

    warum genau diese abgegeben wurde bzw. welche Gegenleistungen gefordert wurde, bleibt weitestgehend im Dunkeln ... einige Seiten sprechen vom erkauften Kriegseintritt der USA im 1.WK

    • Jabessa
    • 15. November 2012 8:05 Uhr

    kommt mir Ihr Kommentar doch etwas Israel-freundlich vor, auch wenn Sie es nicht so darstellen.
    Und was Israel betrifft, habe ich irgendwie das Gefühl, dass sie die Raketen der Hamas nur als Vorwand benutzen, um militärisch vorzugehen. So können sie sich sicher sein, dass die internationalen Proteste sie zumindest nicht als Kriegstreiber bezeichnen können - schließlich ist ja das Gebiet Schuld, dessen Regierung sie nicht akzeptieren, und deren Einwohner sie seit Jahren von der Außenwelt und einem würdigen Leben isolieren.
    Natürlich muss man in die Vergangenheit schauen, um den Konflikt zu verstehen, und doch rechtfertigt es nicht das, was heute geschieht: Man muss doch nur mal ins Westjordanland schauen. Palästinenser werden ihrer Besitztümer beraubt und unterdrückt (z.B. an den vielen checkpoints), Siedler machen sich breit und nun meint Israel auch noch zu meinen, einen Vorwand gefunden zu haben, deren bewohnte Gebiete zu annektieren. Ich denke, sie wollen ganz Palästina annektieren, Stück für Stück. Ihre Religion und ihre Motivation, warum sie damals nach Israel kamen, lässt auch gar nichts anderes zu: die Bibel verspricht, dass die Juden in der Endzeit nach Israel zurückkehren werden, und dazu gehören auch die palästinensischen Gebiete. Sie glauben wahrscheinlich, ihr Handeln sei gottgewollt.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters, rav
  • Schlagworte Recht | USA | Gaza | Guido Westerwelle | Hamas | UN
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