Naher OstenMehrere Verletzte bei Anschlag in Tel Aviv

Im Zentrum Tel Avivs hat es einen Terroranschlag auf einen Bus gegeben. Mehrere Menschen wurden verletzt, die Polizei sucht nach zwei Verdächtigen. von dpa, reuters und

Israelische Polizisten untersuchen den Bus nach der Explosion in Tel Aviv.

Israelische Polizisten untersuchen den Bus nach der Explosion in Tel Aviv.  |  © Nir Elias/Reuters

In der israelischen Küstenstadt Tel Aviv hat es eine Explosion in einem Autobus gegeben. Dabei wurden nach Angaben der Zeitung Haaretz mindestens 21 Menschen verletzt – die meisten leicht, zwei von ihnen schwer. Die Polizei und die israelische Regierung gehen von einem Terroranschlag aus. Bislang bekannte sich noch niemand zu der Tat.

Der israelische Rundfunk meldete, es handele sich nicht um einen Selbstmordanschlag. Möglicherweise habe ein Attentäter eine Bombe gelegt und sei entkommen. Nach Angaben der Haaretz sucht die Polizei nach zwei Verdächtigen, mehrere Straßen seien gesperrt und Hubschrauber kreisen über der Stadt. Augenzeugen sollen einen Mann beobachtet haben, der einen Sprengsatz in den Bus geworfen habe. Die zweite Verdächtige soll eine Frau sein.

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Die Fenster des Busses sind von der Wucht der Explosion zersplittert, das Fahrzeug offenbar ausgebrannt. Fernsehbilder zeigten den beschädigten Bus, aus dem dichter Rauch aufstieg. In der Stadt waren Sirenen zu hören, Krankenwagen rasten zum Ort des Geschehens. Der Anschlag ereignete sich auf dem Schaul-Hamelech-Boulevard im Zentrum Tel Avivs. Die Armeesprecherin Avital Leibovich bestätigte auf Twitter , die Explosion habe sich direkt unter ihrem Büro in Tel Aviv ereignet.

Im Gaza-Streifen wurde der Anschlag von der Hamas als Erfolg gefeiert. "Wir gratulieren unserem Volk zu dieser heldenhaften Tat", hieß es in einer Mitteilung, die über Lautsprecher von Moscheen verlesen wurde. Es handele sich um eine "natürliche Reaktion" auf die Tötung von Zivilisten durch die israelische Luftwaffe, so ein Fernsehsender der Hamas. Israelischen Medienberichten zufolge gab es im Gaza-Streifen zudem Freudenschüsse in die Luft.

Die USA verurteilten den Bombenanschlag und sicherten Israel Unterstützung bei der Suche nach den Verantwortlichen zu. Die USA fühlten sich Israels Sicherheit weiterhin und unerschütterlich verpflichtet, sagte ein US-Regierungssprecher. Die Bundesregierung verurteilte den Anschlag "auf das Schärfste". Eine sofortige Waffenruhe sei nun "das Gebot der Stunde". Kanzlerin Angela Merkel ( CDU ) sprach von einer "sehr fragilen" Lage im Nahen Osten und betonte das Recht Israels, sich zu verteidigen.

Mehr als 100 Tote

Israel hatte vor einer Woche seine Militäroffensive gegen Ziele im Gaza-Streifen begonnen, um den Raketenbeschuss von palästinensischer Seite zu stoppen. Seit Beginn der Offensive sind im Gaza-Streifen mehr als 130 Menschen getötet worden. Auf israelischer Seite kamen fünf Menschen ums Leben. Im Gaza-Streifen waren nach Angaben der Gesundheitsbehörden mindestens 54 Zivilisten unter den Toten, rund 840 Menschen wurden verwundet, darunter 225 Kinder.

Der Anschlag machte die

zunichte. Internationale Vermittler wie US-Außenministerin Clinton und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bemühen sich mit Nachdruck darum, eine Feuerpause zwischen Israel und der Hamas auszuhandeln. In Kairo beriet Clinton mit dem ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi , der zwischen den Konfliktparteien vermittelt. Zuvor hatte sie in Israel mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gesprochen.

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Leserkommentare
  1. 9. [...]

    Erwähnenswert sei doch, dass vor jedem Schlag gewarnt wurde, sodaß es möglichst wenig zivile Opfer gab. So ein Anschlag (ob nun von der Hamas legitimiert oder nicht) zielt direkt auf Zivilisten. Oder hat der Angreifer vorher Flugblätter verteilt und den Leuten zeit zum Verlassen des Busses gelassen?

    Erschwerend kommt hinzu, dass der Anschlag nun die Situation erst recht eskalieren lässt und einen Bodeneinsatz in Gaza möglicher macht. Das wird noch mehr Opfer fordern.

    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls

    12 Leserempfehlungen
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    • ikab
    • 21. November 2012 12:05 Uhr

    die Hamas bejubelt es das Ihre Führer und auch Zivilisten getötet werden, nur damit sie ein paar Propagandabilder haben.Man kann sich die Welt auch schön reden und die Wahrheit als Propaganda abstempeln.Und dieses 'Vorwarnsystem' der Israelis ist doch auch der größte Schwachsinn.Würde sowas funktionieren dann hätten wir ja keine Opfer und Verletzte auf der zivilen Seite.Diese Warnungen kommen zu spät, bzw unmittelbar vor dem Abwurf der richtigen Bombe, sehr einfühlsame und engegenkommnde Aktion der Israelis.

    Es gibt dazu einen Bericht und Bilder! Muss man nur kurz googlen: http://www.smh.com.au/wor...

    Aber ich bin sicher, die mutmasslichen Spione haben sicherlich einen fairen Prozess bekommen.

  2. sie wollten sich auf den 1. Kommentar beziehen ;)

    Antwort auf "[...]"
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    wurde mein Kommentar auch entfernt.

  3. Seit Tagen stehen zig tausend Berufssoldaten und Reservisten auf Abruf einige sind schon eingezogen worden und sind in den Doerfern um den Gaza Streifen. Nun hat sich Gaza das Problem selber eingehandelt wir duerfen einfach nicht zulassen das es wie vor ein paar Jahren laeuft und es FEIGE Anschlaege auf Zivilisten (nur auf Zivilisten)in unserem Land veruebt werden.

    11 Leserempfehlungen
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    [15. Jetzt kommt die Bodenoffensive
    Seit Tagen stehen zig tausend Berufssoldaten und Reservisten auf Abruf einige sind schon eingezogen worden und sind in den Doerfern um den Gaza Streifen..]

    Das klingt so, als hätten sie darauf gewartet.

    [Nun hat sich Gaza das Problem selber eingehandelt wir duerfen einfach nicht zulassen das es wie vor ein paar Jahren laeuft und es FEIGE Anschlaege auf Zivilisten (nur auf Zivilisten)in unserem Land veruebt werden.]

    Und nun ist es so weit. Gaza hat Sprengstoff in einen Bus geworfen. Dafür muss Gaza büßen. Alle in Gaza. Auch Zivilisten.

    Nein, sicher nicht - statt dessen werden wieder, wie schon vor 4 Jahren, kleine Kinder, Frauen und Alte ganz heldenhaft mit Israelischen Bomben ermordet

  4. 12. [...]

    Entfernt. Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde entfernt. Die Redaktion/ls

    Antwort auf "[...]"
    • Laoyafo
    • 21. November 2012 11:54 Uhr

    wahrscheinlich auch auf den ersten Krieg, den Israel 1948 auszufechten hatte, als es bereits Stunden nach seiner Gründung von seinen Nachbarn angegriffen wurde.

    3 Leserempfehlungen
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    • y5rx
    • 21. November 2012 12:14 Uhr

    muß man zurück gehen, um diesen Konflikt auch nur ansatzweise zu verstehen.
    Israel ist ein künstliches Gebilde. Auch vor 1948 lebten dort Menschen. Daß die Staatsgründung Ärger gab, war vorauszusehen. Man rechnete aber anscheinend nicht mit einem so langen Widerstand. So kann man sich täuschen.

  5. wurde mein Kommentar auch entfernt.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Ich glaube,"
    • Laoyafo
    • 21. November 2012 11:59 Uhr

    Stellen Sie sich mal vor, auf Ihr Wohngebiet wären in sieben Jahren 8000 Raketen abgefeuert worden.
    http://www.idfblog.com/fa...

    7 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Ruhig bleiben"
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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf relativierende Aussagen. Die Redaktion/ls

    • TDU
    • 21. November 2012 14:51 Uhr

    Ruhig bleiben heisst das folgende: Jetzt keine Ausweitung der Angriffe auf Gaza. Bei allem zugstandenen Recht zur Verteidigung. Denn damit wären solche Anschläge nicht zu verhindern. Und weiter um Frieden ringen.

    Ich denke, das darf man auch vom Wohnzimmer aus sagen. Erst recht wenn indirekt massenweise auf Kampf und Verständnis plädiert wird, weil ....

    Dass ist ein relativierender Vergleich, dessen Analogie absolut nicht stimmig ist.

    Stellen Sie sich das vor:

    "... Es gab Fälle von Verbrennungen, die zunächst nicht sehr großflächig waren. Doch nach zwei, drei Tagen, als die Traumatologen die Verbände öffneten, waren sie plötzlich viel größer und schlimmer - aus Verbrennungen zweiten Grades etwa wurden solche dritten Grades. Das führten sie zurück auf eine Kombination von Hitze und chemischer Einwirkung, was den Verdacht aufkommen lässt, dass Phosphorbomben eingesetzt wurden. Das aber muss im Einzelnen noch untersucht werden.

    Kritiker werfen Israel vor, auch Streubomben eingesetzt zu haben.

    Kollegen haben mir berichtet von Explosionen, bei denen Beine und Arme abgetrennt wurden. Ich kenne Minenverletzungen dieser Art aus Angola - dann hängen allerdings noch Muskel- und Hautreste an den Gliedmaßen. Die Amputationen, die im Gazastreifen aufgetreten sind, sahen überwiegend anders aus: wie direkt abgeschnitten, sehr glatt. Das nährt den Verdacht, dass so genannter DIME-Sprengstoff eingesetzt wurde, der dichtes, reaktionsträges Metall enthält. Das Entscheidende für mich aber ist, und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz sieht das auch so, dass hier massiv Zivilbevölkerung angegriffen wurde, auch mit so einfachen Waffen wie Bulldozern."

    http://www.faz.net/aktuel...

  6. 16. [...]

    Entfernt, bitte beteiligen Sie sich konstruktiv an der Debatte. Kritik an der Moderation richten Sie bitte an community@zeit.de. Danke, die Redaktion/se

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Lacocca
    • 21. November 2012 12:14 Uhr

    Es wurden offenbar alle Kommentare blind gelöscht, für dessen Verfassen der Antwort-Knopf unter dem ersten Kommentar verwendet wurde.

    Ich habe dies auch getan, schreib allerdings eine Reaktion zum Artikel:
    Der Anschlag galt natürlich Soldaten oder Regierungsmitgliedern die im Bus saßen. Dass keine Zivilisten gestorben ist nur der Tatsache zu verdanken, dass die Hamas zuvor Handzettel abwarf und die Menschen per Mobiltelefon warnte.

    Weiterhin steht im Artikel eine interessante Angabe: Mindestens 54 von den 130 Toten bisher waren Zivilisten. Das ist höchst bedauerlich, jedoch bei den weiter über 1000 Angriffen des IDF zugleich bemerkenswert.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, tis
  • Schlagworte Anschlag | Angela Merkel | Bundesregierung | CDU | Hamas | Benjamin Netanjahu
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