Naher Osten: Mehrere Verletzte bei Anschlag in Tel Aviv
Im Zentrum Tel Avivs hat es einen Terroranschlag auf einen Bus gegeben. Mehrere Menschen wurden verletzt, die Polizei sucht nach zwei Verdächtigen.
© Nir Elias/Reuters

Israelische Polizisten untersuchen den Bus nach der Explosion in Tel Aviv.
In der israelischen Küstenstadt Tel Aviv hat es eine Explosion in einem Autobus gegeben. Dabei wurden nach Angaben der Zeitung Haaretz mindestens 21 Menschen verletzt – die meisten leicht, zwei von ihnen schwer. Die Polizei und die israelische Regierung gehen von einem Terroranschlag aus. Bislang bekannte sich noch niemand zu der Tat.
A bomb exploded on a bus in central Tel Aviv. This was a terrorist attack. Most of the injured suffered only mild injuries.
— Ofir Gendelman (@ofirgendelman) November 21, 2012
Der israelische Rundfunk meldete, es handele sich nicht um einen Selbstmordanschlag. Möglicherweise habe ein Attentäter eine Bombe gelegt und sei entkommen. Nach Angaben der Haaretz sucht die Polizei nach zwei Verdächtigen, mehrere Straßen seien gesperrt und Hubschrauber kreisen über der Stadt. Augenzeugen sollen einen Mann beobachtet haben, der einen Sprengsatz in den Bus geworfen habe. Die zweite Verdächtige soll eine Frau sein.
Die Fenster des Busses sind von der Wucht der Explosion zersplittert, das Fahrzeug offenbar ausgebrannt. Fernsehbilder zeigten den beschädigten Bus, aus dem dichter Rauch aufstieg. In der Stadt waren Sirenen zu hören, Krankenwagen rasten zum Ort des Geschehens. Der Anschlag ereignete sich auf dem Schaul-Hamelech-Boulevard im Zentrum Tel Avivs. Die Armeesprecherin Avital Leibovich bestätigte auf Twitter, die Explosion habe sich direkt unter ihrem Büro in Tel Aviv ereignet.
Im Gaza-Streifen wurde der Anschlag von der Hamas als Erfolg gefeiert. "Wir gratulieren unserem Volk zu dieser heldenhaften Tat", hieß es in einer Mitteilung, die über Lautsprecher von Moscheen verlesen wurde. Es handele sich um eine "natürliche Reaktion" auf die Tötung von Zivilisten durch die israelische Luftwaffe, so ein Fernsehsender der Hamas. Israelischen Medienberichten zufolge gab es im Gaza-Streifen zudem Freudenschüsse in die Luft.
Die USA verurteilten den Bombenanschlag und sicherten Israel Unterstützung bei der Suche nach den Verantwortlichen zu. Die USA fühlten sich Israels Sicherheit weiterhin und unerschütterlich verpflichtet, sagte ein US-Regierungssprecher. Die Bundesregierung verurteilte den Anschlag "auf das Schärfste". Eine sofortige Waffenruhe sei nun "das Gebot der Stunde". Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach von einer "sehr fragilen" Lage im Nahen Osten und betonte das Recht Israels, sich zu verteidigen.
Mehr als 100 Tote
Israel hatte vor einer Woche seine Militäroffensive gegen Ziele im Gaza-Streifen begonnen, um den Raketenbeschuss von palästinensischer Seite zu stoppen. Seit Beginn der Offensive sind im Gaza-Streifen mehr als 130 Menschen getötet worden. Auf israelischer Seite kamen fünf Menschen ums Leben. Im Gaza-Streifen waren nach Angaben der Gesundheitsbehörden mindestens 54 Zivilisten unter den Toten, rund 840 Menschen wurden verwundet, darunter 225 Kinder.
Der Anschlag machte die
zunichte. Internationale Vermittler wie US-Außenministerin Clinton und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bemühen sich mit Nachdruck darum, eine Feuerpause zwischen Israel und der Hamas auszuhandeln. In Kairo beriet Clinton mit dem ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi, der zwischen den Konfliktparteien vermittelt. Zuvor hatte sie in Israel mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gesprochen.








Leider konnte bisher auch kein Frieden durch Rückzug geschaffen werden...(vergl. vollst. Rückzug und Aufgabe aller Siedlungen aus Jordanien 80er, und Rückzug aus Gaza 2005). Dieser Konflikt wird wohl noch Jahrzehnte dauern.
so einfach ist das nicht.
Schauen Sie sich mal den Gaza-Streifen mit GoogleMaps an. Da gibt es nicht viel unbesiedeltes Land. Jeder Konflikt wird zwangsweise in dicht besiedeltem Gebiet geführt. Das ist ja auch der Grund, warum Gaza ohne Hilfe von außen nicht lebensfähig ist.
https://maps.google.de/ma...
Also das stimmt einfach vorne und hinten nicht - und zwar bei aller Anerkennung der Fehler und Illusionen und Missentscheidungen der israelischen Politik:
- bis 1967 wurde das WJL von Jordanien, der Gaza Streifen von Ägypten beherrscht.Diese Länder haben wenig bis nichts getan, um der dortigen Bevölkerung auf die Beine zu helfen - im Gegenteil.
- Ab 1967 beherrscht Israel diese Territorie - und setzt seine (wie ich meine: fatale) Siedlungspolitik um. Trotzdem sollte man nicht verkennen, dass die realen Lebensbedingungen der Pal. in diesen Gebieten langsam (und sicher unzureichend) besser werden.
- Abzug der Israelis aus Gaza 2005; seitdem Herrschaft der Hamas dort mit den bekannten Folgen.
Fazit: keine Rechtfertigung für den Terror!
"Die Hamas mit ihrer Anti-Juden-Charta wurde aber auch demokratisch gewählt, d.h. die Wählermehrheit in Gaza scheint hinter den Kurs der Hamas zu stehen."
Richtig ist, dass die Hamas die Wahlen 2006 mit ca. 56% gewonnen hat.
Richtig ist allerdings auch, dass sie ohne die Fatah nicht gerade toll regierungsfähig war, sondern diese einbezog.
Bis 2007, als die Hamas das nicht mehr wollte und damit einen Bürgerkrieg in Gaza auslöste.
Ab da an würde ich nicht mehr von einer demokratischen Legitimierung sprechen.
Aber selbst für den Fall, dass man das für "danach" noch immer befürwortete, ist die Wahlperiode inzwischen seit zwei jahren vorbei, ohne dass die Hamas reguläre Wahlen zugelassen hat.
Dafür weiss das gemeine Volk aber genau, welche Greueltaten es erwartet, wenn es der Hamas widerspricht.
Der Grossteil der Bewohner Gazas sind einfach unschuldige Menschen.
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