IsraelIsrael lässt 30.000 Reservisten einberufen

Israel bereitet sich darauf vor, die Gaza-Offensive auszuweiten. Zuvor gab es erstmals seit Jahrzehnten Luftalarm in Tel Aviv – zwei Raketen verfehlten die Stadt knapp. von dpa, reuters und

Israelische Soldaten an der Grenze im nördlichen Gazastreifen

Israelische Soldaten an der Grenze im nördlichen Gazastreifen  |  © Ronen Zvulun/Reuters

Angesichts der Militäroffensive gegen die radikalislamische Hamas im Gazastreifen hat der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak die Einberufung von bis zu 30.000 Reservisten gebilligt. Die Einberufung könne jederzeit erfolgen, sagte ein Armeesprecher. General Joaw Mordechai sagte dem Fernsehsender Channel 2, die Armee sei dabei, "die Kampagne auszuweiten". Ob die Obergrenze bei einer Einberufung voll ausgeschöpft werde, sei unklar. "Alle Optionen liegen auf dem Tisch."

Zuvor hatten zwei aus dem Gazastreifen abgefeuerte Raketen in Tel Aviv Luftalarm ausgelöst. Die Raketen hätten aber ihr Ziel verfehlt, teilte die Armee mit . Es habe in Tel Aviv keine Einschläge auf dem Boden und keine Opfer gegeben.

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Etwa eine halbe Stunde vor dem Luftalarm in Tel Aviv hatte die israelische Armee den Einschlag einer Rakete etwa 12 Kilometer südlich der Großstadt Rishon LeZion bestätigt. Die Rakete sei auf freiem Feld eingeschlagen. Eine weitere Rakete sei laut Medienberichten im Meer eingeschlagen .

Die radikalislamische Palästinenser-Organisation Islamischer Dschihad übernahm die Verantwortung für den Raketenbeschuss auf Tel Aviv. Zwei Raketen vom iranischen Typ Fadschr-5 seien bei Rishon LeZion und in Jaffa eingeschlagen, hieß es in einer Mitteilung der Organisation, deren Kommandeur am Vortag von Israel gezielt getötet worden war.

Armee erwartet unruhige Nacht

In Tel Aviv hatte es erstmals seit dem Golfkrieg 1991 wieder Luftalarm gegeben. Einwohner der Innenstadt hatten von einer Explosion berichtet. In der Stadt brach zeitweise das Telefonnetz zusammen. Im Fernsehen war zu sehen, wie der Verkehr zum Stillstand kam und Menschen sich schutzsuchend flach auf den Boden legten. Die israelische Armee rief nach Angaben der Zeitung Haaretz die Bewohner der Region auf, sich auf eine unruhige Nacht vorzubereiten .

Nach Angaben der Armee sind allein seit Mittwoch 274 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert worden. Umgekehrt seinen etwa 250 Ziele im Gazastreifen angegriffen worden.

Die Vereinten Nationen und viele Regierungen weltweit warnten vor einer weiteren Eskalation der Lage. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich in einem Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu sehr besorgt. Er verurteilte die palästinensischen Raketenangriffe und forderte Israel zur Zurückhaltung auf.

Ägypten stützt Hamas-Regierung

Der UN-Sicherheitsrat hatte vor "möglicherweise katastrophalen Folgen" der Eskalation zwischen Israel und der Hamas gewarnt. Außenminister Guido Westerwelle sprach von einer außerordentlich gefährlichen Situation.

Kritik musste sich Israel vor allem von Ägypten gefallen lassen. Die Regierung in Kairo zog ihren Botschafter aus Tel Aviv ab. Präsident Mohammed Mursi sagte im staatlichen Fernsehen: "Israel muss begreifen, dass wir keine Aggression akzeptieren, die sich negativ auf die Sicherheit und Stabilität in der Region auswirkt." Mursi schickte zudem seinen Regierungschef Hescham Kandil in den Gazastreifen. Kandil soll der dort herrschenden Hamas-Regierung ihre Unterstützung bekunden.
 

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Leserkommentare
    • Atan
    • 15. November 2012 19:12 Uhr

    Reaktion Israels bin, keine Regierung der Welt kann seine Bevölkerung widerstandslos einem massiven Dauerbeschuss mit Raketen aussetzen lassen. Staaten wie Russland oder China hätten wahrscheinlich inzwischen den halben Gaza-Streifen eingeäschert, Großbritannien, Frankreich oder die USA mindestens so hart, wahrscheinlich aber sogar deutlich härter als Israel zurückgeschlagen.
    Dieser größenwahnsinnige Machismo der Hamas ist nicht nur militärisch völlig nutzlos, er opfert die eigene Zivilbevölkerung rücksichtslos für den eigenen, symbolischen Widerstand.
    Auch wenn die Situation der Menschen in den besetzten Gebieten hart, ungerecht und dringend zu verbessern ist, mit blindwütigen Massenbombardements ist keine Lösung zu erreichen. Und es ist traurig, dass Ägypten diese Art sinnloser Gewalt auch noch zu rechtfertigen sucht.

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    • Edda2
    • 15. November 2012 20:31 Uhr

    Wenn einer der Kampfhähne grössenwahnsinnig sein sollte, so würde ich eher auf Bibi tippen. Wahrscheinlich ist er stocksauer, dass er sich bei den amerikanischen Wahlen zu weit und obendrein aus dem falschen Fenster gelehnt hat und muss nun wohl seinem Volk und der ganzen Welt zeigen, was er doch für ein toller Hecht ist - stehen bei ihm nicht Wahlen an? Oh je - sind denn die Rabins in Israel völlig ausgestorben? Das sieht verdammt nicht gut aus, was dort jetzt abgeht.

    • DavidAM
    • 16. November 2012 0:30 Uhr

    Also Sie können ja viel behaupten aber das Israel in diesem Konflikt die Partei sein soll die an Größenwahn leidet wage ich doch zu bezweifeln ;D

    • Pogg
    • 16. November 2012 1:42 Uhr

    "keine Regierung der Welt kann seine Bevölkerung widerstandslos einem massiven Dauerbeschuss mit Raketen aussetzen lassen."
    Wenn Sie sich dieses Arguments bedienen, müssen sie auch die Handlungen der demokratisch legitimierten Hamas-Regierung in diesem Lichte betrachten. Hier ist eine differenzierte Betrachtungsweise angebracht. Die Zivilbevölkerung in Gaza, welche ohnehin schon durch die von der israelischen Blockade forcierte ökonomische Verkrüppelung des Küstenstreifens leidet, betrauert weitaus mehr Opfer und Verletzte als ihr israelisches Pendant. Es sei an Operation Cast Lead erinnert, an dessen Ende die palästinensische Opferzahl die israelische um das Hundertfache überstieg. Die ungeheure militärische Asymmetrie der Kriegsparteien, sowie die hohe Bevölkerungsdichte im Gazastreifen, welche die "gezielte Tötung" von Militanten de facto unmöglich macht, werden auch dieses Mal zu einem solchen Opferverhältnis führen.
    Innenpolitischen Zwängen ausgesetzt, konnte es sich die Hamas-Regierung nicht erlauben, die gezielte Tötung eines hohen Parteifunktionärs ungesühnt zu lassen - ebenso wenig, wie "keine Regierung der Welt" solche Akte tolerieren würde. Selbstverständlich wird die Hamas-Regierung, im Angesicht des israelischen Bombardements ihrer Bevölkerung, den Raketenbeschuss fortsetzen - so impotent er auch sein mag.

    • pakZ
    • 15. November 2012 19:15 Uhr
    9. .....

    Keine Sorge.
    Meinung in Deutschland wird noch immer von den Medien gemacht - nicht von ihren Konsumenten.

    Sie dürfen sich also auch weiter auf eine einseitig pro-israelische Berichterstattung freuen.

    Die kritischen Stimmen hier in den Kommentaren können Sie dann genau so ausblenden wie die Realität.

    22 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
  1. 2. [...]

    Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mo.

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    es nicht, dass sich die Menschen über Tote und Krieg freuen. Sie sehen das ganze aus Ihrer Sicht. Und sie ist pervers!

    • pakZ
    • 15. November 2012 19:15 Uhr

    Keine Sorge.
    Meinung in Deutschland wird noch immer von den Medien gemacht - nicht von ihren Konsumenten.

    Sie dürfen sich also auch weiter auf eine einseitig pro-israelische Berichterstattung freuen.

    Die kritischen Stimmen hier in den Kommentaren können Sie dann genau so ausblenden wie die Realität.

    wenn man das was man anderen vorwerfen will, selbst herbeiredet wenn es "leider" noch nicht eingetreten ist?

    der israelischen Politik ist schon Hetze in Ihren Augen???
    Darf man nur noch ja und amen sagen?
    Nein - ich kann die Politik Israels kritisieren, ohne antisemitisch zu sein; wenn ich Frankreichs oder Englands Politik kritisiere, bin ich damit auch nicht automatisch ein Frankreich- oder England-Hasser. Ich setze die Völker nicht mit ihren Regierungen gleich.
    Nach Ihrer Ansicht dürfte kein Israeli die Politik des eigenen Landes kritisieren - es gibt aber inzwischen einige, die das tun; der Weg zu mehr Frieden und weniger Krieg war doch schon eingeschlagen.
    Mehr Krieg braucht kein Mensch - und ganz bestimmt keine Zivilisten, die diejenigen sind, die am meisten darunter leiden.

    Warum reden soviele negativ über Israel?
    Netanjahu konnte doch kaum noch still sitzen in der letzten Zeit, so beschäftigt war er mit Kriegsplanungen und Überfallsplänen, zum Beispiel gegenüber Iran.

  2. 4. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf haltlose Spekulationen. Danke. Die Redaktion/kvk

    13 Leserempfehlungen
  3. 17. [...]

    Bitte bleiben Sie sachlich.Danke, die Redaktion/mo.

    12 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
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    • Rend
    • 15. November 2012 19:40 Uhr

    Also das mit dem geistig verwirrten Mann, der am Sonntag an der Grenze abgeknallt worden sein soll, habe ich auch bei Reuters gelesen. Wieviel Wahrheit da jetzt dran ist, kann man natürlich schwer beurteilen. War der Mann jetzt geistig verwirrt und brauchte Hilfe, oder war der Mann möglicherweise ein Selbstmordattentäter (hm... was irgendwie auch nicht gerade geistig gesund ist).
    Dass die Palästinenser allerdings zwischendurch mit den Raketen aufgehört hätten oder aufhören wollten, davon weiss ich nichts.

    kommt woher? Sie sollten sich mal bei der Hamas einlesen, laut den dortigen Stellen trifft Israel eigentlich nur Frauen (bevorzugt Schwanger), Kinder und Kranke. Ohne Abstreiten zu wollen dass es im Gaza-Streifen eben auch obengenannte Personengruppen treffen kann, wer solche Doofpropaganda betreibt nehme ich obengenannte Information bestimmt nicht ab.

    • OneWay1
    • 15. November 2012 19:27 Uhr
    16. [...]

    Entfernt. Bitte belegen Sie Ihre Behauptungen mit seriösen Quellen. Danke, die Redaktion/ls

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    • wertzu
    • 15. November 2012 19:33 Uhr

    ihr kommentar ist unverschämt und pervers. sie verleugnen die realität.

    Wenn die erste Rakete im Zentrum von Tel Aviv einschlägt, werden Sie wohl vermuten das Netanjahu die selbst hat abschiessen lassen um einen Vorwand zu haben.

    angeblicher Raketenangriff ist gut formuliert. Sie haben eindeutig absolut keine Ahnung wovon Sie da reden. Sollte demnaechst eine Rakete auf Ihre Stadt zufliegen, werde ich es mit den Worten "angeblich" betiteln...

  4. 15. PERVERS

    Wer in Zusammenhang mit dem Tod von Menschen das Wort Schadenfreude bemüht, gibt einen tiefen Einblick in sein geistiges Seelenleben.Egal welcher Coleur die Ansichten in diesem Konflikt sind, Engel sind beide Parteien nicht.

    9 Leserempfehlungen
  5. es nicht, dass sich die Menschen über Tote und Krieg freuen. Sie sehen das ganze aus Ihrer Sicht. Und sie ist pervers!

    8 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
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    Sie sollen zwischen den Zeilen lesen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, tis, nf
  • Schlagworte Israel | Mohammed Mursi | Guido Westerwelle | Hamas | Benjamin Netanjahu | Ehud Barak
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