GazastreifenIsraelische Luftwaffe tötet Militärchef der Hamas

Israelische Streitkräfte haben den Chef des militärischen Arms der Hamas im Gazastreifen, Ahmed al-Dschabari, getötet. Das sei der Beginn einer Offensive, so Israel. von dpa

Das zerstörte Auto des getöteten Hamas-Führers Ahmed al-Dschabari in Gaza-Stadt

Das zerstörte Auto des getöteten Hamas-Führers Ahmed al-Dschabari in Gaza-Stadt  |  © Mahmud Hams/AFP/Getty Images

Israel hat bei einem Luftangriff im Gazastreifen den Militärchef der radikal-islamischen Hamas getötet. Der Chef des bewaffneten Hamas-Flügels Iss al-Din, Ahmed al-Dschabari , sei bei einem israelischen Raketenangriff auf sein Fahrzeug ums Leben gekommen, teilte die Palästinenser-Gruppe mit. Israels Inlandsgeheimdienst bestätigte den Angriff. Man habe Al-Dschabari wegen seiner "jahrzehntelangen terroristischen Aktivitäten" getötet. Auch der Leibwächter des Militärchefs wurde bei dem Angriff verletzt und erlag nach Krankenhausangaben später seinen Verletzungen.

Die Sprecherin der israelischen Streitkräfte, Avital Leibovich, sagte, es sei ein gezielter Angriff auf Al-Dschabari erfolgt. Dies sei gleichzeitig der Beginn eines Einsatzes gegen terroristische Organisationen im Gazastreifen. Diese neue Offensive Säule der Verteidigung habe zum Ziel, "die Kommando- und Kontrollkette der Hamas-Führung und ihrer terroristischen Infrastruktur ernsthaft zu beeinträchtigen", sagte Leibovich. Dafür bombardierte die Luftwaffe nach Angaben der Armee die Waffendepots der Hamas und anderer militanter Gruppen, Auch gab es Angriffe auf Lagerstätten, in denen weiterreichende Raketen vermutet werden.

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Die israelischen Streitkräfte teilten weiter mit, Bodentruppen stünden für einen Einmarsch bereit, sollte der Befehl gegeben werden. Leibovich sagte, es handele sich um den Beginn eines längeren Einsatzes gegen terroristische Gruppen im Gazastreifen.

Zugleich drohte Israel der Palästinenserführung von Präsident Mahmud Abbas . Sollte sie in zwei Wochen den Antrag auf Anerkennung ihrer Staatlichkeit vor den Vereinten Nationen einbringen, könnte Israel die jüdischen Siedlungen im Westjordanland annektieren und die Friedensverträge mit den Palästinensern aufkündigen, sagte Umweltminister Gilad Erdan von der regierenden Likud-Partei dem israelischen Rundfunk.

Hamas droht mit Gegenschlag

Die Essedin-al-Kassam-Brigaden erklärten, mit der Tötung al-Dschabaris habe Israel "das Tor zur Hölle geöffnet". Die radikale Hamas-Gruppierung werde auch weiterhin "den Weg des Widerstands" verfolgen. Sie drohte mit einem massiven Gegenschlag.

Noch am Vortag hatten beide Seiten unter Vermittlung Ägyptens ihre Bereitschaft signalisiert, die Auseinandersetzungen nicht zu einem Krieg eskalieren zu lassen.

Die USA kündigten an, die Entwicklung der Situation im Gazastreifen "genau zu beobachten". "Wir sind solidarisch mit unserem israelischen Partner in seinem Recht, sich selbst zu verteidigen", sagte Pentagonsprecher Stephen Warren.

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Leserkommentare
  1. Glauben Sie wirklich,daß die israelische Regierung Frieden erzwingen will ? Ich glaube nicht daran,daß Gegenteil erscheint mit naheliegender,denn ein tatsächlicher Frieden mit Bestand,hätte für Israel Konsequenzen die ihren Zielen entgegenstehen.

  2. ist ein Translationsfehler, was Sie gern recherchieren dürfen.
    Im Basistext bezieht sich der Satz auf Schadenersatz - Wiedergutmachung - womit Ihr Posting den Charakter des Absurden bekommt. Kann passieren... ;-)

  3. Besser kann man es nicht ausdrücken.

  4. gibt es hinweise auf einen zusammenhang zu den aktuellen ereignissen in syrien?

  5. dass es eigentlich gar keine
    Palästinenser gibt."

    Er behauptet nicht, er nennt ein hinlänglich bekanntes Faktum! Und schön, dass Sie meine unterstellte "ideologische Ausrichtung" erkannt haben wollen. Womit gesichert sein dürfte, dass ich nicht mit vagen Thesen wie Sie, sondern mit harten gesicherten Fakten argumentiere. Sie dürfen somit lesen:

    http://www.jer-zentrum.or...

    Wollen Sie widerlegen? Wenn ja, bitte rechtssicher!

    Antwort auf "Sie Witzbold :)"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    so nennt Ihre "Quelle" von IDF Akteuren die Kritik an
    Israel :)

    Ich sagte ja bereits, Ihre ideologische Ausrichtung
    ist unverkennbar.

    • hakufu
    • 14. November 2012 20:28 Uhr

    Ist er ja nicht - es ist der Gleiche.

    Aber das war früher bei uns so ähnlich.

    • Gast16
    • 14. November 2012 20:32 Uhr

    Wie kann es sein, dass die öffentliche Meinung durch durch solche Artikel auf so bewusste Art und Weise beeinfluss wird? Wie kann es sein, dass Israel immmer immer immer als Aggressor hingestellt wird, egal was vorher von Seiten der Palästinensischen Gebiete kam? Wie kann es sein, dass unabhängige Medien in einem unabhängigen Staat nur so ekelhaft einseitig berichten? Wie kann es sein, dass niemand sich daran stört, dass ein Osama Bin Laden gezielt getötet wird und ein Haufen Geld dafür verwendet wird ihn jahrelang zu suchen aber ein Aufschrei durch die deutschen Medien geht, wenn als Reaktion auf einen hässlichen und hinterhältigen Terrorismus ein anderer Drahtzieher stirbt? Warum warum warum kann nicht EIN MAL ein Artikel so gescdhrieben werden, dass Aktion und Reaktion in der originären Reihenfolge genannt werden: Terrorismus, tägliche Raketen auf Häuser, Schulen, Marktplätze, Entführungen, Steinewürfe etc. und danach die Angriffe einer Armee?
    Gewalt ist furchtbar, egal von wem sie kommt, Tötungen sind schlimm egal von wem sie kommen. Aber auch diese Berichtserstattung, die kein Bericht mehr ist, sondern eine klar gefärbte Erzählung ist ganz schön hässlich. Alles rollt in Richtung letzte Tinte...

  6. Wieso sollte Israel eine Partei als Gesprächspartner akzeptieren, die bereits im Kinderfernsehen Hass und ganz speziell Judenhass predigt?

    „[...]Der Hase Assud, aktueller Nachfolger Farfours, hat seine minderjährigen Zuschauer dazu aufgerufen, den dänischen Cartoonisten Kurt Westergaard zu ermorden, weil dieser die Ehre des Propheten Mohammed verletzt habe. Auch Politiker kommen auf al-Aksa TV zu Wort. Fathi Hammad, ein Parlamentarier der Hamas, erläuterte am 29. Februar 2008, dass sich das palästinensische Volk, gerade auch Frauen, Kinder und Alte, als menschliche Schutzschilde verstünden, um dem "zionistischen Feind" zu sagen: "Wir lieben den Tod so wie ihr das Leben liebt."[...]“

    http://www.welt.de/debatt...

    Die Hamas würde sich doch vor ihren eigenen Leuten lächerlich machen, wenn sie einer offiziellen Beschwerde Israels auch nur ansatzweise entgegen kommen würde. Kann man da den Israelis verdenken, wenn sie sich da lieber auf sich selber verlassen?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sk
  • Schlagworte Ahmed al-Dschabari | Hamas | Luftwaffe | Mahmud Abbas | Israel | Fahrzeug
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