Naher Osten : Israel baut 3.000 neue Wohnungen in besetzten Gebieten

Die UN haben die Palästinenser international deutlich aufgewertet – und prompt genehmigt Israel 3.000 neue Wohnungen im Westjordanland und Ost-Jerusalem.
Israelische Wohnungen im Westjordanland © Ronen Zvulun/Reuters

Die israelische Regierung hat den Bau von 3.000 neuen Wohnungen in den jüdischen Siedlungsgebieten in Ost-Jerusalem und im Westjordanland bewilligt. Ein israelischer Verantwortlicher bestätigte entsprechende Informationen der israelischen Tageszeitung Haaretz .

Zum genauen Standort der künftigen Wohnungen machte er keine Angaben. Die Organisation Frieden jetzt hatte im November berichtet, geplant seien ein massiver Ausbau der Siedlung Itamar im nördlichen Westjordanland sowie jeweils etwa 600 Wohnungen in den Vierteln Pisgat Seev und Ramot im besetzten Ostteil von Jerusalem .

Die Ankündigung erfolgte einen Tag nachdem die UN-Vollversammlung den Palästinensern unter Protest Israels einen aufgewerteten Beobachterstatus als Nicht-Mitgliedsstaat zubilligte . Die Ankündigung könnte als Herausforderung der israelischen Regierung an die Weltgemeinschaft gewertet werden: Eines der Hauptargumente für die Anerkennung Palästinas als UN-Beobachterstaat war die zunehmende Gefährdung der Zwei-Staaten-Lösung durch die israelischen Siedlungen.

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Kommentare

335 Kommentare Seite 1 von 29 Kommentieren

Netanjahu ist das Markenzeichen für Zuverlässigkeit

"Die Ankündigung könnte als Herausforderung der israelischen Regierung an die Weltgemeinschaft gewertet werden." (ZOn)

Mich wundert nur, dass auf diese erpresserische Ankündigung Netanjahus, das Gebiet des Westjordanlandes mit massivem Siedlungsbau zu überziehen, lange vor dem Gaza-Krieg (!!!) jetzt so "überrascht empört" reagiert wird.

Netanjahu will der Weltgemeinschaft zeigen, dass man sich auf ihn verlassen kann.
Was er unüberhörbar versprochen hat, das hält er auch!

Die israelische Architektur ist gesichtslos

und ohne jeden Charme.

Dort, wo man wie in Jaffa, die alten Häuser restauriert
hat, bzw. dort, wo man nicht die Hügel mit "Seepocken"ähnlichen , einheitlichen Hochbauten
verschandelt hat,gibt es hier und da noch schöne
und landestypische Gebäude.

Über 400 palästinensische Orte sind seinerzeit dem
Erdboden gleichgemacht worden und auch danach, hat
man die schönen Sandsteinhäuser alter arabischer
Dörfer verfallen lassen, wie in Lifta.

Es soll nichts, gar nichts mehr an die arabische
Vergangenheit erinnern.

Die Bauten in Jerusalem jetzt, sie sollen Fakten
schaffen und eine palästinensische Hauptstadt
Ostjerusalem unmöglich machen.

Israel verhandelt nicht, Israel handelt.

Sorge um die zu erwartende Architektonische Qualität?

Ihr Kommentar könnte falscher nicht sein. Haben Sie schon mal den Obersten Gerichtshof in Jerusalem gesehen - ein Beispiel für neue Architektur die ganz und garnicht Gesichtslos ist. Ausser Jaffa gibt es noch die Restaurierten Templer Häuser in Haifa und in Jerusalem, neben dem Henry Crown Theatersaal gibt es in Talbije einige wunderschöne alte Arabische Häuser, so auch in Baka. Die Behauptung Israel wolle jegliche Erinnerung an Arabische Präsens verschwinden lassen ist also unrichtig. Sanieren ist in diesen Breiten erst vor kurzem als Alternative zum Neuen erkannt worden. Ich kenne von Palästinensischer Seite kein einziges Sanierungsprojekt, es sei denn man zählt die unterirdische Erweiterung der Al-Aqsa Moschee auf dem Tempelberg dazu, bei der natürlich jede Menge Archäologische Befunde die Jüdische Präsenz auf dem Tempelberg beweisen könnten beseitigt werden. Aber was hat die Beseitigung Arabischer Dörfer vor 64 Jahren mit der zu erwartenden Architektonischen Qualität Israelischer Wohnhäuser zu tun?

Ja...

Haben Sie Ihre Zweifel? Es ist ein Beispiel für ein Medurag - ein abgetreppter Bau in Hanglage. Diese Bauweise hat den Vorteil daß man zum einen kein geschlossenes Treppenhaus braucht und zum anderen jeder einen Balkon mit einem Stück Himmel darüber hat. Letzteres ist beim Laubhüttenfest ein Vorteil weil die Laubhütte unter freiem Himmel stehen muß und man sie dann auf dem Balkon aufbauen kann.

Nichtsouveränes Gebiet

Vor dem 6-Tage Krieg von 1967 gehörte der Gaza Streifen zu Ägypten, seine Bewohner hatten aber nicht die Ägyptische Staatsangehörigkeit und das Gebiet wurde als Militärisches Sperrgebiet angesehen. Die West Bank wurde 1922 von den Britischen Mandatsherren Jordanien zugeschlagen und wurde von den Jordaniern im Laufe der Zeit auch als Militärisches Sperrgebiet angesehen. Einen Palästinenserstaat mit Palästinensischer Staatsangehörigkeit hat es bisher nicht gegeben.

im falle

der 67 eroberten gebiete ist übrigens der souverän des staates israel der souverän
wenn dieser eine entscheidung trifft hatt er auch die möglichkeit sie umzusetzen
das haben die palestinenser nicht, damit sind sie, im guten wie im schlechten, raus aus dem geschäft; wer nichts zu sagen hatt ist auch nicht für die folgen der entscheidungen die andere trafen verantwortlich
vor und nachteil von unmündigkeit, egal ob selbstverschuldet oder verordnet.

Racheakt...

Und die Antwort folgt prompt. Wenigstens ist diese Eskalation nur einer Partei vorzuwerfen und die Folgerungen daher eindeutig. Die Weltgemeinschaft (einschließlich derer, die sich enthalten oder gar dagegen gestimmt haben) ist schließlich einhellig der Meinung, dass der Seidlungsbau illegal ist. Ein Schlag ins Gesicht selbst der Unterstützer der aktuellen israelischen Politk.

@ WolframW

"M. E. durften auch die Befreier Deutschlands vom Hitlerfaschismus nicht einfach "egal was" bauen, ohne dass es "illegal" oder "rechtswidrig" war"
----

Was sie damals aber taten. Wenn Sie sich den alliierten Umgang mit den ´deutschen Ostgebieten´ anschauen, dann wird hier schon völkerrechtlich mit zweierlei Maß gemessen.

Um abwegigen Unterstellungen zuvor zu kommen: Nein, ich setze hier Israel nicht mit Nazi-Deutschland gleich, sondern vergleiche den von Ihnen aufgeworfenen Umgang mit Gebietsansprüchen.

Eine "gte Antwort"?

Man kann sich lange darueber streiten ob die Beantragung des UN-Beobachterstatus ein kluger Schritt war. Allerdings steht es den Palaestinensern allein zu, darueber zu entscheiden, ob sie das wollen oder nicht.

Wer schreibt, der eindeutige, erneute und andauernde Rechtsbruch durch Israel, den der Siedlungsbau darstellt, sei "eine gute Antwort" darauf, macht klar, dass er vor internationalem Recht nicht den geringsten Respekt hat.

Ihr Beitrag ist eine Unverschaemtheit. Sie sollten sich schaemen!

Seit wann machen kanadische Rechtsanwaelte das Voelkerrecht?

Ostjerusalem ist voelkerrechtlich unrechtmaessig von Israel okkupiert und annektiert worden.

Voelkerrecht wird nicht von kanadischen Rechtsanwaelten kodifiziert, die eine Gefaelligkeitsdissertation bei einem zionistischen Professor abliefern und als Gegenleistung kostenlose Israelurlaube spendiert bekommen, um auf zionistischen Konferenzen den Alibi-Goj zu machen.

Fuers Voelkerrecht ist die UNO zustaendig. Aber Israel ist ja bekannt dafuer, dass es UNO-Resolutionen in der Regel mit Fuessen tritt. DAS nenne ich unverschaemt.

Ostjerusalem

hat einen anderen rechtlichen Status als der Rest, wie jeder Zeitungsleser oder jeder, der sich ein wenig mit der Geschichte der Region befasst hat und die einschlaegigenUN-Resolutionen kennt, weiss.

Sie sollten nicht alles fuer bare Muenze nehmen, was eine beteiligte Partei uns glauben machen will. Es sei denn, Sie gehoeren selbst zu dieser Partei, dann verstehe ich natuerlich Ihre Loyalitaet (und auch die einiger anderer Forumteilnehmer). Allerdings richtet sich das Voelkerrecht nach objektiven Grundsaetzen, die in aller Regel nicht der "Rechts"-Meinung illegaler Okkupanten und Annektierer entspricht.

Die Meinung der Mehrheit der UNGA-Staaten

hat sich offensichtlich das arabisch-palästinensische Narrativ zu Eigen gemacht, wonach die Palästinenser einen herbeiphantasierten verbrieften Anspruch auf Jerusalem als Hauptstadt ihres Staates hätten, und entbehrt einer echten Grundlage im Völkerrecht. Sie ist in Wirklichkeit das Ergebnis einer selektiven Interpretation des Völkerrechts, bei der eine klar definierte politische Stossrichtung die originelle Botschaft desselben verfälscht. Letztere ist und bleibt aber in der San Remo-Resolution von 1920 verankert, somit im Völkerbundsmandat für Palästina, und wird durch die weitere historische Entwicklung in keiner Weise tangiert, geschweige denn ausser Kraft gesetzt, wie die einseitige Auffassung, die der vorherrschende, politisch konnotierte und legalistische Mainstream-Diskurs in der UNO suggerieren möchte. Dazu lesen Sie die Ausführungen von einem anderen renommierten Gelehrten, Prof. Julius Stone:

http://www.strateias.org/...

sowie die folgende Zusammenfassung der völkerrechtlich relevanten Fakten im Hinblick auf den Status von Jerusalem:

http://jcpa.org/art/jid-p...

ich finde das

mit dem anspruch auf ... allmählich ja nur noch wurscht und schnuppe.
ok. dann ist Jerusalem eben eine stadt, auf die irgendwer den anspruch erhebt, sie solle als hauptstadt jüdisch sein.
so what?
ist das ein grund, für dort lebende palästinenser keine häuser zu bauen, keine kanalisation, keine schulen und was sonst noch zu städtischer infrastruktur gehört?
ist das ein grund, so zu tun, als gehörten sie nicht zur nation? mit genau den gleichen rechten wie die, welche unbedingt eine jüdische hauptstadt anspruchmäßig verteidigen, auch?