GrenzkonfliktIsrael nimmt syrische Kampfverbände unter Beschuss

Eskalation an der Grenze zwischen Israel und Syrien: Die israelische Armee hat auf den Golan-Höhen statt Warnschüsse abzugeben gezielt auf syrische Verbände geschossen. von dpa und dapd

Israelische Soldaten transportieren einen Panzer auf die Golan-Höhen.

Israelische Soldaten transportieren einen Panzer auf die Golan-Höhen.  |  © Jalaa Marey/AFP/Getty Images

Israels Armee auf den Golan-Höhen hat erstmals gezielt auf Kampfverbände in Syrien gefeuert. Zuvor war laut israelischen Angaben erneut eine Granate aus dem Nachbarland in der Nähe eines israelischen Postens eingeschlagen, ohne Schaden zu verursachen.

Die Armee habe daraufhin mit Panzerabwehrraketen zurückgeschossen und die Abschussrampe in Syrien direkt getroffen. Ob die syrische Artillerie-Einheit einem Verband der Armee oder eine Rebelleneinheit angehörte, war zunächst nicht klar. Auch mögliche Opfer wurden bisher nicht bekannt.

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Das israelische Militär beschwerte sich nach dem neuen Vorfall bei der UN-Beobachtertruppe . Sie kontrolliert eine Pufferzone zwischen beiden Ländern. Erst am Vortag hatte Israel Warnschüsse Richtung Syrien abgefeuert, weil syrische Granaten auf israelischem Gebiet einschlugen. Das israelische Militär hatte allerdings darauf hingewiesen, dass die Geschosse in Zusammenhang mit dem innersyrischen Konflikt abgefeuert wurden. Sie schlugen demnach nur versehentlich auf dem Golan ein.

Israelische Beteiligung birgt Konfliktpotenzial

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte in einer Rede vor Botschaftern in Jerusalem an, bisher als Querschläger hingenommene Granateinschläge auf israelischem Boden nicht länger mehr zu dulden. "Wir beobachten genau, was passiert und werden entsprechend antworten", sagte er.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich nach dem Vorfall "zutiefst besorgt wegen des Potenzials einer Eskalation", wie ein Sprecher mitteilte. Er forderte alle Seiten zu größtmöglicher Zurückhaltung auf.

Eine direkte israelische Beteiligung an dem Konflikt in Syrien könnte Auswirkungen auf die gesamte Region haben: Die Hisbollah im Südlibanon und militante Hamas-Gruppen im Gazastreifen könnten wieder auf Konfrontationskurs gehen.

Auch Türkei feuerte

Die Golan-Höhen wurden von Israel im Sechstagekrieg 1967 besetzt und 1981 annektiert. Die UN erkennen die Annexion nicht an.

Anfang Oktober hatte die Türkei nach einem tödlichen Granateneinschlag in einem Grenzdorf mit Artillerie auf Syrien gefeuert. Seitdem ist die Sorge groß, der syrische Bürgerkrieg könne auf die Nachbarländer übergreifen.

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Leserkommentare
    • H.v.T.
    • 12. November 2012 15:15 Uhr

    Unter syrischen Kampfverbänden läßt sich viel verstehen, aber ist damit nun die syrische Armee unter Assad gemeint ?

    Sorry, wenn ich gerade nicht auf dem aktuellen Stand bin und nachfrage.

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    Laut JPost sind zwei Mörser ausgeschaltet worden, von denen der Schuss kam.

    • fse69
    • 12. November 2012 15:20 Uhr

    "...Die Golan-Höhen sind von Israel seit dem Sechstagekrieg 1967 annektiert...."

    Die Golanhöhen sind seither BESETZT, völkerrechtlich gehören sie nach wie vor zu Syrien. Etwaige Annexionsversuche und -ansprüche Israels sind völkerrechtswidrig. Nebenbei bemerkt ist das auch der Grund dafür, warum auf diesen komischen (auch Landkarten genannten) Bildchen in den Nachrichten die Fläche der Golanhöhen immer schraffiert hervorgehoben wird, lieber anonymer Autor.

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  1. dass Sie auf Israels Seite sitzen und nicht auf der Seite wo Mord und Totschlag herrscht.

    Hat eben etwas gutes, wenn ein moralisch ueberlegenes Israel ueber einen Landstrich herrscht oder Assads-und dessen Gegners Moerderbanden.

    Es waere der Zeitpunkt endgueltig zu begreifen, dass die Golanhoehen Israel sind und kein besetztes Gebiet.

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    • Xdenker
    • 12. November 2012 15:26 Uhr

    Welches Interesse sollte Syrien daran haben, das israelische Militär anzugreifen? Hat es derzeit nicht andere Probleme? Und wie sicher ist es, dass es die syrische Armee bzw. regimetreue Soldaten waren, die da geschossen haben?

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    • Flari
    • 12. November 2012 15:41 Uhr

    "Im Falle eines (noch in weiter Zukunft liegenden) Friedensschlusses zwischen Israel und Syrien wären sie genauso zurückzugeben, wie einst der Sinai an Ägypten."

    Ich dachte immer, die Bedingungen und Inhalte von Friedensverträgen werden von den Beteiligten ausgehandelt.

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  2. 24. Mörser

    Laut JPost sind zwei Mörser ausgeschaltet worden, von denen der Schuss kam.

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    • eras
    • 13. November 2012 8:27 Uhr

    Israel beantwortet Querschläger mit gezielten Feuer und beschwert sich bei der UNO?

    Nun, dann wäre der Querschläger aber ganz schön quergeschlagen. Immerhin musste er erst ein Stückchen über syrisches Gebiet fliegen, dann eine Pufferzone überqueren und noch ein Stückchen über israelischem Gebiet zurücklegen, bevor er neben einem Armeeposten einschlug. Insgesamt eine Strecke von mehreren Kilometern. Ein wenig viel für einen "Querschläger"...

    Es gab in den letzten Tagen rund ein halbes Dutzend Zwischenfälle dieser Art. Darunter syrische Panzer, die in die entmilitarisierte Zone eindrangen sowie eine syrische Mörsergranate, die mitten in einem Kibbuz einschlug, aber glücklicherweise nicht detonierte. Daraufhin wurde erst ein Warnschuss abgegeben und nach erneutem Beschuss die entsprechende Stellung ausgeschaltet. Die israelische Armee hat sich insgesamt sehr zurückgehalten. Offensichtlich wird das syrische Militär in alter Tradition erst durch Schaden klüger...

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  3. zunächst die Regierung in Damaskus vernichten, dann ist Israel dran. Das ist alles nur eine Frage der Zeit.

    Ryadh hat von langer Hand den Durchmarsch nach Tel Aviv geplant über syrischen Boden.

    Saudi Arabien= Islamisten
    Golf Staaten=Islamisten
    Ägypten=Islamisten
    restliches Nordafrika=Islamisten
    Türkei seit Erdogan= Islamisten
    Irak= Al Qaida Islamisten
    Jordanien= am Geldhahn von Ryadh
    Syrien= einziger verbliebener säkulärer Staat, derzeit heimgesucht von Islamisten.
    Tja Israel, was wenn der Herr Assad die Grenze zu Euch nicht mehr wie seit Jahrzehnten bewacht? Überall Feinde. Man sollte sich schnell überlegen Freunde zu machen, sonst steht man so da wie Erdogan. VOn Zero Problems with neigbours to zero friends.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, dapd, tok
  • Schlagworte Israel | Hisbollah | UN | Benjamin Netanjahu | Militär | Syrien
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