Raketenangriffe in Tel Aviv : Alarmsirene plus 90 Sekunden

Die Jüngeren von Tel Aviv erleben ihre ersten Raketenangriffe. Plötzlich ist die unsichtbare Mauer weg, die die Stadt immer dem Nahost-Konflikt entzog. Von G.Dachs

Im Alarmfall bleiben den Einwohnern Tel Avivs 90 Sekunden, um Schutz zu suchen. Entweder in einem Treppenhaus ohne Fenster, im Bunker oder notfalls nur auf dem Boden liegend mit den Armen über dem Kopf. Seit dem Golfkrieg 1991 hatte man solche Sirenen nicht mehr gehört. Außer in den Fernsehberichten über die Raketenangriffe im Süden des Landes. Aber für die Tel Aviver war das immer irgendwie weit weg gewesen. Die harsche Realität dort, oft nur vierzig, fünfzig Kilometer von hier, schien Lichtjahre entfernt. Es gab immer eine Art unsichtbare Grenze, die Tel Aviv zu schützen schien. Bis vor zwei Tagen.  

Die erste Sirene am Donnerstagabend versetzte die vier Mütter, die sich um diese Zeit noch auf dem Hof der Tel Nordau Schule befanden, deshalb in Schock. "Wir wurden alle blass und wussten erst gar nicht wohin", erzählt Libi Drori, 39. Weil der Bunker da noch nicht offen war, entschieden sie sich fürs Zusammenkauern auf einer tiefergelegenen Treppe. "Wir umarmten die Kleinen ganz fest und versuchten sie hektisch zu beruhigen, was die Sache vermutlich nur noch verschlimmert hat."

Als am Tag darauf wieder Alarm ausbrach, war sie im Dizengoff-Einkaufstentrum. Erst wusste sie gar  nicht, was los war, weil man drinnen die Sirene nicht hören konnte, sie sah nur nach draußen strömende Menschen hysterisch reagieren. "Da waren junge Leute, die so etwas gar nicht mehr aus eigener Erinnerung kennen und die weinten, aber es gab auch Ältere, die in Panik ausbrachen, als man sie nicht durch den Ausgang gehen lassen wollte," erzählt Drori. Am heutigen Schabbat will sie mit ihrer 7-jährigen Tochter jetzt auf jeden Fall zu Hause sein.

Auf einmal fällt ihr – und den anderen Kindern ihrer Klasse – das Einschlafen schwer. Die Kinder wollen wissen, ob und wann es wieder eine Sirene geben wird. Sie fragen, ob sie jetzt immer so weiterleben müssten, sorgen sich, dass sie nachts nicht aufwachen, wenn die Sirene ertönt. Sie wollen plötzlich bei den Eltern schlafen. Was ist, erkundigen sie sich, wenn sie gerade in der Badewanne sitzen, schaffen sie es dann noch bis ins Treppenhaus zwei Stockwerke tiefer? Macht die Hamas nachts oder am Wochenende manchmal Pause? 

Die Tel Aviver Mütter versuchen seither, Haltung zu bewahren – und identifizieren sich mit den israelischen Frauen im Süden. Dort hat man nur 15 Sekunden Zeit, um in Deckung zu gehen. Auf einmal klingt der lapidare Satz, den man in den Nachrichten Hunderte von Malen gehört hat, ganz anders: "Eine Rakete schlug in der Nähe von Sderot ein, es gab weder Schaden noch Verletzte." Von den psychologischen Folgen hat man zwar oft gehört, aber jetzt kann man sich eine genauere Vorstellung machen.

Als während des Golfkriegs vor mehr als zwanzig Jahren die letzten Raketen in Tel Aviv einschlugen, hatten sich die Menschen vor irakischen Angriffen mit chemischen Waffen gefürchtet. Sie saßen mit Gasmasken in versiegelten Räumen und harrten wochenlang ihres Schicksals. Manche setzten sich irgendwann darüber hinweg, andere verließen fluchtartig die Stadt. Über diese besondere Atmosphäre in Tel Aviv, wo nach allgemeiner Auffassung Privilegierte, Künstler, Linksintellektuelle und Kriegsdienstverweigerer lebten, wurden später Filme gedreht. In den letzten Jahren klagten die Menschen im Süden oft, dass man in Israel erst wirklich von ihrem Schicksal Notiz nehmen würde, wenn auch die Tel Aviver betroffen sein würden.

Ofer Waldman, Vater einer kleinen Tochter und eines noch ungeborenen Kindes, kann mit dieser neuen Situation gar nicht umgehen. Gleich nach der ersten Sirene nimmt der Musiker, der eine Zeit lang auch in Deutschland gearbeitet hat, seine kleine Familie ins Auto und fährt in den Norden des Landes, nach Galiläa, zu den Schwiegerelten. "Wir fliehen", schreibt er später in seinem Blog an deutsche Freunde, und hat dabei aber auch ein schlechtes Gewissen. Denn "was die Menschen im Süden Israels durchmachen ohne zu fliehen – das ist wahrer Mut. Und die in Gaza können ja gar nicht fliehen."

Als ein älterer israelischer Freund seine Zeilen missbilligt, weil er vom Davonlaufen nichts hören will, schreibt Waldman seinen deutschen Freunden wieder: "Das Wort Flucht hat auf Deutsch einen starken Beigeschmack. Es ist sowohl schwierig, weil man dem Ausland – also Euch – nicht zeigen will, wie lose unser Griff in diesem Boden ist. Und – wie soll ich es schreiben – dieser Freund gehört einer Generation an, die sich das Fliehen abgeschworen hat. Man ist genug auf Deutsch geflohen, jetzt will man auf Hebräisch seßhaft werden."  

Auch ohne Ofer Waldman geht das Leben in Tel Aviv weiter seinen Gang. Die Cafés sind offen, die Menschen gehen an den Strand. Nur gehört für all diejenigen, die hier leben, von nun an die Sirene zum Leben, auch wenn sie gar nicht ertönt. Libi Droris Tochter hat letzte Nacht ins Bett gemacht.

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Kommentare

62 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

Der Unterschied

ist, dass die Hamas gezielt gegen die Zivilbevölkerung vorgeht. Die IDF attakiert Stellungen der Hamas und versucht sogar Zivileverluste zu minimieren.
Außerdem gingen die Aggressionen von den Muslimen in der Region aus. Die Juden wollten nur einen Ort zum leben, eine Zweistaaten Lösung wurde aber von den Muslimen abgelehnt.
Heute nachdem man einsehen musste, dass die Juden äußerst wehrhaft sind versucht man mit Gewalt eine Zweistaaten Lösung zu erzwingen oder noch besser die Juden zurück ins Meer zu treiben.

8 Kinder von Israel erleben den Morgen noch....

... ,weil Israel seine Kinder fernhält von militärischen Einrichtungen.
..., weil Israel zu einem Kinderspielplatz Bunker baut, damit sich die Menschen schützen können.

8 Kinder im Gazastreifen leben nicht mehr, weil sie z.B. zum Waffendepot zum Spielen geschickt worden sind.
..., weil die UN sich nicht wehrt, dass die Hamas Waffendepots und Abschussbasen in direkter Nachbarschaft zur Schule der UN anlegt.
..., weil die israelischen Kampfjets gezielt Waffendepots bekämpft, aber nichts dafür kann, wenn der Gegner die eigene Zivilbevölkerung als Schutzschild missbraucht.

Alles richtig,

und ändert doch nichts an den Tatsachen. Besagte Kinder sind tot, außerdem werden "Kollateralschäden" - vor allem bei den laufenden Luftangriffen - bewußt in Kauf genommen. Und bei dem kommenden Angriff werden wieder mal junge Erwachsene unter den Soldaten sein, die mit der Situation überfordert sein werden, und wieder einmal wird es Übergriffe gegen die Zivilbevölkerung geben.

Man sollte also nicht verharmlosen oder in Schwarz/Weiß-Malerei verfallen - es gibt nicht "die Guten" und "die Bösen".

@1 :

Blöd nur das diese zivilen Opfer Resultat der Hamas Strategie sind, Raketenstellungen mitten in Wohngebieten aufzustellen.

Und es gibt die zivilen Opfer selbstverständlich auch auf israelischer Seite. Während die israelische Armee versucht militärische Stellungen zu treffen und dabei leider nicht vermeiden kann das auch zivile Opfer getroffen werden, versucht die Hamas gar nicht erst zivile Opfer zu vermeiden sondern zielt ganz bewusst auf das Töten von Zivilisten ab, sowohl mit dem kontinuierlichen Raketenbeschuss als auch mit den Selbstmordattentaten.

Kausalitäten

... und es wäre zu wünschen, daß deren Eltern nicht dazu gebracht werden, die Schuld bei Israel zu suchen, sondern sich auch öffentlich gegen die Rakenbastler in den eigenen Reihen wenden.

Die treffen vielleicht seltener, haben aber genauso das Streichholz in der Hand, wie alle anderen Parteien. Das wird gerne übersehen.

Und solange Hamas-Offizielle schwören, daß die Israelis niemals Ruhe vor den Raketenangriffen haben werden, solange werden die Menschen von Gaza weiterhin als Propagandamasse mißbraucht.

Dumm, dass den salafistischen und sonstigen

Fanatikern das ziemlich egal ist, denn der Tod von palästinensischen Kindern und Zivilisten ist perverserweise der einzige Effekt, der die arabische Empörung über Israel steigern kann und somit die sinnlosen Raketenangriffe motiviert. Nethanjahus Wahlkampf ist dier perfekte Ergänzung zu diesem zynischen Szenario, seine Wähler wollen verständerlicherweise eine Beendigung der Angriffe, und das funktioniert zuverlässig nunmal nur durch eine Bodenoffensive mit minimalen eigenen Verlusten und maximalem Schaden für Hamas - was dann nebenbei die überlebenswichtige zivile Infrastruktur in Gaza gleich miteinäschert.
Die Menschen in Gaza könnem einem wirklich leid tun, für die eine Seite sind sie die verhassten Araber, die keine Ruhe geben wollen, für ihre eigenen Führer sind blosses Kanonenfutter, dass reichlich als "Märtyrer" an die bis auf's Blut gereizte IDF verheizt wird.

Es herrscht ein beispielloser machtpolitischer Zynismus auf beiden Seiten, aber stoppen können die Eskalation nur diejenigen, die für die militärisch sinnlosen Beschießungen Israels verantwortlich sind.

Schlagseite

Man sollte also nicht verharmlosen oder in Schwarz/Weiß-Malerei verfallen - es gibt nicht "die Guten" und "die Bösen".

Sicher sollte man das nicht, es gibt auf beiden Seiten viel zu kritisieren, aber die Kritik hat doch oft eine anhand der Faktenlage kaum nachvollziehbare Schlagseite.

Da fordert die eine Seite die Auslöschung der anderen, während die andere Seite Probleme mit einer politisch einflussreichen Minderheit hat, die sich nicht an territoriale Absprachen halten kann.
Die eine Seite zielt bewusst auf die Zivilbevölkerung, während die andere Kollateralschäden hinnimmt.
Das eine Land ist eine halbwegs funktionierende Demokratie, während das andere Land von einer Regierung beherrscht wird, die sich dringend von der Zivilbevölkerung benötigten Hilfsgüter unter den Nagel reist.

Eigentlich sollte man da meinen, es wäre ziemlich eindeutig welche Seite das hellere Grau hat, seltsamerweise fällt das Urteil vieler Mitbürger eher komplett anders rum aus. Die Taten und Motivation der einen Seite wird ignoriert und die andere Seite ist angeblich schlimmer als Nordkorea.

Strategie? Na klar doch!

Die Strategien der Gegner gleichen sich leider sehr. Jegliche Strategie auf beiden Seiten ist der Vermeidung von Kompromissen geschuldet.
Wenn man nicht jeden Vorwand zum Anlass nähme, Verhandlungen zu vertagen oder gleich zur Gegengewalt zu greifen, wäre schon längst ein wesentlich ruhigeres Fahrwasser erreicht. Deshalb können Radikale auf beiden Seiten immer wieder verhindern, dass sich irgendwann mal eine friedliche Lösung erreichen liesse.
In diesem Konflikt gibts schon lange kein Gut und Böse mehr, sondern nur noch Opfer, wobei der Hamas das eigene Gewissen wahrscheinlich genauso egal ist wie den israelischen Hardlinern. Die Opferrollen sind schon seit langem eher asymmetrisch verteilt, gestorben wird vor allem auf der palästinensischen Seite.
Das eigentliche Problem ist, dass für einen Frieden beide Seiten etwas aufgeben bzw. "bezahlen" müssten. Weil niemand bereit ist, der eigenen Anhängerschaft diese unbequeme Wahrheit beizubringen und auch niemand Unbequemes hören oder gar akzeptiern möchte, können die Hardliner ihre Anhängerschaft mit schönen Versprechungen halten.
Dieser Konflikt wird uns noch lange hässliche Nachrichten liefern, mangels Einsicht und vor allem mangels guten Willens auf BEIDEN Seiten.

Wissen Sie,

so lange die Israelis mit Palästinensern so umgehen (Schindereien bei den Kontrollpunkten), Kollateralschäden billigens in Kauf nehmen und solche Leute wie Netanjahu ins Parlament wählen (die eine rechte Gesinnung haben), so lange wird sich auch in Gaza jemand finden, der in die Hände von Hamas rennt.

Aber diese Sicht wollen Sie auch nicht sehen.

Wie die Hamas, so auch das rechte Gesocks der israelischen Regierung, versuchen durch Konflikte ihre Partei zu stärken. Beide sind Täter.

Sie Witzbold!

Die Palästinenser können ihre Kinder nicht schützen weil...

...Es keine Bunker gibt, da die israel. Regierung nur Zement gegen Nachweis von humanitären Projekten importieren lässt, allerdings auch für einen unverschämten Aufpreis
...Es kaum grundlegende medizinische Versorgung gibt bzw. Medikamente fehlen...

Es ist ja so einfach wenn man als Israeli der ersten Welt warm an seinem Computer über die bösen Palästinenser aus dem Gaza schimpft, die allerdings unter Zuständen der dritten Welt leben!

Und für ihre Behauptung bezüglich UN und Waffendepots hätte ich gerne einmal einen Beleg!

Das mit den Militäranlagen hat einen verdammt guten Grund, nämlich dass Israel eigene Militäranlagen sicherlich nicht angreifen lassen wird, ergo die Kinder dort noch eher sicherer sind als in anderen Plätzen in Palästina. Es hat nichts mit dem Wert der Kinder als mit reinem Pragmatismus zu tun den Sie offensichtlich nicht besitzen!

Dann schauen Sie doch mal,

was andere Israelis sagen;
http://www.democracynow.o...
http://www.aixpaix.de/aut...
In Israel läuft derzeit wieder Wahlkampf - und nicht alle Israelis sind begeistert davon, daß plötzlich wieder Krieg geführt werden muß.
Es ist auch interessant, daß genau dieser Kommandeur, der ja wenigstens zu Gesprächen bereit war, genau jetzt getötet werden mußte; einige israelische Politiker/Militärs wünschten wohl keine Deeskalation. Die hätte aber BEIDEN Seiten gut getan.

Irrationaler Kommentar

Alleine in den letzten drei Tagen wurden über 500 Raketen auf Israel abgeschossen.
Jede dieser Raketen hat zivile Opfer im Visier. (Da man bei diesem Raketentyp kaum mehr als eine grobe Richtung angeben kann, muss es dem Angreifer egal sein wo sie aufschlägt.)

"A March 2008 report by Palestinian Center for Policy & Survey Research (PSR) noted that the level of support for armed attack against Israeli civilians inside Israel increased significantly with 67% supporting and 31% opposed[...]"

Vielleicht sollten Sie den Eltern der (wirklich unschuldigen) Kinder mal erzählen, dass sie ihren Kindern einen Gefallen tun wenn sie ihre menschenverachtende Einstellung ändern würden.
(Das muss man sich nochmal auf der Zunge zergehen lassen: 67% befürworten den Angriff auf die Zivilbevölkerung. Während Länder wie Israel harsch verurteilt werden, wenn versehentlich(!) Zivilisten ums leben können.)

Ich seh schwarz.

Beide Seiten haben oft genug gezeigt, dass zumindest die politischen Führer oder machtinnehabenden Parteien nicht an einer Lösung der Konflikte auf Basis eines Kompromisses interessiert sind.

Israel ist unseren Ländern nach Regierungsform und Lebensstandard zwar näher als der Gaza-Streifen. Israel sorgt aber auch selber mittels Abschottung der im Gaza-Streifen lebenden Menschen dafür, dass dieser Zustand aufrecht erhalten wird. Denn wer den ganzen Tag mit Nahrungsbeschaffung beschäftigt ist, kann sich kaum nebenbei vernünftig bilden (lassen). Und Demokratien brauchen mündige, gebildete Bürger. Ausreichend Schulen fehlen etc.

Wo genau Sie in Israel da den "helleren Grauton" entdecken, kann ich nicht nachvollziehen.

Frei nach Spiderman: "Aus großer Kraft erwächst große Verantwortung."

Terror und Angriffe gegen die Zivilbevölkerung sind absolut inakzeptabel. Aber Israel als deutlich stärkere Partei nutzt die eigenen Möglichkeiten beruhigend auf den Konflikt einzuwirken genauso wenig - Stichwort zB. Siedlungspolitik. Die Führungen BEIDER Länder sind vollkommen unverantwortlich, opfern den Frieden ihrer Völker der eigenen Machterhaltung.

Sie misverstehen die Strategie der Hamas

Ziel der Hamas ist nicht, Zivilisten der Gegenseite zu töten. Dazu fehlen schon allein die militärischen Mittel. Die ungezielten Raketen mit sehr beschränkter Traglast und altertümlichen Sprengköpfen sind dazu völlig ungeeignet.

Das Ziel der Organisation ist der Terror. Die Bevölkerung soll in ständiger Angst um das eigene Leben gehalten werden. Ob wirklich viele durch die Hand der Hamas sterben ist dabei völlig irrelevant. Das ist doch im obrigen Artikel hervorragend zu erkennen:
Irgendwo in der Stadt sind vielleicht Raketen eingeschlagen (diese Information wird nicht mal gegeben, denn sie ist vlkkomen unwichtig!) aber überall gehen die Sirenen an, fliehen Eltern mit ihren Kindern in Treppenhäuser oder suchen in Bunkern Schutz. DAS ist das Ziel - die Angst, die Panik. Der Alltag der Gegenseite soll durchzogen werden von der Anspannung, jederzeit in der Nähe einer Deckung zu bleiben, das eigene Kind nie aus den Augen zu lassen, immer zur Flucht bereit zu sein. Das zermürbt die Bevölkerung ungemein.

Leider nutzen genau diese Furcht und/oder Verzweiflung dann auch die Hardliner in den israelischen Parteien, um von israelischer Seite den Konflikt wieder anzuheizen.

Handlungsvorschlag an die Israelischen Politiker?

Mag sein daß die Hamas nicht in der Lage ist eine große Zahl von Israelis zu gefährden, dies aber nicht weil sie es nicht wollen. Und die Zeiten der primitiven Kassam Raketen sind zwar noch nicht vorbei aber mittlerweile haben sich "richtige" Iranische Raketen mit einer Reichweite von 75 KM dazugesellt. Daß bis jetzt bei etwa 750 Abschüssen nur 3 Tote und nur 33 Einschläge in bebauten Gebieten zu verzeichnen sind liegt an der Israelischen Raketenabwehr dem "Iron Dome". Schon seit 12 Jahren sind die umliegenden Israelischen Orte durch die Kassam Raketen bedroht. Seit einigen Monaten sind nun auch 3 Städte mit je etwa 200000 Einwohnern von den "richtigen" Raketen bedroht. Wenn Sie nun Israelischer Politiker wären und ein siebtel Ihrer Wähler wäre bedroht - was würden Sie machen?

Ja. Weil Ihre Väter

Krieg gegen Israel führen.
Und dank Al Aqsa sind diese Väter auch noch Märtyrer, und nicht Mörder - jedenfalls in Gaza.
Wo diese von Ihnen zitierten Opfer dank der mörderischen Taten ihrer Väter nun nicht mehr am Leben sind!
Sollen die israelischen Väter dabei zuschauen und warten, bis diese Mörder israelische Kinder (die ja auch schon gestorben sind, die auch Opfer der raketenschießenden Mörder wurden) treffen?

Israelische Opferzahlen sind vor allen Dingen deshalb weniger hoch -wesentlich niedriger sogar- weil die israelische Regierung Schutzmöglichkeiten für ihre Bevölkerung baut; überall.
Während die Hamas diese Schutzvorrichtungen vorrangig nur für sich baut - das gemeine Volk braucht keine Schutzvorrichtungen - es wird gebraucht, damit man aus deren Mitte heraus todbringende Raketen nach Israel schießt und somit das Feuer auf das Volk lenkt - das keine Schutzvorrichtungen gebaut bekommt.
Und so kann die Hamas und deren Propagandabrigaden immer neue Opfer vorzeigen, blutig und tot.

Irrnational

Wenn demnach eine Parität der Angriffskapazität gegeben wäre, die Palästinenser ebenso hochmoderne laser-guided Bomben und Raketen hätten, so klingt das bei Ihnen, dann wäre das weit weniger verwerflich, da sie dann auch nur "aus Versehen" Zivilisten in Mitleidenschaft ziehen würden?

Ich denke die Wurzel des Übels ist mitunter genau diese Ungleichheit. Israel ist ein Staat, hochmodern, reich und militärisch für die Größe des Landes extrem schlagkräftig. Die Palästinenser sind dagegen wie die Stiefkinder, unterversorgt, immer der Erlaubnis anheim gestellt, jedwede militärische Kapazität wird sogleich zum Terrorismus erklärt.

Es ist deutlich, wer in dem Konflikt überlegen und Herr im Haus ist. Es handelt sich daher nicht um einen Krieg, sondern eher um einen Aufstand. Und das liegt mitunter nicht nur am bösen Naturell der Palästinenser in spe, sondern auch am Umgang von Israel, die mit ihrer überschaubaren Bereitschaft die Perspektiven der Palästinenser zu verbessern, mit ihrer zermürbenden Kleinhaltungspoltik und "jederzeit und überall" haben wir euch im Blick und unter Kontrolle, den Nährboden für sowas noch befeuern.

Und jetzt ist auch noch just Wahlkampf.

Unterstützen sie auch Al Quiada

Mit ihrer Argumentation können sie jedwede Form von Extremismus unterstützen, ob nun die armen NSU Mörder, die ja hier militätisch unterbesetzt waren, oder Al Quiada, die ja keine andere Wahl hatten als Flugzeuge, bis hin zu der RAF die ja keinen Staat und keine Panzer hatte.
Wollen sie das echt tun?
Sollen wir ihrer Meinung nach jetzt jede von ihnen sogenannte "Protestbewegung" mit Atomwaffen ausstatten, damit sie militärisch ne Chance hat?

Was steckt nun dahinter

Sie verwechseln mit Verlaub den Adressaten. Nicht ich habe die krude Argumentation aufgebracht, dass die Palästinenser schon deshalb "böser" sind, weil sich deren Angriffe durch marode Technik nicht fein genug einstellen lassen.

Aber in der Tat hat ein gewisser Ausgleich, wie etwa der USA-Russland Atom-Patt eine durchaus stabilisierende Wirkung. Demgemäß wären Israel und Palästina (auch bekannt als der Staat, den es nicht gibt) wären sie gleich abschreckend, stabiler, als jetzt, wo die eine Seite so ziemlich alle Hoheiten in Anspruch nimmt und die andere ob dieser Unterdrückung natürlich in den Widerstand getrieben wird.

Extremismus braucht einen Nährboden. Das "Bürgertum" egal welcher Länder, auch egal welcher Religion, hat im Grunde zuerst einmal Interesse an Wohlstand, Sicherheit, Bildung und Aufstiegschancen, in einem Umfeld das die nationale Identität ernst nimmt und sich auch erst ein Verantwortungs- und Ehrgefühl entwickeln kann. Ehre ist da ein großes Stichwort, denn die Palästinenser sind ein stolzes Volk.

Aber Ihre Sichtweise ist mir wohl bekannt, sie passt auch hervorragend ins Zeitbild. Jeder Bürgerkrieg wird heute zum Akt von Terroristen erklärt (von der überlegenen Seite). Terroristen sind die, die aus einer Unterlegenheitsposition heraus agieren, ein gewisser Irrsinn, mit "Stöcken gegen Panzer" anzurennen. Die Frage ist woraus sich sowas nährt - und da würden Sie auch auf Antworten stoßen; doch dazu müssten Sie tiefer blicken.

"Man ist genug auf Deutsch geflohen, jetzt will man auf...

...Hebräisch seßhaft werden."

Habe vor wenigen Tagen durch Zufall in der Wikipedia Pogrom nachgelesen:

"Etymologie
Der Begriff stammt aus dem Russischen und bedeutet übersetzt: Verwüstung, Zerstörung, Krawall (погрóм, abgeleitet von громить „demolieren, zerstören“).[1] Er ist aufgekommen im Zusammenhang mit Übergriffen auf Juden im Russland der 1880er Jahre. (siehe auch Antisemitismus (bis 1945))"

Von der Seite führt auch ein Link zu
Antisemitismus bis 1945.

Normalerweise gruselt mich, wenn irgendwo von Deutschenfeindlichkeit die Rede ist. Die Mythenpflege auf jüdischer Seite betreffs allem, was mit Judenverfolgung zu tun hat, lässt mich dann allerdings auch ähnlichen Begrifflichkeiten zuneigen.

Grabenkämpfer raus aus den Löchern und Bunkern, seht den Menschen wieder in die Augen.

Wenn Schwüre Raketen wären und die Raketen treffen würden,...

... wäre auch ihr Kommentar zu verstehen.

Tun sie was für die Völkerverständigung. Beginnen Sie klein mit Ihrem Leseverständnis. Denn wenn Sie nicht verstehen wollen, werden auch die anderen nicht verstehen. Bis dann doch eine dumme Rakete oder eine Kugel oder ein Blechkasten auf Rädern trifft, dann ist Ihre Chance perdu.

Das ist mal wieder typisch..

Dass nur über die "armen" Israelis berichtet wird.
Auch manche Kommentare hier sind unmöglich. "Die israelische Armee bombardiert natürlich nur militärische Einrichtungen, wobei aus Versehen auch mal ein paar Zivilisten mit draufgehen". Hallo? Ist das Regierungsgebäude eine militärische Einrichtung? Nein!! Bombardiert wurde es trotzdem! Und man vergleiche mal bitte die Zahl der Todesopfer beider Seiten....
Es ist klar was da läuft. Und die Palis haben keine Chance. Denn sie haben nur Ihre Raketen!!!!

PS: Der Artikel wimmelt nur so vor Rechtschreibfehlern....