Der ehemalige kroatische Regierungschef Ivo Sanader ist wegen Korruption zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ein Gericht in der Hauptstadt Zagreb sah es als erwiesen an, dass Sanader eine knappe halbe Million Euro illegale Provision von der österreichischen Bank Hypo Alpe Adria erhalten hatte. Daneben sei der 59-Jährige von der ungarischen Mineralölgesellschaft MOL mit 10 Millionen Euro geschmiert worden. Im Gegenzug sollte das Unternehmen günstig beim kroatischen Ölkonzern INA einsteigen können.

Sanader war von 2003 bis 2009 Ministerpräsident Kroatiens und langjähriger Vorsitzender der konservativen Partei HDZ. Seinen überraschenden Rücktritt im Juli 2009 hatte er damit begründet, dass seine politische Arbeit getan sei.

Im Jahr 2010 war er in Österreich festgenommen worden, weil er mit einem kroatischen Haftbefehl gesucht worden war. Kurz zuvor hatten die kroatischen Behörden seine Immunität aufgehoben. Sanader hatte die Vorwürfe bestritten und den Prozess gegen ihn als politisch motiviert bezeichnet.