OstkongoTutsi-Rebellen beginnen Abzug aus der Region Goma

Kongolesische Regierungstruppen hatten sich bereits formiert, um die Großstadt Goma zurückzuerobern. Die M23-Rebellen sind dabei, sich langsam aus der Region zurückzuziehen. von afp, dpa und dapd

Die kongolesischen Rebellen der Bewegung M23 haben mit ihrem Abzug aus der Region um die Großstadt Goma begonnen. Sie würden am Wochenende vollständig abziehen, wenn sie Zugang zu ihren von UN-Truppen bewachten Waffen erhielten, sagte der M23-Brigadegeneral Sultani Makenga.

Zuvor hatte die kongolesische Regierung Tausende Soldaten etwa 50 Kilometer vor Goma in Monova zusammengezogen, um die Rückeroberung der Stadt vorzubereiten. "Es wird jetzt einen Krieg geben, der endlich zum Frieden im Kongo führt", hatte der Chef der Regierungstruppen, General François Olenga, gesagt.

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Die M23-Truppen zogen sich bereits aus der ostkongolesischen Stadt Sake zurück, die knapp 20 Kilometer von Goma entfernt liegt. Sie bewegten sich in Richtung ihres alten Stützpunktes Kibumba. Die Stadt Goma hatten die Rebellen nach einer fünftägigen Offensive eingenommen . Am vergangenen Samstag verständigten sich die kongolesische Regierung und mehrere ostafrikanische Regionalmächte mit der M23-Miliz auf deren Abzug aus Goma.

Vollständiger Abzug am Wochenende

Makenga warf der UN-Mission Monusco vor, den Abzug der Rebellen aus Goma zu blockieren. Die Miliz versuchte am Morgen, auf den Flughafen von Goma zu kommen, um dort Rüstungsgegenstände mitzunehmen. Doch die Monusco widersetzte sich dem. Ihr Sprecher sagte, der Flughafen sei stets unter Kontrolle der Blauhelme gewesen und werde das bis zur baldigen Übergabe an eine aus kongolesischer Armee, Monusco und M23 zusammengesetzte Einheit auch bleiben.

Die M23-Miliz hatte bereits angekündigt, dass sich der vollständige Abzug verzögern werde. Rebellensprecher Oberstleutnant Vianney Kazarama sagte: "Wir werden am Sonntag aus Goma raus sein." Die Verlegung von Einheiten sowie ein reger Verkehr von Lastwagen der Rebellen deuteten zunächst darauf hin, dass sich die Miliz tatsächlich wie zugesagt aus der Stadt zurückzieht.

In der M23-Miliz sind ehemalige kongolesische Tutsi-Rebellen zusammengeschlossen, die nach einem Friedensabkommen zwischenzeitlich in die Armee eingegliedert wurden . Aus Protest gegen schlechte Lebensbedingungen verließen sie die Armee aber wieder und erhoben die Waffen gegen die Regierung. Kinshasa und die UN werfen Ruanda und Uganda vor, die Rebellen zu unterstützen, was diese bestreiten.

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Leserkommentare
  1. Jetzjt jbleibt zu hoffen, das sich die "regulären" kogolesischen Truppen nicht auf eine Verfolgungsjagd einlassen.

    Sondern Grenzen sichern.

  2. Kivu ist der brodelnde Balkan des Vielvoelkerstaates DRC. Afrika wird durch den staendigen Kampf lokaler Milizen im Verbund mit Streitkraeften der Nachbarstaaten wirtschaftlich destabilisiert.

    Mit Ruecksicht auf die Interessen der Bevoelkerung sollte die UNO sich vielleicht in Zukunft fuer die Unabhaengigkeit Kivus einsetzen, oder fuer die Bildung einer Foederation mit Burundi und Ruanda.

    Zur Zeit sieht es eher nach einem Sieg fuer die Interessen der mit dem Kabila-Regime befreundeten Bonzen europaeischer Rohstoffkonzerne aus.

    • tonder
    • 01. Dezember 2012 0:32 Uhr

    Es sieht aus wie das Paradies, fühlt sich aber an wie die Hölle. Diese Redewendung über den Kongo trifft wieder mal zu. Man sollte aber nicht in die Falle tappen und glauben, dass "die da unten" eben so sind und wir hier auf der Insel der Glückseligen leben. Wenn wir uns nicht darum kümmern, holen uns derartige Probleme irgendwann auch hier ein.
    Momentan gilt die Sorge den Menschen vor Ort, die einfach nur leben wolen, und auch der großartigen Natur der Region (man denke nur an die einzigartigen Berggorillas, s. http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article108947828/Der-Gorill... oder http://www.fr-online.de/panorama/gorillas-im-kongo-opfer-eines-vergessen... ). Die Menschen brauchen sie unbedingt - nicht zuletzt deshalb sieht es dort ja wie das Paradies aus....

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    dem zufolge die Ranger nach mehreren Monaten auch wieder Zugang zu Gorillafamilien erhalten haben, die wegen der Rebellenbewegungen selbst für die Ranger nicht zugänglich waren, und da gibt es heute sogar mal gute Nachrichten - in der ersten wiedergefundenen Familie gibt es Nachwuchs:

    http://gorillacd.org/2012/12/01/finally-a-team-will-search-for-our-goril...

    Bleibt zu hoffen, dass die restlichen Gorilla-Familien auch wohlauf sind.

  3. Eigene und fremdstaatliche Heere, rebellische Soldateskta, rein kriminelle Gruppierungen, alle schwer bewaffnet und hemmungslos gewaltbereit:
    Alle leben aus dem Lande,so vermute ich, denn Nachschub von einer wie auch immer gearteten Basis wird nur selten und in ausreichendem Umfang eintreffen.

    So ähnlich sah es in Mitteleuropa mit Schwerpunkt Deutschland 1618/48 aus, in den Folgejahren mussten die Räuberbanden Entwurzelter unschädlich gemacht werden (meistens nicht auf dem Wege der Eingliederung!)

    In Mitteleuropa war das erst zuende, als das geschundene Land die Lebensgrundlage für marodierende Heere und ähnliche Gruppierungen nicht mehr herzugeben vermochte.

    Helmut Schmidt hat vor noch nicht langer Zeit gesagt, dass es zwar wünschenswert wäre, den dortigen und ähnlichen Zuständen Einhalt zu gebieten, aber die Möglichkeiten dafür fehlen.
    Es hilft nichts, die Welt ist militärisch nicht zu retten.

    Unwegsamkeit, unklare und stets wechselnde Fronten und Koalitionen machen das unmöglich, wenn dann UN-Blauhelmsoldaten von Hubschraubern Bomben auf irgendwelche Stellungen fallen lassen, dann überschreitet das IMHO deren Mandat und nützen tut es nichts.

    Das RLP-Partnerland Ruanda erhält bedeutende Hilfen zum Staatshaushalt und praktische Unterstützung.
    Sicher könnte man auf die dortige Regierung Druck ausüben, sich im Kongo herauszuhalten und auf Grenzsicherung zu beschränken, aber sobald dann die GroßePolitik ins Spiel kommt und ruandanahe Kräfte vielleicht zu den Guten gehören?

  4. dem zufolge die Ranger nach mehreren Monaten auch wieder Zugang zu Gorillafamilien erhalten haben, die wegen der Rebellenbewegungen selbst für die Ranger nicht zugänglich waren, und da gibt es heute sogar mal gute Nachrichten - in der ersten wiedergefundenen Familie gibt es Nachwuchs:

    http://gorillacd.org/2012/12/01/finally-a-team-will-search-for-our-goril...

    Bleibt zu hoffen, dass die restlichen Gorilla-Familien auch wohlauf sind.

    Antwort auf "Mensch und Tier "

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, dapd, nf
  • Schlagworte Region | UN | Blauhelm | Flughafen | Stadt | Stützpunkt
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