KriegsverbrechenKosovaren feiern Freispruch für Exregierungschef Haradinaj

Ein UN-Tribunal hat Ramush Haradinaj in allen Anklagepunkten freigesprochen. Dem früheren Chef der "Befreiungsarmee" wurden Kriegsverbrechen gegen Serben vorgeworfen. von afp und dpa

Ramush Haradinaj während der Urteilsverkündung in Den Haag

Ramush Haradinaj während der Urteilsverkündung in Den Haag  |  © Koen van Weel/Reuters

Im Prozess gegen den früheren kosovarischen Regierungschef Ramush Haradinaj hat das UN-Tribunal für Exjugoslawien den Angeklagten freigesprochen. Haradinaj sei "nicht schuldig in allen Anklagepunkten", sagte Richter Bakone Justice Moloto. Damit bestätigte das Gericht ein früheres Urteil vom April 2008.

Der 44-jährige war Kommandant der "Befreiungsarmee Kosovos " (UÇK). Die Anklage hatte ihm in sechs Punkten Kriegsverbrechen gegen Serben und andere Nicht-Albaner während des Kosovokriegs der Jahre 1998 bis 1999 vorgeworfen. Sie hatte mindestens 20 Jahre Haft gefordert.

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Nach dem Freispruch von 2008 hatte das Gericht eine Neuaufnahme des Verfahrens angeordnet, weil zahlreiche Zeugen eingeschüchtert worden seien. Zusammen mit Haradinaj standen der Chef der Sondereinheit "Schwarze Adler" innerhalb der UÇK, Idriz Balaj, sowie UÇK-Anführer Lahi Brahimaj, vor Gericht. Auch sie wurden freigesprochen. Alle drei wurden sofort freigelassen.

Das Kosovo feierte den Freispruch Haradinajs mit einem Feuerwerk. In der Hauptstadt Priština versammelten sich Hunderte Bürger vor Leinwänden, auf denen die Urteilsverkündung des UN-Kriegsverbrechertribunals aus Den Haag übertragen wurde. An den Tagen zuvor hatte es mehrfach Aufrufe an die Bürger gegeben, einen möglichen Freispruch zu feiern.

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Leserkommentare
  1. ... Freispruch für jemanden, der angeklagt war,
    Massaker an Serben begangen zu haben.
    Eine Ohrfeige für jeden, der jemals geglaubt hat,
    Den Haag sei für alle Kriegsverbrecher zuständig.
    Scheinbar gab es solche nur unter den Serben ...
    Alle anderen waren brav und lieb und Unschuldslämmer.

  2. ist bezeichnend für diesen Gerichtshof. Es ist ein Abbild der Politik der Westmächte. Doppelstandarts hier wie da.
    Diese Marionette von Hasim Tasci und T. selbst müssten lebenslänglich eingesperrt werden. Tasci ist ein Schlächter und Organhändler. Aber ein Mafiosi ist ja mittlerweise längst integriert.

    • Pepsiax
    • 29. November 2012 13:23 Uhr

    genau so ist das!

    • DBZO
    • 29. November 2012 13:35 Uhr

    Das zeigt wieder einmal mehr als deutlich, wenn man auf der Seite des Westen steht, kann man auch ungestraft Kriegsverbrechen begehen.

  3. 5. [...]

    Entfernt. Verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Danke. Die Redaktion/kvk

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    Wenn wir von schon "typischem Verhalten" sprechen, dann muss man leider auch sagen, dass genau solche Aussagen ("...Völker die Verbrechen vollzogen...") auch typisch für Nationalisten (wie Sie es zu sein scheinen) ist. Dass man aufgrund solcher grauenhafter Ereignisse einen dermaßen tiefgründigen Hass auf Menschen hat, nur weil sie einer bestimmten Nation angehören, ist für mich einfach unbegreiflich. Vergewaltigung und Mord ist verabscheuenswürdig, egal welcher Nation das Opfer angehört.

    • Zack34
    • 29. November 2012 15:20 Uhr

    Die von Ihnen angesprochene Haltung ist ganz sicher bei vielen Serben vorhanden. Bloß, wer die anderen Akteure kennt, weiß es besser.

    Ihre eigenen Aussagen jedoch sind völlig absurd; denn weder in diesem, noch im vorigen Jahrhundert hat es "fünf mal Genozid gegen die Albaner" gegeben. Zudem stimmt es offensichtlich nicht, dass "kein Serbe dafür [Kriegsverbrechen/Vergewaltigung] zur
    rechenschaft gezogen wurde". Ergo, das sind frei erfundene Behauptungen.

    Somit ist Ihr Kommentar (ja, es gab zum Glück Fernsehen und Internet, ...) ein weiterer Beleg für die These, dass blinde Hetze in diesem Forum von keiner Seite geschmäht wird.

    Gut ist nur, dass diese als solche sofort zu erkennen ist, was Ihr Beitrag zweifellos unter Beweis stellt.

    Sehr geehrte Redaktion

    Ich halte es für richtig Sie darauf aufmerksam zu machen, dass es sich beim Fall "Medicus" um ein Kriegsverbrechen handelt, bei dem Serbischen Kriegsgefangenen Organe von der UCK entnommen und international verkauft wurden. Der User "medicus001" macht sich über diese Opfer lustig. Dies ist sowohl anhand der Wahl seines Nicknamens und den unbewiesenen Behauptungen seines Beitrages ersichtlich. Ich frage mich daher, ist es jetzt Standard, dass bei ZEIT ONLINE frei und ungeahndet Kriegsverbrechen als legitim erachtet werden, so dass man sich über die Opfer belustigen kann? Angemerkt sei auch, dass ich den Beitrag, auf den ich repliziere, bereits Ihnen, der Redaktion gemeldet haben und auch die Umstände erklärt, ohne dass sie etwas unternommen hätten.

    Wer sich für die Affäre "Mediucus" interessiert, sollte sich diesen Berichts des ZDF anschauen:

    Teil 1: http://www.youtube.com/wa...

    Teil 2: http://www.youtube.com/wa...

    Teil 3: http://www.youtube.com/wa...

    "Blutige Geschäfte - Auf den Spuren des Organhandels im Kosovo". Reportage von Arndt Ginzel, Martin Kraushaar und Ulrich Stoll bei ZDF zoom vom 13.07.2011 über Kriegsverbrechen, Organhandel und die Verstrickung Deutschlands in Verbrechen im Kosovo aus.

    • Conte
    • 29. November 2012 14:09 Uhr

    Serbien wird nach wie vor für alles Schreckliche auf dem Balkan verantwortlich gemacht. Immer wieder werden zwielichtige Akteure der nach dem Zerfall Jugoslawiens entstandene Republiken in den Haag frei gesprochen. Mag sein, dass die Beweislage nicht zu einem anderen Schluss gelangen läßt. Andererseits ist es schädlich, unfair und unproduktiv stets mit dem erhobenen Finger auf Serbien zu zeigen. Man sollte dem serbischen Volk endlich das Vertrauen und die Güte entgegen bringen, die sie aufgrund ihrer Geschichte verdienen.

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    Die Beweislage ist wörtlich mundtot gemacht.

    Neunzehn (19) Zeugen die gegen den Angeklagten aussagen wollten bzw. schon ausgesagt haben sind ermordet worden.

    Das ICTY weist jede Verbindung zwischen allen ermordeten Zeugen mit dem Prozess selbst ab.

    Es ist eine erwartende politische Entscheidung die eindeutig dazu beitragen soll dass eine strenge Teilung der Schuld nach dem Koalitionsprinzip beweist.

    Die albanische politische separatistische Bewegung hatte über Jahren eindeutige Unterstützung aus den Kreisen die gegenwärtig maßgeblich das UN-Tribunal dominieren.

    Die Gerechtigkeit wie in jedem Konflikt mit solchen Hintergründen lässt auf sich lange warten.

  4. Das ICTY (Tribunal für Jugoslawien) hat nicht erst mit diesem Urteil seine Glaubwürdigkeit, wenn es denn jemals eine gehabt hat, verloren. Obwohl es ein Zeugenschutzprogramm gibt, wurden 19 Zeugen liquidiert. Das was hier vorgeführt wird, ist eine Ohrfeige für das internationale Recht. Dieses Tribunal ist nur politisch und es soll jene Verbrecher decken, die für den Zerfall Jugoslawiens verantwortlich sind.

  5. Zum Verfahren kann ich sagen:wer Den Haag ernst nimmt und Gerechtigkeit erwartet ist mehr als naiv.

    Über Herrn Haradinajs Leben könnte man ein Action Film drehen:
    http://de.wikipedia.org/w...

    19 belastende Zeugen, teilweise unter Schutz liquidieren lassen.........

    Hach ja Frau Del Ponte.....sie werden sich wohl bei dem Herrn entschuldigen müssen.....

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, nf
  • Schlagworte Ramush Haradinaj | Feuerwerk | Gericht | Hauptstadt | Kriegsverbrechen | Regierungschef
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