TerrorismusIndien vollstreckt Todesurteil gegen Mumbai-Attentäter

Der einzig überlebende Attentäter der Terrorangriffe 2008 in Mumbai ist hingerichtet worden. Die Behörden sprachen von einer "gerechten Würdigung der Attentatsopfer". von afp, dpa und dapd

Mumbai am 27. November 2008: Feuer im Luxushotel Taj Mahal

Mumbai am 27. November 2008: Feuer im Luxushotel Taj Mahal  |  © EPA/dpa

Vier Jahre nach der Terrorserie in der westindischen Finanzmetropole Mumbai ist der einzig lebendig gefasste Attentäter hingerichtet worden. Nach Angaben der Behörden im zuständigen Bundesstaat Maharashtra wurde der 24-jährige Pakistaner Mohammed Ajmal Amir Iman, auch bekannt als Kasab, am frühen Morgen im Yervada-Zentralgefängnis in Pune gehenkt.

"Seine Hinrichtung ist eine gerechte Würdigung der Attentatsopfer", hieß es seitens der Regionalregierung. Sie vollstreckte das Todesurteil kurz vor dem Jahrestag der Terrorserie, die am Abend des 26. November 2008 begonnen hatte und bis zum 29. November andauerte.

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In dieser Zeit herrschte im Stadtzentrum von Mumbai , dem früheren Bombay , Terroralarm . Zehn militante Islamisten griffen unter anderem ein jüdisches Zentrum, Luxushotels, den Hauptbahnhof und ein Café an und ermordeten dabei 166 Menschen. Die Geiselnahmen in den Luxushotels wie dem Taj Mahal oder dem Oberoi dauerten drei Tage, am Ende wurden – außer Kasab – neun Angreifer getötet.

Keine Gnade für Kasab

Kasab selbst wurde nach einer Schießerei an einer Straßensperre in einem gestohlenen Auto festgenommen. Während seines Prozesses hatte er die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zunächst zurückgewiesen, dann überraschend gestanden , später das Geständnis aber widerrufen. Unter anderem behauptete er, von der Polizei in eine Falle gelockt worden zu sein.

Im Mai 2010 wurde er dann wegen Mordes, Verschwörung, Terrorismus und Krieg gegen Indien für schuldig gesprochen und zum Tod durch den Strang verurteilt . Sein folgender juristischer Kampf gegen das Urteil blieb erfolglos. Ende August bestätigte Indiens Oberster Gerichtshof die Todesstrafe in letzter Instanz. Kürzlich wies Indiens Präsident Pranab Mukherjee ein Gnadengesuch Kasabs endgültig ab.

Verhältnis Indien-Pakistan getrübt

Die Regierung in Neu Delhi vermutet die pakistanische Rebellenorganisation Lashkar-e-Taiba hinter den Anschlägen. In der Folge kam es zu schweren Spannungen zwischen den verfeindeten Atommächten Indien und Pakistan , die das Verhältnis bis heute belasten .

So hieß es seitens des indischen Innenministeriums, man habe die pakistanische Regierung über die Hinrichtung informiert. Ob dies vor oder nach der Exekution geschah, wurde indes nicht bekannt. Wenn Pakistan Kasabs Leichnam wolle, werde Indien diesen an das Land übergeben. Bislang liege aber noch keine entsprechende Anfrage vor.

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Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/ls

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    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

    • Soruz
    • 21. November 2012 11:18 Uhr

    Gerechtigkeit Genüge zu tun?

    Indien hat wenigsten den Terrorismus nun mit einem Todesurteil und dessen Vollstrechung beantwortet, obwohl die Gerichtsverhandlung und Strafe für Attentäter z.B. lebenslang im Gefägnis gerecht und basiert auf Menschenrecht gewesen wäre.

    Der ehemalige Nachbar von Indien(vor 1948, also vor Teilung Afghanistan und Indien (Gründung Pakistans 1948) z.B. Afghanistan macht unter den Augen von 50 demokratischen Nationen, allen voran USA, England, Deutschland ... ganz anders. Die Morderbanden und Attentäger der Taliban werden gefangen genommen und sie werden frei gelassen. Karzai gibt diesen Leuten auch noch Geld. Eine sonderbare Form des Kampfes gegen Terrors.

    Aber Karzai unterzeichnet auch Urteile der Hinrichtungen:
    http://www.hrw.org/news/2...

    Warum wird alles Nichtgute in Afghanistan geschwiegen?

    8 Verbrecher wurden gestern nach Scheingerichtsverhandlungen hingerechtet, 8 weitere folgenden und 250 weitere sind angeklagt.

    Ob ZO keine Reporter in Afghanistan hat?

    Eine Leserempfehlung
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    Bitte diskutieren Sie das Artikelthema. Danke, die Redaktion/se

  2. 3. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

    Antwort auf "[...]"
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    Ich weiss ja nicht, ob dieser Kommentar von Ihnen sarkastisch ironisch gemeint ist, umso mehr, da Ihr erster Kommentar zensiert wurde.
    Sollten Sie sich wirklich freuen und dies nicht als vielleicht richtige Antwort an den Zensor geschrieben haben, wäre dies nicht besser.
    Denn egal wer hin"gerichtet" wird, egal ob es ein Terrorist oder sonstwas oder sonstwer ist, es ist nie gut, wenn man in der Welt etwas schlechtes tut und derjenige, der es tut, stellt sich mit den Terroristen auf eine Ebene, auf die niedrigste, die es gibt: Man benutzt seine eigene Übermacht um einen anderen zu beseitigen. Man begeht eine schlechte Tat und macht damit die Welt schlechter, und keines der Opfer des Terroristen wird durch diesen Akt wieder lebendig.
    Aber die Todesstrafenbefürworter sterben leider nicht aus, denn sie verdecken diese Tatsache mit leeren Worthülsen. Schon das Wort "Hinrichten" versucht zu suggerieren, dass es etwas mit "richt" bzw. "richtig" zu tun hätte.
    Es ist und bleibt aber ein Selbstbetrug der Anhänger und Indien hat mich heute enttäuscht. Denn wenn es die Todesstrafe in Lebenslang umgewandelt hätte und diese ganz abgeschafft hätte, würden auch Terroristen weniger Anhänger finden.
    So bleibt schon politisch gesehen bei vielen, die wirklich Gerechtigkeit und nicht Rache suchen ein fader Nachgeschmack, ob da nicht jemand einfach mächtiger, aber keineswegs besser als die Terroristen ist.
    Und das gibt potentiellen Terroristen weiter Auftrieb.

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

  3. Ich weiss ja nicht, ob dieser Kommentar von Ihnen sarkastisch ironisch gemeint ist, umso mehr, da Ihr erster Kommentar zensiert wurde.
    Sollten Sie sich wirklich freuen und dies nicht als vielleicht richtige Antwort an den Zensor geschrieben haben, wäre dies nicht besser.
    Denn egal wer hin"gerichtet" wird, egal ob es ein Terrorist oder sonstwas oder sonstwer ist, es ist nie gut, wenn man in der Welt etwas schlechtes tut und derjenige, der es tut, stellt sich mit den Terroristen auf eine Ebene, auf die niedrigste, die es gibt: Man benutzt seine eigene Übermacht um einen anderen zu beseitigen. Man begeht eine schlechte Tat und macht damit die Welt schlechter, und keines der Opfer des Terroristen wird durch diesen Akt wieder lebendig.
    Aber die Todesstrafenbefürworter sterben leider nicht aus, denn sie verdecken diese Tatsache mit leeren Worthülsen. Schon das Wort "Hinrichten" versucht zu suggerieren, dass es etwas mit "richt" bzw. "richtig" zu tun hätte.
    Es ist und bleibt aber ein Selbstbetrug der Anhänger und Indien hat mich heute enttäuscht. Denn wenn es die Todesstrafe in Lebenslang umgewandelt hätte und diese ganz abgeschafft hätte, würden auch Terroristen weniger Anhänger finden.
    So bleibt schon politisch gesehen bei vielen, die wirklich Gerechtigkeit und nicht Rache suchen ein fader Nachgeschmack, ob da nicht jemand einfach mächtiger, aber keineswegs besser als die Terroristen ist.
    Und das gibt potentiellen Terroristen weiter Auftrieb.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "[...]"
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    wie man mit verblendeten Mehrfachmördern (Terrorist ist zu verniedlichend) verfahren sollte.
    Gefühliges Geplapper über die Schlechtigkeit der Welt und die höhere Gerechtigkeit jedenfalls hält potentielle Täter auch nicht zurück.

    "Denn wenn es die Todesstrafe in Lebenslang umgewandelt hätte und diese ganz abgeschafft hätte, würden auch Terroristen weniger Anhänger finden."

    Und falsch ist sie auch noch. Kein Terrorist lässt sich von einer lebenslangen Gefängnisstrafe vom Terrorismus abhalten.bVon der Todesstrafe natürlich auch nicht. Letztere hat allerdings den Vorteil, dass Gefangenenbefreiungen (durch Erpressung oder Flucht oder gewaltsame Befreiung) ziemlich ausgeschlossen sind.

    Lieber Stefanin,
    Ich habe in meinen ersten Beitrag geschrieben, dass ich schockiert bin, dass in einer Demokratie ein Mensch hingerichtet wird. [...]

    Gekürzt. Die Redaktion/ls

  4. wie man mit verblendeten Mehrfachmördern (Terrorist ist zu verniedlichend) verfahren sollte.
    Gefühliges Geplapper über die Schlechtigkeit der Welt und die höhere Gerechtigkeit jedenfalls hält potentielle Täter auch nicht zurück.

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    dass sie dort auch möglichst lange bleiben.

    Ist eigentlich ganz einfach.

  5. dass sie dort auch möglichst lange bleiben.

    Ist eigentlich ganz einfach.

    Eine Leserempfehlung
  6. 7. [...]

    Bitte diskutieren Sie das Artikelthema. Danke, die Redaktion/se

  7. 8. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, dapd, AFP, kg
  • Schlagworte Indien | Terrorismus | Anschlag | Geiselnahme | Jahrestag | Todesstrafe
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